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Gigaset

WKN: 515600 / ISIN: DE0005156004

Gigaset 2012 wird ein Übergangsjahr


22.12.11 13:28
TradeCentre.de

Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" nehmen die Aktie von Gigaset unter die Lupe.

Der Anbieter von Schnurlostelefonen erwarte im Gesamtjahr einen Umsatz
von 540 Millionen Euro, ein EBITDA von 57 Millionen Euro sowie einen Nettogewinn von circa 16 bis 17 Millionen Euro. Auf Basis von rund 50 Millionen Aktien errechne sich ein Gewinn je Anteilsschein von bis zu 34 Cent. Das Geschäft des Herstellers der schicken Telefone für zuhause sei abhängig vom Endkonsumenten. Damit sei das Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft von hoher Bedeutung.

Wie den Experten CFO Alexander Blum im Hintergrundgespräch mitgeteilt habe, stehe die Prognose unverändert. Man müsse allerdings wissen, dass die Prognose Umsätze und Erträge aus inzwischen verkauften Geschäftseinheiten beinhalte. Man sollte am besten diese Prognose Vergessen.

Gigaset sei aus der Beteiligungsgesellschaft Arques entstanden und habe somit noch Beteiligungen im Portfolio, die nichts mit Gigaset zu tun gehabt hätten und daher verkauft worden seien. Man sollte indes diese Planzahlen im Hinterkopf behalten. Bereinigt um die Veräußerungen erwarte Blum einen Umsatz aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten von rund 500 Millionen Euro und ein EBITDA von 53 Millionen Euro. Im EBITDA seien indes auch aktivierte Eigenleistungen enthalten, die das Ergebnis positiv beeinflussen würden. Nach neun Monaten habe diese Zahl bei 13,5 Millionen Euro gelegen. Die Position sei bei einigen Investoren nicht sonderlich beliebt, weshalb sie in der Bewertung oftmals abgezogen werde.

Laut Blum werde sich diese Aktivierung in der Zukunft weiter fortsetzen. Netto sollten zwischen zwölf und 13 Millionen Euro verdient werden. Das entspreche einem Gewinn je Aktie von bis zu 26 Cent. Diese Zahlen seien sodann auch die Basis für das Geschäftsjahr 2012. Die rechnerische Steuerquote betrage mehr als 30 Prozent. Aufgrund von Verlustvorträgen von rund 70 Millionen Euro könnte das EPS aufgrund der Aktivierung von latenten Steuern entsprechend positiv beeinflusst werden. Den Free Cashflow erwarte Blum im deutlich positiven Terrain. Nach neun Monaten habe dieser bei rund vier Millionen Euro gelegen.

Das Geschäft für Festnetztelefone sei kein klassischer Wachstumsmarkt. Um das Unternehmen dennoch auf Wachstumskurs zu trimmen, werde der Vorstand kräftig in Innovationen investieren, um die Produktpalette attraktiv zu gestalten. Spannend sei an dieser Stelle die Besetzung des künftigen CEO, Charles Fränkl. Der 53-jährige sei ein versierter und anerkannter Experte im internationalen Geschäft der Telekommunikation und Informationstechnologie.

Der gebürtige Schweizer trete die Position zum 1. Januar 2012 an. Fränkl habe zuvor als CEO das Internetbezahlsystem-Unternehmen Click&Buy, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, geleitet. Inzwischen habe Gigaset Touch-Telefone im Programm. Die nächste Generation könnte durch Internetanwendungen weiter ergänzt werden. Das dürfte eine Aufgabenstellung für Fränkl sein - die bisherige Pipeline der Festnetztelefone mit dem Internet zu verbinden.

"Unser Ziel ist, unseren Kunden High-End Produkte zu liefern und uns qualitativ vom Wettbewerb abzuheben", sage Blum. Sodann habe er keine Sorgen, dass früher oder später die Chinesen diesen Markt aufrollen würden. Aus Asien gebe es aktuell nur einen Wettbewerber. "Ich erwarte keine neuen Player in unserem Markt. Dafür sind die Eintrittsbarrieren zu hoch und speziell für chinesische Firmen schlicht nicht attraktiv und groß genug". Die Innovationen sollten dem Unternehmen ab 2013 zu einem Wachstumssprung verhelfen. Akquisitionen sollten ebenfalls zum Wachstum beitragen.

"Wir führen mit dem einen oder anderen Unternehmen Gespräche". Nicht auszuschließen, dass eine Übernahme den Umsatz um mehr als 100 Millionen Euro erhöhe. Finanzieren könne Gigaset größere Zukäufe über die Ausgabe von neuen Aktien. Zudem könnte ein Bankdarlehen aufgenommen werden. Aktuell habe das Unternehmen nahezu keine Bankschulden. Die Eigenkapitalquote solle die Marke von 25 Prozent allerdings nicht mehr unterschreiten.

2012 werde ein Investitionsjahr. Capex könnte sodann das bisherige Niveau von 16 bis 17 Millionen Euro übersteigen. "2012 soll die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen werden". Auf der Zahlenseite erwarte Blum ebenfalls ein Übergangsjahr. Ziel sei den Gigaset-Umsatz auf einem Level von einer halben Milliarde Euro mindestens zu stabilisieren. Ebenfalls sei es das Ziel, das EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten in etwa auf dem Vorjahresniveau zu halten. Dies würde einem EBITDA zwischen 50 und 53 Millionen Euro entsprechen.

Das EPS würden die Experten sodann ebenfalls auf Vorjahresniveau erwarten. Operativ habe Gigaset in diesem Jahr einen sehr guten Produktmix und einen guten Durchschnittskurs der Einkäufe in US-Dollar gehabt. Speziell der erhöhte Dollar gegenüber dem Euro könnte sich 2012 leicht negativ auf die Margen niederschlagen. Das könnte sich auch im Cashflow bemerkbar machen und dürfte neben neuen Wachstumschancen zu den größten Herausforderungen im nächsten Jahr gehören.

An der Börse werde Gigaset mit 132 Millionen Euro kapitalisiert. Das KGV für das Jahr 2012 betrage circa elf. Damit sei die Aktie kein Schnäppchen, aber auch nicht teuer.

Vor dem Hintergrund eines Übergangsjahres der Gewinne ist die Gigaset-Aktie derzeit fair bewertet. Zumal sich Anleger darüber im Klaren sein müssten, dass der Gigaset-Konzern durch den Wegfall der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen, dieser Umsatz hat in diesem Jahr einen Anteil von rund 40 Millionen Euro, die Vorjahreszahlen nicht erreichen wird, so die Experten von "TradeCentre.de". (Analyse vom 22.12.2011) (22.12.2011/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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