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Sa, 18. April 2026, 19:10 Uhr

UBAG Unternehmer Beteiligungen

WKN: 613860 / ISIN: DE0006138605

InternetMediaHouse.com Interview


23.07.99 00:00
musterdepot.de

Das Interview mit Dr. Hubertus Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der
InternetMediaHouse.com AG (WKN 613860), wurde von unserem Kooperationspartner musterdepot.de/Finance-online geführt.

Finance-online: Herr Hoffmann, InternetMediaHouse.com scheint zur Zeit eines der innovativsten deutschen Unternehmen zu sein, die auf dem expandierenden Internet-Markt tätig sind. Was macht das Unternehmen so erfolgreich und wie gedenken Sie diese Innovationskraft auf Dauer zu sichern?

Dr. Hoffmann: Wir verstehen uns als breit angelegtes Internet-Medienhaus. Unser Motto ist "Start small, think big." Von unserer strategischen Aufstellung her kann man uns sehr gut mit dem Bereich Multimedia der Bertelsmann AG vergleichen. Dieser Bereich unterhält eine ganze Reihe von New-Media-Tochterfirmen und Beteiligungen mit verschiedenen Partnern. Wir sind ähnlich aufgestellt, aber natürlich kleiner: In unseren neun Gesellschaften arbeiten derzeit 130 Mitarbeiter. Aber wir werden nicht lange klein bleiben: Wir peilen Wachstumsraten von mehr als 100 Prozent pro Jahr an.

Finance-online: IMH.com ist auf den drei Geschäftsfeldern Content, Commerce und Consulting tätig. Bitte umreißen Sie diese kurz. Wie werden sich diese Geschäftsfelder Ihrer Meinung nach in Zukunft weiterentwickeln? Welches ist das Primärziel von IMH.com?

Dr. Hoffmann: Unser Konzept basiert auf den drei C´s im Internet: Content, Commerce und Consulting. Zwischen diesen drei Bereichen gibt es eine klare Konvergenz: Content-Sites sind Inhalts-Angebote wie www.dsf.de oder www.sueddeutsche.de, an denen wir im Rahmen von Joint-Ventures unternehmerisch mit jeweils 49 Prozent beteiligt sind. Diese Sites können auf Dauer nicht allein von den Werbeeinnahmen aus Banner-Verkäufen leben. Sie brauchen zusätzliche Einnahmen aus Online-Shops, also Commerce.
Commerce-Sites, also die Einkaufs-Läden im Internet, brauchen interessanten Content. Damit werden sie für Nutzer attraktiver und sorgen für mehr Traffic auf den Seiten.
Der Consulting-Bereich, also die Beratung und Entwicklung, versorgt unsere Content- und Commerce-Gesellschaften mit den neuesten Trends, erstellt Studien und entwickelt neue Software-Tools. Er ist einer der Garanten dafür, daß wir stets immer die neuesten Entwicklungen beobachten und nutzen können.

Finance-online: Uns interessiert auch Ihre weitere Wachstumsstrategie. Durch den Börsengang wird frisches Kapital in das Unternehmen gelangen. Wie wird es verwendet, d.h. sind eher die Verstärkung der bestehenden Geschäftsfelder angedacht oder sind Vorstöße in andere Bereiche geplant? Wenn ja, in welche?

Dr. Hoffmann: Der Erlös aus dem Börsengang kommt nach Abzug der üblichen Bankenprovisionen voll dem Unternehmen zugute. Die Altaktionäre geben keine Aktien ab. Mit dem Erlös werden wir das Wachstum mit Investitionen in bestehende Projekte (ca. 25 Prozetn des Erlösen), neue Projekte (ca. 35 Prozent) und durch Akquisitionen (ca. 40 Prozent) zügig vorantreiben.

Finance-online: IMH.com besitzt neun Beteiligungen oder Tochterunternehmen. Wie sieht die Zukunft dieser Engagements aus? Folgen weitere Zukäufe, oder eher die Stärkung der Marktposition der Beteiligungen?

Dr. Hoffmann: Nach dem Börsengang wird sich unser ohnehin hohes Wachstumstempo noch beschleunigen. In unseren Planungen sind neue Projekte und Akquisitionen noch nicht enthalten. Und in dieser Hinsicht wird der Anleger in den nächsten Monaten einiges von uns hören. Besonders stark wird unser Bereich Commerce wachsen. Unsere Tochter @-solutions, ein Spezialist für Intranet- und Extranet-Lösungen, werden wir zu einer der wichtigsten Multimedia-Agenturen entwickeln. Sehr attraktiv ist auch unsere 60-Prozent-Beteiligung an PriceContrast, dem ersten Preisvergleichsdienst im Internet.

Finance-online: Welchen Beitrag leistet die Niederlassung in Palo-Alto (USA) zum Unternehmen?

Dr. Hoffmann: Unsere Tochtergesellschaft InternetMediaHouse.com, Inc., ist einer der zentralen Bausteine in unserem strategischen Konzept: Sie ist die Brutstätte für neue Ideen, besonders im Bereich Software-Entwicklung, und eine Brücke ins Silicon Valley. Als erste Software-Entwicklung wurde die neuartige Internet-Chat-Software Zadu entwickelt und als Spin-off in eine eigene Gesellschaft überführt. An ihr haben sich namhafte US-Venture Capitalists beteiligt, darunter auch Bruce Katz. Die Software wird noch im Herbst mit namhaften Internetdiensten online gehen.

Finance-online: IHM.com plant die Einführung eines Stockoption-Programmes, um die qualifizierten Mitarbeiter fester an das Unternehmen zu binden. Bedienen Sie sich dabei der Beispiele, die deutsche Unternehmen (vgl. SAP) realisiert haben, oder werden die Beteiligungsprogramme eher an amerikanischen Vorbildern ausgerichtet?

Dr. Hoffmann: Wir haben ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit einer Laufzeit von fünf Jahren aufgelegt. Das Volumen beträgt 428.000 Aktien, die aus Bedingtem Kapital stammen. Teilnehmer sind Vorstand, die Mitglieder der Geschäftsleitung der verbundenen Unternehmen und alle Mitarbeiter - jeweils zu einem Drittel. Die Ausübungshürde ist eine Outperformance des Neuer-Markt-Index.

Finance-online: Was ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil von IHM.com gegenüber Mitbewerbern, wie zum Beispiel der Kabel New Media AG, die sich zum Teil ebenfalls auf ähnlichen Marktsegmenten bewegt?

Dr. Hoffmann: Der Erfolg der Kollegen freut uns sehr, denn er zeigt, daß Internet-Werte weiter sehr gefragt sind. Der Unterschied zu uns ist aber deutlich: Wir sind kein reiner Dienstleister, also eine Agentur, die einmal einen großen Auftrag erledigt, sondern in unseren Aktivitäten unternehmerisch engagiert, also auf Dauer. Dadurch bringen wir Substanz mit, und durch unsere vielfältigen Aktivitäten zusätzlich auch eine Risikostreuung. Wenn Sie so wollen, sind wir der erste Internet-Substanzwert.

Finance-online: Wie sehen Ihre Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr aus? Von welchem Umsatzwachstum kann man ausgehen?

Dr. Hoffmann: Wir haben unseren Umsatz bereits im vergangenen Jahr verdoppelt, und wir werden ihn auch in diesem Jahr verdoppeln. Bis 2002 streben wir einen Umsatz von rund 93 Mio. DM an - allein auf Basis der bestehenden Projekte.

Finance-online: Herr Hoffmann, welche Entwicklung erwarten Sie für die Aktie Ihres Unternehmens nach der Notizaufnahme am 30. Juli 99?

Dr. Hoffmann: Das ist natürlich schwer zu sagen. Aber die Resonanz aus den ersten Gespräche mit Investoren stimmt uns äußerst positiv. Und da wir wissen, was an guten Nachrichten noch von uns kommen wird, sind wir äußerst zuversichtlich, daß wir für unsere Anleger dauerhaft überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften werden.

Finance-online: Welche kursbewegenden Ereignisse wird es in nächster Zeit geben, sind Road-Shows, Analystenstudien oder ähnliches geplant?

Dr. Hoffmann: Dazu können wir aus rechtlichen Gründen vor dem Börsengang wenig sagen. Doch es bedarf wenig Phantasie für jemanden, der sich unser strategisches Konzept ansieht, um sich vorzustellen, daß wir regelmäßig für gute Nachrichten sorgen werden.

Finance-online: Welche Gewinnsteigerungen erwarten Sie im kommenden Jahr, und wie gestaltet sich die Dividendenpolitik des Unternehmens?

Dr. Hoffmann: Derzeit befinden wir uns - wie andere Internet-Unternehmen auch - noch in der Investitionsphase. Im Jahr 2001 werden wir den Break-even erreichen. Danach geht es rasant aufwärts: Bereits 2002 werden wir eine zweistellige EBIT-Marge Prozent erreichen, die wir in den folgenden Jahr weiter steigern. Eine Dividende wird es bis 2002 nicht geben: Wir wollen lieber weiter in künftiges Wachstum und damit in den Unternehmenswert investieren.

Finance-online: Wo sehen Sie IMH.com in 3 Jahren?

Dr. Hoffmann: In den nächsten drei Jahren werden wir unsere führende Position in unseren neun Geschäftsfeldern weiter ausbauen und neue führende Positionen in weiteren Segmenten erobern. Unser Vorbild ist EM.TV, die auch klein starteten, doch heute schon fast in den DAX aufgenommen werden könnten.





 
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