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WKN: 509800 / ISIN: DE0005098008

Hancke & Peter zu teuer


26.01.99 00:00
Stisweekly

hancke & peter IT Service AG: Ertragsschwach und teuer

(www.stisweekly.de) Am morgigen Montag gibt das Aachener Systemhaus hancke & peter IT Service AG (WKN: 509800) unter Fuehrung der WestLB sein Debuet am Neuen Markt. Mit Cenit und Articon gibt es bereits zwei sehr erfolgreiche Systemshaeuser in diesem Segment. Fraglich duerfte allerdings sein, ob hancke & peter in diese Fussstapfen treten kann, denn die Emission kommt recht teuer.

Die Bookbuildingspanne betrug 12,70-14,70 EUR; der Ausgabepreis liegt am oberen Ende dieser Spanne, bei 14,70 EUR. Mit 6,25 Mio. ausstehenden Aktien wird hancke & peter also mit rd. 92 Mio. EUR oder rd. 180 Mio. DM bewertet. Dem steht im Geschaeftsjahr 1997/98 (Ende: 30.6.98) ein Umsatz von 125,7 Mio. DM und ein, um ausserordentliche Effekte bereinigter, Jahresueberschuss von rd. 2 Mio. DM gegenueber. Bezogen auf den Umsatz ist das nicht viel. Die Umsatzrendite betraegt gerade mal 1,6% nach Steuern. In den kommenden Jahren soll sich die Umsatzrendite auf rd. 2,0% verbessern. Der Rahmen fuer Verbesserungen duerfte aber recht eng sein, da ein sehr hoher Umsatzanteil im margenarmen Hard- und Softwarehandel bestritten wird. Die Rohertragsmarge bezogen auf den gesamten Umsatz ist mit rd. 20% aeusserst schwach. Zum Vergleich: Sogar die kuerzlich besprochene amazon.com erzielt als reiner Handelskonzern rd. 23%. Da hancke & peter mit einem Umsatz von 125,7 Mio. DM schon relativ gross ist, duerften keine wesentlichen Verbesserungen bei den Rohertragsmargen mehr erzielbar sein. Bei unserer Ertragswertrechnung gingen wir von den Planzahlen aus, die fuer 98/99 und 99/00 einen Gewinn je Aktie von 0,26 EUR bzw. 0,33 EUR vorsehen. Fuer die Jahre 00/01 und 01/02 duerfte ein Umsatz- und Gewinnwachstum von maximal 30% realistisch sein, da hancke & peter bisher ein internes Wachstum von lediglich 20% erzielt hat. Fuer die Folgejahre rechnen wir mit 25% Ertragswachstum. Zur Diskontierung verwenden wir einen recht niedrigen Zinssatz von 8%.

in EUR 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 ewige Rente

Gewinn je Aktie 0,26 0,33 0,43 0,56 0,70 0,87 1,09 1,36 17,02
Diskontierungsfaktor 0,96 0,89 0,82 0,76 0,71 0,65 0,61 0,56 0,52
Diskontierter Gewinn je Aktie 0,25 0,29 0,35 0,43 0,49 0,57 0,66 0,76 8,84
Summe der diskontierten Gewinne: 12,65 EUR

Wie Sie sehen, erhalten wir selbst bei dieser wohlwollenden Rechnung einen Ertragswert von nur 12,65 EUR. Somit ist der Emissionspreis von 14,70 EUR schon recht hoch angesetzt. Die derzeitigen Graumarktpreise von 29-32 EUR sind kaum nachvollziehbar. Zwar moechte hancke & peter einen Teil des Emissionserloeses zur Finanzierung von Uebernahmen verwenden, allzu viel sollten Sie davon aber nicht erwarten, da zum einen nur knapp 19 Mio. EUR eingenommen werden, und zum anderen die Liquiditaetsausstattung (vor der Emission) mit einer Liquiditaet dritten Grades von rd. 110% nicht begeistern kann. Sicherlich wird daher ein betraechtlicher Teil des Emissionserloeses zur Verbesserung der Liquiditaet verwendet. Ausserdem ist die Umsatzbasis von 126 Mio. DM schon recht hoch, so dass schon ziemlich umfangreiche Akquisitionen noetig sind, um auf den Gewinn je Aktie signifikant durchzuschlagen.

Fazit: Wer bei der Emission beruecksichtigt wird und am Montag Gelegenheit bekommt, zu Kursen um 30 EUR zu verkaufen, sollte nicht zoegern. Selbst bei Kursen nahe dem Emissionspreis scheint das Potential ausgeschoepft.

(al, 24.01.1999) - (c) 1999 Stis-Weekly, der kostenlose Boersenbrief




 
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