Suchen
Login
Anzeige:
Sa, 28. Januar 2023, 8:29 Uhr

Marktkommentar ETFs weekly


29.11.22 12:06
EUWAX Trends

Euwax


Der historische Einbruch am Rentenmarkt war auch seinem Profil geschuldet: lange Laufzeiten und niedrige Kupons. Letzteres hat sich geändert, das öffnet Chancen




Vor rund einem Jahr fragte der scheidende Senator von Pennsylvania, Pat Toomey, den Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell frech: „Wie lange muss die Inflation noch über ihr Ziel  steigen, bevor die Fed entscheidet, dass sie vielleicht nicht so vorübergehend ist?“ Als Antwort räumte Powell ein, dass der November 2021 „wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt“ sei, das Wort „vorübergehend“ in Zukunft zu vermeiden und „klarer zu erklären, was wir meinen.“1)

Ein Jahr später ist das Wort zurück und damit auch ein Teil der Verwirrung, das es bei Anlegern zu verursachen pflegt2). Nehmen wir die US-Gebrauchtwagenpreise, die 2021 in die Höhe schnellten. Wie unser „Chart der Woche“ zeigt, sind die Großhandelspreise jetzt im Jahresvergleich rückläufig3). Das passt zur Idee, dass der Aufwärtsdruck auf die Preise langlebiger Güter im Allgemeinen nun endlich nachlassen sollte, je mehr der Covid-Schock – zumindest außerhalb Chinas – und die damit verbundenen Unterbrechungen der globalen Lieferketten in die Vergangenheit rückt. Wie unser Chart zeigt, läuft der MUVVI der Gebrauchtwagenkomponente des US-Verbraucherpreisindex (CPI) typischerweise um etwa zwei Monate voraus. Nach den überraschend moderaten CPI-Werten vom Oktober scheint der MUVVI für die kommenden Monate weiter Positives zu verheißen.

Zugegebenermaßen machen Gebrauchtwagen etwa vier Prozent des CPI-Warenkorbs aus. Die Preise für Neuwagen, die ungefähr die gleiche Gewichtung haben, steigen im Jahresvergleich immer noch um 9,6 Prozent, was teilweise auf höhere Rohstoffkosten zurückzuführen ist4). Mit einer Kernrate – nach Ausklammerung der volatilen Lebensmittel- und Energiepreise – von 6,3 Prozent bleibt der Preisdruck jedoch viel zu hoch. Zumindest in den USA und auf der Kernebene kann der diesjährige Inflationsanstieg auch nicht allein auf Wladimir Putins Invasion in der Ukraine im Februar und die anhaltende Störung der globalen Energieund Lebensmittelmärkte zurückgeführt werden.

Ein genauerer Blick auf unseren Chart zeigt außerdem, dass die Vorhersagekraft des MUVVI für die Gebrauchtwagenpreise des CPI auf längere Sicht gar nicht immer so zuverlässig war. Das überrascht auch
nicht, da historische Korrelationen – sei es bei der Prognose von Autopreisen oder Mietkosten – kein Ersatz dafür sind, sich gründlich mit der zugrunde liegenden mikroökonomischen Dynamik der betreffenden Ware oder Dienstleistung zu befassen5). Wie hartnäckig werden sich beispielsweise Änderungen im Fahrverhalten der Haushalte erweisen, wenn es darum geht, öffentliche Verkehrsmittel wie während der Pandemie zu meiden und in ländliche Gebiete zu ziehen? Welche längerfristigen Auswirkungen auf die Gebrauchtwagenpreise werden die Produktionsentscheidungen vieler Autohersteller während der Pandemie haben, knappe Chips vorzugsweise für teurere statt für günstige Fahrzeuge zu verwenden?


Schließlich sind CPIs kein besonders gutes Mittel, um das volle Ausmaß steigender Kosten für ärmere Haushalte abzuschätzen. Insbesondere, wenn es sich um lebensnotwendige Konsumgüter handelt, für die es keine Substitute gibt. „Die Inflation und ihre tatsächlichen Auswirkungen auf Haushalte zu prognostizieren war immer schon um einiges schwieriger, als glaubwürdig klingende Marktnarrative zu entwickeln. Die zahlreichen Schocks, die wir seit 2020 erlebt haben, haben das noch viel schwieriger gemacht“, betont Christian Scherrmann, US-Ökonom bei DWS.

Quelle:
1) Fed Chair Jerome Powell Suggests It Is Time to 'Retire' the Phrase 'Transitory' Regarding Inflation (ijr.com)
2) JPMorgan’s “transitory” intransigence | Financial Times (ft.com)
3) Used Vehicle Value Index (manheim.com)
4) https://www.bls.gov/news.release/cpi.t02.htm
5) Inflationary paradigm shifts (dws.com)


Disclaimer
Der vorliegende Newsletter dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Newsletter enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.


powered by stock-world.de


27.01.23 , EUWAX Trends
Die meistgehandelten Derivate v.27.01.2023
1. Knock-out-Call auf United InternetUnited Internet möchte noch in Q1 2023 seine Hosting-Tochter Ionos an die Börse ...
26.01.23 , EUWAX Trends
Die meistgehandelten Derivate v.26.01.23
1. Knock-out-Call auf Tesla Tesla legte seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 vor. Demnach konnte der ...
25.01.23 , EUWAX Trends
Die meistgehandelten Derivate v.25.01.23
1. Discount-Call-Optionsschein auf Fresenius SEDer Medizinkonzern Fresenius steckt in einer strategischen Überprüfung ...
24.01.23 , EUWAX Trends
Die meistgehandelten Derivate v.24.01.23
1. Discount-Call-Optionsschein auf Deutsche Telekom T-Systems, die IT-Dienstleistungstochter der Deutschen Telekom ...
23.01.23 , EUWAX Trends
Die meistgehandelten Derivate v.23.01.23
1. Knock-out-Call auf Airbus Der europäische Flugzeugbauer Airbus steht vor dem Abschluss eines der größten ...

 
Weitere Analysen & News
04:31 , Bernd Niquet
Deutschland, Land der Debilen?
Eigentlich wollte ich nur mal kurz im Internet nach ein paar Vergleichswerten zu meiner Heizkostenabrechnung ...
27.01.23 , Christian Zoller
S&P 500 - Lage kaum verändert
Der S&P500 befindet sich ohne Dynamik im Bereich von 4.060 Punkten und konnte in den Vortagen langsam weiter ansteigen, ...
Hydrogen-Index: Brennstoffzellenhersteller auf Erholu [...]
Der Global Hydrogen Index II legte seit Jahresbeginn bereits kräftig zu und nähert sich dem Hoch vom November ...