Suchen
Login
Anzeige:
Fr, 17. April 2026, 19:23 Uhr

Ausblick auf die Unternehmensberichtssaison


21.10.24 13:46
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Der Preisdruck scheint nachzulassen, und die Zentralbanken haben mit einem Zinssenkungszyklus begonnen, so die Analysten von Postbank Research.

Die Chancen für eine sanfte Landung in den USA stünden gut. Natürlich lasse sich eine Rezession nie vollständig ausschließen, doch hätten die jüngsten Daten positiv überrascht, und der Arbeitsmarkt habe sich im September deutlich erholt. Ein Risikofaktor seien die Wahlen. Unabhängig vom Wahlausgang dürfte das Haushaltsdefizit zunehmen, was sich natürlich auf die Inflation auswirken würde. Ein weiterer Aspekt sei die geopolitische Lage und deren Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Schließlich spiele auch ein eher mikroökonomischer Trend eine Rolle: Welche Teile des Aktienmarktes würden sich weiterhin gut entwickeln oder unterdurchschnittlich abschneiden?

Aktuell reagierten die chinesischen Festlandmärkte positiv auf die erwartete Senkung der Kreditzinsen für ein- und fünfjährige Kredite um 25 Basispunkte. Im Rohstoffsektor erreiche der Goldpreis Rekordhöhen, angetrieben durch die Volatilität rund um die bevorstehenden US-Wahlen, die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und eine sich lockernde Geldpolitik. Während sich die Ölpreise nach einem Rückgang von -7,4% stabilisiert hätten, hätten OPEC und IEA ihre Prognosen für die weltweite Nachfrage gesenkt.

Nachdem die Gewinne des S&P 500 im zweiten Quartal um 13,2% gestiegen seien, erwarteten die Analysten für das dritte Quartal einen Anstieg um 4,9%. Diese Zahl sei in den letzten Monaten nach unten korrigiert worden. Der Energiesektor sei mit -22,1 Prozentpunkten am stärksten herabgestuft worden, gefolgt von den Bereichen Grundstoffe (-12,9 Prozentpunkte) und Industrie (-8,5 Prozentpunkte). Lediglich zwei Sektoren, nämlich Finanzwerte und Kommunikationsdienste, seien geringfügig um 2,4 bzw. 0,6 Prozentpunkte nach oben korrigiert worden.

Auch in Europa sei eine Korrektur der Gewinnerwartungen erfolgt. Der einzige Sektor mit positiver Korrektur sei der Finanzsektor mit einem Anstieg von 12,7% auf 16,4%. Dieser Sektor habe zum einen mit einem Plus von 25% gegenüber dem Vorjahr die beste Performance im Index verzeichnet und werde zum anderen zu einem angemessenen NTM-KGV von 8,8x gehandelt. Dieses liege fast 20% unter dem Medianwert der letzten zehn Jahre und 35% unter dem NTM-KGV des Gesamtindex von 13,5x.

Das höchste Gewinnwachstum werde von den S&P 500-Sektoren IT, Kommunikationsdienste und Gesundheitswesen erwartet. Beim STOXX 600 sollten die Sektoren Grundstoffe und Finanzen die beste Gewinnentwicklung aufweisen. In Bezug auf Wachstumssektoren, die in den USA überdurchschnittliche Gewinne versprechen würden - wie IT, Kommunikationsdienste und Gesundheitswesen - bleibe man konstruktiv. Aufgrund der Outperformance und der niedrigen Bewertung interessiere man sich darüber hinaus besonders für europäische Finanzwerte. (21.10.2024/ac/a/m)




 
Werte im Artikel
2,70 plus
+42,11%
0,15 plus
+10,05%