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Di, 27. Februar 2024, 8:23 Uhr

Finanzmärkte: Die neue Unsicherheit


10.10.23 17:12
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Zu Beginn der neuen Börsenwoche verarbeiten die Marktteilnehmer sowohl die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA als auch die neue politische Unsicherheit, die der Angriff der palästinesischen Terrororganisation Hamas auf Israel am Wochenende mit sich bringt, so die Analysten der National-Bank AG.

336.000 Jobs seien in den USA im September neu entstanden, deutlich mehr als prognostiziert. Dies verdeutliche, wie stark die US-Wirtschaft weiterhin sei und wie schwierig sich der Balanceakt für die US-Notenbank hinsichtlich des weiteren Zinspfades gestalte. Weiterhin bilde der US-Konsument, getragen von den während der Corona-Pandemie aufgebauten Ersparnissen sowie dem brummenden US-Arbeitsmarkt, den Stützpfeiler der US-Wirtschaft. Zur hervorragenden Verfassung des US-Arbeitsmarktes würden auch die Arbeitsplatzgewinne durch den von der Biden-Regierung verabschiedeten Inflation Reduction Act beitragen. Dies sollte bei allem Wahnsinn rund um die US-Politik in den letzten Wochen nicht in Vergessenheit geraten und lasse einen emotionsloseren Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr zu.

Hinsichtlich des neuen politischen und militärischen Konfliktes im Nahen Osten bleibe abzuwarten, wie stark sich dieser ausdehnen könnte. Ein Hineinziehen des Irans würde sicherlich zu einer Eskalation der Situation mit Schockwellen auch an den Finanzmärkten führen, bleibe der Konflikt begrenzt, sollten die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte auch überschaubar bleiben. Der jüngste Ölpreisanstieg sei auch als Reaktion auf den deutlichen Rückgang in der letzten Woche zu sehen und sollte nach Erachten der Analysten nicht überinterpretiert werden. Momentan trotze die US-Wirtschaft dem Trend der Weltwirtschaft, die Analysten würden denken, dass dieses Szenario sich fortsetzen werde. In Europa schwäche sich das Wachstum dagegen eher weiter ab. In den USA und in Europa würden die Analysten jedoch mit einer weiteren Abschwächung der Inflation rechnen.

Gerade in Europa sei die Wahrscheinlichkeit, dass die europäischen Inflationsraten wieder in den strukturellen Abwärtstrend der Vor-Corona-Jahre einschwenken würden, sehr hoch. Dieses Szenario sollte weitere Unterstützung für die Annahme der Analysten deutlich sinkender Zinsen ab dem Frühjahr 2024 liefern. Einhergehend mit einem solchen Szenario sei eine merkliche Unterstützung der Aktienmärkte, im Besonderen angefacht von der Technologieseite. Die Analysten der National-Bank AG raten daher zu einer ausgeprägten internationalen Diversifizierung in den Anlegerdepots, um Chancen, aber auch Risiken einzelner Regionen ausnutzen bzw. abfedern zu können.

Die Analysten der National-Bank AG sind trotz der zunehmenden globalen Spannungen und der damit einhergehenden Volatilität weiterhin positiv für die Aktienmärkte eingestellt. Gerade das nunmehr begonnene vierte Quartal sei traditionsgemäß ein sehr starkes Aktienquartal, gerade in Jahren, die sich ohnehin schon durch eine positive Aktienperformance auszeichnen würden. Der Rechtfertigungsdruck bei institutionellen Aktienanlegern eine etwaige Unterdotierung zum Jahresende auszugleichen nehme sukzessive zu. (10.10.2023/ac/a/m)