Suchen
Login
Anzeige:
So, 19. April 2026, 22:32 Uhr

Merck KGaA

WKN: 659990 / ISIN: DE0006599905

Merck aufstocken


22.02.01 00:00
BfG Bank

Die Geschäftsentwicklung der Merck-Gruppe (WKN 659990), war in den letzten Jahren bei steigenden Umsätzen von Ergebnisrückgängen gekennzeichnet, so die Analysten der BfG-Bank.

Der Merck﷓Konzernumsatz sei in 2000 um über 26% auf 6,74 Mrd. € gestiegen. Getragen werde das Wachstum zu einem großen Teil vom weltweit führenden Antidiabetikum Glucophage, sowie von den innovativen Spezialchemikalien (Flüssigkristalle und Pigmente). Der Zuwachs teile sich wie folgt auf die einzelnen Wachstumskomponenten auf: 7-Prozentpunkte organisches Wachstum, 11 Akquisitionen und knapp 7 Wechselkurseffekte. Bezogen auf die Sparten erziele die Labordistribution mit über 88% die höchste Umsatzsteigerung, was auf die erstmalige Vollkonsolidierung der VWR Scientific Products Corp. in den USA zurückzuführen sei.

Es folgten die Spezialchemikalien, die ein Umsatzplus von über 28 % verbuchen würden. Der Pharmabereich lege lediglich um 2% zu, wobei zu berücksichtigen sei, dass das Kontrastmittelgeschäft (Bracco) Ende 1999 verkauft worden sei. Der dadurch bedingte Umsatzausfall sei durch die anderen Pharmasegmente somit mehr als ausgeglichen worden. Stärkste Wachstumsregion sei Nordamerika mit einem Umsatzanstieg von über 70 %.

Unterproportional falle die Steigerung beim operativen Ergebnis aus: +15,1 %. Hier hätten sich Kostensteigerungen, die durch alle Kostengrößen betroffen hätten, belastend ausgewirkt. Deutlich besser als im Vorjahr habe sich dagegen der Saldo der außergewöhnlichen Aufwendungen und Erträge dargestellt. Nach Steuern verbleibe ein Ergebnisplus von 19 % auf 261,7 Mio. €. Die Dividende solle auf 0,90 € je Aktie (Vorjahr: 0,85) angehoben werden.

Pharma sei die wichtigste Sparte bei Merck. Sie habe im Jahr 2000 am Umsatz einen Anteil von über 43 % eingenommen, ihr Ergebnisanteil am EBIT habe bei über 79 % gelegen. Zum Pharmabereich gehörten die Segmente Originalpräparate, (13 % Wachstum), Generika (20 %) und Consumer Health Care (12 %). Hauptwachstumsträger seien einmal mehr die Blockhuster﷓Produkte Glucophage und Concor. Mit Glucophage behaupte Merck die Marktführerschaft bei der oralen Therapie des Typ-2-Diabetes (weltweiter Umsatz: 2,1 Mrd. €). Die Patente für das Arzneimittel seien ausgelaufen und Merck werde hier im Laufe dieses Jahres die Konkurrenz durch Generika zu spüren bekommen. Allerdings seien inzwischen bereits Nachfolgeprodukte zugelassen worden.

Deren Markteinführung verlaufe erfolgreich bzw. stehe noch bevor (Starlix). Concor sei ein Betablocker, dessen Anwendung auf die neue Indikation Herzinsuffizienz habe ausgeweitet werden können. Concor erziele einen weltweiten Umsatz von rund 600 Mio. €. Vielversprechend sei die Produktpipeline. Hier seien in den nächsten Jahren neue Medikamente zu erwarten, die den Therapiefeldern Krebs, Gesundheit der Frau, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes) und zentrales Nervensystem zuzuordnen seien. Eine Durststrecke bezüglich neuer Arzneimittel werde sich 2002 und 2003 einstellen. Diese Zeit solle jedoch durch Einlizensierungen überbrückt werden.

Rückläufig sei im Bereich Pharma die Umsatzrendite, die auf dem operativen Ergebnis basiere. Gegenüber 1999 ergebe sich ein Rückgang von 17,1 auf 15,5%. Auslöser dafür seien der entfallene Ergebnisbeitrag von Bracco, sowie der Aufbau der US﷓Tochtergesellschaft EMD Pharmaceuticals. Bis 2005/6 solle diese Marge auf 20 % steigen.

Mit einem Plus von 17,2% generiere der Spezialchemiebereich das höchste organische Wachstum unter den Merck-Sparten. Das EBIT habe um fast 100% (auf 101,2 Mio. €) gesteigert werden können. Besonders erfolgreich habe sich das Geschäft mit Flüssigkristallen entwickelt, die sowohl vom Wachstumsmarkt der Telekommunikation als auch von der wiederbelebten Konjunktur in Asien profitierten. Mit rund 60% sei Merck Marktführer bei Flüssigkristallen, die in der expandierenden Displayindustrie für hochwertige Anzeigen in Flachbildschirmen, Notebooks, Mobiltelefonen und vielen anderen Anwendungen benötigt würden. Neue passende Geschäftsfelder sollten hier für weiteres Wachstum sorgen. Aber auch die Elektronikchemikalien und Pigmente würden sich sehr gut entwickeln. Etwas verhaltener zeige sich der Bereich Cosmetics, Health und Nutrition.

Bei gestiegenen Umsätzen hätten sowohl die Laborprodukte, als auch die Labordistribution, in der Merck nach der Übernahme der VWR Scientific Products Corp. (USA) ebenfalls weltweiter Marktführer sei, Ergebnisrückgänge hinnehmen müssen. Dabei werde das Ergebnis bei den Laborprodukten zu einem Großteil durch Kosten, die in Zusammenhang mit zahlreichen Produktneueinführungen stünden, sowie Markterschließungskosten in Japan und den USA, belastet. In der Labordistribution würden sich Restrukturierungen, der Aufbau einer gemeinsamen Infrastruktur mit der Schaffung eines integrierten Logistik-Netzwerkes und der Aufbau eines einheitlichen Informationssystems negativ bemerkbar machen. Ergebnisverbesserungen seien in beiden Sparten für 2001 ein Muss.

Mit einer Kursperformance von über 52% gehöre die Merck-Aktie zu den wenigen Gewinnern des Jahres 2000. Zu einem großen Teil sei der Kursanstieg von den Veränderungen im Management der Gesellschaft ausgelöst worden. Damit werde gegenüber dem neuen Vorstandsvorsitzenden Prof. Scheuble ein hoher Erwartungsdruck aufgebaut. Die Erwartungen richteten sich auf eine Restrukturierung des Konzerns, die letzten Endes markante Margenverbesserungen bringen sollten. Dies beinhalte die Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder Pharmazeutik und Spezialchemie. Das Labordistributionsgeschäft solle in zwei Jahren an die Börse gebracht werden. Hier müsse die Rentabilität zunächst deutlich gesteigert werden. Mit den Managementveränderungen ginge außerdem ein Wandel in der Informationspolitik einher. Transparenz werde jetzt groß geschrieben und die Publikationsfristen würden verkürzt.

Der Merck﷓Konzern sei insgesamt auf einem guten Weg. Im Kursanstieg der letzten Zeit seien einige Erwartungen bezüglich der zukünftigen Entwicklung eingepreist. Es werde für Merck ebenfalls von einem positiven Geschäftsverlauf ausgegangen. Insbesondere erschienen die langfristigen Aussichten vielversprechend. Die Risiken (z. B. weiterer Restrukturierungsbedarf, Margendruck) sollten jedoch nicht übersehen werden.

Die Empfehlung der Analysten der BfG-Bank laute daher aufstocken.





 
16.04.26 , aktiencheck.de
DAX Analyse: US-Rekorde und Waffenruhe-Hoffnu [...]
Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - DAX Analyse: US-Rekorde und Waffenruhe- Hoffnung elektrisieren. Brenntag, ...
16.04.26 , aktiencheck.de
DAX-Flop Merck: Goldman Sachs senkt Ziel, doch [...]
Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Merck-Aktienanalyse: DAX-Flop trotz "buy"-Rating – Goldman Sachs sieht ...
16.04.26 , GOLDMAN SACHS
Goldman senkt Ziel für Merck KGaA auf 147 Euro [...]
NEW YORK (dpa-AFX Analyser) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Merck KGaA von 153 auf 147 ...