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Fr, 17. April 2026, 21:25 Uhr

Pulsion Medical Systems

WKN: 548790 / ISIN: DE0005487904

Pulsion Medical Syst. nicht zeichnen


06.06.01 09:00
IPO-Reporter

Die Analysten von IPO-Reporter empfehlen derzeit die Aktien von Pulsion Medical Systems (WKN 548790) nicht zu zeichnen.

Der Börsenkandidat wolle mit seinen innovativen Produkten nicht nur die Belastung des Patienten sondern auch des Gesundheitssystems reduzieren. Das Unternehmen entwickele gering-invasive (in den Köper eindringende) Überwachungs-, Diagnose- und Therapiesteuerungssysteme, die in der Intensivpflege und im Operationsbereich eingesetzt würden. Das Hauptprodukt sei der Diagnose- und Überwachungsmonitor PICCO, der den herkömmlichen Rechtsherzkatheter ersetzen solle. Großer Vorteil für den Patienten neben der leichteren Anwendbarkeit und der exakteren Messdaten sei die Minimierung operativer Eingriffe, so dass der Patient weniger Belastungen ausgesetzt sei. Ein Vorteil für das Gesundheitssystem sei der betriebswirtschaftliche Aspekt, denn die Liegezeit der Patienten werde verkürzt, was zur Senkung der Behandlungskosten beitrage. PICCO sei in Deutschland und den USA zugelassen.

Neben den Monitoren vertreibe Pulsion im Pharmabereich den infrarot-empfindlichen Farbstoff Indocyaningrün unter dem Namen ICG-PULSION. Das gut verträgliche, intravenös verabreichte Diagnostikum, das in der Herz-, Kreislauf-, Mikrozirkulations- und Leberfunktionsdiagnostik Anwendung finde, sei bisher in Deutschland und Israel zugelassen. In Europa werde die Zulassung in 2001 und in den USA für 2002 erwartet. Zahlreiche weitere Produkte würden sich derzeit in der Entwicklungsphase befinden. So würden Diagnosemöglichkeiten zum Beispiel für die nicht-invasive Messung der Leberfunktions- und Blutvolumenmessung entwickelt oder im therapeutischen Bereich Produkte zur plastischen und kosmetischen Chirurgie sowie zur Tumortherapie. Diese sollten bis 2005 auf den Markt kommen.

Das Unternehmen sei mit sechs Tochtergesellschaften unter anderem international vertreten und verfüge über 115 Patente und Patentanmeldungen. In den USA werde derzeit der Vertrieb aufgebaut. Pulsion habe die PICCO-Technologie an den Weltmarktführer in Patientenüberwachungssystemen Agilent Technologies exklusiv für die weltweite Vermarktung bis 2005 lizenziert und eine strategische Allianz über die Vermarktung der Technologie geschlossen. Das Unternehmen baue das Gerät mit in ihr Patienten-Monitorsystem ein. Den Überwachungsmonitor PICCO stelle Pulsion den Kliniken kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug würden sich diese verpflichten, ausschließlich Verbrauchsmaterialen wie Katheter oder das ICG-PULSION von Pulsion einzusetzen und würden Mindestabnahmemengen vereinbaren. So könne der Börsenkandidat den Umsatz gut kalkulieren.

Pulsion habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 6,37 Millionen Euro umgesetzt und einen Verlust in etwa der gleichen Größenordnung erzielt. So habe das EBIT vor Steuern und Zinsen minus 5,46 Millionen Euro betragen. Gegenüber 1999 entspreche dies einer Umsatzsteigerung von rund vier Millionen Euro um ca. 60 Prozent. Der Jahresfehlbetrag sei von minus 3,20 Millionen auf minus 6,60 Millionen Euro mehr als verdoppelt worden. Ehrgeizig seien die Wachstumspläne für die kommenden Jahre. So strebe der Börsenkandidat für 2001 mehr als eine Verdopplung der Umsatzerlöse auf 14,2 Millionen Euro an. Dabei solle das EBIT bei minus fünf Millionen Euro liegen. Bis 2003 solle der Umsatz auf beachtliche 97 Millionen Euro zulegen. Spätestens dann wolle das Unternehmen mit einem EBIT von 28,5 Millionen Euro die Gewinnzone erreichen.

Mit dem neuen Kapital aus dem Börsengang solle die Internationalisierungsstrategie durch den Ausbau des weltweiten Vertriebs umgesetzt werden. Weiterhin sei die Forcierung der Weiterentwicklung der Produkte geplant. Darüber hinaus sei der Ausbau des Bereiches Forschung und Entwicklung zur Beschleunigung der Markteinführung geplant. Weiter sollten Akquisitionen von Herstellern im Bereich Komplementärprodukte sowie Lieferanten und Vertriebsgesellschaften und die Erhöhung von bestehenden Beteiligungen zum Ausbau der vertikalen und horizontalen Unternehmensdiversifikation finanziert werden. Stille Beteiligungen und Darlehen sollten zurückgezahlt werden.

Schlüssig erscheine die Vertriebsstrategie des Technologieführers. Mit Agilent habe Pulsion einen kompetenten Vertriebspartner gewonnen. Die Vorteile der innovativen Produkte würden für einige Phantasie sorgen, jedoch sei fraglich, wie schnell sich das Klinikpersonal von den herkömmlichen Methoden abbringen lasse und die PICCO-Technologie anwende. Ein weiterer Vorteil neben der geringeren Belastung der Patienten sei auch eine Minimierung der Kosten durch eingesparte Liegezeit für das Gesundheitswesen.

Zu ehrgeizig würden die Wachstumsprognosen für die Zukunft erscheinen. So wolle der Börsenkandidat in den kommenden Jahren jährlich den Umsatz rund 100 Prozent steigern. Ein weiterer Kritikpunkt sei für IPO-Reporter, dass Pulsion noch tief in den roten Zahlen stecke. Man sollte denken, dass die Börsenkandidaten aus den Enttäuschungen der Vergangenheit gelernt hätten und vorsichtiger mit euphorischen Planungen seien. Dies scheine hier jedoch nicht der Fall zu sein. Das Unternehmen müsse erst einmal beweisen, dass die ehrgeizigen Ziele nicht wieder nur leere Versprechungen seien.

Die neuen Produkte in der Pipeline würden genau wie PICCO vielversprechend und innovativ klingen. Zweifelsfrei würden die Markteintrittsbarrieren hoch erscheinen. Jedoch fließe dem Unternehmen durch die Herabsetzung der Bookbuildingspanne von zehn bis 15 Euro auf sieben bis zehn Euro wesentlich weniger Kapital zu. Dies könnte zu einem deutlich langsameren Wachstum führen. Darüber hinaus sei die Bayrische Landesbank durch die Concord Effekten AG im Konsortium sowie der Finanzvorstand ausgewechselt worden.

Trotz der innovativen Produkte und der günstigeren Bewertung raten die Analysten von IPO-Reporter erst einmal von einer Zeichnung der Pulsion-Aktie ab.





 
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