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Fr, 17. April 2026, 21:07 Uhr

Ölpreise haussieren


15.08.05 08:16
iWatch

Die Ölpreise steigen nahezu tagtäglich auf neue, bislang noch nicht notierte, Höhen, berichtet das EKIP-Team des "iWatch".

In der letzten Berichtswoche seien die Marken 64, 65 und 66 US-Dollar je Barrel, gemessen am WTI-Future, gerissen. Bislang stehe ein Allzeithoch von 66,70 US-Dollar zu Buche. Zunehmende Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der Streit zwischen den USA und der EU auf der einen Seite und Iran auf der anderen Seite, um die Wiederaufnahme des Atomprogramms seitens der iranischen Regierung, hätten die Marktteilnehmer an den Rohölmärkten aus der Ruhe gebracht.

Würde dieser Konflikt tatsächlich in Form von militärischen Kampfhandlungen eskalieren, so bestehe durchaus das Szenario, dass der Preis für das schwarze Gold rasch in den dreistelligen Bereich, sprich in Richtung 100 US-Dollar je Barrel marschieren könne. Es bestehe dann sogar die Gefahr, dass Rohöl in vielen Regionen nicht mehr verfügbar sein werde.

Doch noch sei es nicht soweit. Die Verfügbarkeit des Rohöls sei noch gewährleistet, wenn auch zu stetig steigenden Preisen. Jetzt heize auch noch eine Studie der britischen Marktforschungsfirma Wood Mackenzie die angespannte Lage an den Ölmärkten weiter an. Nicht nur den USA würden wegen den veralteten Raffinerien Engpässe in der Benzinproduktion drohen, auch Europa habe es in den vergangenen Jahren versäumt, hier ausreichend Ersatzinvestitionen in die Wege zu leiten.

Der Dieselverbrauch in Europa liege derzeit bei rund 200 Millionen Tonnen, so die Studie und werde bis zum Jahre 2015 um 40 Prozent auf circa 280 Millionen Tonnen anschwellen. Die europäischen Raffinerien seien allerdings bereits bis zum Anschlag ausgelastet. Neue Raffinerien würden im Minimum eine Umsetzungszeit von zwei bis drei Jahren benötigen, so dass es im Zeitstrahl von 2006 bis 2015 mit hoher Wahrscheinlichkeit, zu ersten Versorgungsengpässen komme.

Umso erstaunlicher sei es, dass sich die internationalen Aktienmärkte nach wie vor unbeeindruckt von den Rekordnotierungen der Ölpreise zeigen würden. In dieser Berichtswoche sei sogar auch der japanische Nikkei-225-Index, erstmals seit 2001 oder seit mehr als vier Jahren, über die Marke von 12.000 Punkten angestiegen.

Japan und Westeuropa (exklusive Norwegen und Großbritannien), da jeweils ohne eigene Rohölvorkommen, dürften deshalb in Zukunft die Protagonisten sein, die dafür sorgen könnten, dass eines Tages der Weg in alternative Energiegewinnungsformen - Weg vom Öl - verstärkt eingeschlagen werden
könne.





 
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