Intel übernimmt McAfee
27.08.10 17:02
Nasd@q Inside
Detmold (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Nasd@q Inside" bleiben gegenüber der Aktie von Intel neutral.
Der Chipkonzern erwerbe den IT-Sicherheitsspezialisten McAfee für 7,7 Mrd. USD zwecks Weiterführung als separate Tochterunternehmen. Die Aufsichtsräte beider Konzerne hätten Intels teuerste Akquisition bereits abgenickt, die Zustimmung der Anteilseigner sei noch einzuholen.
Intel wolle das Know-how von McAfee nutzen, um die Architektur seiner Prozessoren sicherer zu machen. Laut Intel-Boss Paul Otellini werde Sicherheit am effektivsten erreicht, wenn sie schon in der Hardware angelegt sei. Dabei habe man vor allem die Sicherheit mobiler Geräte im Auge, um die McAfee sich längst intensiv kümmere.
Ein Streit mit Kartellwächtern scheine vorprogrammiert zu sein, denn Intel dominiere bereits das Geschäft mit PC- und Serverchips. Aber das Unternehmen versichere, dass es nicht plane, die Sicherheits-Software komplett in die Hardware zu integrieren. Damit behalten auch McAfees derzeitige Wettbewerber noch Luft zum Atmen.
Eine Sache werde der Chipkonzern noch erklären müssen. Die Verbesserung der Chip-Architektur hätte man auch im Rahmen der bestehenden Partnerschaft mit McAfee umsetzen können. Warum habe man dennoch die teure Akquisition gewählt? Vielleicht spiele man mit dem Hintergedanken, Chips und Anti-Virus-Software eines Tages doch sehr eng zu koppeln, und zwar mit der Begründung, dass nur so die gewünschte hohe Sicherheit gewährleistet werden könne. Jedoch das sei Zukunftsmusik, und deshalb:
Der Intel-Titel habe am 19. August seine Richtung gewechselt und schon drei Tage später 4,6% tiefer notiert. Der Markt sehe die Akquisition also als zu teuer an. Dass Intel schnell verfügbare 18,3 Mrd. USD habe, sei dabei irrelevant gewesen - dominiert habe vielmehr das folgende Argument:
Es werde zunehmend schwieriger, neue Generationen von Computerchips zu verkaufen. Die Kunden würden nur dann eine wahrnehmbare Leistungserhöhung bekommen, wenn neue Software die Vorteile der schnelleren und mit mehr Rechenkernen ausgestatteten Chips auch umsetzen könne. In dieser Hinsicht sei es sinnvoll, wenn ein Hardware-Spezialist gerade den Entwickler einer rechenintensiven Software erwerbe. Damit deute sich jedoch an, dass bei Intel weitere (teure) Übernahmen zu erwarten seien.
Darüber hinaus erinnere man sich, dass Intel mit früheren Groß-Akquisitionen nicht den gewünschten Erfolg erzielt habe. Bei einem weiter sinkenden Kurs werde der Punkt kommen, an dem die Experten auf die Käuferseite wechseln würden.
Zurzeit bleiben die Experten von "Nasd@q Inside" gegenüber der Intel-Aktie neutral. (Ausgabe 34 vom 26.08.2010) (27.08.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Der Chipkonzern erwerbe den IT-Sicherheitsspezialisten McAfee für 7,7 Mrd. USD zwecks Weiterführung als separate Tochterunternehmen. Die Aufsichtsräte beider Konzerne hätten Intels teuerste Akquisition bereits abgenickt, die Zustimmung der Anteilseigner sei noch einzuholen.
Intel wolle das Know-how von McAfee nutzen, um die Architektur seiner Prozessoren sicherer zu machen. Laut Intel-Boss Paul Otellini werde Sicherheit am effektivsten erreicht, wenn sie schon in der Hardware angelegt sei. Dabei habe man vor allem die Sicherheit mobiler Geräte im Auge, um die McAfee sich längst intensiv kümmere.
Ein Streit mit Kartellwächtern scheine vorprogrammiert zu sein, denn Intel dominiere bereits das Geschäft mit PC- und Serverchips. Aber das Unternehmen versichere, dass es nicht plane, die Sicherheits-Software komplett in die Hardware zu integrieren. Damit behalten auch McAfees derzeitige Wettbewerber noch Luft zum Atmen.
Der Intel-Titel habe am 19. August seine Richtung gewechselt und schon drei Tage später 4,6% tiefer notiert. Der Markt sehe die Akquisition also als zu teuer an. Dass Intel schnell verfügbare 18,3 Mrd. USD habe, sei dabei irrelevant gewesen - dominiert habe vielmehr das folgende Argument:
Es werde zunehmend schwieriger, neue Generationen von Computerchips zu verkaufen. Die Kunden würden nur dann eine wahrnehmbare Leistungserhöhung bekommen, wenn neue Software die Vorteile der schnelleren und mit mehr Rechenkernen ausgestatteten Chips auch umsetzen könne. In dieser Hinsicht sei es sinnvoll, wenn ein Hardware-Spezialist gerade den Entwickler einer rechenintensiven Software erwerbe. Damit deute sich jedoch an, dass bei Intel weitere (teure) Übernahmen zu erwarten seien.
Darüber hinaus erinnere man sich, dass Intel mit früheren Groß-Akquisitionen nicht den gewünschten Erfolg erzielt habe. Bei einem weiter sinkenden Kurs werde der Punkt kommen, an dem die Experten auf die Käuferseite wechseln würden.
Zurzeit bleiben die Experten von "Nasd@q Inside" gegenüber der Intel-Aktie neutral. (Ausgabe 34 vom 26.08.2010) (27.08.2010/ac/a/a)
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