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Mobilcom

WKN: 662240 / ISIN: DE0006622400

MobilCom zu viele Fragezeichen


15.05.02 15:42
Investor-Village

Nach Ansicht der Analysten von "Investor-Village" stellen sich bei MobilCom zu viele Fragezeichen, um einem konservativen Anleger den Kauf von MobilCom-Aktien (WKN 662240) zu empfehlen.

Der deutsche Mobilfunkanbieter MobilCom habe im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002 den Verlust ausgeweitet. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) habe bei minus 160,1 Mio. Euro, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal (68,4 Mio. Euro) gelegen. Das Ergebnis pro Aktie betrage minus 1,77 Euro gegenüber minus 0,67 Euro im Berichtszeitraum 2001. Insgesamt würden Sondereffekte von 90,3 Mio. Euro das Ergebnis belasten.

Einer der Sondereffekte sei die Startverschiebung für den Dienst 01566-GPRS. Wegen dieser Verzögerung habe MobilCom eine Rückstellung von 77,5 Mio. Euro gebildet. Zudem habe die Konzern-Konsolidierung das Ergebnis mit 7,8 Mio. Euro belastet. Die Konsolidierung bestehe darin, Geschäftsbereiche außerhalb des Kerngeschäfts abzustoßen beziehungsweise zu beenden. Diese Konsolidierung solle im zweiten Quartal abgeschlossen sein.

MobilCom fokussiere im Rahmen des Umbaus zum UMTS-Netzbetreiber seine Aktivitäten auf das Haupt-Kerngeschäft Mobilfunk sowie auf Festnetz und Internet. Dabei würden Überkapazitäten aus den Boomjahren abgebaut. Diese Ziele seien gefährdet, denn das Kerngeschäft von MobilCom lahme. Seit Juni letzten Jahres stagniere die Zahl der MobilCom-Kunden bei etwa 5 Mio. Kunden. Mitbewerber wie T-Mobile und VIAG Interkom seien im gleichen Zeitraum gewachsen - schlecht für MobilComs Marktkanteile. Einen einzigen neuen Mobilfunkkunden zu gewinnen, verursache immer noch zu hohe Kosten. Im vierten Quartal des letzten Jahres seien es 165 Euro gewesen, nur 10% weniger als im ersten Quartal.

Ein weiterer Knackpunkt: Die Beteiligungs- und Finanzierungsfrage sei immer noch nicht eindeutig geklärt. MobilCom-Chef Schmid werde seinen 50-prozentigen Anteil an MobilCom für 22 Euro je Aktie an ein Bankenkonsortium abgeben. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel habe signalisiert, dass auch die außenstehenden Aktionäre ein 22-Euro-Kaufangebot erhalten müssten. Dadurch würden die Übernahmekosten für die Banken um ca. 300 Mio. Euro auf rund eine Mrd. Euro steigen. Für das Übernahmeangebot sei nur noch wenig Zeit: Am 31. Juli werde für MobilCom ein Kredit über 4,7 Mrd. Euro fällig. Die Rückzahlung sei mit Hilfe neuer Kapitalgeber zu stemmen.

Die Beteiligung eines Bankenkonsortiums habe für die France Telecom einen handfesten Vorteil: Die mit MobilCom übernommene Schuldenlast tauche vorläufig nicht in der eigenen Bilanz auf. Nach den bisher bekannt gewordenen Plänen würden die MobilCom-Aktien bis 2005 bei den Banken geparkt. Erst dann übernehme France Telecom diese. Zur Finanzierung der Aktion würde das Tochterunternehmen Orange neue Aktien herausgeben. Orange besitze zurzeit schon 28,5% von MobilCom. Schon jetzt habe France Telecom schon mindestens 3,8 Milliarden Euro in MobilCom investiert.

Im nächsten Jahr müsse MobilCom 2,2 Mrd. Euro aus so genannten "Vendor Krediten" zurückzahlen. Solche Kredite würden Verkäufer ihren eigenen Kunden gewähren, um den Verkauf der eigenen Produkte anzukurbeln. Nokia habe im letzten Jahr Hutchison UK und MobilCom solche Kredite gewährt. Es stelle sich die Frage, ob France Telecom auch hier die Verantwortung übernehmen werde.

Für die Analysten von "Investor-Village" stellen sich bei MobilCom zu viele Fragezeichen, um einem konservativen Anleger den Kauf von Mobilcom-Aktien zu empfehlen.





 
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