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So, 9. Mai 2021, 21:41 Uhr

High-Techs Gegenreaktion?


01.07.02 14:24
Hornblower Fischer

Neues Quartal, neues Glück!? Am Freitag beendeten zweiten Quartal hatten die Bullen jedenfalls erneut einen sehr schweren Stand an den Weltbörsen, so die Analysten von Hornblower Fischer.

Insbesondere im Technologiebereich sei die Performance ernüchternd: Das High Tech-Barometer Nasdaq 100 habe im letzten Quartal 27,7% verloren, nach einem Minus von 7,9% im ersten Quartal. Der +35%-Höhenflug im letzten Quartal 2001 sei neutralisiert und vergessen. Weniger dramatisch sei im zweiten Quartal das Minus am breiten US-Markt ausgefallen: Der S&P 500 sei mit einem Abschlag von 13,8% und der Dow Jones mit minus 11,2% aus dem Dreimonats-Zeitraum gegangen. Dennoch sei dies auch für den Dow Jones das schlechteste zweite Quartal seit 1970 und das größte jemals in einem Juni gemessene Minus gewesen.

Insgesamt würden die Aktien unter dem anhaltenden Pessimismus hinsichtlich einer nachhaltigen Verbesserung der Unternehmensgewinne, dem zerstörten Vertrauen aufgrund von Bilanzierungsskandalen und der Angst um die weltpolitische Lage leiden. Aktuell würden sich viele Indizes auf den Niveaus vom September 2001 bewegen, die Stimmung sei schlecht. Andererseits könnte das Risiko begrenzt sein, nachdem die Märkte zuletzt nicht mehr nachhaltig auf neue Buchführungsskandale reagiert hätten. Vielleicht sei dies Grundlage für eine Gegenreaktion.

Auf der Konjunkturseite stehe in dieser Woche der Arbeitsmarktbericht am Freitag im Fokus. Der nachlaufende Indikator werde aus Sicht der Analysten schlecht ausfallen. Die Analysten würden mit einer Arbeitslosenquote von 6,0% rechnen. Ansonsten seien die Daten zur US-Konjunktur in der letzten Woche insgesamt positiv gewesen. Das Bruttoinlandsprodukt sei im ersten Quartal endgültigen Berechnungen zufolge um 6,1% gewachsen und damit deutlich stärker als mit 5,6% erwartet.

Das zuletzt angeschlagene Verbrauchervertrauen sei weniger schwach ausgefallen als befürchtet: Der Index des Conference Board habe bei 106,4 und damit oberhalb der erwarteten 106,0 gelegen. Auch der nach ersten Berechnungen im Juni sehr schwache Michigan-Index habe sich in der zweiten Monatshälfte spürbar verbessert. Ein Konjunkturlichtblick sei heute aus Japan gekommen: Der Tankan Index der Bank von Japan sei von -38 im Vorquartal auf -18 geklettert und habe damit einen Rekordanstieg verzeichnet.

Demnach hätten die japanischen Unternehmen wieder Vertrauen in ihre Wirtschaft zurückgewonnen. Der Bericht lege nahe, dass sich nun auch eine Wirtschaftserholung für mittelständische Unternehmen abzeichne, was letztendlich die Arbeitmarktsituation wieder aufhelle und den Konsum unterstützen sollte. Zuletzt stelle allerdings der starke Yen eine Gefahr für die nachhaltige Erholung der japanischen Wirtschaft da, die vor allem von den Exporteuren getragen werde.