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Sa, 18. April 2026, 3:01 Uhr

US-Berichtssaison: Die Macht der Tech-Riesen


28.10.24 11:50
eToro

London (www.aktiencheck.de) - Diese Woche dreht sich in der US-Berichtssaison alles um die großen Tech-Firmen, so die Experten von eToro.

Fünf Schwergewichte, darunter Apple und Microsoft, würden innerhalb von nur drei Tagen ihre Quartalszahlen bekanntgeben. Diese Unternehmen, die insgesamt sechsmal mehr wert seien als der gesamte DAX, seien die zentralen Akteure am Aktienmarkt. Angesichts der Erwartungen an ein starkes Gewinnwachstum stehe fest: Kein Anleger könne es sich leisten, die Ergebnisse dieser Big Tech zu ignorieren - ihre Kursentwicklung werde entscheidend die Richtung des Gesamtmarktes bestimmen.

Für das dritte Quartal werde erwartet, dass die größten Tech-Unternehmen einen entscheidenden Anteil zum Gewinnwachstum des gesamten S&P 500 leisten würden. Die Prognose für die "Magnificent 7" deute auf ein Gewinnwachstum von 18,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hin, während für den gesamten S&P 500 lediglich mit einem Wachstum von 3,4 Prozent gerechnet werde. Das würde bedeuten, dass die Gewinne fünfmal so stark steigen würden. Nvidia und Alphabet würden voraussichtlich zu den Top fünf Unternehmen gehören, die am meisten zum allgemeinen Gewinnwachstum beitragen würden. Ohne die Magnificent 7 könnte das Gewinnwachstum des S&P 500 lediglich 0,1 Prozent betragen, was die erhebliche Abhängigkeit des Index von den großen Tech-Firmen unterstreiche.

Für Anleger zähle vor allem der Ausblick, sofern die Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen bleiben würden. Künstliche Intelligenz verändere die Welt mit rasanter Geschwindigkeit und die Investitionen seien enorm. Daher rückten die Kosten für bestehende und neue Projekte sowie potenzielle Verzögerungen in den Fokus. Entscheidend werde sein, wie schnell die Monetarisierung von KI voranschreite - oder wann dies zu erwarten sei. Bei jedem Unternehmen stünden jedoch auch andere zentrale Themen im Vordergrund, die Anleger besonders interessieren sollten.

Amazon und Microsoft würden sich im Cloud-Geschäft ein Duell zwischen AWS und Azure liefern - hier werde sich zeigen, wer das stärkere Wachstum verzeichnen werde. Bei Apple bleibe die zukünftige Dynamik der iPhone-Verkäufe zentral - sie machten fast die Hälfte des Umsatzes aus. Die Einführung von Apple Intelligence, ab 28. Oktober verfügbar, solle den KI-Assistentenmarkt aufmischen, zunächst jedoch nur für US-Englisch. Auch Meta AI und Googles Gemini verdienten Beachtung, um die Umsetzung der KI-Pläne genauer zu bewerten. Zudem richteten sich alle Augen auf die Werbeeinnahmen von Meta und Alphabet sowie auf Amazons E-Commerce-Umsätze, die Einblicke in das Verbraucherverhalten liefern könnten.

Die Erholung der Big-Tech-Aktienkurse nach den Tiefständen im Sommer falle gemischt aus. Meta (+30 Prozent) führe das Feld an, doch auch Amazon (+24 Prozent) und Apple (+21 Prozent) überträfen den breiten Markt deutlich. Der Aktienkurs von Meta sei mehr als doppelt so stark gestiegen wie der S&P 500 (+14 Prozent) oder der DAX (+14 Prozent) und habe als einzige der fünf Aktien ein neues Allzeithoch erreicht. Auf der anderen Seite bildeten Alphabet und Microsoft mit einem Anstieg von 13 und 11 Prozent das Schlusslicht und hinkten damit dem breiten Markt hinterher - der Abstand sei jedoch gering. Dies zeige, dass Anleger Tech nicht abgeschrieben hätten; sie hätten in den stärkeren Ausverkäufen neue Einstiegschancen gesehen. Dennoch bleibe festzuhalten: Die Kurserholungen zeigten eine unterschiedliche Dynamik.

Der KI-Hype habe die Tech-Aktien in schwindelerregende Höhen katapultiert, sodass eine Korrektur überfällig gewesen sei. Doch die Marktschwankungen hätten langfristigen Anlegern erneut neue Chancen eröffnet. Unternehmen würden in den nächsten Jahren weiter kräftig in KI-Technologien investieren, um ihre Produktivität zu steigern und neue Einnahmequellen zu erschließen. Niedrigere Zinsen unterstützten Wachstumstitel, indem sie Finanzierungskosten senkten und das Investitionsklima verbesserten. Doch die Herausforderung bleibe, wie schnell und effektiv diese Technologien monetarisiert werden könnten. Verzögerungen oder unerwartete Hürden könnten das Wachstum und die Erwartungen der Anleger empfindlich stören. Die anstehenden Quartalszahlen würden darüber entscheiden, wie Anleger den KI-Trend langfristig bewerten und welche Positionierung sie in den kommenden Tagen und Wochen einnehmen würden. (28.10.2024/ac/a/m)