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Fr, 17. April 2026, 21:09 Uhr

US-Indices starke Vorstellung


30.05.05 09:13
iWatch

Die US-Indices zeigen unverändert eine starke Vorstellung, berichten die Experten von "iWatch" in ihrem Marktrückblick.

Insbesondere die Technologie- und Wachstumsbörse NASDAQ habe in der vergangenen Woche kräftig ansteigen können. Die Intel-Aktien hätten den 10. Handelstag in Folge zugelegt, was diesem Wert zuletzt im Jahre 2000 gelungen sei. Trotz wieder deutlich steigender Ölpreise, der WTI-Future notiere seit Mittwoch wieder oberhalb der Marke von 50 US-Dollar je Barrel, hätten die wichtigen Indices Dow Jones, S&P 500 und NASDAQ Composite ihr hohes Vorwochenniveau halten bzw. sogar weiter ausbauen können.

Getragen worden sei die freundliche Stimmung auch von der Aufwärtsrevision des Wachstums der US-Volkswirtschaft für das 1. Quartal 2005. Die Experten hätten an dieser Stelle bereits vor zwei Wochen darauf hingewiesen, da die starken Daten über die Handelsbilanz des Monats März, die lediglich ein Defizit von 55 Milliarden US-Dollar anstelle von 62 Milliarden US-Dollar ausgewiesen hätten, darauf hingedeutet hätten. Am Donnerstag sei das Wachstum von zuvor 3,1 Prozent auf 3,5 Prozent nach oben revidiert worden, was auf ein unverändert robustes Wachstum der US-Volkswirtschaft hindeute.

Es sei deshalb davon auszugehen, dass die US-Notenbank an ihren stetigen Zinserhöhungsschritten von jeweils 25 Basispunkten festhalte und bis zum Jahresende 2005 ein Niveau von 3,75 Prozent bzw. 4,00 Prozent anstrebe. Bei den beiden vorangegangenen Zinserhöhungszyklen der FED in den letzten 12 Jahren seien die Zinsen immer solange herauf genommen worden, bis etwas kaputt gegangenen sei. Beim Zinserhöhungszyklus in den 1990er Jahren sei der Rentenmarkt kräftig unter die Räder gekommen und beim Zinserhöhungszyklus 1999/2000 sei es zum größten Kurseinbruch an den US-Aktienmärkten seit 1929-1932 gekommen.

Es sei daher davon auszugehen, dass die FED auch diesmal die US-Zinsen solange anheben werde bis ein Asset-Markt, also eine Vermögensklasse, massiv einbreche. Neben den Rentenmärkten kämen diesmal die Immobilienmärkte in betracht. Der durchschnittliche Preis eines US-Einfamilienhauses sei von 2000 bis Anfang 2005 von zuvor 200.000 US-Dollar auf über 280.000 US-Dollar angestiegen. Zum Vergleich: Die US-Indices hätten in diesem Vergleichszeitraum 10 Prozent beim Dow und über 60 Prozent bei der NASDAQ an Wert verloren.

Der Anstieg der Hauspreise von über 40 Prozent schreie deshalb nach einer Korrekturbewegung. Doch noch werde dieses hohe Niveau durch die sehr niedrigen Zinsen im zehnjährigen Laufzeitenbereich von knapp über vier Prozent gestützt. Eine Auswirkung hiervon sei, dass nach wie vor in jedem Monat 1,3 Millionen Häuser den Besitzer wechseln würden, in der Annahme das gerade erworbene Wohnungseigentum in naher Zukunft wieder mit Gewinn weiter zu verkaufen. So hätten viele US-Amerikaner bereits ein Zweit- und Dritthaus aus Spekulationsgründen in ihrem persönlichen Vermögensportfolio aufgenommen.

Falls es zu der erwarteten Trendwende am Hauspreisemarkt komme, drohe hier eine ähnliche Verkaufslawine, wie es die Aktienmärkte in den Jahren 2000 bis 2003 vorexerziert hätten. Ein Rückfall der Hauspreise auf das Ausgangsniveau von 200.000 US-Dollar und darunter sei dann in diesem Fall sehr wahrscheinlich. Doch die US-Wirtschaft könne nach wie vor auf eine starke demographische Wachstumsphase bauen, da die US-Bevölkerung jährlich um bis zu drei Prozent wachse. Zum Vergleich: Die deutsche Bevölkerung stagniere, mit dem Trend in den kommenden Jahren stark rückläufig zu werden. Prognosen gingen im Jahre 2050 nur noch von rund 60 Millionen Bundesbürgern aus, im Vergleich zu 82 Millionen derzeit.

Das heiße in wenigen Jahren werde die Bundesrepublik jedes Jahr um bis zu 800.000 Personen netto verlieren. Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führe sei es verständlicher, dass in Deutschland ein Wachstum von ein Prozent und darüber bereits ein Erfolg darstelle, da dieses Wachstum von einer zurückgehenden Bevölkerungszahl erwirtschaftet werde.