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Sa, 18. April 2026, 9:59 Uhr

Telekom.-Sektor übergewichten


10.12.04 13:39
Stadtsparkasse Köln

Als Folge ehrgeiziger Globalisierungspläne, dem extensiven Ausbau der Netze und teuer ersteigerter Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration (UMTS) hatten die europäischen Telekomkonzerne enorme Schuldenberge aufgehäuft, so die Analysten der Stadtsparkasse Köln.

Die Verschuldungsfrage habe daher lange Zeit im Fokus der Anleger gestanden. Den größten strukturellen Problemen seien die meisten europäischen Telekommunikationsunternehmen durch einen zum Teil deutlichen Abbau der Verschuldung, Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramme, Verkäufe von Beteiligungen und Nicht-Kerngeschäftsbereichen sowie Bilanzbereinigungen begegnet.

Nun richte sich die Aufmerksamkeit auf die sinnvolle Verwendung der wieder stabilen bzw. steigenden und im Branchenvergleich hohen Cashflows. So hätten mehrere Telekomkonzerne die Wiederaufnahme bzw. Erhöhung von Dividendenzahlungen angekündigt. Auch Aktienrückkaufprogramme stünden auf der Agenda. Die Investitionsvolumina nähmen wieder moderat zu.

Insgesamt zeichne sich die Branche mittlerweile weniger durch überproportionale "Wachstumsstories" sondern durch stabile Wachstumserwartungen im einstelligen Prozentbereich aus. Der defensive Charakter der Branche verstärke sich. Wachstumstreiber bleibe der Mobilfunk, weshalb integrierte Anbieter bzw. reine Mobilfunkkonzerne zu bevorzugen seien. Insbesondere in den Wachstumsmärkten wie Lateinamerika, Russland und China würden sich nach wie vor beträchtliche Potenziale erschließen.

Auch hier werde sich das Wachstum aber verlangsamen. Hinsichtlich der Steigerung der Datenumsätze komme den neuen UMTS-Diensten eine zentrale Bedeutung zu, wobei deren Akzeptanz noch offen sei. Es bestehe unverändert das Risiko eines deutlichen Angebotsüberhangs aufgrund von Platzierungen von Staatsanteilen. Wenn der Abbau der Staatsanteile auch mittelfristig positiv zu beurteilen sei, so belaste er jedoch in der Regel zunächst die Aktienkurse. Die operativen Ergebnisse und Cashflows der Telekomkonzerne sollten sich weiter verbessern. Zum Teil überdurchschnittlich hohe Dividendenrenditen sowie Aktienrückkäufe auf der einen Seite und eine insbesondere im historischen Vergleich günstige Bewertung auf der anderen Seite würden Telekomwerte weiterhin attraktiv erscheinen lassen.