US-Börse Zwei-Wochen-Rückblick
23.08.04 11:38
iWatch
Vorsicht: Diese Übersicht betrachtet die vergangenen zwei Wochen. Die vermeintlich geringen Veränderungen resultieren jedoch aus heftigen Aktienkursverlusten in der Woche vom 9.8. bis zum 13.8. und einer starken Gegenbewegung in der abgelaufenen Woche, so die Experten von "iWatch".
Dadurch werde die Übersicht jedoch wesentlich aussagekräftiger: Die heftigen Kursschwankungen am Aktienmarkt seien wohl eher die Folge der geopolitischen Verunsicherung. Venezuela, Russland sowie Irak würden mit schlechten Meldungen für weiter ansteigende Energiepreise sorgen. Die USA, die ohne ein überzeugendes Konzept im Irak operieren würden, würden den Wert ihrer Währung weiter absinken sehen. Die 2,5% Verlust des US-Dollars gegenüber dem Euro würden somit zu dem Goldpreisanstieg von 4% und dem Ölpreisanstieg auf 47,85 US-Dollar beitragen. Bei einem solchen Ölpreis sei es kein Wunder, dass der Aktienmarkt auf Tauchstation gehe.
Und in solch unsicheren Zeiten sei die Fed nun dabei, den Leitzins langsam, aber stetig anzuheben. Vor zehn Tagen sei der US-Leitzins von 1,25% um 0,25 Punkte auf 1,5% angehoben worden. Keine Überraschung, offensichtlich sei dieser Schritt bereits vom Markt vorweggenommen worden. Denn die Renditen der langläufigen Anleihen seien leicht abgefallen. Eine überraschende Zinsanhebung hätte vielmehr Verkäufe von langläufigen Papieren zur Folge gehabt, wodurch die Renditen dann hätten steigen müssen.
Es stelle sich die Frage, ob nun die Korrektur an der Aktienbörse beendet sei. Um dieser Frage nachzugehen, betrachte man zunächst einmal, was im Einzelnen passiert gewesen sei.
Vor zwei Wochen seien Arbeitsmarktdaten veröffentlicht worden, die schlechter gewesen seien als erwartet. Es seien in den USA nicht annähernd so viele neue Jobs geschaffen worden, wie man sich gewünscht habe. Schlimmer noch, die Zahlen der beiden Vormonate seien nach unten korrigiert worden. Der verhaltene Optimismus am Arbeitsmarkt, der die Aktienbörse vor einem schlimmeren Absturz bewahrt habe, habe auf falschen Zahlen beruht.
Von diesem Frühjahr an bis in den Sommer hinein hätte die US-Wirtschaft mit Rekordergebnissen aufwarten müssen, denn Hunderte von Milliarden US-Dollar seien von der Bush-Regierung und von Alan Greenspan in den Markt gelenkt worden. Dieses Geld hätte für einen kräftigeren Aufschwung sorgen müssen, als man es nun sehe.
Nach einigen Wochen leichter Abwärtsbewegung seien die Kurse am Freitag vor zwei Wochen abgestürzt. Nachdem der NASDAQ bereits am Donnerstag zuvor 2,5% verloren habe, sei ein weiterer Tag mit einem Minus von 2,5% gefolgt.
Doch damit nicht genug, am Montag seien weitere Hiobsbotschaften gefolgt. Diesmal aus dem Irak und aus Russland: Yukos Oil habe einen düsteren Ausblick für die eigene Ölproduktion gegeben. Im Irak sei aufgrund von politischen Unruhen der Ölexport gestoppt worden. Der Preis für das Fass Crude Öl sei in Richtung 45 US-Dollar gestiegen.
Am Donnerstag und Freitag hätten die Aktienmärkte ihr vorläufiges Maximum an Panik und Schrecken erreicht. Cisco habe schwache Umsatzzahlen vermeldet und Hewlett Packard habe von einem Gewinneinbruch aufgrund schwacher Umsätze in den ertragsstarken Bereichen der Server und Speicher gemeldet. Der NASDAQ habe am Freitag ein neues Jahrestief bei 1.750 Punkten geschrieben, der Dow Jones sei auf 9.825 abgesackt und habe damit ebenfalls einen neuen Jahrestiefpunkt gesetzt.
Mit dem Ölpreis über 45 US-Dollar, befürchteten Unruhen im Land des weltweit fünftgrößten Ölexporteurs Venezuela aufgrund von Wahlen sowie heftigen Kämpfen im Irak, habe es am Wochenende kaum mehr schlimmer werden können. Die Unruhen in Venezuela seien ausgeblieben und aus dem Irak sei Verhandlungsbereitschaft signalisiert worden. Zum Wochenbeginn habe eine Rallye am Aktienmarkt begonnen, die kaum durch irgendwelche Meldungen initiiert worden sei, sondern vielmehr eine Reaktion darauf gewesen sei, dass es nicht mehr schlimmer habe kommen können.
Die Quote der Optimisten sei auf ein Niveau abgerutscht, das man zuletzt im Herbst 2003 gesehen habe, also kurz vor der Jahresendrallye 2003. In den vergangenen Tagen seien viele Meldungen unreflektiert schön geredet worden: Einzelhandelsumsätze seien im Jahresvergleich stärker angewachsen als erwartet. In die Erwartungen hätten Analysten jedoch nicht eingerechnet, dass nunmehr vor ziemlich genau einem Jahr der halbe Nordosten einen gigantischen Stromausfall erlebt habe, da das Energieversorgungsnetzwerk aufgrund eines kleinen Fehlers zusammengebrochen sei. Die Einzelhandelsumsätze von vor einem Jahr seien durch dieses Ereignis stark vermindert worden, kein Wunder also, dass in diesem Jahr wieder ein ordentlicher Zuwachs zu verzeichnen gewesen sei. Die "Überraschung" der Analysten zeige wieder einmal mehr, dass es nur noch wenige Analysten gebe, die ihre Hausaufgaben ordentlich machen würden.
In den letzten Tagen werde auch kaum mehr von dem hohen Ölpreis gesprochen. Es scheine nur noch eine Frage von Tagen, wann die 50 US-Dollar gebrochen würden. Ein Ölpreis von 50 US-Dollar sei so unverschämt hoch, dass Analysten offensichtlich der Bezug zur Wirtschaft fehle. Kritische Stimmen scheinen kaum zu unterscheiden, ob der "hohe" Ölpreis bei 35 US-Dollar oder bei 50 US-Dollar liegt, so die Experten von "iWatch". Ein Rückgang von 48 US-Dollar auf 47,5 US-Dollar werde schon als Erholung gefeiert.
Und noch ein wichtiges Ereignis, in dessen Erwartung viele Anleger Zurückhaltung geübt hätten, sei diese Woche endlich über die Bühne gegangen: Der Stapellauf von Google.
Am letzten Donnerstag seien endlich Google-Aktien erstmalig an der Börse gehandelt worden. Die Google-Gründer hätten den IPO erstmalig so gestalten wollen, dass auch der Kleinanleger davon profitieren könne. Die New Yorker Finanzindustrie habe daran natürlich kein Interesse und gepaart mit einer Vielzahl an peinlichen Fehlern, die die beiden Google-Gründer in den vergangenen Wochen und Monaten begangen hätten, sei dieser IPO ein Fiasko geworden.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Dadurch werde die Übersicht jedoch wesentlich aussagekräftiger: Die heftigen Kursschwankungen am Aktienmarkt seien wohl eher die Folge der geopolitischen Verunsicherung. Venezuela, Russland sowie Irak würden mit schlechten Meldungen für weiter ansteigende Energiepreise sorgen. Die USA, die ohne ein überzeugendes Konzept im Irak operieren würden, würden den Wert ihrer Währung weiter absinken sehen. Die 2,5% Verlust des US-Dollars gegenüber dem Euro würden somit zu dem Goldpreisanstieg von 4% und dem Ölpreisanstieg auf 47,85 US-Dollar beitragen. Bei einem solchen Ölpreis sei es kein Wunder, dass der Aktienmarkt auf Tauchstation gehe.
Und in solch unsicheren Zeiten sei die Fed nun dabei, den Leitzins langsam, aber stetig anzuheben. Vor zehn Tagen sei der US-Leitzins von 1,25% um 0,25 Punkte auf 1,5% angehoben worden. Keine Überraschung, offensichtlich sei dieser Schritt bereits vom Markt vorweggenommen worden. Denn die Renditen der langläufigen Anleihen seien leicht abgefallen. Eine überraschende Zinsanhebung hätte vielmehr Verkäufe von langläufigen Papieren zur Folge gehabt, wodurch die Renditen dann hätten steigen müssen.
Es stelle sich die Frage, ob nun die Korrektur an der Aktienbörse beendet sei. Um dieser Frage nachzugehen, betrachte man zunächst einmal, was im Einzelnen passiert gewesen sei.
Vor zwei Wochen seien Arbeitsmarktdaten veröffentlicht worden, die schlechter gewesen seien als erwartet. Es seien in den USA nicht annähernd so viele neue Jobs geschaffen worden, wie man sich gewünscht habe. Schlimmer noch, die Zahlen der beiden Vormonate seien nach unten korrigiert worden. Der verhaltene Optimismus am Arbeitsmarkt, der die Aktienbörse vor einem schlimmeren Absturz bewahrt habe, habe auf falschen Zahlen beruht.
Von diesem Frühjahr an bis in den Sommer hinein hätte die US-Wirtschaft mit Rekordergebnissen aufwarten müssen, denn Hunderte von Milliarden US-Dollar seien von der Bush-Regierung und von Alan Greenspan in den Markt gelenkt worden. Dieses Geld hätte für einen kräftigeren Aufschwung sorgen müssen, als man es nun sehe.
Nach einigen Wochen leichter Abwärtsbewegung seien die Kurse am Freitag vor zwei Wochen abgestürzt. Nachdem der NASDAQ bereits am Donnerstag zuvor 2,5% verloren habe, sei ein weiterer Tag mit einem Minus von 2,5% gefolgt.
Am Donnerstag und Freitag hätten die Aktienmärkte ihr vorläufiges Maximum an Panik und Schrecken erreicht. Cisco habe schwache Umsatzzahlen vermeldet und Hewlett Packard habe von einem Gewinneinbruch aufgrund schwacher Umsätze in den ertragsstarken Bereichen der Server und Speicher gemeldet. Der NASDAQ habe am Freitag ein neues Jahrestief bei 1.750 Punkten geschrieben, der Dow Jones sei auf 9.825 abgesackt und habe damit ebenfalls einen neuen Jahrestiefpunkt gesetzt.
Mit dem Ölpreis über 45 US-Dollar, befürchteten Unruhen im Land des weltweit fünftgrößten Ölexporteurs Venezuela aufgrund von Wahlen sowie heftigen Kämpfen im Irak, habe es am Wochenende kaum mehr schlimmer werden können. Die Unruhen in Venezuela seien ausgeblieben und aus dem Irak sei Verhandlungsbereitschaft signalisiert worden. Zum Wochenbeginn habe eine Rallye am Aktienmarkt begonnen, die kaum durch irgendwelche Meldungen initiiert worden sei, sondern vielmehr eine Reaktion darauf gewesen sei, dass es nicht mehr schlimmer habe kommen können.
Die Quote der Optimisten sei auf ein Niveau abgerutscht, das man zuletzt im Herbst 2003 gesehen habe, also kurz vor der Jahresendrallye 2003. In den vergangenen Tagen seien viele Meldungen unreflektiert schön geredet worden: Einzelhandelsumsätze seien im Jahresvergleich stärker angewachsen als erwartet. In die Erwartungen hätten Analysten jedoch nicht eingerechnet, dass nunmehr vor ziemlich genau einem Jahr der halbe Nordosten einen gigantischen Stromausfall erlebt habe, da das Energieversorgungsnetzwerk aufgrund eines kleinen Fehlers zusammengebrochen sei. Die Einzelhandelsumsätze von vor einem Jahr seien durch dieses Ereignis stark vermindert worden, kein Wunder also, dass in diesem Jahr wieder ein ordentlicher Zuwachs zu verzeichnen gewesen sei. Die "Überraschung" der Analysten zeige wieder einmal mehr, dass es nur noch wenige Analysten gebe, die ihre Hausaufgaben ordentlich machen würden.
In den letzten Tagen werde auch kaum mehr von dem hohen Ölpreis gesprochen. Es scheine nur noch eine Frage von Tagen, wann die 50 US-Dollar gebrochen würden. Ein Ölpreis von 50 US-Dollar sei so unverschämt hoch, dass Analysten offensichtlich der Bezug zur Wirtschaft fehle. Kritische Stimmen scheinen kaum zu unterscheiden, ob der "hohe" Ölpreis bei 35 US-Dollar oder bei 50 US-Dollar liegt, so die Experten von "iWatch". Ein Rückgang von 48 US-Dollar auf 47,5 US-Dollar werde schon als Erholung gefeiert.
Und noch ein wichtiges Ereignis, in dessen Erwartung viele Anleger Zurückhaltung geübt hätten, sei diese Woche endlich über die Bühne gegangen: Der Stapellauf von Google.
Am letzten Donnerstag seien endlich Google-Aktien erstmalig an der Börse gehandelt worden. Die Google-Gründer hätten den IPO erstmalig so gestalten wollen, dass auch der Kleinanleger davon profitieren könne. Die New Yorker Finanzindustrie habe daran natürlich kein Interesse und gepaart mit einer Vielzahl an peinlichen Fehlern, die die beiden Google-Gründer in den vergangenen Wochen und Monaten begangen hätten, sei dieser IPO ein Fiasko geworden.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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