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Mo, 20. April 2026, 9:26 Uhr

Lebensversicherer mit Stresstest


03.04.03 13:34
BoersenMan.de

Der Deutschen liebstes Finanzprodukt ist die Lebensversicherung, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Sicherheit und Berechenbarkeit seien ihre beiden wichtigsten Eigenschaften. Die Policen hätten sich bisher fast von allein verkauft. Die Versicherungen hätten das Geld nur einsammeln und dann anlegen müssen. Die Kunden hätten sich regelmäßig über ihre Überschussbeteiligungen gefreut und alles sei gut gewesen. Doch dann sei Ende der 90er Jahre der große Aktienboom gekommen. Renditen von fünf, sechs, sieben Prozent seien den Anlegern auf einmal nicht mehr gut genug gewesen, Fonds hätten schnellere und höhere Gewinne versprochen.

Um die Kundschaft mit höheren Zinsen bei Laune halten zu können, hätten die Versicherer ihre Anlagestrategie ändern müssen. Viele hätten vor allem auf Aktien gesetzt - und das zu einem Zeitpunkt, als die bereits in schwindelerregender Höhe gestanden hätten. Ein krasses Fehlurteil. Durch die ständig sinkenden Aktienkurse sei ihr Vermögen dahin geschrumpft. Der eine oder andere Lebensversicherer könnte dadurch in arge Zahlungsschwierigkeiten kommen. Um herauszufinden, wie es um die Firmen bestellt sei, sei ihnen von der Aufsichtsbehörde in den letzten Wochen ein Stresstest verordnet worden.

Dabei sei angenommen worden, dass die Aktien- und Anleihemärkte noch weiter in die Tiefe gehen würden. Mindestens ein Versicherer habe den Test anscheinend nicht bestanden. Die Victoria, immerhin die Nummer sieben in der Branche und zu über 90 Prozent im Besitz der Münchner Rück. Das sei noch nicht wirklich dramatisch - sei ja nur ein Test gewesen. Der Ruf der Lebensversicherung als sichere und gewinnbringende Geldanlage habe aber ein tiefen Kratzer bekommen.