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Sa, 25. April 2026, 13:15 Uhr

US-Wirtschaft Schwächeanfall


08.01.03 15:12
BoersenMan.de

Die amerikanische Wirtschaft leidet unter einem konjunkturell bedingten Schwächeanfall, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Präsident Bush habe deshalb ein bei seinen Parteianhängern besonders beliebtes Heilmittel zusammengerührt: Steuersenkungen. In den nächsten zehn Jahren sollten die amerikanischen Steuerzahler um gut 670 Milliarden Dollar entlastet werden. Die beiden wichtigsten Elemente seien zum einen die vollständige Abschaffung der Dividendenbesteuerung, zum anderen die Erhöhung von Kinderfreibeträgen, Arbeitslosenhilfe und einer Senkung der unteren Steuersätze.

Bei den Wirtschaftswissenschaftlern und Steuerberater herrsche große Uneinigkeit. Die einen würden steigende Aktienkurse, mehr privaten Konsum, sinkende Arbeitslosenzahlen und ein Wiedererstarken der US- Wirtschaft prophezeien. Andere würden dagegen befürchten, dass die angekündigten Maßnahmen lediglich zu einer höheren Staatsverschuldung führen würden.

Einer der größten Vorwürfe: das Konzept sei sozial unausgewogen. Vor allem die reichsten der Reichen würden profitieren. Dem halte Bush entgegen, dass allein in diesem Jahr über 90 Millionen US-Bürger jeweils rund 1.100 Dollar weniger Steuern bezahlen müssten.

Noch würden die US-Börsen die angekündigten Entlastungen nicht mit spürbaren Kursgewinnen danken. Es sei zu befürchten, dass sich Bushs Heilmittel als ein zwar sehr teures, aber dennoch wirkungsloses Placebo herausstelle. Aus deutscher Anleger-Sicht sei vor allem eines bemerkenswert: in Amerika streite man nicht darüber, welche Steuern man erhöhe oder neu erfinde, sondern welche man abschaffe.