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Fr, 17. April 2026, 13:24 Uhr

Eurozone: Volkswirtschaft am Scheideweg


06.08.25 14:43
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU brachte der Volkswirtschaft der Eurozone eine gewisse Erleichterung und verhinderte weitere negative Szenarien, so die Analysten von Postbank Research.

Es verringere zwar die wirtschaftliche Unsicherheit, bringe aber auch wirtschaftliche Kosten mit sich, da die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen möglicherweise vor Herausforderungen gestellt werde. Das BIP-Wachstum von 0,1% in der Eurozone im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal (0,6%) habe jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit trotz der Handelsverhandlungen mit den USA in den letzten Monaten gezeigt: Der Marktkonsens sei von einem Nullwachstum im vergangenen Quartal ausgegangen. Das Hin und Her beim Handel werde sich wahrscheinlich weiterhin auf die Volkswirtschaft der Eurozone auswirken. In dieser Woche würden nur wenige makroökonomische Daten zur Bewertung der Wirtschaftslage in der Eurozone veröffentlicht. Der wichtigste Datenpunkt dürften die Einzelhandelsumsätze der Eurozone für Juni am Mittwoch sein. Der Konsens erwarte einen Anstieg um 0,4% ggü. Vormonat, nachdem im Mai ein Rückgang um 0,7% zu verzeichnen gewesen sei. Während das Verbrauchervertrauen in der Eurozone nach wie vor recht gering sei, könnte der historische Tiefstand der Arbeitslosigkeit in der Eurozone die Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheit auf die Binnennachfrage ausgleichen. Was die makroökonomischen Daten betreffe, werde morgen der Produzentenpreisindex für Juni für die Eurozone erwartet und am Donnerstag der Wirtschaftsbericht der EZB. Der deutsche Auftragseingang (Mittwoch) und die Daten zur Industrieproduktion (Donnerstag) für den Monat Juni könnten Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Fazit: Das Handelsabkommen mit den USA sollte die Unsicherheit verringern, aber die Volkswirtschaft dürfte einen Teil der Kosten tragen müssen. Die Volkswirtschaft der Eurozone zeige sich trotz der Herausforderungen widerstandsfähig, angetrieben von der Binnennachfrage und einer expansiven Fiskalpolitik. (PERSPEKTIVEN Week up front vom 04.08.2025) (06.08.2025/ac/a/m)