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So, 19. April 2026, 7:47 Uhr

Seifenoper in der Softwarebranche


03.07.03 14:58
BoersenMan.de

In der Softwarebranche spielt sich derzeit eine mittelprächtige Seifenoper ab, berichten die Wertpapierexperten von "BörsenMan.de".

Und wie es sich für eine Seifenoper gehöre, würden sich die Darsteller etwas laienhaft verhalten. Das Publikum sei jedoch eher irritiert als amüsiert. Aber der Reihe nach. Im Markt der Hersteller von Betriebssoftware gebe es einige, wenige Brachengrößen. Allen voran natürlich SAP. Dann gebe es da noch Oracle, PeopleSoft und Siebel und einige kleinere Spezialanbieter.

Vor kurzem habe sich PeopleSoft entschieden, den kleineren Konkurrenten J.D. Edwards zu übernehmen. Kurz darauf habe Oracle verkündet, PeopleSoft kaufen zu wollen und habe ein 6,3 Milliarden Dollar schweres Angebot an die PeopleSoft Aktionäre gemacht. Diesen Übernahmeversuch wiederum finde der PeopleSoft-Vorstand unanständig und wehre sich nach Kräften.

Das Ganze eskaliere und man werfe sich inzwischen gegenseitig schmutzige Tricks und unlautere Finten vor. Nachdem gestern PeopleSoft seine besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen vorgelegt habe, habe Oracle den Konkurrenten beschuldigt, diese Zahlen geschönt zu haben um so die Übernahme zu verhindern.

PeopleSoft wiederum beschuldige Oracle, die Kundschaft zu vertreiben, da die sich nicht mehr sicher sein könnte, ob die derzeit verkauften Produkte auch nach einer Übernahme noch betreut würden. Zudem sei mit heftigem Widerstand der Kartellbehörden zu rechnen. Und wie so häufig: wenn zwei sich streiten, freue sich der Dritte, also SAP.

Das Walldorfer Unternehmen solle bereits eine Service-Hotline für verunsicherte Kunden der Konkurrenz eingerichtet haben. Dennoch verliere die SAP-Aktie heute ein halbes Prozent. So auch Oracle während PeopleSoft leichte Gewinne habe verbuchen können.