Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 28. Februar 2024, 10:20 Uhr

Finanzmärkte: Fokus auf den USA


08.11.23 11:46
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Der Fokus lag letzte Woche klar auf den USA, so die Analysten der National-Bank AG.

Haupteinflussfaktoren seien die FOMC-Sitzung sowie der Arbeitsmarktbericht gewesen. Die US-Notenbank habe wie erwartet die Leitzinsen unverändert belassen. Entscheidender seien jedoch Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik gewesen. FED-Chef Jerome Powell habe erneut darauf hingewiesen, dass der spürbare Anstieg der Renditen langlaufender Staatsanleihen die Wirtschaft dämpfen werde. Er habe aber betont, dass sich die FED die Möglichkeit weiterer Zinsschritte offengehalten habe, da zum Erreichen des Inflationsziels ein geringeres Wachstum und ein schwächerer Arbeitsmarkt notwendig wären. Powell zufolge sei man aber dem Ende des Zinserhöhungszyklus nahe. Diese Aussagen seien an den Finanzmärkten positiv aufgenommen worden, da die FED offenbar nicht über weitere Zinserhöhungen nachdenke.

Mit Spannung sei außerdem der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober erwartet worden. Die Veröffentlichung am letzten Freitag habe für Entspannung gesorgt, denn der Bericht habe eine von Marktteilnehmern ersehnte Abkühlung gezeigt. So habe die US-Wirtschaft letzten Monat nur rund 150.000 neue Stellen geschaffen und damit weniger als die erwarteten 180.000. Außerdem sei der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten deutlich nach unten revidiert worden. Gleichzeitig sei die Arbeitslosenquote leicht auf 3,9% bei leicht niedrigerem Lohnwachstum gestiegen.

Die Abschwächung am Arbeitsmarkt sei sehr positiv aufgenommen worden, denn sie gebe der FED neue Nahrung für eine Verlängerung der Zinspause. Weitere US-Zinserhöhungen z.B. auf der Dezember-Sitzung seien nun ausgepreist worden. Als Reaktion seien die US-Renditen deutlich gefallen und US-Aktien würden kräftige Kursgewinne verbuchen. Auch in Europa seien die Anleiherenditen gefallen und Aktien hätten deutlich zugelegt.

Leicht positive Impulse kämen von der Unternehmensseite von der momentan laufenden Berichtssaison zum dritten Quartal. Vor allem in den USA würden die Unternehmen besser abschneiden als erwartet. Aus dem S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) hätten bislang 85% der Unternehmen berichtet und die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. In Europa würden sich das Bild verhaltener zeigen, da die Unternehmen unter der schwächeren Konjunktur leiden würden.

Sollten die globalen Spannungen nicht eskalieren, würden die Analysten trotz erhöhter Volatilität positiv für die Aktienmärkte eingestellt bleiben. Gerade das vierte Quartal sei traditionsgemäß ein sehr starkes Aktienquartal, gerade in Jahren, die sich ohnehin schon durch eine positive Aktienperformance auszeichnen würden. Der Rechtfertigungsdruck bei institutionellen Aktienanlegern eine etwaige Unterdotierung zum Jahresende auszugleichen, nehme sukzessive zu. Dies könnte eine Jahresendrally begünstigen. (Ausgabe vom 07.11.2023) (08.11.2023/ac/a/m)