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Sky Deutschland

WKN: SKYD00 / ISIN: DE000SKYD000

Sky Deutschland kann weiter keine schwarzen Zahlen erwirtschaften


04.02.11 11:23
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten vom "Geldanlage-Report" eignet sich die Aktie von Sky Deutschland nur für sehr risikobereite Anleger.

Sky Deutschland, ehemals Premiere, sei bisher für Anleger ein Fass ohne Boden gewesen. Mehr als fünf Jahre nach dem Börsengang und einige Kapitalerhöhungen später gelinge es dem Unternehmen immer noch nicht, unter dem Strich schwarze Zahlen zu erwirtschaften. Der Kurs sei seither von über 30 Euro auf aktuell 2,89 Euro gesunken.

Zwischenzeitlich sei die Aktie sogar in den Pennystock-Bereich abgestürzt. Das historische Tief sei im Oktober bei 0,81 Euro erreicht worden. Seither habe sich die Aktie aber in gut drei Monaten wieder mehr als verdreifacht. Komme es nun zum nachhaltigen Comeback?

Erste Anleger würden die Story bei Sky Deutschland bereits mit dem Turnaround bei ProSiebenSat.1 Media (ISIN DE0007771172 / WKN 777117) vergleichen. Auch die Aktie der Fernsehsenderkette sei von über 30 Euro in der Spitze auf ein Allzeittief von 0,90 Euro gefallen - und notiere aktuell bereits wieder über 20 Euro. Wer beim ProSiebenSat.1 Media-Turnaround nicht mit dabei gewesen sei, könnte nun Angst bekommen die nächste Vervielfacher-Chance zu verpassen.

Was viele dabei vergessen würden: Bereits beim aktuellen Kurs liege die Marktkapitalisierung von Sky Deutschland bei 2,0 Milliarden Euro und damit nur rund 20 Prozent unterhalb der Bewertung von ProSiebenSat.1 Media. Ein Kursanstieg in die Regionen des Free-TV-Anbieters würde daher eine Börsenbewertung von 18 bis 20 Milliarden Euro bedeuten, was vollkommen utopisch sei.

Natürlich würden die steigenden Abonnentenzahlen hoffen lassen und so etwas wie eine Trendwende bedeuten. Ob jedoch ein verbessertes Verbraucherumfeld sowie neue Service-Angebote wie HDTV und 3D-Technologie, die BofA Merrill Lynch als Gründe für den Umschwung anführen würden, tatsächlich nachhaltig seien, sei noch längst nicht ausgemachte Sache.

Auch das Jahr 2011 werde noch tiefrot bei der ehemaligen Premiere AG ausfallen und in 2012 strebe eine schwarze Null an, was vor dem Hintergrund der in der Vergangenheit selten eingehaltenen Prognosen ebenfalls mit einer Portion Skepsis zur Kenntnis genommen werden müsse.

Warum habe sich die Aktie dann aber tatsächlich innerhalb weniger Monate verdreifacht? Wegen gerade einmal 45.000 Netto-Neukunden im dritten Quartal? Auf den ersten Blick scheine das komplett überzogen, doch die Sache müsse differenzierter betrachtet werden.

Bereits relativ wenige zusätzliche Kunden würden zu einem enormen Ertragshebel führen. Die Sky Deutschland-Aktie könnte man deshalb fast als eine Art Optionsschein bezeichnen.

Der Basispreis bilde dabei eine Abonnentenzahl von 3 Millionen Euro. Bei dieser Marke würde Sky Deutschland den Break Even erreichen. In den vergangenen vier Jahren habe die Abonnentenzahl bei rund 2,5 Millionen Zuschauern stagniert. Alleine im September seien nun aber 25.000 neue Abonnenten hinzugekommen.

Könne das Unternehmen dieses Wachstumstempo halten, hätte man im September 2011 bereits 2,8 Millionen Kunden.

Die Analysten würden ihre Kursziele bei Premiere auf Basis zukünftiger, abdiskontierter Cash-Flows ermitteln. Die UBS beispielsweise kalkuliere dabei für 2015 mit einer Abonnentenzahl von 3,7 Millionen. Obwohl in dieser Rechnung 2011 und 2012 mit Verlusten von 0,19 bzw. 0,32 Euro je Aktie noch defizitär wären, kämen die Schweizer nun auf ein Kursziel von 3,00 Euro. Das liege daran, dass gegebenenfalls in den Jahren 2013 bis 2015 jede Menge Cash in die Kassen von Premiere fließen würde. Die Erhöhung der prognostizierten Abonnentenzahl von 3,4 auf 3,7 Millionen Euro würde also für eine Erhöhung des Kursziels um 50 Prozent (zuvor 2,00 Euro) reichen.

In einem sehr positiven Szenario mit einer Abonnentenzahl von 4,2 Millionen in 2015, komme die UBS sogar auf ein Kursziel von 5,00 Euro. Das zeige wie eng bei Sky Deutschland Erfolg und Misserfolg beieinander lägen.

Anleger müssten dabei allerdings berücksichtigen, dass die Kursziele der Analysten auf Sicht von zwölf Monaten gelten würden und selbst eine Abonnentenzahl von 3,7 Millionen scheine aus Sicht der Experten zum jetzigen Zeitpunkt eine ambitionierte Prognose.

Dafür müsste die vom australischen Großaktionär News Corp. (ISIN US65248E2037 / WKN A0DLJS) (Rubert Murdoch) "gesponsorte" Firma das Rekord-Wachstum vom dritten Quartal nicht nur beibehalten sondern sogar steigern. Selbst wenn in den kommenden vier Jahren netto jedes Jahr 200.000 neue Abonnenten hinzukämen, und damit noch etwas mehr als die zuletzt erzielten 45.000 je Quartal, läge der Bezahlsender nur bei 3,6 Millionen Zahlungswilligen.

Könne Sky Deutschland wirklich so viele neue Abonnenten mobilisieren? Selbst wenn das der Fall sein sollte, so habe die Aktie bereits jetzt das in dem Falle anvisierte Kursziel der UBS erreicht. Die weitere Kursfantasie scheine also sehr begrenzt. Aktionäre sollten zumindest die weitere Entwicklung der Kundenzahl sehr genau beobachten.

Die Sky Deutschland-Aktie ist nur für sehr risikobereite Anleger geeignet, so die Experten vom "Geldanlage-Report". Selbst wenn das aktuelle Wachstumstempo beibehalten werde, scheine das Kurspotenzial für die Aktie ausgereizt. Nur im Falle einer exponenziellen Steigerung der Abonnentenzahl in den kommenden Jahren seien deutlich höhere Kurse drin. Ein Katalysator für eine solche Entwicklung scheine jedoch nicht so recht in Sicht. (Analyse vom 04.02.2011) (04.02.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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