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Mo, 4. März 2024, 6:01 Uhr

Globale Aktienmärkte bauen ihre Kursgewinne der letzten Wochen weiter aus


20.06.23 15:15
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nach dem Kompromiss zur Erhöhung der Schuldenobergrenze haben die wichtigen globalen Aktienmärkte ihre Kursgewinne der letzten Wochen weiter ausgebaut, so Dr. Frank Wohlgemuth, CIIA, von der National-Bank AG.

Insbesondere der technologielastige S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) habe weiterhin vom anhaltenden Investoreninteresse nach den großen US-Technologiewerten sowie der generellen Euphorie im Hinblick auf das Zukunftsthema Künstliche Intelligenz profitiert.

Die Aktienmärkte würden weiterhin einer Fülle von politischen und wirtschaftlichen Risiken trotzen. Letztere fänden ihren Ausdruck vor allem in der deutlich invertierten US-Zinsstrukturkurve. Der Abstand zwischen den kurzfristigen und den längerfristigen Renditen habe sich in der letzten Woche weiter vergrößert. Die kurzfristigen Renditen würden von den Zinserwartungen bestimmt, wohingegen ihre längerfristigen Pendants durch Wachstums- und Inflationserwartungen determiniert würden. So würden niedrigere langfristige Renditen die Angst der Investoren vor einer Rezession verkörpern. Wenn Anleger demnach verstärkt die Erwartungshaltung hätten, dass die kurzfristig hohen Zinsen das Wirtschaftswachstum in der Zukunft merklich dämpfen würden, komme es zu der zu beobachtenden Invertierung. Viele Investoren würden folglich nicht erwarten, dass die US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte die Zinsen senken werde.

Die Analysten der National-Bank AG sähen dieses Szenario differenzierter und würden in den nächsten Monaten im Einklang mit dem stetigen Rückgang der Inflationsraten, des nachlassenden Drucks vom Arbeitsmarkt sowie den sinkenden Import- und Produzentenpreisen in den USA einen geringeren Druck auf die FED erwarten, die Zinsen weiter merklich anzuheben. Dies sollte gerade den Aktienmärkten eine deutliche Unterstützung liefern.

Im Konfliktfeld USA-China würden die Kapitalmärkte auf die (hoffnungsvolle) Annahme setzen, dass es zu keiner Eskalation komme und somit letztendlich die wirtschaftliche Vernunft die Oberhand behalten werde. Der aktuelle Besuch des US-Außenministers in China sei jedenfalls ein Zeichen dafür, dass die Ebene des Dialogs in den nächsten Wochen wieder stärker die Oberhand gewinnen sollte. Ein befürchtetes umfassendes "Decoupling", also die systematische Entflechtung von Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden wichtigsten Volkswirtschaften der Welt, hätte jedenfalls gravierende Folgen und würde allen schaden.

Auch wenn wir uns wiederholen: Der oftmals beschriebene "Blick auf die Aktienmarktverläufe" sieht weiter sehr konstruktiv aus, so die Analysten der National-Bank AG. Die Analysten seien daher zuversichtlich, dass die Aktienmärkte ihre bemerkenswerte Stärke auch in den nächsten Wochen beibehalten würden. Allerdings gelte es zu beachten, dass in der eher umsatzschwachen Sommerzeit es häufig zu stärkeren Ausschlägen komme. Als langfristig orientierter Anleger sollte man sich davon jedoch nicht verunsichern lassen. (20.06.2023/ac/a/m)