Teleplan halten
20.08.02 09:13
Consors Capital
Natalia Lenz, Analystin von Consors Capital, rät die Aktie von Teleplan (WKN 916980) nach wie vor zu halten.
Teleplan operiere als Anbieter von Komplettservicelösungen auf dem Kundendienstmarkt für Konsumelektronik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Das Unternehmen biete seinen Kunden komplexe Dienstleistungen wie z.B. Reverse-Logistik- und Call-Center-Management, Lagermanagement sowie Reparaturservice und ein komplettes Outsourcing der Garantieabwicklung. Die Dienstleistungen könnten hierbei für eine Vielzahl von Produkten wie z.B. Monitore, Drucker, Speichersysteme, Spielekonsolen, Mobiltelefone u.a. erbracht werden.
In den o.g. Kernbranchen betreibe Teleplan sowohl das Garantie- als auch das Reparaturgeschäft, der Großteil der Umsätze habe jedoch in der Vergangenheit mit ersterem erzielt werden können. Hier würden große PC-Hersteller wie IBM, Compaq und Deli, Konsumelektronikhersteller wie Philips und Sharp sowie Mobilfunkhersteller wie Nokia und Motorola zu den Kunden des Unternehmens zählen. Beispielhaft möchten die Analysten von Consors Capital hier den Garantieabwicklungsvertrag für Spielekonsolen von Microsoft in Europa nennen.
Von der aktuell mäßigen Entwicklung des IT- und Kommunikationstechnologiemarktes sei auch Teleplan nicht verschont geblieben. Das Unternehmen habe nur Dank zweier größerer Akquisitionen knapp die Ziele für das Jahr 2001 erreicht und habe am 1. August eine Umsatz- und Gewinnwarnung für das aktuelle Geschäftsjahr aussprechen müssen. Während im ersten Quartal 2002 noch deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen (allerdings nicht akquisitionsbereinigt) hätten erzielt werden können, hätten die Zahlen des zweiten Quartals mit Ausnahme der Umsatzerlöse allesamt unter den Vorjahreswerten gelegen.
Der Steigerung der Umsatzerlöse von 20,2% (125,95 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 104,76 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) bzw. pass through bereinigt von 27,8% (68,37 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 53,49 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) hätten um 49,7% gestiegene Personalaufwendungen (36,84 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 24,61 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) und um 31,9% gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen (10,50 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 7,96 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) gegenüber gestanden, so dass das EBITDA mit Euro 10,32 Mio. knapp unter dem Vorjahreswert (10,64 Mio. Euro) gelegen habe.
Aufgrund der v.a. als Folge der letzten Akquisitionen deutlich gestiegenen Zinsbelastungen und höheren Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände seien dagegen das EBIT und das Vorsteuerergebnis mit 5,86 Mio. Euro bzw. 4,54 Mio. Euro deutlich niedriger als die Vorjahreswerte von 6,98 Mio. Euro bzw. 6,16 Mio. Euro ausgefallen. Der Konzerngewinn sei um 24,4% auf 3,30 Mio. Euro zurückgegangen.
Das EPS habe 0,14 Euro für das zweite Quartal sowie 0,31 Euro für das Halbjahr betragen. Auf die Verschlechterung der Unternehmenssituation habe Teleplan mit einem Restrukturierungsprogramm reagiert, das zum Abbau von knapp 200 Arbeitsplätzen (ca. 4%) im 2. Quartal geführt habe. Mit der am 1. August bekannt gegebenen Akquisition in Frankreich seien allerdings zusätzliche 600 Mitarbeiter in den Konzern gekommen. So dass den Analysten die aktuelle Arbeitnehmerzahl (ca. 5.600) für das zu erwartende Umsatzniveau immer noch als zu hoch erscheine.
Als einen besonders kritischen Punkt der aktuellen Unternehmenssituation sehe man die Entwicklung des Cash Flows an. Teleplan habe zum Ende des ersten Halbjahres einen negativen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 22 Mio. Euro ausgewiesen. Obwohl dies z.T. durch eine erst jetzt fällige Kaufpreiszahlung aus 2001 erklärt werden könne, würden auch die Verschlechterungen einiger Working Capital Positionen (z.B. Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei unveränderten Forderungen) eine Rolle spielen.
Betrachte man den Free Cash Flow des Unternehmens, so würden die Bedenken noch deutlicher. Dieser sei seit der Börseneinführung (also das vierte Jahr in Folge) negativ. Auch für das aktuelle Jahr rechnen die Analysten von Consors Capital nicht mit einer deutlichen Verbesserung. Aufgrund der beschränkten externen Finanzierungsmöglichkeiten halte man zur weiteren Umsetzung der Unternehmensstrategie einen strikten Fokus auf das Working-Capital-Management zum Zweck der Erzielung positiver operativer Cash Flows für unbedingt erforderlich. Allerdings werde bislang noch kein ausreichendes Commitment des Managements ggü. diesem Ziel gesehen.
Für das Erreichen des von den Analysten berechneten Unternehmenswertes von 7,64 Euro bedürfe es der Fokussierung auf das Working-Capital-Management und der Generierung von Free Cash Flow sowie der nachhaltigen, langfristigen Verringerung des Finanzierungsdefizits.
Angesichts der eher verhaltenen Geschäftsperspektiven in der näheren Zukunft, der nach Erachten der Analysten von Consors Capital noch notwendigen Anpassung der Unternehmensstrukturen auf veränderte Rahmenbedingungen und einer sehr kritischen Cash Flow-Entwicklung wird die Teleplan-Aktie, trotz des optisch niedrigen KGVs, nur mit "halten" bewertet. Bis zur Behebung der Kritikpunkte sehe man aus Chancen/Risiken-Gesichtspunkten keinen Anlass zur Ratingänderung.
Teleplan operiere als Anbieter von Komplettservicelösungen auf dem Kundendienstmarkt für Konsumelektronik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Das Unternehmen biete seinen Kunden komplexe Dienstleistungen wie z.B. Reverse-Logistik- und Call-Center-Management, Lagermanagement sowie Reparaturservice und ein komplettes Outsourcing der Garantieabwicklung. Die Dienstleistungen könnten hierbei für eine Vielzahl von Produkten wie z.B. Monitore, Drucker, Speichersysteme, Spielekonsolen, Mobiltelefone u.a. erbracht werden.
In den o.g. Kernbranchen betreibe Teleplan sowohl das Garantie- als auch das Reparaturgeschäft, der Großteil der Umsätze habe jedoch in der Vergangenheit mit ersterem erzielt werden können. Hier würden große PC-Hersteller wie IBM, Compaq und Deli, Konsumelektronikhersteller wie Philips und Sharp sowie Mobilfunkhersteller wie Nokia und Motorola zu den Kunden des Unternehmens zählen. Beispielhaft möchten die Analysten von Consors Capital hier den Garantieabwicklungsvertrag für Spielekonsolen von Microsoft in Europa nennen.
Von der aktuell mäßigen Entwicklung des IT- und Kommunikationstechnologiemarktes sei auch Teleplan nicht verschont geblieben. Das Unternehmen habe nur Dank zweier größerer Akquisitionen knapp die Ziele für das Jahr 2001 erreicht und habe am 1. August eine Umsatz- und Gewinnwarnung für das aktuelle Geschäftsjahr aussprechen müssen. Während im ersten Quartal 2002 noch deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen (allerdings nicht akquisitionsbereinigt) hätten erzielt werden können, hätten die Zahlen des zweiten Quartals mit Ausnahme der Umsatzerlöse allesamt unter den Vorjahreswerten gelegen.
Der Steigerung der Umsatzerlöse von 20,2% (125,95 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 104,76 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) bzw. pass through bereinigt von 27,8% (68,37 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 53,49 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) hätten um 49,7% gestiegene Personalaufwendungen (36,84 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 24,61 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) und um 31,9% gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen (10,50 Mio. Euro im 2. Quartal 2002 vs. 7,96 Mio. Euro im 2. Quartal 2001) gegenüber gestanden, so dass das EBITDA mit Euro 10,32 Mio. knapp unter dem Vorjahreswert (10,64 Mio. Euro) gelegen habe.
Das EPS habe 0,14 Euro für das zweite Quartal sowie 0,31 Euro für das Halbjahr betragen. Auf die Verschlechterung der Unternehmenssituation habe Teleplan mit einem Restrukturierungsprogramm reagiert, das zum Abbau von knapp 200 Arbeitsplätzen (ca. 4%) im 2. Quartal geführt habe. Mit der am 1. August bekannt gegebenen Akquisition in Frankreich seien allerdings zusätzliche 600 Mitarbeiter in den Konzern gekommen. So dass den Analysten die aktuelle Arbeitnehmerzahl (ca. 5.600) für das zu erwartende Umsatzniveau immer noch als zu hoch erscheine.
Als einen besonders kritischen Punkt der aktuellen Unternehmenssituation sehe man die Entwicklung des Cash Flows an. Teleplan habe zum Ende des ersten Halbjahres einen negativen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von 22 Mio. Euro ausgewiesen. Obwohl dies z.T. durch eine erst jetzt fällige Kaufpreiszahlung aus 2001 erklärt werden könne, würden auch die Verschlechterungen einiger Working Capital Positionen (z.B. Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei unveränderten Forderungen) eine Rolle spielen.
Betrachte man den Free Cash Flow des Unternehmens, so würden die Bedenken noch deutlicher. Dieser sei seit der Börseneinführung (also das vierte Jahr in Folge) negativ. Auch für das aktuelle Jahr rechnen die Analysten von Consors Capital nicht mit einer deutlichen Verbesserung. Aufgrund der beschränkten externen Finanzierungsmöglichkeiten halte man zur weiteren Umsetzung der Unternehmensstrategie einen strikten Fokus auf das Working-Capital-Management zum Zweck der Erzielung positiver operativer Cash Flows für unbedingt erforderlich. Allerdings werde bislang noch kein ausreichendes Commitment des Managements ggü. diesem Ziel gesehen.
Für das Erreichen des von den Analysten berechneten Unternehmenswertes von 7,64 Euro bedürfe es der Fokussierung auf das Working-Capital-Management und der Generierung von Free Cash Flow sowie der nachhaltigen, langfristigen Verringerung des Finanzierungsdefizits.
Angesichts der eher verhaltenen Geschäftsperspektiven in der näheren Zukunft, der nach Erachten der Analysten von Consors Capital noch notwendigen Anpassung der Unternehmensstrukturen auf veränderte Rahmenbedingungen und einer sehr kritischen Cash Flow-Entwicklung wird die Teleplan-Aktie, trotz des optisch niedrigen KGVs, nur mit "halten" bewertet. Bis zur Behebung der Kritikpunkte sehe man aus Chancen/Risiken-Gesichtspunkten keinen Anlass zur Ratingänderung.
14.03.11
, Warburg Research
Teleplan International Sonderausschüttung von EUR [...]Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Warburg Research, Andreas Wolf, stuft die Teleplan International-Aktie ...
11.01.11
, Warburg Research
Teleplan International Annahmefrist hat begonnenHamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Warburg Research, Andreas Wolf, stuft die Teleplan International-Aktie ...
13.12.10
, Hot Stocks Europe
Teleplan Finanzinvestor unterbreitet Übernahmeangeb [...]Endingen (aktiencheck.de AG) - Laut den Experten von "Hot Stocks Europe" können Anleger bei der Aktie von Teleplan ...
