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Di, 28. April 2026, 3:25 Uhr

Internationale Börsen im Überblick


02.02.26 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Ankündigung Trumps, das frühere Fed-Direktoriumsmitglied Kevin Warsh als Nachfolger für den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell zu nominieren, sorgte für einen chaotischen Wochenausklang an den Börsen, von welchem so gut wie keine Assetklasse verschont blieb, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Was sei geschehen?

Kevin Warsh gelte nicht als Verfechter der bislang erwarteten Lockerungen. Der potenzielle Nachfolger Powells sei lange als geldpolitischer Falke angesehen worden, habe sich also tendenziell für höhere Zinsen eingesetzt. Obwohl er sich zuletzt für Zinssenkungen ausgesprochen habe, hätten Anleger im Zuge der Ankündigungen ihre Erwartungen an niedrigere Zinsen zurückgefahren. Die Folge seien Gewinnmitnahmen durch die Bank gewesen, welche allen voran am Markt für Edelmetalle in einem panikartigem Abverkauf resultiert hätten. Habe der Silberpreis am Donnerstag noch ein Allzeithoch über USD 120,00 erreicht, habe das Edelmetall im Handelsverlauf um rekordverdächtige 30% gecrasht. Weniger schlimm, aber dennoch schmerzhaft für die Vertreter vermeintlich sicherer Häfen, sei auch der Goldpreis um rund 10% eingebrochen. Zwar seien es weitgehend die zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten der letzten Monate und Jahre gewesen, welche Gold und Silber angetrieben hätten. Dass nun aber die US-Zinsen möglicherweise doch weniger stark gesenkt würden als erwartet, lasse Edelmetalle relativ zu risikoärmeren Anlageformen weniger attraktiv erscheinen. Die massiven Abverkäufe würden sich heute Morgen fortsetzen. Gold sei auf unter USD 4.500 gerutscht und habe damit innerhalb von nur drei Handelstagen USD 1.000 an Wert verloren. Der Silberpreis liege 15% im Minus. Bei Kryptowährungen sehe es ebenfalls düster aus. Der Bitcoin sei übers Wochenende auf USD 75.000 abgesackt.

Die Aktienmärkte seien am Freitag vergleichsweise glimpflich davongekommen. Am schwersten getroffen habe sich äquivalent zum Rohstoffmarkt der Grundstoffsektor gezeigt. Aber auch Tech-Aktien sowie das zinssensitive Small- und Mid-Cap-Segment habe unter Abgabedruck gestanden. Zugewinne habe es bei Basiskonsumgütern und Gesundheit gegeben. Heute Morgen setze sich die Schwäche jedoch in Asien und gemäß vorbörslicher Indikatoren auch in Europa fort.

Datenseitig habe die neue Handelswoche einiges zu bieten. Während heute vorwiegend Konjunkturvorlaufindikatoren auf der Agenda stünden, liege der Fokus klar auf der EZB-Sitzung am 4. und 5. Februar, zumal der Euro jüngst erstmals seit mehr als vier Jahren wieder die Marke von USD 1,20 überschritten habe. Ein stärkerer Euro wirke für Europa wie ein zweischneidiges Schwert. Er dämpfe zwar die importierte Inflation, belaste aber Exporte und Gewinnmargen. Entsprechend werde der Markt sehr genau auf Tonalität und Prioritäten achten, zumal aus dem EZB-Umfeld bereits zu hören gewesen sei, dass der Wechselkurs als Einflussfaktor mitbeobachtet werde. Abseits des Makrokalenders stehe mit der sechsten Kalenderwoche ein regelrechter Unternehmenszahlenreigen bevor, wobei der Newsflow zunehmend europäischer werde. (02.02.2026/ac/a/m)





 
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