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WKN: A11404 / ISIN: US45170X2053

SCM Microsystems für Antizykliker


04.05.01 00:00
fnet.de Research

Die Experten von fnet.de Research sind der Ansicht, dass sich die Aktien von SCM Microsystems (WKN 909247) nur für Antizykliker mit einem Schuss Spekulantenblut eigenen.

Wenn sich Aktienkurse nach der Anzahl der Verkaufsempfehlungen richten würden, dann würden die Anteilsscheine von SCM Microsystems vermutlich nie wieder auf die Beine kommen. Die Zahl negativer Expertenstimmen, die sich in den vergangenen Monaten zum einstigen Vorzeigeunternehmen des Neuen Marktes geäußert hätten, sei fast schon beängstigend.

Die jüngsten Geschäftszahlen hätten dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Zwar habe der Umsatz im ersten Quartal um 41 Prozent auf 45,1 Millionen US-Dollar gesteigert werden können. Aufgrund von Firmenwertabschreibungen und Sonderaufwendungen sei dabei jedoch ein Nettoverlust von 18,4 Millionen US-Dollar (1,20 US-Dollar je Aktie) ausgewiesen worden. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hätte SCM Microsystems noch einen Gewinn in Höhe von 2,7 Millionen US-Dollar erwirtschaftet.

Im Anschluss an die Meldung sei der Kurs rapide in die Tiefe gestürzt. Eine derart katastrophale Nachrichtenlage mache jeden Antizykliker neugierig. SCM Microsystems habe die Korrektur im High-Tech-Bereich seit März vergangenen Jahres deutlich zu spüren bekommen. Seinerzeit wären bis zu 132 Euro für das Papier bezahlt worden. Mittlerweile hätten die Anteilsscheine weit mehr als 90 Prozent eingebüßt. Bemerkenswert sei, dass die jüngste Erholung im Technologie-Sektor am Aktienkurs spurlos vorüber gegangen sei. Während viele Technologie-Firmen zuletzt trotz schlechter Zahlen hätten zulegen können, sei bei SCM das genaue Gegenteil passiert. Die schwachen Quartalsergebnisse hätten zu einem neuerlichen Einbruch geführt.

Und hier liege auch das eigentliche Problem. Immer wieder in der Vergangenheit hätte die Firma die Anleger mit Zahlen enttäuscht, die schlechter ausgefallen wären, als ursprünglich vorhergesagt. Hinterher sei man dann in Erklärungsnotstände gekommen.

Auch sogenannte Short-Seller hätten dem Aktienkurs in der Vergangenheit in den USA immer wieder heftig zugesetzt. Angesichts der Nachrichtenlage sei es nicht auszuschließen, dass sich diese Anleger, die auf fallende Kurse setzen würden, erneut auf das Unternehmen einschießen könnten.

Fraglich sei, ob die Lage allerdings wirklich so hoffnungslos sei, wie es derzeit den Anschein habe. Jedenfalls steche eine deutliche Unterbewertung ins Auge. Angesichts der hervorragenden Positionierung und der exzellenten Wachstumsaussichten erscheine ein KUV von 0,9 im Branchenvergleich geradezu märchenhaft günstig. Der Buchwert je Aktie liege bei fast 14 US-Dollar und damit rund 30 Prozent über dem derzeitigen Aktienkurs. Auf Basis der Schätzungen für 2002 errechne sich ein KGV von etwa sechs. In den kommenden Jahren würden dem Unternehmen Wachstumsraten von jährlich rund 25 Prozent zugesprochen. Zudem sei SCM Microsystems schuldenfrei und verfüge über einen hohen Cash-Bestand von etwa 4,40 US-Dollar je Aktie.
Erfahrungsgemäß gleiche die Börse derartige Missverhältnisse zwischen fundamentaler Bewertung und Aktienkurs langfristig wieder aus. Allerdings sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Bis es so weit sei, könne es noch eine ganze Weile dauern.

Die künftige Kursentwicklung würde stark davon abhängen, ob es der Mannschaft um Unternehmenslenker Robert Schneider gelinge, die selbst erstellten Prognosen künftig einzuhalten. Wenn sich das Unternehmen hier in mehr Zurückhaltung üben würde, seien deutlich höhere Notierungen wahrscheinlich. Unter fundamentalen Gesichtspunkten sei das Papier ein Schnäppchen. Erfreulich sei auch die Tatsache, dass man Vertuschungen und Skandale, wie sie bei vielen anderen Unternehmen am Neuen Markt an der Tagesordnung seien, bei SCM Microsystems vergeblich suche. Auch die Wachstumsaussichten seien hervorragend. Langfristig sei das Unternehmen in einer guten Ausgangslage, um von der zunehmenden Nachfrage nach Sicherheitslösungen mit Smart-Cards zu profitieren.

Anleger sollten sich allerdings noch so lange zurückhalten, bis die Notierung einen Boden gebildet habe und die Charttechnik grünes Licht gebe.




 
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