USA Zinsanhebung um 0,25%
27.09.04 10:04
iWatch
Alan Greenspan hat den US-Leitzins um 25 Basispunkte, also 0,25% auf 1,75% angehoben, berichten die Experten von "iWatch".
Nachdem in den letzten Wochen erste Zweifel an der Nachhaltigkeit des US-Aufschwungs aufgekommen seien, habe man einen weiteren Zinsschritt für gewagt gehalten. Alan Greenspan habe den Spagat geschafft. Mit der Zinsanhebung und gleichzeitig der Aussage, dass seiner Ansicht nach die aktuelle Konjunkturschwäche nur vorübergehender Natur sei, er aber weitere Zinsanhebungen von der künftigen konjunkturellen Entwicklung abhängig mache, habe er fast alle Finanzmarktteilnehmer zufrieden gestellt.
Denn, steigende Zinsen würden höhere Investitionskosten für Unternehmen und damit eine abnehmende Investitionstätigkeit bedeuten. Der Konjunktur würden hohe Zinsen also nicht gut tun. Niedrige Zinsen bedeute jedoch eine eventuell zu große Investitionstätigkeit, da die Finanzierung von Investitionsvorhaben zu billig sei. Dies führe zu einer Ausweitung der Geldmenge, Inflation sei die Folge.
Der US-Leitzins sei mit 1,75% noch immer sehr niedrig. Die Gefahr eines Abtötens des konjunkturellen Aufschwungs sähen die Experten nicht, wenn der Zins von 1,5% auf 1,75% angehoben werde. Die Wirkung sei vielmehr psychologisch: Finanzmarktteilnehmer würden eifrig darüber spekulieren, wie hoch Sir Alan den Zins in den nächsten Monaten noch schrauben werde, und wie schnell er dies tue.
Die Ängste derjenigen, die eine Inflation befürchten, habe der Alte beruhigt, indem er den Zins ein wenig angehoben habe. Die Ängste derjenigen, die eine Konjunkturverlangsamung befürchten würden, habe er mit den Worten beruhigt, dass er weiterhin eine stabile Konjunkturentwicklung sehe.
Da würden sich die Experten fragen, ob die Konjunktur nun stabil sei, so dass der US-Leitzins in den nächsten zwölf Monaten auf ein angemessenes Niveau von vielleicht 3% angehoben werden könne, oder ob der Zins bei etwa 2% bis ins nächste Jahr hinein bleibe, um die Konjunktur anzukurbeln.
Die Experten würden fürchten, Greenspan sitze hier tatsächlich in der Zwickmühle: Die Konjunktur benötige noch den niedrigen Zins, denn trotz des historisch niedrigen Zinses könne man nicht von einer gesundeten US-Wirtschaft sprechen. Vielmehr sei die Liquiditätsspritze für konsumtive Ausgaben verwendet worden sowie zur Bereinigung der Bilanzen. Investiert worden sei nur wenig. Finanziert worden sei dieser Konsum mit billigen Krediten, die, bei flexibler Zinsvereinbarung in den kommenden Monaten entsprechend der Zinsentwicklung teurer würden.
Noch immer geistere der Vergleich der USA mit Japan von 1990 herum: Was in Japan seit 1990 geschehen sei, werde nun mit einer Verzögerung von 10 Jahren in den USA geschehen, so die Vertreter dieser These. Schaue man sich die Börsenentwicklung an, so entdecke man auch viele Parallelitäten.
Der maßgebliche Unterschied zwischen Japan und den USA sei jedoch nach Einschätzung der Experten der Immobilienmarkt. In Japan habe es parallel zur Aktienhausse auch eine Immobilienhausse gegeben. Davon sei in den USA noch nicht viel in Sicht. Immobilien in den USA seien in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 3% p.a. gestiegen. Das sehe nicht nach einer Blase aus! Okay, in den letzten 4 Jahren habe sich das Wachstum beschleunigt, aber wer die Internetblase von 1999/2000 miterlebt habe, der wisse, dass die Immobilienblase in den USA noch in den Kinderschuhen stecke.
Mit anderen Worten: Solange das Zinsniveau in den USA niedrig sei, würden die Immobilienpreise in den USA noch kräftig weiter steigen. Ein plötzliches Zerplatzen der "Immobilienblase" drohe nur, wenn der US-Leitzins überraschend schnell und mehrfach hintereinander angehoben werde. Sofern die Zinsanhebungen so berechenbar und langsam seien wie bisher, solange sei nach Einschätzung der Experten kein Zerplatzen der Immobilienblase zu befürchten.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Nachdem in den letzten Wochen erste Zweifel an der Nachhaltigkeit des US-Aufschwungs aufgekommen seien, habe man einen weiteren Zinsschritt für gewagt gehalten. Alan Greenspan habe den Spagat geschafft. Mit der Zinsanhebung und gleichzeitig der Aussage, dass seiner Ansicht nach die aktuelle Konjunkturschwäche nur vorübergehender Natur sei, er aber weitere Zinsanhebungen von der künftigen konjunkturellen Entwicklung abhängig mache, habe er fast alle Finanzmarktteilnehmer zufrieden gestellt.
Denn, steigende Zinsen würden höhere Investitionskosten für Unternehmen und damit eine abnehmende Investitionstätigkeit bedeuten. Der Konjunktur würden hohe Zinsen also nicht gut tun. Niedrige Zinsen bedeute jedoch eine eventuell zu große Investitionstätigkeit, da die Finanzierung von Investitionsvorhaben zu billig sei. Dies führe zu einer Ausweitung der Geldmenge, Inflation sei die Folge.
Der US-Leitzins sei mit 1,75% noch immer sehr niedrig. Die Gefahr eines Abtötens des konjunkturellen Aufschwungs sähen die Experten nicht, wenn der Zins von 1,5% auf 1,75% angehoben werde. Die Wirkung sei vielmehr psychologisch: Finanzmarktteilnehmer würden eifrig darüber spekulieren, wie hoch Sir Alan den Zins in den nächsten Monaten noch schrauben werde, und wie schnell er dies tue.
Die Ängste derjenigen, die eine Inflation befürchten, habe der Alte beruhigt, indem er den Zins ein wenig angehoben habe. Die Ängste derjenigen, die eine Konjunkturverlangsamung befürchten würden, habe er mit den Worten beruhigt, dass er weiterhin eine stabile Konjunkturentwicklung sehe.
Die Experten würden fürchten, Greenspan sitze hier tatsächlich in der Zwickmühle: Die Konjunktur benötige noch den niedrigen Zins, denn trotz des historisch niedrigen Zinses könne man nicht von einer gesundeten US-Wirtschaft sprechen. Vielmehr sei die Liquiditätsspritze für konsumtive Ausgaben verwendet worden sowie zur Bereinigung der Bilanzen. Investiert worden sei nur wenig. Finanziert worden sei dieser Konsum mit billigen Krediten, die, bei flexibler Zinsvereinbarung in den kommenden Monaten entsprechend der Zinsentwicklung teurer würden.
Noch immer geistere der Vergleich der USA mit Japan von 1990 herum: Was in Japan seit 1990 geschehen sei, werde nun mit einer Verzögerung von 10 Jahren in den USA geschehen, so die Vertreter dieser These. Schaue man sich die Börsenentwicklung an, so entdecke man auch viele Parallelitäten.
Der maßgebliche Unterschied zwischen Japan und den USA sei jedoch nach Einschätzung der Experten der Immobilienmarkt. In Japan habe es parallel zur Aktienhausse auch eine Immobilienhausse gegeben. Davon sei in den USA noch nicht viel in Sicht. Immobilien in den USA seien in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 3% p.a. gestiegen. Das sehe nicht nach einer Blase aus! Okay, in den letzten 4 Jahren habe sich das Wachstum beschleunigt, aber wer die Internetblase von 1999/2000 miterlebt habe, der wisse, dass die Immobilienblase in den USA noch in den Kinderschuhen stecke.
Mit anderen Worten: Solange das Zinsniveau in den USA niedrig sei, würden die Immobilienpreise in den USA noch kräftig weiter steigen. Ein plötzliches Zerplatzen der "Immobilienblase" drohe nur, wenn der US-Leitzins überraschend schnell und mehrfach hintereinander angehoben werde. Sofern die Zinsanhebungen so berechenbar und langsam seien wie bisher, solange sei nach Einschätzung der Experten kein Zerplatzen der Immobilienblase zu befürchten.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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