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Sa, 26. November 2022, 19:16 Uhr

Kryptowährungen: Steigen Banken aus Angst vor Disruption nun ein?


13.09.22 07:59
GoldGeldWelt

Viele Banken haben Kryptowährungen wie Bitcoin lange verschmäht. Nun wächst das Interesse von Instituten und Regulierungsbehörden – wohl auch, weil diese im Fall einer disruptiven Entwicklung nicht tatenlos an der Seitenlinie stehen möchten.

Kryptowährungen sind im Bankensektor auf höchster Ebene Thema. Vor rund drei Wochen gab die US Notenbank Federal Reserve neue Richtlinien für Banken für den Umgang mit Bitcoin und Co. heraus. Alle Banken, die den Einstieg in Geschäfte mit Digitalgeld planen, müssen die Notenbank vorab darüber informieren.

Kryptowährungen sind auf höchster Bankenebene Thema


Banken müssen zudem Rechtskonformität, Risikomanagementsysteme und andere Qualitätsmerkmale sicherstellen. Damit gibt es in den USA nun einen grundlegenden Regulierungsrahmen für Kryptowährungen, der künftig erweitert und präzisiert werden dürfte.

Auch in Europa sind Bitcoin und Co. auf höchster Bankenebene Thema. Auf dem Bankengipfel am Mittwoch ging es auch um Kryptowährungen. Die Situation des Segments wurde Experten analysiert. Eingeladen war unter anderem Eric Demuth, der Vorstandschef der Kryptobörse BitPanda.

Die Einstellung der Kreditinstitute gegenüber Kryptowährungen hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es ist noch nicht allzu lange her, dass Bitcoin und Co. geradezu verteufelt wurden. So hatte etwa Jamie Dimon, Chef der US-Bank JP Morgan, Bitcoin bei einer Investorenkonferenz 2017 als „Betrug“ bezeichnet, der „in die Luft fliegen“ werde. Der Chef des weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock, Larry Fink, äußerte 2017 eine ähnliche Ansicht. Bitcoin zeige lediglich, wie groß die „Nachfrage nach Geldwäsche“ in der Welt sei.

BlackRock, J.P. Morgan und Co ändern ihre Meinung


Mittlerweile hat sich der Wind gedreht. BlackRock unterhält mittlerweile Partnerschaften mit Coinbase und Circle. Larry Fink teilte in diesem Jahr Investoren mit, der Vermögensverwalter beschäftige sich mit Digitalwährungen und den dahinter stehenden Technologien und erörtere, wie diese den eigenen Kunden helfen könnten. Ein gut konzipiertes, globales Digitalzahlungssystem könne grenzüberschreitende Transaktionen verbessern und das Risiko von Geldwäsche und Korruption verringern.

Auch bei J.P. Morgan ticken die Uhren mittlerweile anders. Die Investmentbank hat eine eigene digitale Währung (den JPM Coin) entwickelt und betreibt diverse Blockchainprojekte. Diese wurden in einer eigenen Sparte namens Onyx gebündelt.

Trotz Crypto Crash: Banken fürchten disruptive Verschiebungen


Kryptowährungen haben in den letzten Monaten einen drastischen Wertverlust erlitten. Belief sich die kombinierte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen Ende 2021 noch auf ca. 2,9 Billionen USD, sind Bitcoin und Co. zusammen derzeit weniger als 1 Billion USD wert.

Trotzdem trauen sich die lange sehr kritischen Banken offensichtlich nicht mehr, das Segment zu ignorieren. Bei allen Fragen im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit von Kryptowährungen fürchten die Institute offenbar disruptive Veränderungen zu ihrem Nachteil. Zur Erinnerung: Die Macher von Bitcoin und der Blockchaintechnologie und ihre Nachfolger wollten nicht zuletzt Geschäfts- und Zentralbanken überflüssig machen.

Die Institute fürchten, dass die Grenzen zwischen alter und neuer Geldwelt zunehmend verschwimmen und Herausforderer aus der Kryptowelt ins klassische Bankgeschäft einsteigen könnten. Dies berichtete u.a. die NZZ.

Dann müssten Institute befürchten, vor allem junge Kunden dauerhaft zu verlieren. Diese könnten dann neue Krypto Anbieter als erste Adresse nicht nur für Krypto Assets, sondern auch für andere Lösungen im Kredit-, Zahlungsverkehrs- und Wertpapiergeschäft betrachten.

Ethereum Update: Kryptowelt ist entwicklungsfähig


Die Kryptowelt stellt zudem ihre Entwicklungsfähigkeit unter Beweis. So findet im Ethereum Netzwerk  - die zugehörige Kryptowährung Ether ist mit einer Marktkapitalisierung von ca. 198 Mrd. USD die Nr. 2 nach Bitcoin – derzeit das Merge Update statt.

Ein Resultat des Updates ist eine Reduzierung des Stromverbrauchs beim „Mining“ um 99,95 %. Bislang lag der Stromverbrauch mit rund 78 Millionen Kilowattstunden Schätzungen zufolge in der Größenordnung von Österreich. Der hohe Stromverbrauch bei vielen Kryptowährungen gehört zu den regelmäßig vorgetragenen Kritikpunkten an dem Segment.




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