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Di, 27. Februar 2024, 19:03 Uhr

Vtion Wireless

WKN: CHEN99 / ISIN: DE000CHEN993

Vtion Wireless Technology strukturelle Veränderungen lassen Geschäft schrumpfen


10.02.11 11:29
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Geldanlage-Report" drängt sich ein Kauf der Vtion Wireless Technology-Aktie (ISIN DE000CHEN993 / WKN CHEN99) vorerst nicht auf.

In Deutschlands immer noch bekanntester Börsen-Community "wallstreet:online" habe man Frage gesetellt, ob Vtion Wireless wirklich zum Eisbrecher-IPO werden könnten. Gemeint sei damit die Hoffnung gewesen, dass die Aktie den seinerzeit ausgetrockneten (China)-IPO-Markt wieder in die Gänge bringen könnte.

Rund 15 Monate später laute die Bilanz: Nicht wirklich. Zwar seien mit Joyou und vor allem KINGHERO durchaus das eine oder andere erfolgreiche IPO nachgekommen, was allerdings eher die Ausnahme bleibe. In Anbetracht der neuesten Entwicklungen sei die Bezeichnung Eisbrecher aber dennoch ein Volltreffer.

Wieder einmal seien die Anleger auf dem dünnen China-Eis eingebrochen - und zwar massiv: Der Mobilfunk-Datenkarten-Anbieter habe im Rahmen der vorläufigen Zahlen für 2010 eine verheerende Gewinnwarnung veröffentlicht. Statt wie von Analysten erwartete 32 Millionen Euro, wolle Vtion nun nur noch 7,5 bis 10 Millionen Euro im operativen Geschäft verdienen. Statt 115 Millionen Euro würden nur noch 75 bis 100 Millionen Euro umgesetzt werden. Das heiße weniger als im Jahr 2010 (101 Millionen Euro) und noch dazu mit stark einbrechenden operativen Margen.

Das große Problem aus Sicht von Anlegern: Die Probleme bei Vtion seien struktureller Art und die Lage sollte sich eher weiter verschlechtern als verbessern. In dürren Worten beschreibe das Management die Problematik: Bei den Preisverhandlungen für das neue Jahr sei seitens der Netzwerkbetreiber ein starker Preisdruck ausgeübt worden. Der Hintergrund sei genauso einfach wie besorgniserregend:

Die Netzbetreiber wollten dauerhafte Verträge mit ihren Kunden abschließen, ähnlich wie hierzulande. Bei Mobilfunkkarten sei das Umsatzpotenzial für die Betreiber begrenzt und Vtion verdiene kräftig mit. Diese Entwicklung dürfte sich nicht so schnell umkehren und so bleibt dem Unternehmen nichts anderes übrig als "neue Produkte und Services" zu entwickeln und "Ressourcen dafür bereitzustellen".

Wohl auch weil in der Meldung dazu keine weiteren Perspektiven genannt würden, sei die Aktie in den letzten Tagen von über 11 Euro auf aktuell nur noch 4,80 Euro gefallen. Auf dem aktuellen Niveau könnte das Papier aber nun einige Schnäppchenjäger anziehen. Zum 30. September habe das Unternehmen nämlich über liquide Mittel in Höhe von 83,6 Millionen Euro verfügt, denen keinerlei Bankverbindlichkeiten gegenüberstünden. Die ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen seien zudem deutlich höher als die entsprechenden Verbindlichkeiten. Das heiße: Der Cashbestand sollte eher noch anwachsen.

Die Marktkapitalisierung der Aktie liege demgegenüber nach dem Absturz bei 76 Millionen Euro. Das operative Geschäft gebe es also aktuell nicht nur umsonst, sondern sogar noch 7,6 Millionen Euro oben drauf. Das sei umso erstaunlicher wenn man berücksichtige, dass Vtion ja durchaus auch in 2011 Geld verdienen wolle. Gelinge das prognostizierte EBIT von 7,5 bis 10 Millionen Euro, würde dies immerhin einem Nettogewinn von 5,5 bis 7,4 Millionen Euro entsprechen. Nicht schlecht, wenn man das Geschäft dafür zum Nulltarif kaufen könne, oder?

Dahinter stecke natürlich etwas anderes: Die Aktionäre hätten Angst, dass das Geschäft komplett wegbrechen könnte und dem Unternehmen sonst nichts einfalle, um Geld zu verdienen. Möglicherweise könnte der Pessimismus der Anleger etwas überzogen sein, denn Vtion habe zuletzt bereits in diese Richtung investiert. So seien zwei neue Produkte, ein E-Book-Reader und ein leistungsstarker 3G-Mobilfunk-Router vorgestellt worden.

Die Analysten der Montega AG hätten Anfang Dezember vor diesem Hintergrund sogar davon gesprochen, dass Vtion eine umfassende Produktpalette für den Bereich Mobiles Internet in China aufbauen und so zu einer Art chinesischer MEDION werden könnte. MEDION habe Ende der 1990er Jahre in Deutschland mit Billigprodukten für Elektronikgeräte und Computer (Vertrieb unter anderem über Aldi) für eine große Erfolgsgeschichte geschrieben.

Doch zunächst müsse Vtion nun unter Beweis stellen, dass man tatsächlich in der Lage sei, mit den neuen Produkten Geld zu verdienen. Die Vermarkung dürfte frühestens im zweiten Halbjahr in Schwung kommen. Vorher würden möglicherweise sogar rote Zahlen drohen. Hinzukomme, dass Anleger aufgrund der jüngsten Vorkommnisse gegenüber im Ausland gelisteten China-Aktien höchst misstrauisch geworden seien. Hier müsse Vtion verlorenes Vertrauen zuerst zurückgewinnen.

Kurzfristig dürfte sich die Aktie im Bereich 4,50 bis 5,00 Euro einpendeln.

Ein Kauf der Vtion Wireless Technology-Aktie drängt sich nach Ansicht der Experten von "Geldanlage-Report" erst dann auf, wenn Vtion zeigt, dass man auch im neuen Jahr noch profitabel arbeiten kann. Im vierten Quartal 2010 seien operativ bereits rote Zahlen geschrieben worden. (Analyse vom 10.02.2011) (10.02.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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