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Sa, 18. April 2026, 7:12 Uhr

Nachteile der Globalisierung


25.06.02 14:02
EveryBuddy`s Trade

Mit der Globalisierung der Kapital- und Aktienmärkte sind auch die globalen Übernahmen gekommen, die die vornehmlich US-amerikanischen Corporate Finance Banker so attraktiv gestalteten, berichten die Analysten von "EveryBuddy´s Trade".

Aber viele europäische Unternehmen würden es sehr bedauern, dass sie diese Übernahmen durchgeführt hätten. Z.B. Daimler-Benz mit Chrysler, Deutsche Telekom mit Voicestream, Vivendi mit Universal-Seagram, Credit Suisse mit Donaldson Lufkin Jenrette und UBS mit Paine Webber.

Alle europäische Aktien seien nun an der NYSE kotiert, und ihre Kurse würden dort an der größten Börse der Welt gemacht und nicht mehr im Heimatmarkt. Die US-amerikanischen Händler hätten nun auch die Schaltzentralen und Vorstandsriegen der oben erwähnten Banken mit harten Ellbogen erkämpft. Jeder marktbeeinflussende Marktteilnehmer in New York wisse, wie die jetzt in Europa verantwortlichen Händler denken würden, und könne sie leichter in die entgegengesetzte Marktrichtung schicken.

Das beste Beispiel sei gestern Abend gewesen. Nachdem die US-amerikanischen Märkte bis auf neue Tiefstniveaus nach dem 11. September 2001 hinuntergefallen seien (Nasdaq -26,27 auf 1.414,69) und die europäischen Börsen mit in den Abgrund gezogen hätten, habe man die Strategie geändert, nachdem die europäischen Hauptbörsen geschlossen gewesen seien.

Die armen europäischen Börsenhändler, die extra noch später als ihre Kollegen auf dem Börsenparkett oder hinter ihren Handelsterminals bleiben müssen und womöglich noch zu Notverkäufen auf niedrigstem Niveau verleitet worden seien, müssten sich heute mit teueren Verlusten auf hohem Niveau wieder eindecken. Heute Morgen um 11:00 Uhr MEZ sei der DAX mit +2,0% auf 4.211,14 und der Eurostoxx mit +2,6% auf 2.966,54 höher als ihre gestrigen Schlussstände. Das sei das Resultat der Globalisierung der Aktienmärkte.

Bei den Renten- und Devisenmärken sei das genau das Gleiche. Gehe es dem US-Dollar schlecht, würden alle die Währungen leiden, die an den US-Dollar gekoppelt seien. Bestes Beispiel sei gestern der Brasilianische Real gewesen, womit die Staatsobligationen des jeweiligen Landes unweigerlich auch in den Abgrund gezogen würden. Das sei das Resultat der Globalisierung der Renten- und Devisenmärkte.

Diejenigen, die sich bewusst aus der Globalisierung herausgehalten hätten z.B. Russland und China, denen gehe es gut und seien nicht davon negativ beeinflusst. Werde es nicht einmal Zeit, über die Globalisierung nachzudenken, zumal auch das damit zusammenhängende Problem der Zuwanderung immer größer werde. Der Rechtsdruck in jetzt 9 europäischen Parlamenten sei ein deutliches Anzeichen dafür.

Man müsse feststellen, dass die Globalisierungsanstrengungen in den letzten Jahren nicht aus den USA kämen. Die hätten das mit ihrem starken US-Dollar und einer festen Parität schon in den Nachkriegsjahren bis 1973 (Bretton Woods) gemacht. Die wirtschaftlichen Hegemonie Anstrengungen der Europäer hätten danach kläglich versagt, vor allem in den letzten Jahren.

Werde diese Erkenntnis durch die US-Amerikaner noch zusätzlich mit einem fallenden US-Dollar bestraft? Es scheine, dass die US-Amerikaner sehr talentiert seien, ihre Unternehmungen und andere Werte immer auf Höchstkursen zu verkaufen. Vor den Europäern seien es die Japaner gewesen, die auch diese traurige Erfahrung hätten machen müssen. Ein Beispiel sei das Rockefeller Center, von dem sich die Nachkommen dieses großen Ölmagnaten, für die es eine wichtige Einkommensquelle gewesen sei, auf dem Höhepunkt seines Wertes getrennt und an die japanische Mitsubishi Real Estate verkauft hätten. Die Rockefellers hätten übrigens ihr Rockefeller Center im letzten Jahr (13 Jahre später) zu einem Drittel des Verkaufspreises wieder zurückgekauft! Das sei das Resultat der Globalisierung.





 
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