USA: Belebung der Wirtschaft erwartet
04.12.12 10:22
Bank Sarasin & Cie AG
Zürich (www.aktiencheck.de) - Kaum ist die US-Präsidentschaftswahl vorbei, richtet sich der Blick auf die Fiskalklippe, so Dr. Alessandro Bee, Ökonom bei der Bank Sarasin & Cie AG.
Ende 2012 würden zahlreiche Steuervergünstigungen und Sozialprogramme auslaufen, gleichzeitig würden empfindliche Ausgabenkürzungen in Kraft treten. Zusammen betrage die potenzielle Mehrbelastung für US-Haushalte und Unternehmen 650 Mia. US-Dollar. Falls die Politik nicht eingreife, würde das zu einer Verlangsamung von bis zu 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts führen.
Die Fiskalklippe bedrohe die US-Wirtschaft jedoch nicht nur durch Mehrbelastungen, sondern auch durch die damit einhergehende Unsicherheit. Ben Bernanke, Vorsitzender der US-Notenbank (FED), habe kürzlich darauf hingewiesen, dass die Politik-Unsicherheit um die Fiskalklippe bereits heute die Investitionstätigkeit in den USA beeinträchtige.
Das Seilziehen zwischen Republikanern und Demokraten, wer wie viel an Abstrichen hinnehmen müsse, um die Fiskalklippe zu vermeiden, sei derzeit im vollen Gange. Der Ausgang dieses Seilziehens sei noch völlig offen, zwei Szenarien halte die Bank Sarasin aber für wahrscheinlich: In einem ersten Szenario würden Republikaner und Demokraten einen großen Teil der Sparmaßnahmen aufschieben. In diesem Szenario würden sich die Sparbemühungen von den ursprünglichen 4,5 Prozent auf noch 1,5 Prozent reduzieren.
Die zwei Parteien könnten sich aber darüber hinausgehend nicht einigen, einen gemeinsamen langfristigen Weg zur Stabilisierung der US-Fiskalpolitik zu beschreiten. Die Politikunsicherheit dürfte daher weiterhin hoch bleiben und damit den Unternehmen keinen Anreiz geben, aufgeschobene Investitionen im ersten Halbjahr 2013 doch noch zu realisieren.
Auch im zweiten Szenario würden die zwei Parteien einen Großteil der Sparmaßnahmen verschieben. Im Gegensatz zum ersten Szenario würden sie sich jedoch verpflichten, die Gespräche über die langfristige Finanzierung des US-Staates weiterzuverfolgen. Auch in diesem Szenario dürften die Sparbemühungen auf das Wachstum drücken. Jedoch könnten diese negativen Impulse kompensiert werden.
Gemeinsame Leitlinien über die künftige US-Finanzpolitik dürften die Unternehmen ermutigen wieder zu investieren und könnten so der US-Konjunktur zu einer Beschleunigung in der ersten Hälfte 2013 verhelfen. Für das zweite, optimistischere Szenario spreche, dass Ben Bernanke wiederholt betont habe, die Politiker beider Parteien in die Pflicht nehmen zu wollen.
Ebenso bekräftige Bernanke, dass die FED ihren Teil zur Erholung beitragen möchte. In einem ersten Schritt werde die FED darum bemüht sein, die durch die Fiskalklippe entstehende Unsicherheit einzudämmen. Möglicherweise werde sie bereits an der nächsten Sitzung das QE3-Programm aufstocken und die Geldpolitik auch im nächsten Jahr äußerst akkommodativ gestalten, was der US-Wirtschaft Auftrieb verleihe. (04.12.2012/ac/a/m)
Ende 2012 würden zahlreiche Steuervergünstigungen und Sozialprogramme auslaufen, gleichzeitig würden empfindliche Ausgabenkürzungen in Kraft treten. Zusammen betrage die potenzielle Mehrbelastung für US-Haushalte und Unternehmen 650 Mia. US-Dollar. Falls die Politik nicht eingreife, würde das zu einer Verlangsamung von bis zu 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts führen.
Die Fiskalklippe bedrohe die US-Wirtschaft jedoch nicht nur durch Mehrbelastungen, sondern auch durch die damit einhergehende Unsicherheit. Ben Bernanke, Vorsitzender der US-Notenbank (FED), habe kürzlich darauf hingewiesen, dass die Politik-Unsicherheit um die Fiskalklippe bereits heute die Investitionstätigkeit in den USA beeinträchtige.
Die zwei Parteien könnten sich aber darüber hinausgehend nicht einigen, einen gemeinsamen langfristigen Weg zur Stabilisierung der US-Fiskalpolitik zu beschreiten. Die Politikunsicherheit dürfte daher weiterhin hoch bleiben und damit den Unternehmen keinen Anreiz geben, aufgeschobene Investitionen im ersten Halbjahr 2013 doch noch zu realisieren.
Auch im zweiten Szenario würden die zwei Parteien einen Großteil der Sparmaßnahmen verschieben. Im Gegensatz zum ersten Szenario würden sie sich jedoch verpflichten, die Gespräche über die langfristige Finanzierung des US-Staates weiterzuverfolgen. Auch in diesem Szenario dürften die Sparbemühungen auf das Wachstum drücken. Jedoch könnten diese negativen Impulse kompensiert werden.
Gemeinsame Leitlinien über die künftige US-Finanzpolitik dürften die Unternehmen ermutigen wieder zu investieren und könnten so der US-Konjunktur zu einer Beschleunigung in der ersten Hälfte 2013 verhelfen. Für das zweite, optimistischere Szenario spreche, dass Ben Bernanke wiederholt betont habe, die Politiker beider Parteien in die Pflicht nehmen zu wollen.
Ebenso bekräftige Bernanke, dass die FED ihren Teil zur Erholung beitragen möchte. In einem ersten Schritt werde die FED darum bemüht sein, die durch die Fiskalklippe entstehende Unsicherheit einzudämmen. Möglicherweise werde sie bereits an der nächsten Sitzung das QE3-Programm aufstocken und die Geldpolitik auch im nächsten Jahr äußerst akkommodativ gestalten, was der US-Wirtschaft Auftrieb verleihe. (04.12.2012/ac/a/m)
