Mologen kaufen
09.02.99 00:00
Stisweekly
Mologen: ein Biotech Start-up...
(www.stisweekly.de) Das Berliner Biotech-Unternehmen Mologen Holding AG besteht in der derzeitigen Form erst seit Anfang 1998. Mitte Januar wurde die Holding gegründet und vereint damit die Töchter Mologen GmbH und Soft Gene GmbH unter einem Dach. Die beiden Tochtergesellschaften stehen für die beiden Tätigkeitsfelder der Mologen, der Bioinformatik und der biopharmazeutischen Forschung im Bereich genetischer Impfstoffe. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die molekulare Medizin gelegt, die sich die Wirkungen und Interaktionen auf der Genebene zu Nutze macht.
Die Börseneinführung erfolgte zur Mitte des letzten Jahres, wobei der Emissionspreis am oberen Ende der Bookbuildingspanne zwischen 15 und 20 DM festgelegt wurde. Am ersten Handelstag konnte sich der Kurs vervielfachen, das Niveau um 60.- DM aber nicht halten. Die Aktie gab im Zuge der schlechten Börsenstimmung praktisch alle Gewinne wieder ab und fiel fast auf das Emissionsniveau zurück. Gute Nachrichten stimulierten den Kurs zwischenzeitlich und sorgten für rasante Kursanstiege - derzeit notiert die Aktie jedoch in einem Seitwärtstrend.
Technologie und wissenschaftliche Ansätze
Bioinformatik. Zu diesem Bereich ist sehr wenig - im Vergleich zu dem genetischer Impfstoffe - anzumerken. Diese wissenschaftliche Disziplin stellt eine Synthese aus Informatik und biowissenschaftlicher Forschung her und ist die Antwort auf die sich in den letzten Jahren verändernden Anforderungen der Forschung. Forscher müssen nicht nur schneller und besser forschen, sondern sind auch mit immer größeren Datenmengen konfrontiert. An dieser Stelle kommt der Computer zu Hilfe, mit dem sich Versuchsreihen und Tests schnell und unkompliziert durchführen lassen, mit dem Datenbanken abgefragt und ausgewertet werden können. Die Bioinformatik findet so in praktisch alle Bereiche der pharmazeutischen und biotechnologischen Forschung Einzug.
Genetische Impfstoffe. Um den besonderen Nutzen genetischer Impfstoffe zu erkennen, sollte man sich zuerst der Wirkweise herkömmlicher Vakzine bewußt werden. Das menschliche Immunsystem wird mit Erregern konfrontiert, die zwar ungefährlich da abgeschwächt sind, aber dennoch eine Immunreaktion auslösen. So wird das Immunsystem mit den nötigen Informationen ausgestattet. Aufgrund der sogenannten immunologischen Erinnerung wird die Abwehr der für den Menschen gefährlichen Erreger ermöglicht. Dieses Verfahren ist zwar zum heutigen Tage als ausgereift anzusehen, weist aber gewisse Problempunkte auf. Zum einen birgt der Kontakt mit Krankheitserregern immer ein geringes Risiko einer ernsthaften Erkrankung, zum anderen ist die
Herstellung (lange Entwicklungszeiten, Limitiertheit der benötigten Grundstoffe) und Transport/Lagerung (Notwendigkeit einer ausreichenden Kühlung) mit Problemen verbunden. Bei der genetischen Impfung hingegen, werden nur die relevanten genetischen Informationen des Krankheitserregers mit dem Immunsystem des Patienten in Kontakt gebracht. Der Vorteil dabei ist, daß der Organismus des Patienten mit dem Krankheitserreger selbst nie in Kontakt kommt - lediglich die für das Immunsystem wichtigen Informationen werden von den Körperzellen aufgenommen und sorgen für eine Abwehrreaktion, falls tatsächlich ein Erreger auftritt. Derartige Impfstoffe können billiger, schneller und in größerem Umfang hergestellt werden und es können auch neue Wege auf dem Gebiet der Präventivmedizin damit beschritten werden: Erstmals ist das Vorgehen gegen Krankheitsbilder wie Malaria und HIV denkbar.
Mologen nimmt im Forschungsbereich der genetischen Impfung sicherlich eine wichtige Position ein. Eine zentrale Rolle hierbei fällt dem Vorstand der Gesellschaft, Herrn Prof. Dr. Burghardt Wittig zu, der als ordentlicher Professor und Abteilungsleiter am Institut für Molekularbiologie der Freien Universität Berlin über das entsprechende Know-How auf dem Gebiet verfügt. Die enge Verbindung mit der FU bringt weitere Vorteile mit sich: Nicht nur, daß ein reger Wissensaustausch stattfinden kann, auch entsprechend gut ausgebildeter Forschernachwuchs läßt sich dadurch leichter dem Unternehmen näher bringen. Dies ist besonders deshalb von entscheidender Bedeutung, da sich Mologen auf die Entwicklung von Präparaten und Technologien spezialisiert hat; der Vertrieb soll von den Partnerunternehmen bewerkstelligt werden. Daher ist es für Mologen ein Muß, sich auf den Ausbau der Know-How-Basis und den Aufbau von Humankapital zu konzentrieren - die Anbindung an die Hochschule stellt hierfür eine ideale Ausgangssituation dar.
Produkte, Märkte, Potentiale
Zwei Produktbereiche (Bioinformatik & Molekulare Medizin) werden es in absehbarer Zukunft sein, mit denen Mologen Umsätze und Gewinne generieren will. Relativ schnell dürften sich die Potentiale im Bereich der Bioinformatik erschließen lassen. Mit MacMolly Tetra bietet Mologen ein bereits bekanntes Programm an, das schon seit 10 Jahren auf dem Markt ist und in der 18. Version vorliegt. Dieses Programm umfaßt eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Sequenzanalyse und der Interpretation der gewonnenen Daten. Der Verkauf und die Weiterentwicklung werden jedoch nicht mehr aktiv vorangetrieben. Daher sollen zwei weitere Produkte ab Herbst diesen Jahres für den richtigen "Schub" sorgen. Intra Lab ist eine Client/Server-Umgebung, die die computergestützte Planung von Arbeitsabläufen in Labors ermöglicht. BioConstructor wird als plug-in für intraLab angeboten und ermöglicht z.B. die "Planunggentechnischer Konstrukte" wie z.B. die MIDGE-Expressionsvektoren von Mologen selbst. Bisher entwickelten sich Umsatz und Gewinn der Soft Gene GmbH unstetig. Bis auf einen Ausreißer in '96 als etwa 1,2 Mio. DM umgesetzt wurden, bewegten sich die Umsätze bei ca. 700 Tsd. DM pro Jahr. Die beiden neuen Programme sollen zu Preisen zwischen 2.000 und 5.000 DM pro Lizenz verkauft werden. Bei einem Kundenpotential von 12 bis 20 Tsd. Anwendern ließen sich damit durchaus gigantische Umsatzvolumina erzielen. Möglich erscheint dies, da es bisher in diesem Bereich noch kein vergleichbares Produkt gibt. Mit der Produkteinführung wird, sofern sich die Entwicklung wie geplant vorantreiben läßt, zum Herbst diesen Jahres gerechnet. Dann wird sich zeigen, inwieweit sich die Produkte am Markt durchsetzen werden.
Im Bereich der molekularen Medizin ist derzeit noch kein Produkt zu erwarten, das signifikante Auswirkung auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung haben wird. Dennoch wird diese "Durststrecke" ganz pfiffig überwunden. Ansatzpunkt für erste Verkäufe sind die Vektorprodukte/Genpakete. Eine Möglichkeit einer technologischen Grundlage zur genetischen Impfung ist der Einsatz sogenannter Genfähren, mit denen der Impfstoff in die Zellen gebracht werden kann. Die konventionellen Genfähren enthalten jedoch störende zusätzliche Erbinformationen. Hier setzte Mologen an und entwickelte die MIDGE (Minimalistic Defined Gene Expression) Expressionsvektoren, die nur die notwendigen Gensequenzelemente enthalten. Diese neuartige Technologieplattform bietet sich zur weiteren Erprobung an. Die Gentherapie - also die gezielte Behandlung von Krankheiten durch den Austausch von fehlenden oder defekten Genen - steckt selbst noch in den Kinderschuhen, wird aber in den nächsten Jahren eine wichtige Stellung in der Medizin einnehmen können. Da derzeit eine Vielzahl an klinischen Studien und Versuchen in diesem Bereich durchgeführt werden, erscheint es äußerst sinnvoll, auch die Mologen-Genpakete in diese Untersuchungen miteinzubinden. Eine erste Absatzmöglichkeit sind somit Forschungsprojekte, die sich der Mologen-Technologie bedienen wollen - da in diesem Fall keine Zulassung notwendig ist, kann der Verkauf sofort beginnen. Während im letzten Jahr die Umsätze noch in der Kategorie 10.000 DM erzielt wurden, soll es dieses Jahr - aufgrund reger Nachfrage - deutlich mehr werden. Jedoch sollte man sich nicht allzu viel davon erwarten. Mehr als einen kleinen Beitrag zum Umsatz werden diese Verkäufe wohl nicht bringen. Aber mit diesen ersten Verkäufen kann zumindest die Zeit überwunden werden, bis weitere Anwendungsgebiete erschlossen werden: denn auch die Entwicklung von Veterinärvakzinen bietet sich an. Im Gegensatz zu Impfstoffen im Humantherapiebereich, die langwierige Test- und Zulassungsprozeduren aufweisen, sind die Zeiträume im veterinärmedizinischen Bereich sehr viel kürzer - meist kann man nach zwölf Monaten ein Produkt einführen. Sowohl der Heim-, wie auch der Nutztierbereich kann von Mologen targetiert werden. In der dritten Stufe sollen dann Vakzine folgen, die beim Menschen Anwendung finden: Krankheiten wie Krebs, Hepatitis, etc. ließen sich effizient bekämpfen. Ein erfolgreiches Vordringen in diesen Bereich würde unzweifelhaft den Durchbruch für die Mologen und den Aktienkurs bedeuten.
Die Potentiale in beiden Bereichen sind groß genug, um im Erfolgsfalle eine rasante Unternehmensentwicklung der Mologen AG zu ermöglichen. So werden für Gesundheitsprodukte im Veterinärmarkt - das Feld, das Mologen in naher Zukunft ansprechen kann - mehr als 10 Mrd. US-$ jährlich ausgegeben, der Anteil an Impfstoffen beläuft sich auf etwa 1,5 bis 2 Mrd. US-$ - was dem theoretischen Potential entspricht. Nicht unterschätzt werden darf natürlich in diesem Zusammenhang die Konkurrenz - denn die Märkte für Impfmittel sind hart umgekämpft, es gibt verschiedenste Lösungsansätze und gerade viele große Unternehmen forschen mit Nachdruck auf diesem Gebiet. Mologen plant im Business-Plan mit rund 1 Mio. DM Umsatz in diesem Bereich. Dies erscheint als konservative Schätzung und als ein erreichbares Ziel. Aufgrund des hohen Know-Hows und der hohen Motivation der Mitarbeiter, die diese Firma auszeichnet, und der hohen Flexibilität aufgrund der überschaubaren Größe des Unternehmens, sollte Mologen mit der Konkurrenz auf diesem Markt parieren können.
Was bei Mologen sicherlich positiv zu werten ist, ist die Konzentration auf die Forschungsarbeit selbst. Der Vertrieb wird gegen Lizenzahlungen an Partner abgegeben. Damit spart sich Mologen den Aufbau eines teuren Vertriebsnetzes, kann in gleicher Weise von den etablierten Vertriebskanälen der Partner-Unternehmen profitieren und erzielt eine hohe Rentabilität. Mit dieser Strategie - also der engen Zusammenarbeit mit den Großen der Branche - wird zudem ein direkter Konkurrenzkampf vermieden. Den überwiegenden Teil der Einkünfte wird Mologen daher aus Lizenzzahlungen - auf Mologens Technologiebeitrag entfallen bis zu 20% - und Milestone-Payments generieren. Die Zusammenarbeit ist jedoch nicht auf eine so einfache Formel zu reduzieren: Meist geht die Zusammenarbeit weiter als hier beschrieben und erstreckt sich auch auf den wissenschaftlichen Bereich, z.B. in Form einer Forschungskooperation.
Dies war sozusagen der Wissensstand zum Zeitpunkt der Emission. Doch seitdem wurden einige interessante Neuigkeiten gemeldet, die hier nochmals besondere Erwähnung finden sollen:
Das Konstruktionsprinzip für genetische Impfstoffe wurde weltweit patentiert. Die US-Patentbehörde bestätigte die Erteilung von Patenten für Technologien, die wichtig sind zur Herstellung gentherapeutischer Zellen zur Tumorbehandlung. Im gleichen Zuge wurde MIDGE als Marke geschützt. Mitte November wurde gemeldet, daß "wesentlich früher als geplant", mit klinischen Studien im Veterinärbereich begonnen wurde. MIDGE-Impfstoffe sollen gegen die Katzenseuche eingesetzt werden. Anfang Dezember kam eine weitere, sehr positive Nachricht. So konnte Mologen-Vorstand Herr Burghardt Wittig nicht nur mehrere Kooperationen mit pharmazeutischen Unternehmen melden, sondern auch, daß der französischen VIRBAC - einem der größeren Hersteller von Veterinärvakzinen - eine Option auf eine Exklusivlizenz zum Einsatz von MIDGE-Produkten gewährt wurde. Des weiteren wurde bekannt, daß mit deutschen und internationalen Unternehmen Projekte gestartet wurden, die sich auf den Einsatz der MIDGE-Technologie im Humanmedizinbereich erstrecken. Auch wurde bekannt, daß MIDGE schon in einer Phase-I-Studie zur Gentherapie des Nierenzellkarzinoms eingesetzt wird.
Diese Meldungen belegen, daß Mologen sowohl von der Unternehmensseite her Fortschritte macht, als auch wissenschaftlich sehr erfolgreich ist.
Bewertung und Kursentwicklung
Mangels aktueller Zahlen orientieren wir uns an der Emissionsstudie der Berliner Freiverkehr AG vom 11. Juni des vergangenen Jahres. Da bisher keine Zahlen veröffentlicht wurden, die auf einen anderen Geschäftsverlauf hindeuten, und auch in den ad-hoc-Meldungen eine Abweichung lediglich auf wissenschaftlicher Basis gemeldet wurde, arbeiten wir mit den uns vorliegenden Zahlen. Bis zum Jahr 2002 nahm der BFV die Schätzungen vor, wir führten dies fort und antizipierten zwei Jahre mit ca. 50% und zwei Jahre mit ca. 25% Umsatzwachstum. Da der Anteil der Lizenzeinnahmen einen großen Anteil an den Erlösen ausmachen soll, rechnen wir mit Renditen um 35% und verwenden damit einen sehr progressiven Ansatz. US-amerikanische Biotechs mit hohem Anteil an Lizenzeinnahmen können jedoch solche Renditen erreichen. Da die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Mologen nur im Rahmen zusätzlicher - lukrativer - Projekte aufgeweitet werden sollen, ist eine Explosion der Kosten in diesem Bereich auszuschließen. Die Planung sieht die Begrenzung auf 15 bis 20 F&E-Mitarbeiter vor, mit denen die zur Emission geplanten Projekte erfolgreich zu Ende geführt werden sollen. Es sollte angemerkt werden, daß die Umsatzschätzungen sehr geringe Wachstumsraten beinhalten. Da aber zum heutigen Zeitpunkt die Marktpotentiale nur ansatzweise abgeschätzt werden können, und sich auch der Zeitpunkt der Markteinführung von Produkten im Pharmasektor leicht um Monate oder gar Jahre verschieben kann, wollen wir es bei diesen Zahlen belassen. Schlagen die Produkte von Mologen am Markt ein, so sind sehr schnell allein aufgrund der Größe des Marktes weit höhere Umsätze erzielbar. Wir haben die folgende Gewinnreihe mit 11% abgezinst und kommen damit auf einen fairen Wert von 14,87 Euro was in etwa dem aktuellen Kursniveau an der Börse entspricht.
Nun läßt sich vortrefflich darüber streiten, inwieweit der ermittelte faire Wert große Aussagekraft hat. Wenn man sich den Chart ansieht, so kann man erkennen, daß sich der Kurs schon seit längerem auf diesem Niveau bewegt. Man sieht aber ebenso, welche Ausschläge Neuigkeiten auslösen können. 50% und mehr Kursanstieg in kürzester Zeit sind dann keine Seltenheit. Genauso schnell kommt der Kurs danach aber wieder zurück. Es stellt sich folgende Problematik dar: Gewinne werden nach der Prognose erst im Jahr 2002 erzielt werden, das Jahr davor wird wohl mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Die Entwicklung der jüngsten Zeit in Form von positiven Nachrichten läßt natürlich hoffen, daß eine positive Ergebnisentwicklung schon früher einsetzen wird. Fakt ist, daß bisher von der Produktseite her wenig aufgeboten werden kann, mit dem kontinuierlich, und für schwarze Zahlen ausreichend, Geld generiert werden kann. Solange Mologen keine abschätzbare Gewinnreihe aufweisen kann, werden stets Nachrichten und Spekulationen die Kurse bewegen, eine Prognose über die Entwicklung kann man nicht wagen. Aufgrund der oben angeführten Umsatz- und Gewinnschätzung ist ein Investment bis zu einem Kurs von 20 Euro interessant. Damit soll dem Entwicklungspotential des Unternehmens Rechnung getragen werden. Eine positive - operative - Geschäftsentwicklung sollte aber für ein weitergehendes Investment abgewartet werden. Auf jeden Fall stellt Mologen eine äußerst interessante Investmentmöglichkeit dar, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.
Mologen wird an den Börsen Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Hamburg unter der WKN 663720 gehandelt. Der Schlußkurs am 05.02.99 war 17,40 EUR in Berlin. An dieser Börse finden die größten Umsätze statt, die anderen Börsenplätze sind nur unzureichend liquide.
(sir, 05.02.99) - (c) 1999 Stis-Weekly, der kostenlose Email-Börsenbrief
(www.stisweekly.de) Das Berliner Biotech-Unternehmen Mologen Holding AG besteht in der derzeitigen Form erst seit Anfang 1998. Mitte Januar wurde die Holding gegründet und vereint damit die Töchter Mologen GmbH und Soft Gene GmbH unter einem Dach. Die beiden Tochtergesellschaften stehen für die beiden Tätigkeitsfelder der Mologen, der Bioinformatik und der biopharmazeutischen Forschung im Bereich genetischer Impfstoffe. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die molekulare Medizin gelegt, die sich die Wirkungen und Interaktionen auf der Genebene zu Nutze macht.
Die Börseneinführung erfolgte zur Mitte des letzten Jahres, wobei der Emissionspreis am oberen Ende der Bookbuildingspanne zwischen 15 und 20 DM festgelegt wurde. Am ersten Handelstag konnte sich der Kurs vervielfachen, das Niveau um 60.- DM aber nicht halten. Die Aktie gab im Zuge der schlechten Börsenstimmung praktisch alle Gewinne wieder ab und fiel fast auf das Emissionsniveau zurück. Gute Nachrichten stimulierten den Kurs zwischenzeitlich und sorgten für rasante Kursanstiege - derzeit notiert die Aktie jedoch in einem Seitwärtstrend.
Technologie und wissenschaftliche Ansätze
Bioinformatik. Zu diesem Bereich ist sehr wenig - im Vergleich zu dem genetischer Impfstoffe - anzumerken. Diese wissenschaftliche Disziplin stellt eine Synthese aus Informatik und biowissenschaftlicher Forschung her und ist die Antwort auf die sich in den letzten Jahren verändernden Anforderungen der Forschung. Forscher müssen nicht nur schneller und besser forschen, sondern sind auch mit immer größeren Datenmengen konfrontiert. An dieser Stelle kommt der Computer zu Hilfe, mit dem sich Versuchsreihen und Tests schnell und unkompliziert durchführen lassen, mit dem Datenbanken abgefragt und ausgewertet werden können. Die Bioinformatik findet so in praktisch alle Bereiche der pharmazeutischen und biotechnologischen Forschung Einzug.
Genetische Impfstoffe. Um den besonderen Nutzen genetischer Impfstoffe zu erkennen, sollte man sich zuerst der Wirkweise herkömmlicher Vakzine bewußt werden. Das menschliche Immunsystem wird mit Erregern konfrontiert, die zwar ungefährlich da abgeschwächt sind, aber dennoch eine Immunreaktion auslösen. So wird das Immunsystem mit den nötigen Informationen ausgestattet. Aufgrund der sogenannten immunologischen Erinnerung wird die Abwehr der für den Menschen gefährlichen Erreger ermöglicht. Dieses Verfahren ist zwar zum heutigen Tage als ausgereift anzusehen, weist aber gewisse Problempunkte auf. Zum einen birgt der Kontakt mit Krankheitserregern immer ein geringes Risiko einer ernsthaften Erkrankung, zum anderen ist die
Herstellung (lange Entwicklungszeiten, Limitiertheit der benötigten Grundstoffe) und Transport/Lagerung (Notwendigkeit einer ausreichenden Kühlung) mit Problemen verbunden. Bei der genetischen Impfung hingegen, werden nur die relevanten genetischen Informationen des Krankheitserregers mit dem Immunsystem des Patienten in Kontakt gebracht. Der Vorteil dabei ist, daß der Organismus des Patienten mit dem Krankheitserreger selbst nie in Kontakt kommt - lediglich die für das Immunsystem wichtigen Informationen werden von den Körperzellen aufgenommen und sorgen für eine Abwehrreaktion, falls tatsächlich ein Erreger auftritt. Derartige Impfstoffe können billiger, schneller und in größerem Umfang hergestellt werden und es können auch neue Wege auf dem Gebiet der Präventivmedizin damit beschritten werden: Erstmals ist das Vorgehen gegen Krankheitsbilder wie Malaria und HIV denkbar.
Mologen nimmt im Forschungsbereich der genetischen Impfung sicherlich eine wichtige Position ein. Eine zentrale Rolle hierbei fällt dem Vorstand der Gesellschaft, Herrn Prof. Dr. Burghardt Wittig zu, der als ordentlicher Professor und Abteilungsleiter am Institut für Molekularbiologie der Freien Universität Berlin über das entsprechende Know-How auf dem Gebiet verfügt. Die enge Verbindung mit der FU bringt weitere Vorteile mit sich: Nicht nur, daß ein reger Wissensaustausch stattfinden kann, auch entsprechend gut ausgebildeter Forschernachwuchs läßt sich dadurch leichter dem Unternehmen näher bringen. Dies ist besonders deshalb von entscheidender Bedeutung, da sich Mologen auf die Entwicklung von Präparaten und Technologien spezialisiert hat; der Vertrieb soll von den Partnerunternehmen bewerkstelligt werden. Daher ist es für Mologen ein Muß, sich auf den Ausbau der Know-How-Basis und den Aufbau von Humankapital zu konzentrieren - die Anbindung an die Hochschule stellt hierfür eine ideale Ausgangssituation dar.
Produkte, Märkte, Potentiale
Zwei Produktbereiche (Bioinformatik & Molekulare Medizin) werden es in absehbarer Zukunft sein, mit denen Mologen Umsätze und Gewinne generieren will. Relativ schnell dürften sich die Potentiale im Bereich der Bioinformatik erschließen lassen. Mit MacMolly Tetra bietet Mologen ein bereits bekanntes Programm an, das schon seit 10 Jahren auf dem Markt ist und in der 18. Version vorliegt. Dieses Programm umfaßt eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Sequenzanalyse und der Interpretation der gewonnenen Daten. Der Verkauf und die Weiterentwicklung werden jedoch nicht mehr aktiv vorangetrieben. Daher sollen zwei weitere Produkte ab Herbst diesen Jahres für den richtigen "Schub" sorgen. Intra Lab ist eine Client/Server-Umgebung, die die computergestützte Planung von Arbeitsabläufen in Labors ermöglicht. BioConstructor wird als plug-in für intraLab angeboten und ermöglicht z.B. die "Planunggentechnischer Konstrukte" wie z.B. die MIDGE-Expressionsvektoren von Mologen selbst. Bisher entwickelten sich Umsatz und Gewinn der Soft Gene GmbH unstetig. Bis auf einen Ausreißer in '96 als etwa 1,2 Mio. DM umgesetzt wurden, bewegten sich die Umsätze bei ca. 700 Tsd. DM pro Jahr. Die beiden neuen Programme sollen zu Preisen zwischen 2.000 und 5.000 DM pro Lizenz verkauft werden. Bei einem Kundenpotential von 12 bis 20 Tsd. Anwendern ließen sich damit durchaus gigantische Umsatzvolumina erzielen. Möglich erscheint dies, da es bisher in diesem Bereich noch kein vergleichbares Produkt gibt. Mit der Produkteinführung wird, sofern sich die Entwicklung wie geplant vorantreiben läßt, zum Herbst diesen Jahres gerechnet. Dann wird sich zeigen, inwieweit sich die Produkte am Markt durchsetzen werden.
Die Potentiale in beiden Bereichen sind groß genug, um im Erfolgsfalle eine rasante Unternehmensentwicklung der Mologen AG zu ermöglichen. So werden für Gesundheitsprodukte im Veterinärmarkt - das Feld, das Mologen in naher Zukunft ansprechen kann - mehr als 10 Mrd. US-$ jährlich ausgegeben, der Anteil an Impfstoffen beläuft sich auf etwa 1,5 bis 2 Mrd. US-$ - was dem theoretischen Potential entspricht. Nicht unterschätzt werden darf natürlich in diesem Zusammenhang die Konkurrenz - denn die Märkte für Impfmittel sind hart umgekämpft, es gibt verschiedenste Lösungsansätze und gerade viele große Unternehmen forschen mit Nachdruck auf diesem Gebiet. Mologen plant im Business-Plan mit rund 1 Mio. DM Umsatz in diesem Bereich. Dies erscheint als konservative Schätzung und als ein erreichbares Ziel. Aufgrund des hohen Know-Hows und der hohen Motivation der Mitarbeiter, die diese Firma auszeichnet, und der hohen Flexibilität aufgrund der überschaubaren Größe des Unternehmens, sollte Mologen mit der Konkurrenz auf diesem Markt parieren können.
Was bei Mologen sicherlich positiv zu werten ist, ist die Konzentration auf die Forschungsarbeit selbst. Der Vertrieb wird gegen Lizenzahlungen an Partner abgegeben. Damit spart sich Mologen den Aufbau eines teuren Vertriebsnetzes, kann in gleicher Weise von den etablierten Vertriebskanälen der Partner-Unternehmen profitieren und erzielt eine hohe Rentabilität. Mit dieser Strategie - also der engen Zusammenarbeit mit den Großen der Branche - wird zudem ein direkter Konkurrenzkampf vermieden. Den überwiegenden Teil der Einkünfte wird Mologen daher aus Lizenzzahlungen - auf Mologens Technologiebeitrag entfallen bis zu 20% - und Milestone-Payments generieren. Die Zusammenarbeit ist jedoch nicht auf eine so einfache Formel zu reduzieren: Meist geht die Zusammenarbeit weiter als hier beschrieben und erstreckt sich auch auf den wissenschaftlichen Bereich, z.B. in Form einer Forschungskooperation.
Dies war sozusagen der Wissensstand zum Zeitpunkt der Emission. Doch seitdem wurden einige interessante Neuigkeiten gemeldet, die hier nochmals besondere Erwähnung finden sollen:
Das Konstruktionsprinzip für genetische Impfstoffe wurde weltweit patentiert. Die US-Patentbehörde bestätigte die Erteilung von Patenten für Technologien, die wichtig sind zur Herstellung gentherapeutischer Zellen zur Tumorbehandlung. Im gleichen Zuge wurde MIDGE als Marke geschützt. Mitte November wurde gemeldet, daß "wesentlich früher als geplant", mit klinischen Studien im Veterinärbereich begonnen wurde. MIDGE-Impfstoffe sollen gegen die Katzenseuche eingesetzt werden. Anfang Dezember kam eine weitere, sehr positive Nachricht. So konnte Mologen-Vorstand Herr Burghardt Wittig nicht nur mehrere Kooperationen mit pharmazeutischen Unternehmen melden, sondern auch, daß der französischen VIRBAC - einem der größeren Hersteller von Veterinärvakzinen - eine Option auf eine Exklusivlizenz zum Einsatz von MIDGE-Produkten gewährt wurde. Des weiteren wurde bekannt, daß mit deutschen und internationalen Unternehmen Projekte gestartet wurden, die sich auf den Einsatz der MIDGE-Technologie im Humanmedizinbereich erstrecken. Auch wurde bekannt, daß MIDGE schon in einer Phase-I-Studie zur Gentherapie des Nierenzellkarzinoms eingesetzt wird.
Diese Meldungen belegen, daß Mologen sowohl von der Unternehmensseite her Fortschritte macht, als auch wissenschaftlich sehr erfolgreich ist.
Bewertung und Kursentwicklung
Mangels aktueller Zahlen orientieren wir uns an der Emissionsstudie der Berliner Freiverkehr AG vom 11. Juni des vergangenen Jahres. Da bisher keine Zahlen veröffentlicht wurden, die auf einen anderen Geschäftsverlauf hindeuten, und auch in den ad-hoc-Meldungen eine Abweichung lediglich auf wissenschaftlicher Basis gemeldet wurde, arbeiten wir mit den uns vorliegenden Zahlen. Bis zum Jahr 2002 nahm der BFV die Schätzungen vor, wir führten dies fort und antizipierten zwei Jahre mit ca. 50% und zwei Jahre mit ca. 25% Umsatzwachstum. Da der Anteil der Lizenzeinnahmen einen großen Anteil an den Erlösen ausmachen soll, rechnen wir mit Renditen um 35% und verwenden damit einen sehr progressiven Ansatz. US-amerikanische Biotechs mit hohem Anteil an Lizenzeinnahmen können jedoch solche Renditen erreichen. Da die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Mologen nur im Rahmen zusätzlicher - lukrativer - Projekte aufgeweitet werden sollen, ist eine Explosion der Kosten in diesem Bereich auszuschließen. Die Planung sieht die Begrenzung auf 15 bis 20 F&E-Mitarbeiter vor, mit denen die zur Emission geplanten Projekte erfolgreich zu Ende geführt werden sollen. Es sollte angemerkt werden, daß die Umsatzschätzungen sehr geringe Wachstumsraten beinhalten. Da aber zum heutigen Zeitpunkt die Marktpotentiale nur ansatzweise abgeschätzt werden können, und sich auch der Zeitpunkt der Markteinführung von Produkten im Pharmasektor leicht um Monate oder gar Jahre verschieben kann, wollen wir es bei diesen Zahlen belassen. Schlagen die Produkte von Mologen am Markt ein, so sind sehr schnell allein aufgrund der Größe des Marktes weit höhere Umsätze erzielbar. Wir haben die folgende Gewinnreihe mit 11% abgezinst und kommen damit auf einen fairen Wert von 14,87 Euro was in etwa dem aktuellen Kursniveau an der Börse entspricht.
Nun läßt sich vortrefflich darüber streiten, inwieweit der ermittelte faire Wert große Aussagekraft hat. Wenn man sich den Chart ansieht, so kann man erkennen, daß sich der Kurs schon seit längerem auf diesem Niveau bewegt. Man sieht aber ebenso, welche Ausschläge Neuigkeiten auslösen können. 50% und mehr Kursanstieg in kürzester Zeit sind dann keine Seltenheit. Genauso schnell kommt der Kurs danach aber wieder zurück. Es stellt sich folgende Problematik dar: Gewinne werden nach der Prognose erst im Jahr 2002 erzielt werden, das Jahr davor wird wohl mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Die Entwicklung der jüngsten Zeit in Form von positiven Nachrichten läßt natürlich hoffen, daß eine positive Ergebnisentwicklung schon früher einsetzen wird. Fakt ist, daß bisher von der Produktseite her wenig aufgeboten werden kann, mit dem kontinuierlich, und für schwarze Zahlen ausreichend, Geld generiert werden kann. Solange Mologen keine abschätzbare Gewinnreihe aufweisen kann, werden stets Nachrichten und Spekulationen die Kurse bewegen, eine Prognose über die Entwicklung kann man nicht wagen. Aufgrund der oben angeführten Umsatz- und Gewinnschätzung ist ein Investment bis zu einem Kurs von 20 Euro interessant. Damit soll dem Entwicklungspotential des Unternehmens Rechnung getragen werden. Eine positive - operative - Geschäftsentwicklung sollte aber für ein weitergehendes Investment abgewartet werden. Auf jeden Fall stellt Mologen eine äußerst interessante Investmentmöglichkeit dar, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.
Mologen wird an den Börsen Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Hamburg unter der WKN 663720 gehandelt. Der Schlußkurs am 05.02.99 war 17,40 EUR in Berlin. An dieser Börse finden die größten Umsätze statt, die anderen Börsenplätze sind nur unzureichend liquide.
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