MOL defensive Depotbeimischung
12.03.07 13:29
Geldanlage-Report
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "Geldanlage-Report" kommt die MOL-Aktie für wertorientierte Investoren mit mittelfristigem Zeithorizont als defensive Depotbeimischung infrage.
Die größte ungarische Ölgesellschaft gebe es aktuell zum Schnäppchenpreis. Aber nicht mehr lange: MOL wolle massiv zukaufen, sei aber auch mögliches Opfer.
Der Ölpreis erhole sich nach dem Abverkauf zu Jahresbeginn immer mehr und sei in seinen langfristigen Aufwärtstrend zurückgekehrt. Der Wintereinbruch in den USA, dem weltweit größten Ölverbraucher, habe genauso für positives Sentiment wie die fortschreitende Privatisierung der venezuelanischen Ölwirtschaft gesorgt.
In Kombination mit dem Schwächeanfall des Gesamtmarktes würden damit defensive Ölwerte wieder in den Blickpunkt des Anlegerinteresses rücken. MOL gehöre mit einer Marktkapitalisierung von 9 Mrd. US-Dollar zu den größten ungarischen Unternehmen und produziere täglich rund 100.000 Barrel Öl, werde aber international (noch) kaum beachtet. Aktuelle Analysteneinschätzungen seien kaum zu bekommen.
Das vierte Quartal sei zudem schwach ausgefallen, weil die temporäre Schließung einer slowakischen Raffinerie Einnahmeausfälle verursacht habe. Die Slowakei sei nach Ungarn der zweitwichtigste Markt für MOL.
Nach dem Verkauf des Gasgeschäfts für 82 Milliarden HUF (Ungarische Forinth; entspreche 324 Millionen Euro) sei MOL aber jetzt nahezu schuldenfrei und könne auf Einkaufstour gehen. Dank der exzellenten Bonität könnten Kredite bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar in Anspruch genommen werden. Entsprechend ehrgeizig seien die Pläne: Bis 2010 solle die Tagesproduktion auf 300.000 Barrel verdreifacht werden.
Eine erste kleinere Akquisition (Baitex/Russland) sei bereits durchgeführt worden. Neben dem Ausbau der bestehenden Beteiligungen in Russland, Kroatien und Kasachstan lote MOL nun auch im Mittleren Osten Übernahmeziele aus. Besonders interessant sei dabei die geplante Beteiligung an Pakistan Petroleum, das momentan noch fest in staatlicher Hand, aber bereits zur Privatisierung ausgeschrieben sei.
Auch Angola, das mittlerweile Nigeria den Rang abgelaufen und sich zum größten afrikanischen Ölproduzenten entwickelt habe, sei eine Option. Der kroatische Partner INA habe in dem aufstrebenden Land bereits seit längerem eine Explorations-Lizenz.
Durch die Forcierung der eigenen Expansion wolle MOL aber wohl vor allem auch verhindern, dass man selbst von einem größeren Player geschluckt werde. Die österreichische OMV sei bereits mit zehn Prozent an MOL beteiligt. Der Großteil der Aktien sei aber frei handelbar. Das mache Interessenten eine mögliche Übernahme einfacher. Ein attraktives Ziel würden die Magyaren allemal abgeben: Osteuropa bleibe ein Wachstumsmarkt - auch bei der Energienachfrage. Nach den jüngsten Kursverlusten sei die Aktie mit einem KGV von unter zehn wieder attraktiv bewertet.
Die MOL-Aktie eignet sich nach Ansicht der Experten von "Geldanlage-Report" für wertorientierte Investoren mit mittelfristigem Zeithorizont als defensive Depotbeimischung. Zusätzlich bestehe Übernahmefantasie.
(12.03.2007/ac/a/a)
Die größte ungarische Ölgesellschaft gebe es aktuell zum Schnäppchenpreis. Aber nicht mehr lange: MOL wolle massiv zukaufen, sei aber auch mögliches Opfer.
Der Ölpreis erhole sich nach dem Abverkauf zu Jahresbeginn immer mehr und sei in seinen langfristigen Aufwärtstrend zurückgekehrt. Der Wintereinbruch in den USA, dem weltweit größten Ölverbraucher, habe genauso für positives Sentiment wie die fortschreitende Privatisierung der venezuelanischen Ölwirtschaft gesorgt.
In Kombination mit dem Schwächeanfall des Gesamtmarktes würden damit defensive Ölwerte wieder in den Blickpunkt des Anlegerinteresses rücken. MOL gehöre mit einer Marktkapitalisierung von 9 Mrd. US-Dollar zu den größten ungarischen Unternehmen und produziere täglich rund 100.000 Barrel Öl, werde aber international (noch) kaum beachtet. Aktuelle Analysteneinschätzungen seien kaum zu bekommen.
Nach dem Verkauf des Gasgeschäfts für 82 Milliarden HUF (Ungarische Forinth; entspreche 324 Millionen Euro) sei MOL aber jetzt nahezu schuldenfrei und könne auf Einkaufstour gehen. Dank der exzellenten Bonität könnten Kredite bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar in Anspruch genommen werden. Entsprechend ehrgeizig seien die Pläne: Bis 2010 solle die Tagesproduktion auf 300.000 Barrel verdreifacht werden.
Eine erste kleinere Akquisition (Baitex/Russland) sei bereits durchgeführt worden. Neben dem Ausbau der bestehenden Beteiligungen in Russland, Kroatien und Kasachstan lote MOL nun auch im Mittleren Osten Übernahmeziele aus. Besonders interessant sei dabei die geplante Beteiligung an Pakistan Petroleum, das momentan noch fest in staatlicher Hand, aber bereits zur Privatisierung ausgeschrieben sei.
Auch Angola, das mittlerweile Nigeria den Rang abgelaufen und sich zum größten afrikanischen Ölproduzenten entwickelt habe, sei eine Option. Der kroatische Partner INA habe in dem aufstrebenden Land bereits seit längerem eine Explorations-Lizenz.
Durch die Forcierung der eigenen Expansion wolle MOL aber wohl vor allem auch verhindern, dass man selbst von einem größeren Player geschluckt werde. Die österreichische OMV sei bereits mit zehn Prozent an MOL beteiligt. Der Großteil der Aktien sei aber frei handelbar. Das mache Interessenten eine mögliche Übernahme einfacher. Ein attraktives Ziel würden die Magyaren allemal abgeben: Osteuropa bleibe ein Wachstumsmarkt - auch bei der Energienachfrage. Nach den jüngsten Kursverlusten sei die Aktie mit einem KGV von unter zehn wieder attraktiv bewertet.
Die MOL-Aktie eignet sich nach Ansicht der Experten von "Geldanlage-Report" für wertorientierte Investoren mit mittelfristigem Zeithorizont als defensive Depotbeimischung. Zusätzlich bestehe Übernahmefantasie.
(12.03.2007/ac/a/a)
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