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Do, 9. Februar 2023, 4:02 Uhr

Amazon

WKN: 906866 / ISIN: US0231351067

Amazon.com: Bereinigter Gewinn sowie verhaltener Ausblick enttäuschen - Aktienanalyse


06.12.22 15:35
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Amazon.com-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Andreas Schiller, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von Amazon.com Inc. (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, NASDAQ-Symbol: AMZN) weiterhin zu kaufen.

Der Umsatz habe im dritten Quartal 2022 von USD 110,81 Mrd. um 14,7% auf USD 127,10 Mrd. gesteigert werden können, was in etwa den Analystenerwartungen entsprochen habe. Bei konstanter Währungsentwicklung hätte der Umsatzanstieg rund 19% betragen. Beim Nettoergebnis habe der Online-Riese im Gegensatz zu den beiden vorherigen Quartalen zwar wieder einen Gewinn in Höhe von USD 2,87 Mrd. vorweisen und damit auch die Analystenerwartungen von USD 2,24 Mrd. um 28,3% übertreffen können, habe damit aber 8,5% unter dem Vorjahreswert gelegen. Betrachte man aber den um Sondereffekte bereinigten Gewinn, so sorge dies durchaus für Enttäuschung: Der bereinigte Gewinn habe bei knapp USD 1,8 Mrd. gelegen, was im Jahresvergleich einen Rückgang von 43% darstelle und zudem auch noch 17,9% unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen in Höhe von USD 2,19 Mrd. angesiedelt gewesen sei.

Weiter durchaus stark habe sich die lukrative Cloud-Sparte (AWS) präsentiert, welche im Jahresvergleich einen Umsatzzuwachs von 27,5% auf USD 20,54 Mrd. habe verzeichnen können. Allerdings seien auch hier die operativen Kosten um knapp 35% gestiegen, wodurch sich der operative Gewinn dieser Sparte lediglich um 10,7% auf USD 5,40 Mrd. erhöht habe.

Wie schon im letzten Quartal sei auch dieses Mal das Ergebnis der E-Commerce-Sparte schwach ausgefallen. In Nordamerika habe zwar der Nettoumsatz im Jahresvergleich um 20% auf USD 78,8 Mrd. zuzulegen vermocht, allerdings seien gleichzeitig die operativen Kosten überproportional um 22,5% gestiegen, wodurch sich operativ ein Verlust von 412 Mio. ergeben habe. Noch schwächer habe aber das internationale Segment abgeschnitten, da sich hier auch der Nettoumsatz mit einem Minus von 4,9% im Jahresvergleich auf USD 27,72 Mrd. reduziert habe. Die operativen Kosten hätten im Vergleichszeitraum mit 0,4% marginal zugelegt, wodurch sich auch hier ein operativer Verlust in Höhe von 911 Mio. habe ausgewiesen werden müssen.

Nachdem bereits Anfang 2022 die Preise für die Amazon Prime-Mitgliedschaft in den USA angehoben worden seien, sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, wann dies auch in Europa kommen würde. Im Mai seien bereits die Preise für den Musik-Streamingdienst Amazon Music Unlimited für Prime-Kunden nach oben angepasst worden und am 15. September sei auch das Prime-Abo gefolgt. Anstelle der zuvor veranschlagten EUR 69 für die Jahresmitgliedschaft würden sich nun EUR 89,90 zu Buche schlagen.

Amazon sei aber auch im Werbe-Bereich stark vertreten. Der Umsatz habe in diesem Segment um überproportionale 30% (währungseffektbereinigt) auf USD 9,55 Mrd. zugelegt.

Durchaus gut hätten sich aber auch die Einnahmen aus den Abonnement-Dienstleistungen (v.a. Prime-Mitgliedschaft sowie auch Video, Musik, Hörbücher sowie E-Book Services) entwickelt. Die Umsätze seien in diesem Bereich währungseffektbereinigt um 14% auf USD 8,90 Mrd. gestiegen.

Politischer Druck: Sowohl die USA als auch Europa seien bestrebt die Marktmacht von Big-Tech Unternehmen einzudämmen. In der EU seien dafür der "Digital Markets Act" (DMA) und der "Digital Services Act" (DSA) auf dem Weg gebracht worden, wobei diverse Datenerhebungen sowie Benennungsverfahren 2023 stattfinden würden und sich somit die volle Wirksamkeit der Gesetzespakete wohl erst Anfang 2024 entfalten dürfte. Zudem liebäugle die EU-Kommission auch noch mit einer Art "Daten-Maut", wodurch die großen Digital-Konzerne für den verursachten Datenverkehr zur Kasse gebeten werden könnten. Mögliche Ausgestaltungen seien bislang aber noch nicht kolportiert worden.

Nach den zuletzt eher enttäuschenden Ergebnissen habe sich der Konzern mehr Kostendisziplin verordnet. So würden Bereiche, die weniger oder kaum ertragreich seien, teilweise restrukturiert bzw. verkleinert. Dies mache auch vor dem bisherigen Aushängeschild "Alexa" nicht Halt. Kolportierten Berichten zufolge sollten international bis zu 20.000 Mitarbeiter in den kommenden Monaten abgebaut werden, was der Überbelegung während der Pandemie und der Notwendigkeit von Kostensenkungen geschuldet sei.

Ausblick: Für das laufende Quartal gebe sich Amazon angesichts des herausfordernden makroökonomischen Umfelds und scharfen Konkurrenz im immer wichtiger werdenden Cloud-Geschäft sehr zurückhaltend und gehe von einem Umsatz zwischen USD 140 Mrd. und USD 148 Mrd. aus, was einem Wachstum zwischen 2% und 8% gegenüber dem vierten Quartal 2021 entspreche. Das vom Konzern erwartete operative Ergebnis liege in einer Bandbreite von USD 0 Mrd. bis USD +4,0 Mrd., verglichen mit USD 3,5 Mrd. im vierten Quartal 2021.

Amazon habe mit den Zahlen für das abgelaufene Q3 2022 ein durchwachsenes Ergebnis präsentiert: Zwar habe der Konzern wieder ein zweistelliges Umsatzwachstum vorzuweisen vermocht, allerdings habe der um Sondereffekte bereinigte Gewinn (Stichwort: Rivian) nicht nur unter den Analystenerwartungen, sondern auch deutlich unter dem Vorjahresergebnis gelegen. Auch der Ausblick auf das vierte Quartal habe für keinen Freudentaumel unter den Investoren gesorgt, zumal er ebenfalls unter den Erwartungen ausgefallen sei. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die rekordhohe Inflation, der erhöhten Kraftstoffpreise und der steigenden Energiekosten, was sich nicht nur negativ auf die Kostenseite des Konzerns, sondern auch klar bremsend auf das Kaufverhalten der Kunden sowie auf die Technologie- und Werbeausgaben der Unternehmen niederschlagen dürfte.

Wie sich schon in den letzten Quartalen abgezeichnet habe, habe der klassische Onlinehandel sowohl in Europa als auch in den USA im abgelaufenen Quartal erneut Verluste gemacht, da Amazon die höheren Kosten im Sinne der Kundezufriedenheit und Kundenbindung nicht aggressiv auf die Produktpreise aufschlage. Allerdings dürfte dies - zumindest zu einem gewissen Grad - von den Preiserhöhungen für z.B. die Prime-Mitgliedschaft bzw. anderen Abo-Diensten (Musik-Streaming) kompensiert werden. Dementsprechend würden auch die Einnahmen aus den Abonnement-Dienstleistungen sowie aus dem Werbesegment nach wie vor überproportionalen Wachstumsraten aufweisen. Das Glanzlicht ist und bleibt aber die Cloudsparte, so der Analyst der RBI. Nicht nur, dass die Wachstumsdynamik weiterhin sehr stark sei, handle es sich bei diesem Segment auch um eine Cash-Cow, wodurch das zuletzt schwache Retail-Geschäft mehr als ausgeglichen habe werden können. Damit wandle sich der Onlinehändler immer mehr zum Technologie-, Werbe- und Plattformunternehmen, wobei Amazon mittlerweile das meiste Geld mit AWS und Werbung erwirtschafte.

Auch wenn das Q3-Ergebnis sowie der Ausblick auf Q4 keinen Grund zur Freude bereiten würden und das wirtschaftliche Umfeld auch 2023 durchaus herausfordernd bleiben dürfte, so habe der Konzern die Zeichen der Zeit erkannt und versuche mit besserer Kostendisziplin und einem Rescaling des zuvor ausufernden Einstellungsbooms gegenzusteuern. Vor allem in Anbetracht der ungebrochenen Dynamik des AWS-Segments sowie generell der immer größer und wichtiger werdenden Dienstleistungs- sowie Werbesparte seien die Zukunftsaussichten weiterhin klar positiv.

Andreas Schiller, Analyst der RBI, bestätigt daher seine bisherige "Kauf"-Empfehlung für die Amazon.com-Aktie, reduziert aber aufgrund des aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds sein Kursziel auf USD 110. Das ermittelte Kursziel basiere auf einem gemischten Multiple-Ansatz, wobei die Daten auf Konsensusschätzungen beruhen würden. (Analyse vom 06.12.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Amazon.com-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Amazon.com-Aktie:
87,05 EUR +0,30% (06.12.2022, 09:26)

NASDAQ-Aktienkurs Amazon.com-Aktie:
91,01 USD -3,31% (05.12.2022)

ISIN Amazon.com-Aktie:
US0231351067

WKN Amazon.com-Aktie:
906866

Ticker-Symbol Amazon.com-Aktie:
AMZ

NASDAQ-Symbol Amazon.com-Aktie:
AMZN

Kurzprofil Amazon.com Inc.:

Amazon.com Inc. (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, NASDAQ-Symbol: AMZN) ist ein international führender Online-Versandhändler. Bei Amazon finden Käufer neue und gebrauchte Waren aus beinahe allen Bereichen der Konsumgüterindustrie. Bücher, Musik, DVDs, Elektronikprodukte, Fotos, Digitale Downloads, Software, PC- und Videospiele werden ebenso angeboten wie Geräte für Küche, Haus und Garten, Spielwaren, Sport- und Freizeitartikel, Schuhe und Schmuck, Gesundheits- und Kosmetikprodukte, Kleidung, Autos, Lebensmittel und Zeitschriften. Dabei werden nicht alle Produkte von Amazon selbst verkauft. Auch private und gewerbliche Verkäufer können ihre Produkte über das Onlineversandhaus anbieten.

Darüber hinaus umfasst das Angebot des Online-Händlers noch zahlreiche weitere Produkte und Leistungen. Dazu gehört unter anderem der portable Reader Kindle sowie das Video-on-Demand-Angebot über Amazon Prime Video oder der Streaming-Service Fire TV. Außerdem führt das Unternehmen die Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS), das Spracherkennungssystem Echo oder die Tablet-Reihe Fire. Über AmazonFresh können Kunden frische Lebensmittel online bestellen. (06.12.2022/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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