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Fr, 17. April 2026, 16:58 Uhr

Neuer Markt aktuell


02.08.00 00:00
Delbrück & Co.

Der enorme Kursanstieg seit Anfang 1999 sei insbesondere durch den vermehrten Einstieg von institutionellen Investoren entstanden, was aufgrund der Marktenge zu Übertreibungen bei einzelnen Papieren und Branchen des Neuen Marktes geführt habe.

Die aktuelle Abwärtsbewegung werde aber ebenfalls im wesentlichen durch die Institutionellen verursacht, die mit einigen Großorders bei geringen Umsätzen relativ starke Reaktionen am Markt auslösten.

Auf der Suche nach Gründen für den seit Februar einsetzenden Kursverfall am Neuen Markt lohne ein Blick auf die Zinsseite und die allg. Abhängigkeit der Aktienmärkte von der Zinsentwicklung. Der seit Januar zu beobachtende Anstieg an den Rentenmärkten habe massiven Einfluß auf die Bewertung der Gewinnentwicklung der Unternehmen und den Vergleich zu den Renditen an den Anleihemärkten. Denn im direkten Vergleich zu den Rentenmärkten ergebe sich auf dem Niveau von 3,5% in der Umlaufrendite eine entsprechende KGV Bewertung von ca. 28,5. Steige nun die Rendite auf ein Niveau von 5%, so sinke die entsprechende KGV Bewertung auf 20.

Unabhängig von den aktuellen Bewertungsniveaus bedeute das: Steigende Zinsen erhöhten den Druck auf die aktuellen Bewertungen. Ob und wie stark der Neue Markt auf Zinsänderungen reagiere, könne aufgrund der sehr kurzen Historie des Neuen Marktes nicht geklärt werden, allerdings zeige ein Blick in die USA, daß die Nasdaq (als Pendant zum Neuen Markt) eine sogar leicht über dem Dow Jones liegende Zinsreagibilität aufweise. Somit dürfe die verschlechterte Ausgangslage aufgrund der Zinsentwicklung für den DAX als auch den Neuen Markt auch nicht weiter verwundern.

Bemerkenswert sei auch der Einfluß des Renditeanstieges auf die Zinsstrukturkurve, die am langen Ende steige und dadurch einen steileren Verlauf habe. Die Interpretation der Zinsstrukturkurkurve sei zwar vielschichtig und nicht eindeutig geklärt, aber in aller Regel deute die Erhöhung der Steigungsrate auf höhere gesamtwirtschaftliche Wachstumsraten hin. Davon werde der Neue Markt überpropotional profitieren.

Getrieben von der allg. Zinsentwicklung baue sich auch für den Neuen Markt ein latentes Rückschlagpotential auf, das u.E. nicht unter das Einstiegsniveau der Institutionellen Investoren zu Beginn 1999 reichen werde. Die Perspektiven des Marktes insgesamt seien nach wie vor hervorragend, wobei die Auswahl von Aktien mit nachhaltigem Wachstumspotential immer wichtiger werde und der dynamische Zutritt in den Neuen Markt nicht abebbe.





 
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