Suchen
Login
Anzeige:
Sa, 18. April 2026, 12:20 Uhr

Investor Relations-Test


05.04.02 12:05
austrostocks.com

Wie die Wertpapierexperten von "austrostocks.com" berichten, unterzog die BLUeBULL-Redaktion in Wien, Frankfurt und Zürich gelistete Unternehmen einem Investor Relations-Test.

Sie hießen Uwe Heinz, Hanna Leitner oder Karina Tymmich und hätten sich in den letzten Wochen schamlos über die sogenannten Blue Chips in den Kernmärkten Österreich, Deutschland und Schweiz hergemacht. Sinn und Zweck sei ein kurzes Email an den IR-Verantwortlichen der jeweiligen Unternehmen (prime market in Wien, DAX in Deutschland, SMI in der Schweiz und jene österreichischen Unternehmen, die in Deutschland gelistet seien) gewesen, mit der Bitte, zwei Fragen zu beantworten. Einerseits sei es um die sogenannte Peer-Gruppe gegangen, also vergleichbare Unternehmen, andererseits um jene Banken und Analysehäuser, die die Aktie regelmäßig covern würden und wo diese Analysen zu finden seien.

Das Ergebnis dieses "Mystery-Mailings" falle sehr gut für den Frankfurter Markt, aber leider beschämend für den österreichischen Kapitalmarkt aus. Die IR-Trophäe gehe jedenfalls an die DAX-Unternehmen, was auch den Schluss rechtfertige, dass diese Unternehmen - obwohl in der Marktkapitalisierung mehr als zehn Mal so groß wie die österreichischen - dem typischen Kleinanleger mehr Bedeutung beimessen würden.

Etwas heller als ihre Wiener Pendants würden jene österreichischen Unternehmen glänzen, die an deutschen Börsen notieren würden. Hier gebe es zwar auch noch immer gut 30 Prozent, die keine Zeit oder Freude an einer Antwort gefunden hätten, die Durchschnittsnote für die Qualität der Antworten liege aber sogar noch knapp über jener der SMI-Unternehmen.

Die Experten hätten jeweils zwei Noten nach Schulsystem vergeben. Einmal für die Zeit, in der eine Retourmail komme, wobei die Note 1 für die Beantwortung binnen eines Tages, die Note 2 für die Beantwortung binnen 2 Tagen, etc. vergeben worden sei. Das andere Mal hätten die Analysten eine Note für die Qualität der Antwort gegeben. Hierbei sei darauf geachtet worden, ob beide Fragen beantwortet worden seien, ob es spezielle Hinweise oder etwa auch Links gegeben habe, die im Nirgendwo geendet seien. Daraus habe sich dann eine Gesamtnote errechnet (im besten Fall eine 1).

Am österreichischen Markt seien jene 40 Unternehmen, die im prime market der Wiener Börse gelistet seien, angeschrieben worden. Binnen 24 Stunden hätten lediglich zwei - AHT und Austrian Airlines - auf die Frage des Kleinanlegers geantwortet. Die Antworten seien umfassend, daher würden die beiden Unternehmen mit der Note "1" auch die Wiener Liste anführen. Traurig, aber wahr: 18 Unternehmen aus dem prime market bzw. 45 Prozent hätten überhaupt nicht geantwortet, was zweifelsohne kein gutes Zeichen für den Kapitalmarkt und die Wertschätzung des ohnehin spärlich vorhandenen Privatanlegers sei.

Die in Wien gelisteten Unternehmen würden damit auch die höchste "Ausfallsquote" aufweisen, wobei zu vermerken sei, dass die Experten zwei Wochen hätten vergehen lassen. Sei dann doch eine Antwort gekommen - in einigen Fällen habe es sogar vier Wochen gedauert - habe man sie nicht mehr berücksichtigt, da dieser Zeitraum wohl eindeutig die Geduld eines jeden Kleinanlegers überstrapaziere.

Auf den Rängen würden BWT (Note "2"), die am zweiten Tag geantwortet hätten und Böhler-Uddeholm (Note "2,5") folgen, die zwar vier Tage Zeit gebraucht hätten, die Aktionärswünsche dafür aber umso ausführlicher erfüllt hätten und sich damit noch in der Gesamtwertung hätten verbessern können.

Wolford habe binnen drei Tagen geantwortet, es sei aber die Frage nach der Peer-Group offen geblieben. Voestalpine und Agrana hätten am vierten Tag geantwortet und die Anfrage des Aktionärs vollständig erfüllt. 15 weitere Unternehmen hätten zwar fünf Tage gebraucht, sich aber doch um Antworten bemüht, die teilweise - wie etwa bei Hirsch oder Mayr-Melnhof - sehr gut und umfassend ausgefallen seien.

Außerdem hätten die Experten 13 weitere österreichische Unternehmen kontaktiert die an einer deutschen Börse notiert seien. Hier liege die Quote jener Unternehmen, die gar nicht reagiert hätten, bei 30 Prozent - also schon eine Steigerung gegenüber den Pendants am Wiener Markt. Und hier gebe es auch einen eindeutigen Gesamtsieger. Sanochemia habe binnen 25 Minuten umfassend geantwortet und sogar noch Analysen beigefügt - das ergebe eindeutig eine "1". Aber auch HTP, Gericom und AT&S hätten ein Retourmail binnen kürzester Zeit geschickt und gut geantwortet, was sie auf den zweiten Rang reihe. Adcon und Beko hätten zwar etwas länger gebraucht, würden aber durch die umfangreiche Beantwortung der Fragen ebenfalls noch zur Siegergruppe aufschließen.

Des weiteren hätten die Börsenkenner DAX-Gesellschaften befragt. Von 30 Unternehmen, die im DAX gewichtet seien, hätten es lediglich drei Unternehmen oder 10% nicht der Mühe wert gefunden, auf die Fragen des Kleinanlegers einzugehen. Die Bestnoten "Sehr gut" sowohl hinsichtlich Dauer der Beantwortung und Qualität hätten Degussa, Fresenius Medical Care, MAN und Thyssen Krupp erhalten. Mit der Note "1,5" würden BASF, HVB, BMW, Preussag, RWE, SAP und Schering ausgezeichnet. DaimlerChrysler, Deutsche Post, MLP und Siemens würden mit einer "2" abschneiden. Dabei sei zu bemerken, dass diese vier Unternehmen binnen 24 Stunden geantwortet hätten. Nur in der Qualität der Antwort hätten sie leicht hinter der Konkurrenz gelegen.

Generell hätten 19 Unternehmen oder 63 Prozent der Unternehmen binnen 24 Stunden geantwortet. Sechs Unternehmen bzw. 20 Prozent hätten am zweiten bzw. dritten Tag geantwortet. Daher sei es auch hier nicht verwunderlich, dass - außer für jene Unternehmen, die gar nicht geantwortet hätten - keine Gesamtnote schlechter als "3,5" vergeben worden sei. Die Durchschnittsnote (mit Ausnahme der drei Verweigerer) liege mit "1,9" ausgesprochen gut.

Bei den 26 Unternehmen, deren Aktien im SMI gelistet seien, würden CS Group, Givaudan und Unaxis hervorstechen. Alle drei bekämen die Goldmedaille, da sie nicht nur binnen 24 Stunden eine Antwort geschickt, sondern diese auch umfassend und teilweise mit Attachements ausgeschmückt hätten. Acht Unternehmen oder gut 30 Prozent hätten es nicht der Mühe wert gefunden, eine Retourmail zu schreiben. Auf den Rängen würden SwissRe ("1,5"), Serono ("2") und Clariant ("2") folgen. Julius Baer, SGS Surveillance und Swisscom würden mit einer Note von "2,5" anschließen. Insgesamt 50 Prozent der Unternehmen hätten binnen fünf Tagen geantwortet.





 
Werte im Artikel
84,22 plus
+3,98%
83,80 plus
+3,52%
24.699 plus
+2,25%
0,55 minus
-1,79%