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MK-Kliniken

WKN: A1TNRR / ISIN: DE000A1TNRR7

Marseille-Kliniken mit heißem Turnaround?


02.12.11 11:37
TradeCentre.de

Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Marseille-Kliniken (ISIN DE0007783003 / WKN 778300) spekulativ reizvoll.

Der in Hamburg ansässige Pflegedienstleiser sei erfreulich ins neue Wirtschaftsjahr 2011/2012 per Ende Juni gestartet. In den ersten drei Monaten, Juli bis September, habe das Unternehmen stabile Einnahmen von 48,2 Millionen Euro erzielt. Die Belegungsquote der Betten habe sich um 1,4 Prozentpunkte auf 88,5 Prozent verbessert, nachdem sie im vergangenen Geschäftsjahr noch durchschnittlich bei 87,1 Prozent gelegen habe. Vor Steuern und Zinsen habe die Firma drei Millionen Euro verdient. Die EBIT-Marge habe 6,2 Prozent betragen. Netto habe der Gewinn von 0,3 auf 1,5 Millionen Euro vervielfacht werden können.

"Die Entwicklungen im ersten Quartal 2011/2012 zeigen, dass unsere strategische Neuausrichtung sich nach den positiven Ergebnissen des Geschäftsjahrs 2010/2011 auch in den aktuellen Kennzahlen fortsetzt. Diese positive Entwicklung erwarten wir auch weiterhin für das gesamte Geschäftsjahr", sage Michael Thanheiser, Alleinvorstand der Marseille-Kliniken AG.

Wie Thanheiser auf Nachfrage anlässlich einer Telefonkonferenz den Experten mitgeteilt habe, erwarte das Unternehmen im Gesamtjahr eine leichte Umsatzverbesserung sowie eine deutliche Verbesserung des Konzern-EBIT. Im Vorjahr hätten der Umsatz bei 190 Millionen Euro und das EBIT bei 5,7 Millionen Euro gelegen. Laut dem Alleinvorstand solle sich das EBIT im Gesamtjahr auf mehr als zehn Millionen Euro belaufen. Das würde einer operativen Marge von mehr als fünf Prozent entsprechen.

Wie Thanheiser den Experten mitgeteilt habe, sei es das Ziel operative Margen zwischen fünf und sieben Prozent zu erwirtschaften. "Das ist der erste Schritt." Perspektivisch könnten höhere Renditen drin sein. Auch das Nettoergebnis solle in diesem Jahr deutlich positiv ausfallen. Aufgrund der recht hohen Verschuldung falle das Zinsergebnis deutlich negativ aus. Die Steuerquote sei aufgrund üppiger Verlustvorträge überschaubar. Im Gesamtjahr dürften unterm Strich zwischen 4,5 und 5,5 Millionen Euro in der Kasse klingeln.

Die Marseille-Kliniken AG habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 die Fokussierung auf ihre Kernkompetenzen in stationärer und ambulanter Seniorenpflege, eine Stärkung der Qualitätsführerschaft und die Einführung einer neuen, dezentralen Managementstruktur vorangetrieben. Zudem habe ein Programm zur Kostenoptimierung die wirtschaftliche Gesundung des Unternehmens unterstützt, was dringend notwendig gewesen sei.

So sei es zum Beispiel im ersten Quartal 2011/2012 unter anderem gelungen, bei der Einrichtung AMARITA Hamburg-Mitte die Break-Even-Schwelle zu erreichen. Nach eigenen Angaben habe das Unternehmen insgesamt weiteren Restrukturierungsbedarf, der sich allerdings nicht mehr negativ im Ergebnis niederschlage oder Geld verschlinge. Durch eine weitere Steigerung der Bettenbelegung, die nach und nach auf mehr als 90 Prozent gesteigert werden solle, wirke sich dies positiv in der Gewinnrechnung aus. Die Optimierung des Kerngeschäftes Pflege habe Priorität sowie die Verbesserung der Finanzierung. Laut Thanheiser sei es das Ziel die Verschuldung nach und nach zu reduzieren. Im Gesamtjahr erwarte der Vorstand einen positiven Free Cashflow, der zur Schuldenreduzierung verwendet werde.

Jüngst habe der Vorstand kommuniziert, Teilschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 15 Millionen Euro zu begeben. Die Teilschuldverschreibungen hätten eine Laufzeit von zwei Jahren, die Verzinsung betrage 9,5 Prozent im ersten und 12,5 Prozent im zweiten Jahr. Das sei knackig und teuer. Wie der Vorstand den Experten erläutert habe, habe das Unternehmen allerdings eine Option, um die Anleihe frühzeitig zurückzubezahlen. Sofern sich die Ergebnisse weiter verbessern würden und der Turnaround nachhaltig sei, das Management wieder Vertrauen gewinne, seien alternative Refinanzierungen, insbesondere günstigere, sicher wieder möglich. Das sei das Ziel von Thanheiser.

An eine Kapitalerhöhung denke der Vorstand dabei nicht zwingend. "Priorität hat eine normale Fremdfinanzierung oder eine Anleihe zu günstigeren Konditionen." Übrigens: Die aktuelle Emission der Anleihe sei "so gut wie platziert", ergänze der Vorstand. Ziel sei das frische Geld zur Refinanzierung der bestehenden Verbindlichkeiten zu verwenden.

An der Börse koste Marseille-Kliniken aktuell lediglich 29 Millionen Euro. Das sei nicht teuer. Allerdings sei die Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von nur 18 Prozent alles andere als vorzeigbar. Zudem sei die Verschuldung zu hoch. Thanheiser müsse somit einen nachhaltigen Turnaround abliefern. Der 49-jährige Manager sei an dieser Stelle auf einem guten Wege und bekomme die Zahlen langsam in den Griff. Bleibe zu hoffen, dass das Führungschaos der letzten Monate endlich abgeschlossen sei. Mehrere Manager hätten das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen müssen. Auch hier sollte allmählich Ruhe einkehren, um an der Börse wieder Vertrauen zu gewinnen.

Der Betreiber von 60 Pflegeeinrichtungen in Deutschland mit einer Kapazität von knapp 8.000 Mann Betten sei auf aktuellem Kursniveau ein spannender Turnaround-Kandidat. Prinzipiell sei das Geschäftsmodell sehr aussichtsreich. Pflege im Alter sei ein vielversprechender Wachstumsmarkt, der mit soliden Gewinnen betrieben werden könne.

Für die Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Marseille-Kliniken spekulativ reizvoll. (Analyse vom 02.12.2011) (02.12.2011/ac/a/nw)



Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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