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Sa, 18. April 2026, 3:50 Uhr

farmatic biotech energy

WKN: 605192 / ISIN: DE0006051923

Farmatic Biotech nicht zeichnen


03.04.01 00:00
IPO-Reporter

Die Analysten von IPO-Reporter empfehlen derzeit die Aktien des Börsenaspiranten Farmatic Biotech Energy (WKN 605192) nicht zu zeichnen.

Für viele von uns sei es sicher schwer vorstellbar, Biomüll nicht zu kompostieren oder wegzuwerfen, sondern Strom und Wärme daraus zu gewinnen. Dies sei jedoch das Geschäftsfeld des Börsenkandidaten Farmatic Biotech Energy AG. Das 1963 gegründete Unternehmen habe sich ursprünglich auf die Herstellung von Abwasseranlagen konzentriert. Mit dem daraus gewonnen Know-how vor allem im Bereich der Bio-Querschnittstechnologie, der Verknüpfung von Biochemie-, Verfahrens- und Elektrotechnik, konzentriere sich der Börsenaspirant nun auf sog. Biokraftwerke. Mittlerweile sei das Unternehmen nach eigenen Angaben führend auf dem Gebiet der industriellen Umwandlung von Biomasse in Biogas und der damit verbundenen Erzeugung von regenerativer Energie.

Die Biokraftwerksmodule sollten ab 2001 auch für die biotechnologische Restmüllvergärung großtechnisch zum Einsatz kommen. Farmatic habe es sich zum Ziel gesetzt, bereits Ende 2002 durch eine Veredelung dieses Biogases ein Erdgassubstitut zu produzieren, dass in das Erdgasnetz aller Anbieter eingespeist werden könne. Der nächste Meilenstein solle der Einsatz dieses Biogases in Erdgasqualität als Primärbrennstoff für Brennstoffzellen sein. Spätestens ab 2005 sollten Autos mit verwertbaren organischen Abfällen, dem sog. "Green Gas“, betreibbar sein. Darüber hinaus forsche das Unternehmen an sog. technologisch integrierten "Mega Städten“. Eine Reihe der Technologien seien durch Patente geschützt, u.a. auch die biologische Entschwefelung zur Aufbereitung von Biogas in Erdgasqualität.

Die Biokraftwerke des Nortorfer Unternehmen seien in allen modularen Teilkomponenten serienreif und standardisiert lieferbar. Nach erfolgter Fertigung und Montage unterstütze Farmatic die Betreiber der Kraftwerke beim Betrieb der Anlage und bleibe meist als Minderheitsgesellschafter daran beteiligt. Bis Ende Februar habe Farmatic zwei Biokraftwerke (in Neubukow und in Amman, Jordanien) mit einem Volumen von 80.000 bzw.60.000 t/a errichtet, was einer Gesamtleistung von jeweils 2,5 MW/h entspreche. Zudem würden sich zur Zeit vier Biokraftwerke im Bau befinden. Ein weiteres Standbein des Unternehmens sei der Geschäftsbereich Abwassertechnologie, der die Entwicklung, Planung und Errichtung von biologischen Abwasserreinigungsanlagen umfasse. Darüber hinaus stelle Farmatic Trinkwasseranlagen in modularer Bauweise her.

Das profitabel arbeitende Unternehmen habe im Geschäftsjahr 2000 den Umsatz von 18,08 auf 18,176 Millionen Euro steigern können. Davon seien im abgelaufenen Geschäftsjahr 58,4% auf den Bereich Biokraftwerke und 41,6% auf die Abwassertechnologie entfallen. Das EBIT sei im gleichen Zeitraum von 426.417 Euro um rund 30% auf 559.353 Euro gesteigert worden. Das Konzernergebnis sei von 172.816 Euro ebenfalls um rund 30% auf 396.251 Euro gestiegen. Für 2001 sei eine Umsatzsteigerung mehr als 100% auf 40,41 Millionen Euro geplant. Der Gewinn solle auf 1,7 Millionen Euro steigen. Nach Unternehmensangaben decke der aktuelle Auftragsbestand bereits 65% des geplanten Jahresumsatzes ab. 2002 sollten bereits mehr als 80 Millionen Euro umgesetzt werden. Mit dem Erlös aus dem Börsengang wolle Farmatic seine Marktstellung im Bereich industrieller Biokraftwerke weiter ausbauen und die Internationalisierung aggressiv vorantreiben. Des weiteren solle ein wesentlicher Teil des Emissionserlöses für Forschung und Entwicklung verwendet werden. Darüber hinaus solle die Eigenkapitalbasis gestärkt und das Marketing finanziert werden. Akquisitionen von Wettbewerben und Ingenieurbüros im In- und Ausland und die Vorfinanzierung von Biokraftwerken sollten mit dem Kapital ermöglicht werden.

Die Story des Unternehmens klinge spannend. Positiv beurteile IPO-Reporter, dass Farmatic trotz erheblicher Investitionen in Forschung und Entwicklung profitabel arbeite und über zwei Standbeine verfüge. Der Börsenkandidat habe Technologieführerschaft in der Konzeption und Konstruktion von Biogasanlagen inne und sei führender europäischer Anbieter von Biogaskraftwerken. Farmatic verfüge über langjähriges Know-how im Bereich der Bio-Technologie (u.a. Abwasseraufbereitung) als Grundlage für die Planung und Errichtung der Biokraftwerke. Der Markt verspreche hohe Wachstumsraten und das Unternehmen scheine hier gut positioniert. Rechtliche und politische Rahmenbedingungen sowie Zuschüsse sollten für weiteres Wachstum sorgen. Bis 2005 solle der europäische Markt um 19% pro Jahr wachsen. Farmatic rechne mit einem Wachstum des deutschen Biokraftwerkemarktes von 30% p.a., der europäische Markt solle noch stärker wachsen. Analystenangaben zufolge bestehe in Deutschland ein Potenzial von über 900 Anlagen. Negativ könnte sich die starke Abhängigkeit von den politischen Rahmenbedingungen erweisen. Außerdem werde der Wettbewerb, insbesondere um Standorte für Biogaskraftwerke zunehmen. Auch herrsche noch Unsicherheit bezüglich der Marktakzeptanz für die relativ neuen Produkte von Farmatic, wie z.B. der Ersatz für Erdgas und die Brennstoffzelle.

Recht ambitioniert seien die Planzahlen des Börsenkandidaten sowie die Bewertung. In der gewählten Bookbuildingspanne werde die Aktie mit einem 2002er KGV von 34 bis 42 bewertet, was IPO-Reporter recht teuer erscheine. Trotz der spannenden und stimmigen Unternehmensstory rate IPO-Reporter wegen dem nervösen Börsenumfeld von einer Zeichnung ab. Die hohe Bewertung lasse wenig Platz für Kursspielraum. Sollte die aktuelle Börsenlaune weiter anhalten, könnten interessierte Anleger die Aktie wahrscheinlich günstiger über die Börse bekommen. Sollte sich die Stimmung bessern, könnten spekulative Anleger die Aktie zeichnen, sollten aber eventuelle Gewinne wegen der hohen Bewertung schnell realisieren.





 
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