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Sa, 25. April 2026, 16:17 Uhr

US-Börsen unbeeindruckt


29.06.01 13:32
DG Bank

Mit großer Spannung war an der Wall Street zu Beginn der Woche die zinspolitische Entscheidung der Fed erwartet worden, berichten die Analysten der DG Bank.

Dass sie die Leitzinsen nochmals zurücknehmen würde, habe bereits als sicher gegolten, Rätselraten habe lediglich darüber geherrscht, ob es erneut eine Senkung um 50 oder nur 25 Basispunkte geben würde. Vor dem Hintergrund der stärker als erwartet ausgefallenen Konjunkturindikatoren und angesichts des Aufwärtstrends in der Teuerungsrate habe sich die Fed schließlich entschlossen, die Zielrate für Tagesgeld (Fed-Funds-Target-Rate) lediglich um 25 Basispunkte zu senken. Damit habe sie die Zinsen seit Anfang dieses Jahres in sechs aufeinander folgenden Schritten inzwischen um 275 Punkte gesenkt.

Auch wenn sie mit dem jüngsten Schritt das Tempo nunmehr verlangsamt habe, bestehe durchaus Spielraum für weitere zinspolitische Maßnahmen, sollten diese notwendig werden. Immerhin liege der Realzins (Zins minus Inflationsrate) auch auf dem erreichten Niveau noch immer deutlich höher als während des letzten Abschwungs zu Beginn der neunziger Jahre. Im Vergleich zu jener Zeit habe die Fed heute also durchaus noch weiteren Spielraum.

An der Börse sei die Zinsentscheidung deshalb auch weitgehend gelassen hingenommen worden. Die Wall Street könne sich zwar weiterhin der Fed im Rücken sicher sein, habe derzeit aber ausreichend andere Probleme, in erster Linie die fortwährende Ertragsschwäche des Unternehmenssektors, für deren Ende es noch immer keine Anzeichen gebe.

Im Gegenteil: Die Nachrichtenlage bleibe negativ, Gewinnwarnungen seien auch in der zu-rückliegenden Woche wieder an der Tagesordnung gewesen. Während die Gewinnwarnung des Pharmakonzerns Merck (MRK.N) noch auf branchen- und unternehmensspezifische Umstände habe zurückgeführt werden können, hätten die Warnungen der Chiphersteller Applied Micro Circuits (AMCC.N) und Xilinx (XLNX.O) den Markt stärker unter Druck gebracht, weil mit ihnen die Hoffnungen auf eine baldige Wende im Problemsektor Technologie erneut enttäuscht worden seien.

Darüber hinaus hätten die Warnungen des Investmenthauses Merrill Lynch (MER.N) und der Drugstore-Kette CVS (ehemalige Revco) belastet. Sowohl der S&P-500-Index als auch der Dow Jones Industrials hätten daraufhin im Wochenverlauf leichter notiert. Die Kurse an der Nasdaq hätten sich dagegen von den Rückschlägen in der Vorwoche leicht erholen können. In der kommenden Woche sollte die Flut der Gewinnwarnungen allmählich abebben, da die US-Unternehmen unmittelbar vor Beginn der Berichtsperiode nur noch in Ausnahmefällen warnen würden.

Weil damit Unsicherheitsmomente würden schwinden sollen, dürfte sich eine freundlichere Börsenentwicklung durchsetzen. In der nächsten Woche stünden keine planmäßigen Unternehmensveröffentlichungen an, abgesehen von der Bekanntgabe der Umsatz- und Produktionszahlen von General Motors für Juni, die vom Markt als ein Gradmesser für die allgemeine konjunkturelle Verfassung gewertet werden dürften.





 
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