VMR Verdreifachung möglich
26.01.99 00:00
Stisweekly
VMR: Junge Lenker, rasantes Wachstum
(www.stisweekly.de) Aktien eines Unternehmens zu kaufen heisst immer auch, den dahinterstehenden "Koepfen" sein Vertrauen zu schenken. Dieses Vertrauen ist bei Value Management & Research, kurz VMR, in besten Haenden. Trotz ihres jungen Alters haben die Vorstaende Florian Homm (39) und Kevin Devine (37) bereits beachtliche berufliche Referenzen aufzuweisen. Der Harvard-Absolvent Homm kann auf eine jeweils dreijaehrige Taetigkeit bei den international erstklassigen Adressen Merill Lynch und Fidelity Management & Research sowie auf einen Direktorenposten bei dem angesehenen Bankhaus Julius Baer zurueckblicken. Stanford-Absolvent Devine konnte bei dem renommierten amerikanischen Investmenthaus Salomon Brothers, bei Hewlett - Packard sowie Julius Baer seinen Faehigkeiten unter Beweis stellen. Rasant stellt sich das bisherige Wachstum der Gesellschaft dar. Seit dem Gruendungsjahr 1993 arbeitet VMR durchweg profitabel und konnte bisher in jedem Jahr den Gewinn mit dreistelligen Wachstumsraten steigern. Auch fuer 1998 und 1999 wird mindestens mit einer Gewinnverdopplung gerechnet.
Dynamische Geschaeftsfelder
Die Aktivitaeten von VMR untergliedern sich in die folgenden Bereiche:
ASSET MANAGEMENT (Umsatz 1997: 2,5 Mio. Euro)
CORPORATE FINANCE (Umsatz 1997: 0,75 Mio. Euro)
EIGENGESCHAeFT (Umsatz 1997: 0,37 Mio. Euro)
RESEARCH / UNTERNEHMENSANALYSE (Umsatz 1997: 0,21 Mio. Euro)
Gemessen am Umsatzvolumen ist die Sparte ASSET MANAGEMENT am bedeutsamsten.
Insgesamt 12 Fonds (Stand: August 1998) bietet VMR ihrer aus Banken, Pensionsfonds und vermoegenden Privatkunden bestehenden Kundschaft an. Die Palette reicht von themenorientierten Small-Cap-Fonds (z.B. Internet und Software) ueber international ausgerichtete "Blue-Chip"- und Anleihefonds bis hin zu vier sogenannten "Hedge-Fonds", die allerdings nur mit geringem Fremdkapitalhebel arbeiten. Zahlreiche Auszeichnungen der Fondsprodukte wie z.B. der Gewinn des Standard & Poors Micropal Award 1997 durch den Oyster-Europe-Value-Fonds untermauern die Guete der angebotenen Fonds. Da sich die generierten Ertraege neben einer fixen Management-Gebuehr auch aus einer erfolgsabhaengigen "Performance-Fee" von 20% zusammensetzen, profitiert VMR direkt von den erzielten Anlageerfolgen. Daher soll das Fondsangebot weiter ausgebaut werden. Geplant sind u.a. Themenfonds in den Bereichen "Health-Care" und "Pre-IPO-Beteiligungen". Die grundsaetzlichen Wachstumsaussichten der Fondsbranche beurteilen wir aeusserst positiv. Das Volumen der deutschen Publikumsfonds hat sich von 76 Mrd. Euro in 1990 auf 249 Mrd. Euro in 1997 mehr als verdreifacht. Dieser Trend duerfte sich aus den folgenden Gruenden fortsetzen bzw. sogar beschleunigen:
Anhaltend niedrige Zinsen werden die allgemeine Akzeptanz der Aktie als Anlagealternative weiter steigern. Bis zum Jahr 2002 werden rund 1 Billion Euro im Wege der Erbfolge auf eine junge, aktienfreudigere Generation ("Baby-Boomer") uebertragen. Durch die Finanzierungsprobleme bei der beitragsfinanzierten Rente wird die Bedeutung der Aktie im Rahmen der privaten und betrieblichen Altersvorsorge weiter zunehmen. Wir gehen davon aus, dass sich VMR im Bereich Asset Management auch weiterhin in einem wachstumstraechtigen Umfeld bewegen wird. Im 4. Quartal 1998 konnte die Gesellschaft uebrigens trotz (oder gerade wegen?) des schwierigen Boersenumfeldes die hoechsten Fondszulaeufe seit Bestehen verbuchen. Ferner will die Gesellschaft durch die Uebernahme mehrerer Vermoegensverwaltungsgesellschaften ihre europaeische Praesenz erhoehen.
Nicht minder zukunftstraechtig ist das Geschaeftsfeld CORPORATE FINANCE. Hierunter fallen Dienstleistungen rund um die Boerseneinfuehrung junger, wachstumsstarker Unternehmen. Dabei fokussiert sich VMR auf die fruehzeitige Bereitstellung von Wagniskapital sowie den vorboerslichen Beteiligungserwerb an Unternehmen aus den Schluesselbranchen Life-Science/Bio-Tech, IT/Software, Telekommunikation/Medien sowie High-Tech-Engineering. Zum Boersengang hielt VMR operative Beteiligungen an drei Unternehmen: OAR Consulting, IndustrieSerVis und ComTelco International. Mit OAR, einem Oracle-Datenbankspezialisten, an dem uns besonders die Exklusivvermarktungsrechte der IATA-Luftverkehrsstatistiken gefallen, hat bereits eine Beteiligung den Sprung an die Boerse geschafft, und zwar mit beachtlichem Erfolg. Nachdem die Aktie am 17.12.1998 zu 14,32 Euro emittiert wurde, notiert sie derzeit bei 38 Euro - ein Anstieg von 165%. Fuer die 25.000 Aktien, die VMR an OAR haelt, belaeuft sich der aktuelle Wert auf 950.000 Euro - im Vergleich zu dem Buchwert von ca. 128.000 Euro ergeben sich stille Reserven in Hoehe von 822.000 Euro. IndustrieSerVis, ein Hersteller industrieller Trocknungstechnik, und ComTelco, ein Anbieter von Telekommunikationsabrechnungs- und -managementsystemen, sollen 1999 an der Boerse eingefuehrt werden. Bevorzugte Zuteilung fuer VMR-Aktionaere ist geplant. Vor allem ComTelco koennte sich als wahrer Knueller erweisen, nicht zuletzt, weil sich Vergleiche mit LHS und Micrologica aufdraengen. Das Management von Comtelco ist mit Juergen Doering, ehemals Executive Vice President von LHS, und Juerg Briner, vormals Topmanager bei SAP, hochkaraetig besetzt. Die Umsatzerloese sollen sich von 1,8 Mio. Euro in 98/99 ueber 7,5 Mio. Euro in 99/00 auf 15 Mio. Euro in 00/01 verachtfachen. Der Break-even ist fuer 1999 geplant. Bedenkt man, dass etwa Micrologica mit dem gut 30-fachen des fuer 1999 erwarteten Umsatzes bewertet wird, so halten wir es fuer moeglich, dass der fuer ComTelco erzielbare Boersenpreis bei dem 20-fachen des 1999er Umsatzes, also bei 93 Mio. Euro (= 20 x [7,5+1,8]/2) liegen wird. Unterstellt man ferner, dass der Anteil von VMR am Grundkapital von ComTelco von derzeit 23% durch die Kapitalerhoehung anlaesslich des Boersengangs auf 15% faellt, so belaeuft sich der Wert der Beteiligung auf 14 Mio. Euro. Da sich der Buchwert der Beteiligung auf ca. 1,75 Mio. Euro belaeuft, ergeben sich stille Reserven in Hoehe von 12,25 Mio. Euro. Festzuhalten bleibt also, dass allein in den operativen Beteiligungen an OAR und ComTelco rund 13 Mio. Euro stille Reserven schlummern koennten. Nach Steuern sind es bei einer Steuerquote von 50% immer noch 6,5 Mio. Euro - ein erhebliches Suemmchen, wenn man bedenkt, dass die Gesellschaft ihren gesamten Konzerngewinn auf gerade mal 5 Mio. Euro in 1999 und 6,2 Mio. Euro in 2000 taxiert und in diesen Planzahlen keinerlei Veraeusserungserloese aus dem Beteiligungsgeschaeft enthalten sind. Zum Erwerb weiterer Pre-IPO-Beteiligungen sollen 35 - 40 % des Nettoemissionserloeses von 14 Mio. Euro, also ca. 5 Mio. Euro, eingesetzt werden. Sofern die Gesellschaft wie bisher ein glueckliches Haendchen bei der Beteiligungsauswahl beweist, sind hier weitere Ueberraschungen moeglich. Im Geschaeftsfeld RESEARCH / UNTERNEHMENSANALYSE erzielt die Gesellschaft ihre Umsaetze im wesentlichen durch Auftragsstudien. Hier profitiert sie vor allem von dem anhaltenden Trend zum Outsourcing von Researcharbeiten. Waehrend der Bedarf an Unternehmensstudien aufgrund der wachsenden Anzahl von Boersenaspiranten staendig steigt, gehen die involvierten Banken immer mehr vom Betrieb kostspieliger eigener Researchabteilungen ab und lassen die Studien stattdessen in Fremdarbeit erstellen. VMR profitiert von dieser Entwicklung, zumal Homm und Devine in Bankenkreisen ueber gute Kontakte und eine hohe Reputation verfuegen. Nicht zu unterschaetzen ist die Publizitaets- und somit Werbewirkung der Researchs, die zur Kundenakquisition in den Geschaeftsfeldern Asset Management und Corporate Finance beitraegt.
Im Geschaeftsfeld EIGENHANDEL kauft und verkauft die Gesellschaft Aktien fuer eigene Rechnung und auf eigenen Namen. Hier profitiert sie vor allem von den eigenen Researchaktivitaeten. Ein Teil des Emissionserloeses soll zur Erhoehung des Handelsvolumens eingesetzt werden.
Strategische Beteiligung mit Internetphantasie Vor kurzem hat VMR ihre Beteiligung an VEM von 25% auf 65% aufgestockt und ist somit Mehrheitsaktionaer des Internet - Emissionhauses geworden. Was in den USA bereits Gang und Gebe ist, steht hierzulande noch in den Kinderschuhen: Aktienplazierungen ueber das Internet. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: kostenguenstige Erstellung und Vervielfaeltigung von Verkaufsprospekten und Emissionsstudien, "demokratische" Zuteilungsmechanismen, zielgruppenspezifische Investorenwerbung. Den Nachweis, dass diese Art der Aktienemission sicher und serioes durchfuehrbar ist, hat VEM bereits erbracht, indem sie eine Tranche der VMR-Emission abgewickelt hat. Wie wir erfahren, plant VMR, VEM im Jahr 2000 an die Boerse zu bringen. Da stellt sich natuerlich die Frage nach dem erzielbaren Boersenpreis fuer VEM. Als Vergleichsmassstab bietet sich das bereits boersennotierte virtuelle Emissionshaus net.IPO an. Der Boerse ist net.IPO derzeit rund 500 Mio. Euro wert. Aus unserer Sicht gibt es keinen plausiblen Grund, warum man VEM einen geringeren Preis zubilligen sollte. Im Gegenteil: Zum einen kann VEM bereits auf eine erfolgreiche Emission zurueckblicken. Zum anderen hat man mit Gold-Zack einen potenten Partner im Boot, der sich anschickt, in 1999 mit 20 Emissionen das fuehrende Emissionshaus Deutschlands zu werden. Da liegt die Vermutung nahe, dass Gold-Zack, die via 20%iger strategischer Beteiligung an VMR auch indirekt an VEM beteiligt ist, auch gewisse Tranchen ihrer Emissionen ueber das Internet plazieren wird. Ungeachtet dieser Vorzuege von VEM nehmen wir aus Sicherheitsgruenden einen ueppigen Abschlag von 30% zum Boersenwert von net.IPO vor (da net.IPO moeglicherweise selbst ueberbewertet ist). Somit ergaebe sich fuer VEM ein Preis von 350 Mio. Euro. Der 65%ige Anteil, den VMR an VEM haelt, waere 227 Mio. Euro wert. Bezogen auf die 2 Mio. ausstehenden VMR-Aktien ergaebe sich ein Wert der VEM - Beteiligung von 113 Euro pro VMR-Aktie. Ein kurioses Ergebnis: Allein der "faire" Wert der VEM-Beteiligung liegt also rund 40% ueber dem derzeitigen Boersenkurs von VMR, der ja eigentlich den Gesamtwert von VMR widerspiegeln soll.
Bewertung - Verdreifachung moeglich Wie bereits erwaehnt, halten wir die Planzahlen der Gesellschaft mit einem erwarteten Gewinn von 5 Mio. Euro in 1999 und 6,2 Mio. Euro in 2000 fuer viel zu konservativ. Die bereits angekuendigten Akquisitionen mehrerer auslaendischer Vermoegensverwaltungsgesellschaften werden erhebliche Ergebnisauswirkungen haben. Die Prior-Boerse rechnet gar mit einer Verdopplung der Planzahlen. Wir sind etwas vorsichtiger und heben die Planzahlen um jeweils 50% an, also um 2,5 Mio. Euro in 1999 und um 3,1 Mio. Euro in 2000. Ferner gehen wir davon aus, dass die OAR-Beteiligung in 1999 vollstaendig veraeussert wird und 0,4 Mio. Euro zum 99er Gewinn beitraegt. Bei der ComTelco-Beteiligung nehmen wir an, dass sie zur Haelfte in 2000 veraeussert wird, also 3 Mio. Euro zum 00er Ergebnis beitraegt. Somit taxieren wir den Gesamtgewinn fuer 1999 auf 7,9 Mio. Euro bzw. 3,95 Euro/Aktie und fuer 2000 auf 12,3 Mio. Euro bzw. 6,15 Euro/Aktie. Bei einem Kurs von 74,5 Euro wuerde das 99er KGV demnach bei bescheidenen 19 und das (relevantere) 00er KGV bei geradezu laecherlichen 12 liegen. Da wir fuer VMR ein KGV von mindestens 30 fuer angemessen halten, sehen wir den fairen Kurs auf Basis dieser Bewertungsmethode wenigstens bei 185 Euro. Fuer Zwecke der von uns bevorzugten Ertragswertmethode komplettieren wir die Gewinnschaetzungen mit abnehmenden Wachstumsraten von 50% in 2001 bis 20% in 2006 und stagnierenden Gewinnen ab 2007. Unter Zugrundelegung eines Diskontierungszinsfusses von 10% ergibt sich folgende Ertragsreihe:
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Ewige Rente Summe
Gewinn/Aktie (in Euro) 3,95 6,15 9,23 12,46 16,82 20,18 24,22 29,06 290,58
Diskontierungsfaktor 1,10 1,21 1,33 1,46 1,61 1,77 1,95 2,14 2,36
Gewinn/Aktie abgezinst 3,59 5,08 6,93 8,51 10,44 11,39 12,43 13,56 123,24 195,16
Auf Basis der Ertragswertmethode und der von uns zugrundegelegten, vorsichtigen Annahmen ergibt sich demnach ein fairer Kurs von 195 Euro. Damit ist jedoch das Kurspotential von VMR noch laengst nicht ausgereizt. Vor allem die Beteiligungsaktivititaeten lassen weitere Phantasie zu. Zudem sind sich die Boersianer offenbar noch nicht im klaren darueber, wie der Wert der VEM-Beteiligung im Kurs von VMR zu beruecksichtigen ist. Die Theorie der Unternehmensbewertung gibt jedenfalls sichere Anhaltspunkte dafuer, dass der Beteiligungswert von VEM eigentlich isoliert zu ermitteln und dem Ertragswert hinzuzurechnen ist. In diesem Fall laege der faire Kurs von VMR bei 300 Euro.
Fazit: Mit VMR erhaelt der fundamental orientierte Anleger eine phantasietraechtige Wachstumsperle, deren wahres Potential die Boerse noch nicht erschlossen hat und die bei guenstigem Geschaeftsverlauf eine Vervielfachung des investierten Kapitals bescheren koennte. Die Aufnahme in unser Musterdepot war fuer uns daher obligatorisch.
Hinweis: der Autor besitzt Aktien des Unternehmens
(ofr, 21.01.1999) - (c) 1999 by Stis-Weekly, der kostenlose Boersenbrief
(www.stisweekly.de) Aktien eines Unternehmens zu kaufen heisst immer auch, den dahinterstehenden "Koepfen" sein Vertrauen zu schenken. Dieses Vertrauen ist bei Value Management & Research, kurz VMR, in besten Haenden. Trotz ihres jungen Alters haben die Vorstaende Florian Homm (39) und Kevin Devine (37) bereits beachtliche berufliche Referenzen aufzuweisen. Der Harvard-Absolvent Homm kann auf eine jeweils dreijaehrige Taetigkeit bei den international erstklassigen Adressen Merill Lynch und Fidelity Management & Research sowie auf einen Direktorenposten bei dem angesehenen Bankhaus Julius Baer zurueckblicken. Stanford-Absolvent Devine konnte bei dem renommierten amerikanischen Investmenthaus Salomon Brothers, bei Hewlett - Packard sowie Julius Baer seinen Faehigkeiten unter Beweis stellen. Rasant stellt sich das bisherige Wachstum der Gesellschaft dar. Seit dem Gruendungsjahr 1993 arbeitet VMR durchweg profitabel und konnte bisher in jedem Jahr den Gewinn mit dreistelligen Wachstumsraten steigern. Auch fuer 1998 und 1999 wird mindestens mit einer Gewinnverdopplung gerechnet.
Dynamische Geschaeftsfelder
Die Aktivitaeten von VMR untergliedern sich in die folgenden Bereiche:
ASSET MANAGEMENT (Umsatz 1997: 2,5 Mio. Euro)
CORPORATE FINANCE (Umsatz 1997: 0,75 Mio. Euro)
EIGENGESCHAeFT (Umsatz 1997: 0,37 Mio. Euro)
RESEARCH / UNTERNEHMENSANALYSE (Umsatz 1997: 0,21 Mio. Euro)
Gemessen am Umsatzvolumen ist die Sparte ASSET MANAGEMENT am bedeutsamsten.
Insgesamt 12 Fonds (Stand: August 1998) bietet VMR ihrer aus Banken, Pensionsfonds und vermoegenden Privatkunden bestehenden Kundschaft an. Die Palette reicht von themenorientierten Small-Cap-Fonds (z.B. Internet und Software) ueber international ausgerichtete "Blue-Chip"- und Anleihefonds bis hin zu vier sogenannten "Hedge-Fonds", die allerdings nur mit geringem Fremdkapitalhebel arbeiten. Zahlreiche Auszeichnungen der Fondsprodukte wie z.B. der Gewinn des Standard & Poors Micropal Award 1997 durch den Oyster-Europe-Value-Fonds untermauern die Guete der angebotenen Fonds. Da sich die generierten Ertraege neben einer fixen Management-Gebuehr auch aus einer erfolgsabhaengigen "Performance-Fee" von 20% zusammensetzen, profitiert VMR direkt von den erzielten Anlageerfolgen. Daher soll das Fondsangebot weiter ausgebaut werden. Geplant sind u.a. Themenfonds in den Bereichen "Health-Care" und "Pre-IPO-Beteiligungen". Die grundsaetzlichen Wachstumsaussichten der Fondsbranche beurteilen wir aeusserst positiv. Das Volumen der deutschen Publikumsfonds hat sich von 76 Mrd. Euro in 1990 auf 249 Mrd. Euro in 1997 mehr als verdreifacht. Dieser Trend duerfte sich aus den folgenden Gruenden fortsetzen bzw. sogar beschleunigen:
Anhaltend niedrige Zinsen werden die allgemeine Akzeptanz der Aktie als Anlagealternative weiter steigern. Bis zum Jahr 2002 werden rund 1 Billion Euro im Wege der Erbfolge auf eine junge, aktienfreudigere Generation ("Baby-Boomer") uebertragen. Durch die Finanzierungsprobleme bei der beitragsfinanzierten Rente wird die Bedeutung der Aktie im Rahmen der privaten und betrieblichen Altersvorsorge weiter zunehmen. Wir gehen davon aus, dass sich VMR im Bereich Asset Management auch weiterhin in einem wachstumstraechtigen Umfeld bewegen wird. Im 4. Quartal 1998 konnte die Gesellschaft uebrigens trotz (oder gerade wegen?) des schwierigen Boersenumfeldes die hoechsten Fondszulaeufe seit Bestehen verbuchen. Ferner will die Gesellschaft durch die Uebernahme mehrerer Vermoegensverwaltungsgesellschaften ihre europaeische Praesenz erhoehen.
Im Geschaeftsfeld EIGENHANDEL kauft und verkauft die Gesellschaft Aktien fuer eigene Rechnung und auf eigenen Namen. Hier profitiert sie vor allem von den eigenen Researchaktivitaeten. Ein Teil des Emissionserloeses soll zur Erhoehung des Handelsvolumens eingesetzt werden.
Strategische Beteiligung mit Internetphantasie Vor kurzem hat VMR ihre Beteiligung an VEM von 25% auf 65% aufgestockt und ist somit Mehrheitsaktionaer des Internet - Emissionhauses geworden. Was in den USA bereits Gang und Gebe ist, steht hierzulande noch in den Kinderschuhen: Aktienplazierungen ueber das Internet. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: kostenguenstige Erstellung und Vervielfaeltigung von Verkaufsprospekten und Emissionsstudien, "demokratische" Zuteilungsmechanismen, zielgruppenspezifische Investorenwerbung. Den Nachweis, dass diese Art der Aktienemission sicher und serioes durchfuehrbar ist, hat VEM bereits erbracht, indem sie eine Tranche der VMR-Emission abgewickelt hat. Wie wir erfahren, plant VMR, VEM im Jahr 2000 an die Boerse zu bringen. Da stellt sich natuerlich die Frage nach dem erzielbaren Boersenpreis fuer VEM. Als Vergleichsmassstab bietet sich das bereits boersennotierte virtuelle Emissionshaus net.IPO an. Der Boerse ist net.IPO derzeit rund 500 Mio. Euro wert. Aus unserer Sicht gibt es keinen plausiblen Grund, warum man VEM einen geringeren Preis zubilligen sollte. Im Gegenteil: Zum einen kann VEM bereits auf eine erfolgreiche Emission zurueckblicken. Zum anderen hat man mit Gold-Zack einen potenten Partner im Boot, der sich anschickt, in 1999 mit 20 Emissionen das fuehrende Emissionshaus Deutschlands zu werden. Da liegt die Vermutung nahe, dass Gold-Zack, die via 20%iger strategischer Beteiligung an VMR auch indirekt an VEM beteiligt ist, auch gewisse Tranchen ihrer Emissionen ueber das Internet plazieren wird. Ungeachtet dieser Vorzuege von VEM nehmen wir aus Sicherheitsgruenden einen ueppigen Abschlag von 30% zum Boersenwert von net.IPO vor (da net.IPO moeglicherweise selbst ueberbewertet ist). Somit ergaebe sich fuer VEM ein Preis von 350 Mio. Euro. Der 65%ige Anteil, den VMR an VEM haelt, waere 227 Mio. Euro wert. Bezogen auf die 2 Mio. ausstehenden VMR-Aktien ergaebe sich ein Wert der VEM - Beteiligung von 113 Euro pro VMR-Aktie. Ein kurioses Ergebnis: Allein der "faire" Wert der VEM-Beteiligung liegt also rund 40% ueber dem derzeitigen Boersenkurs von VMR, der ja eigentlich den Gesamtwert von VMR widerspiegeln soll.
Bewertung - Verdreifachung moeglich Wie bereits erwaehnt, halten wir die Planzahlen der Gesellschaft mit einem erwarteten Gewinn von 5 Mio. Euro in 1999 und 6,2 Mio. Euro in 2000 fuer viel zu konservativ. Die bereits angekuendigten Akquisitionen mehrerer auslaendischer Vermoegensverwaltungsgesellschaften werden erhebliche Ergebnisauswirkungen haben. Die Prior-Boerse rechnet gar mit einer Verdopplung der Planzahlen. Wir sind etwas vorsichtiger und heben die Planzahlen um jeweils 50% an, also um 2,5 Mio. Euro in 1999 und um 3,1 Mio. Euro in 2000. Ferner gehen wir davon aus, dass die OAR-Beteiligung in 1999 vollstaendig veraeussert wird und 0,4 Mio. Euro zum 99er Gewinn beitraegt. Bei der ComTelco-Beteiligung nehmen wir an, dass sie zur Haelfte in 2000 veraeussert wird, also 3 Mio. Euro zum 00er Ergebnis beitraegt. Somit taxieren wir den Gesamtgewinn fuer 1999 auf 7,9 Mio. Euro bzw. 3,95 Euro/Aktie und fuer 2000 auf 12,3 Mio. Euro bzw. 6,15 Euro/Aktie. Bei einem Kurs von 74,5 Euro wuerde das 99er KGV demnach bei bescheidenen 19 und das (relevantere) 00er KGV bei geradezu laecherlichen 12 liegen. Da wir fuer VMR ein KGV von mindestens 30 fuer angemessen halten, sehen wir den fairen Kurs auf Basis dieser Bewertungsmethode wenigstens bei 185 Euro. Fuer Zwecke der von uns bevorzugten Ertragswertmethode komplettieren wir die Gewinnschaetzungen mit abnehmenden Wachstumsraten von 50% in 2001 bis 20% in 2006 und stagnierenden Gewinnen ab 2007. Unter Zugrundelegung eines Diskontierungszinsfusses von 10% ergibt sich folgende Ertragsreihe:
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Ewige Rente Summe
Gewinn/Aktie (in Euro) 3,95 6,15 9,23 12,46 16,82 20,18 24,22 29,06 290,58
Diskontierungsfaktor 1,10 1,21 1,33 1,46 1,61 1,77 1,95 2,14 2,36
Gewinn/Aktie abgezinst 3,59 5,08 6,93 8,51 10,44 11,39 12,43 13,56 123,24 195,16
Auf Basis der Ertragswertmethode und der von uns zugrundegelegten, vorsichtigen Annahmen ergibt sich demnach ein fairer Kurs von 195 Euro. Damit ist jedoch das Kurspotential von VMR noch laengst nicht ausgereizt. Vor allem die Beteiligungsaktivititaeten lassen weitere Phantasie zu. Zudem sind sich die Boersianer offenbar noch nicht im klaren darueber, wie der Wert der VEM-Beteiligung im Kurs von VMR zu beruecksichtigen ist. Die Theorie der Unternehmensbewertung gibt jedenfalls sichere Anhaltspunkte dafuer, dass der Beteiligungswert von VEM eigentlich isoliert zu ermitteln und dem Ertragswert hinzuzurechnen ist. In diesem Fall laege der faire Kurs von VMR bei 300 Euro.
Fazit: Mit VMR erhaelt der fundamental orientierte Anleger eine phantasietraechtige Wachstumsperle, deren wahres Potential die Boerse noch nicht erschlossen hat und die bei guenstigem Geschaeftsverlauf eine Vervielfachung des investierten Kapitals bescheren koennte. Die Aufnahme in unser Musterdepot war fuer uns daher obligatorisch.
Hinweis: der Autor besitzt Aktien des Unternehmens
(ofr, 21.01.1999) - (c) 1999 by Stis-Weekly, der kostenlose Boersenbrief
