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Fr, 17. April 2026, 13:24 Uhr

Schweizer Wirtschaftszahlen positiv


28.12.05 14:59
Bank Julius Bär

Die jüngsten Schweizer Wirtschaftszahlen haben positiv überrascht, sogar mehr als in anderen OECD-Ländern, berichten die Analysten der Bank Julius Bär.

Zudem sei der zyklische Aufschwung in der Schweiz ausgeprägter als in Deutschland, obwohl der deutsche Wachstumszyklus normalerweise in enger Beziehung mit dem schweizerischen stehe. Dank der Aufwärtsrevision des BIP-Wachstums im 1. Halbjahr 2005 und stark steigender Frühindikatoren (wie dem KOF-Konjunkturbarometer und dem Einkaufsmanager-Index des verarbeitenden Gewerbes) sehe der Ausblick auf die erste Hälfte des neuen Jahres deutlich positiver aus. Die Unternehmen würden diesen exportgetriebenen Aufschwung anführen, welcher sich jedoch nur langsam auf den Privatkonsum auswirke.

Die neue Prognose der Analysten der Bank Julius Bär für die Schweiz zeige eine beträchtliche Aufwärtsrevision des durchschnittlichen realen BIP-Wachstums. Die Prognose für 2005 laute neu +1,9% (vorher +1,1%) und die für 2006 +2,1% (vorher +1,4%). Die Korrektur scheine auf den ersten Blick enorm, jedoch sei sie großenteils bedingt durch die offizielle Aufwärtsrevision des Wachstums im 1. Halbjahr 2005 sowie das äußerst positive 3. Quartal. Der Jahresdurchschnitt werde durch den statistischen Effekt des deutlichen Anstiegs im 2. Halbjahr 2005 nach oben gedrückt.

Im Detail gründe die Revision der Analysten für 2005 und 2006 auf optimistischeren Erwartungen bezüglich des Konsums und weiterhin dynamischen Exporten. Der Bausektor, der sich im 1. Halbjahr 2005 äußerst robust entwickle, werde wohl an Dynamik verlieren. Die Investitionen in Sachanlagen dürften hingegen weiter steigen, nicht zuletzt dank des starken Exportzyklus und des Drucks auf die Unternehmen, ihre Produktivität weiter zu steigern.

Im Quartalsvergleich werde das reale BIP-Wachstum vom 2. Halbjahr 2006 an bis ins 1. Semester 2007 hinein abflauen, da der Ölpreis auf einem Niveau von USD 60 pro Barrel verharren dürfte und sich der CHF im Laufe von 2006 gegenüber dem EUR - und später auch dem USD - aufwerten werde. Hinzukomme, dass sich die Wachstumsdynamik in der Eurozone infolge des höheren Zinsniveaus ab 2006 verlangsamen sollte. In Deutschland werde die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um +3 Prozentpunkte die Wirtschaft ab 2007 bremsen, was auch das BIP-Wachstum der Schweiz beeinträchtigen werde. Laut den Prognosen der Analysten der Bank Julius Bär sollte das Wachstum 2007 auf +1,3% sinken.

Trotz des bemerkenswerten Anstiegs der realen Nachfrage sei der inflationäre Druck unter Kontrolle. Dies sei eine Folge der schleppenden Arbeitsmarktentwicklung, die eine inflationäre Lohnkosten- und Lohnstückkostenspirale gar nicht erst aufkommen lasse.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB), deren neues Wirtschaftsszenario sich mit dem der Analysten praktisch decke, könne Zinserhöhungen also in Ruhe angehen. Am 15. Dezember habe die SNB die Normalisierung der Geldpolitik wieder aufgenommen. Sie habe das Zielband für den Dreimonats-Libor um +0,25 Prozentpunkte von 0,5% bis 1,5% erhöht und den Leitzins auf 1% angehoben. Die SNB habe die Normalisierung vor einem Jahr unterbrochen, als der USD auf den tiefsten Stand seit 1995 gefallen sei und das BIP-Wachstum stagniert habe. Die Analysten der Bank Julis Bär würden davon ausgehen, dass die Notenbank die Zinsen am 16. März in ähnlichem Ausmaß erhöhen werde.





 
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