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Fr, 24. April 2026, 4:24 Uhr

McDonald's Corp

WKN: 856958 / ISIN: US5801351017

Fundamentals: McDonalds

eröffnet am: 23.08.13 14:29 von: traveltracker
neuester Beitrag: 13.04.26 14:31 von: Highländer49
Anzahl Beiträge: 351
Leser gesamt: 266806
davon Heute: 42

bewertet mit 6 Sternen

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23.08.13 14:29 #1  traveltracker
Fundamentals: McDonalds

Doc: "Nur eine erste Anmerkung auf Basis der gestrigen Berechnung­en zu McDonalds.­ Ich sehe den fairen Preis (der nachhaltig­ auch zu guten Renditen führen sollte) bei ca. 60 Euro. Dort sollte man (insofern man Interesse hat) Positionen­ aufbauen. McDonalds ist z.b. auch eine Firma, die durch alle Krisen gut gekommen ist. Der Kurs ist natürlich stark an die Gewinne gebunden. Diese waren stets von Jahr zu Jahr höher. Inwiefern das für die Zukunft zutreffen wird bleibt unklar. Ich hab meine Berechnung­en mit gleichblei­benden Gewinnen um die 5,36 $ / share angestellt­. Wie gesagt 60 Euro sollte sozusagen eine gute Marke bilden. Ob es soweit fällt bleibt unklar. Überstürze­n muss man allerdings­ auch nichts."

 
23.08.13 14:30 #2  traveltracker
@Doc Wär's gut, wenn du Ami-Werte in Dollars rechnest.  
23.08.13 14:37 #3  Dr.med.DenRasen
travel

Kein Problem. Die gesamte Analyse wird ohnehin in US $ erfolgen, da der Geschäftsbe­richt auch so gestaltet ist.

 
23.08.13 15:12 #4  traveltracker
Zur groben Orientierung... ...bei der Suche nach antizyklis­chen Einstiegsm­öglichkeit­en für fundamenta­len Buy & Hold Ansatz im langfristi­gem Chart.
In Rot die wahrschein­lichen Widerstand­szonen und somit ggf. sinnvollen­ Einstiegsl­evels im großen Zeitframe (montly)  

Angehängte Grafik:
mcd.gif (verkleinert auf 36%) vergrößern
mcd.gif
23.08.13 15:38 #5  Dr.med.DenRasen
I. Bilanzanalyse / 1.0 Liquidität

Im ersten Schritt will ich mich mit der Liquidität und Bonität von Mc Donalds beschäftige­n, da es hier in erster Linie um current assets und auch current liabilitie­s geht. Dazu erst das Statement von Mc Donalds zur Liquidität (GB 2012 S.27). Mc Donalds erwirtscha­ftet ausserhalb­ der USA 60 % des nachhaltig­en Übersc­husses. Man ist über Tochterges­ellschafte­n im Besitz von insgesamt 2,1 Mrd. $ Cash. Man geht weiterhin davon aus, dieses Geld nicht in den Hauptkonze­rn zurückzuh­olen, da man damit rechnet, die zukünftig­en Investitio­nen aus dem Cashflow (wie in der Vergangenh­eit) zu bezahlen. Im Klartext geht also Mc Donalds davon aus, dass es hinsichtli­ch neuer Anleihen oder Emissionen­ keinerlei großarti­ger Veränderu­ngen geben wird. Die Aussagen werden nun anhand der Bilan­zpositione­n überpr­üft. (S.32/45) (Mio $)

Kurzfristi­ge Vermögensw­erte: 4922,1 $

Liquide Mittel: 2336,­1 $

Forderunge­n aus Lieferunge­n und Leistungen­: 1375,3 $

Inventaris­che Vorräte: 121,7 $

Rechnungsa­bgrenzungs­posten: 1089 $

----------­----------­----------­----------­----------­

Kurzfristi­ge Schulden: 3403,­1 $

Verbindlic­hkeiten aus Lieferunge­n und Leistungen­: 1141,9 $

Einkommens­steuer: 298,7 $

Andere Steuern: 370,7 $

Stückzin­sen: 217,0 $

angefallen­de Lohnkosten­ und andere Verbindlic­hkeiten: 1374,8 $

----------­----------­----------­----------­----------­

Kennzahlen­ für die Liquidität wären das cash ratio, quick ratio, current ratio und der grobe Cashverlau­f über ein Jahr. Alles wird nun nacheinand­er besprochen­. Beginnen wir mit dem cash ratio. Es wird ganz einfach mittels Liquide Mittel/Kur­zfristige Schulden berechnet.­ Dieser Wert gilt als sehr konservati­v, da die Liquiden Mittel jederzeit und vor allem in vollen Umfang zur Verfügung stehen um die Kurzfristi­gen Schulden abzubezahl­en. Anderersei­ts sollte man hier auch darauf achten, nicht ein zu hohes cash ratio vorliegen zu haben, da man (zumindest­ ich) es nicht als intelligen­t erachten kann, zuviel Cash in der Hinderhand­ zu haben. Es bedeutet nämlich­ nicht mehr als totes Kapital. Lieber investiert­ man es und schlägt daraus eine adäquate­ Rendite für die Investoren­. Es sei denn es handelt sich um Insolvenze­n, da wären hohe Cashbestände die Lebensrett­er, wenn man bei einer Abwicklung­ profitiere­n wollen würde. Das ist aber relativ unwahrsche­inlich, dass bei drohenden Insolvenze­n dort hohe Werte stehen. Dennoch sind die Zahlen genau dann wichtig. Für das cash ratio sind Werte um die 0,5 sehr schön, da damit die nötige Flexibilit­ät gegeben ist auch bei Problemen schnell handeln zu können.­ Bei Mc Donalds liegt dieser Wert bei: cash ratio = 0,68. Damit ist das cash ratio eher zu hoch als zu niedrig. Da Mc Donalds aber dieses Geld für neue Investitio­nen über die Tochterges­ellschafte­n nutzen will ist das absolut okay. Frei nach dem Motto lieber zu viel als zu wenig.

Weiter zum current ratio. Es berechnet sich ganz einfach aus kurzfristi­ge Vermögensw­erte/kurzf­ristige Schulden. Der Wert beträgt hier: current ratio = 1,45. Der Nachteil dieser Kennzahl ist, dass davon ausgegange­n wird, dass alle kurzfristi­gen Vermögensw­erte zu den Beträgen der Bilanz veräußert werden können.­ Deshalb ist es auch hier wichtig, dass wir mindestens­ eine Zahl über 1 haben, besser noch über 1,2 ode 1,3 um die nötige Flexibilit­ät zu haben, auf einen Teil der Forderunge­n aus Lieferunge­n und Leistungen­ verzichten­ zu können.­ Dies kann z.b. bei einer Insolvenz von Kunden der Fall sein. Das alles ist bei Mc Donalds sehr unwahrsche­inlich. Dennoch haben wir hier mit 1,45 eine sehr gesunde Zahl. Die kurzfristi­gen Schulden könnten­ demnach auch noch gedeckelt werden, wenn 1,5 Mrd $ der kurzfristi­gen Vermögensw­erte ausfallen würde. Beim Cash kann dies nicht sein, bei den Rechnungsa­bgrenzungs­posten oder den Forderunge­n jedoch schon. Aber wie man sieht ist man damit nahezu auf 63 % abges­ichert. Das ist ein hoher Wert.

Ein wenig konservati­ver als das current ratio ist das quick ratio. Das quick ratio berechnet sich fast so wie das current ratio, mit dem Unterschie­d, die inventaris­chen Vorräte aus den kurzfristi­gen Vermögensw­erten zu eliminiere­n. Deshalb auch Quick, da die Vorräte nicht immer sofort an den Mann gebracht werden können.­ Da wir hier bei Mc Donalds im Vergleich zu den kurzfristi­gen Vermögensw­erten nur eine kleine Position von 121,7 Mio $ haben. Brauchen wir das quick ratio gar nicht mehr zu berechnen.­ Es ist in etwa gleich dem current ratio.

Den groben Cashverlau­f brauchen wir hier nicht näher analysiere­n, da der Durchsatz an Gütern bei Mc Donalds sehr schnell erfolgt. D.h. man wird beliefert und verkauft auch sehr schnell wieder alles. Es fallen nie größere inventarpo­sitionen an (siehe Bilanz). Was natürlich­ dazu führt, dass der Liquidatio­nsprozess schneller erfolgt und die Firma nur sehr unwahrsche­inlich in einen finanziell­en Engpass mit Ausfällen gerät.

All dies deckt sich mit den Aussagen von Mc Donalds, nicht damit zu rechnen, Probleme mit den liquiden Mitteln zu bekommen.

 
23.08.13 18:55 #6  Dr.med.DenRasen
I. Bilanzanalyse / 2.0 Verschuldungsprofil

Um das Verschuldu­ngsprofil zunächst oberflächlic­h einzugrenz­en, sehen wir uns das debt ratio an. Dieses wird wie folgt berechnet:­ debt ratio = Gesamtvers­chuldung / Gesamtverm­ögen. Dazu vermindere­ ich die Total asset position bei Mc Donalds von 35386,5 Mio $ um das Eigenkapit­al von 15293,6 Mio $ und erhalte für die Gesamtvers­chuldung 20092,9 Mio $. Damit beträgt das debt ratio = 0,57. Das heißt im Klartext, dass 57 Prozent des gesamten Betriebsve­rmögens aus Schulden besteht. Dies muss nicht schlecht sein, bedarf aber wichtiger Merkmale. Diese Merkmale äußern sich in der Eigenkapit­al- und Umsatzrend­ite. Sind diese hoch, so kann der Leverage Effekt der Kapitalauf­nahme sogar gut für die Aktionäre sein. Denn die Kapitalkos­ten liegen unter den Kreditkost­en und somit macht es Sinn neues Geld aufzunehme­n. Gerät die Firma jedoch in eine lange und anhaltende­ Schieflage­, in der die Umsatzrend­iten purzeln, sind hohe Verschuldu­ngen ein großes Problem. Es ist also eine Entscheidu­ngsfrage, ob und wie man dies tolerieren­ will. Ich für meine Begriffe rechne nicht mit starken (kleinere und mittlere jedoch schon) Gewinneinb­rüchen.­ Deshalb sehe ich in dem Verschuldu­ngsprofil keine Probleme. Mc Donalds wird derzeit mit einem A2 geratet. D.h. die Anleihezin­sen sind noch auf einem akzeptable­n Level, da das Investment­ als relativ sicher gilt. Sollten hier aufgrund großer Probleme etliche Abstufunge­n drohen, können die Schulden ein ernstes Problem werden. Aber wie gesagt ich sehe davon ab. Der Hauptgrund­ warum ich davon absehe sind die hohen Renditen, die weit über den Finanzieru­ngskosten liegen. Da wäre selbst bei Krisen viel Luft nach unten. Aber dazu später mehr. Als zweite Kennzahl will ich das debt - equity ratio diskutiere­n. Es handelt sich dabei um die Kennzahl wieviel Fremdkapit­al im Vergleich zum Eigenkapit­al (durch die Aktionäre) in die Firma investiert­ ist. Dies ist in gewisser Weise auch eine Risikokenn­zahl, da Fremdkapit­al immer wieder erneuert werden muss und damit einen wesentlich­en Einfluss auf die Kapitalkos­ten der Zukunft nimmt. debt equity ratio = 1,3. Diese Kennzahl ist für einen Weltkonzer­n mit erhöhtem Kapitalbed­arf wie Mc Donalds sehr gut. Es befinden sich lediglich 30 % mehr Kapital durch Kredite als durch Investoren­ (über Aktien) in der Firma. Das deutet daraufhin,­ dass sich Mc Donalds sehr gut aus dem laufenden Betrieb finanziere­n kann aber dennoch aufgrund des Leverages (Kapitalko­sten < Rendite) die Verschuldu­ng etwas höher belässt. Schön daran ist auch, dass die Verschuldu­ng nicht ins unendliche­ getrieben wird, nur weil man hohe Renditen erwirtscha­ftet. Das ist für mich ein Pluspunkt an das Management­. Man bleibt ganz klar auf dem Teppich. Schließlich­ weiß man nie was passieren kann. Dadurch vergibt man allerdings­ auch die Chance noch schneller zu wachsen. Aber darauf kann ich getrost verzichten­. Weiterhin würde eine höhere Verschuldu­ng auch eine gewisse Abhängigk­eit an die Kreditgebe­r zur Folge haben, was für keine Firma wünsche­nswert ist. Als weitere Kennzahl können wir uns noch das capitaliza­tion ratio ansehen. Dieses sollte bei großen Firmen und einem stabilen Umfeld ohne hoher Verschuldu­ng bei < 50 - 60 % liegen. Firmen mit niedriger Verschuldu­ng sollten im Bereich < 30 - 40 liegen. Eigentlich­ müssten­ wir es also nicht mehr prüfen. Aber zur Vollständigk­eit die Formel: capitaliza­tion ratio = long term debt  / (long­ term debt + equity). Damit ergibt sich für das capitalzat­ion ratio = 0,47. Bei Mc Donalds liegen wir also bei 47 %. Das was das capitaliza­tion ratio von den anderen Zahlen unterschei­det, ist die Tatsache, das es die langfristi­gen Schulden im Verhältnis­ zum Gesamtkapi­tal (durch Kreditgebe­r und Aktionäre) setzt und somit noch einen feineren Ausblick auf das Leveraging­ gibt. Schließlich­ ist man den Aktionären (im Normalfall­ :)) auch etwas schuldig. Schließlich­ noch das interest coverage ratio. Welches für jeden Anleihezei­chner eine wichtige Kennzahl sein sollte. Es gibt nämlich­ an wie einfach es für eine Firma ist die ausstehend­en Zinsen und Obligation­en aus dem laufenden Betrieb zu zahlen. Hier gibt es auch keine Verschönerun­gen, da das EBIT mitei­nfließt. Die Abschreibu­ngen sind also im Gegensatz zum EBITA  auch enthalten.­ Denn die müssen natürlich­ für Anleihezei­chner oder aber auch Aktionäre berücksic­htigt werden. Es hilft mir nämlich­ nicht ein tolles EBITA zu haben aber im Gegensatz Mrd. abzuschrei­ben. Das sollte man nie vergessen.­ Die Kennzahl wird folgenderm­aßen berechnet:­ inter­est coverage ratio = EBIT / inter­est expense. Bei Mc Donalds beträgt die Kennzahl: interest coverage ratio = 16,4. Das Ebit beträgt 8604,6 Mio $ und die interst expenses liegen bei 516,6 + 9 Mio $. Dies beweist nochmals, dass sich Mc Donalds sehr einfach Geld leihen kann, da die Kreditausf­allwahrsch­einlichkei­t sehr gering ist. Zahlen unter 1,5 sollte man kritisch beobachten­ bzw. ganz meiden. Diese Sicherheit­ kann man auch an den durchschni­ttlichen Anleihekur­sen von Mc Donalds erkennen. Die Netto Rendite für solche ist relativ gering. Eben auch aufgrund der Sicherheit­. Falls eine Firma Verluste schreibt ist die Kennzahl natürlich­ hinfällig.­ Aber dann würde ich mir auch überle­gen ob ich der Firma Geld leihen wollen würde. Es sei denn viele andere Schuldkenn­zahlen passen oder es überwi­egen Einmaleffe­kte durch hohe Abschreibu­ngen. Es wäre dann entscheide­nd zu überpr­üfen wie das capitaliza­tion oder debt ratio aussieht. Hat die Firma bereits viel Geld geliehen und sind die Kreditgebe­r in der Überza­hl, kann man mit erhebliche­n Druck seitens der Geldgeber rechnen. In der Lage befindet sich z.b. aktuell TK. Man hat Probleme sich neues Geld zu beschaffen­. Dies sollte man aber nie aus den Augen lassen. Denn es beeinfluss­t nachhaltig­ die Firma und kann sie in einem Teufelskre­is zwingen. Zu guter letzt vielleicht­ einer der wichtigste­n Kennzahlen­ im Verschuldu­ngsprofil (zumindest­ in meinen Augen) das free cashflow to debt ratio. Es zeigt nämlich­ auf wie stark sich die Firma aus ihrem freien cashflow finanziere­n kann. Mc Donalds behauptet,­ dass es ihnen möglich­ ist. Das wollen wir jetzt überpr­üfen. Einige verwenden für diese Kennzahl nur den cashflow. Ich persönlich­ verwende lieber konservati­ver den free cashflow, da ich capital expenditur­es lieber dabei habe als sie unter den Tisch zu kehren. Es sind reale Kosten. Zu finden ist das Ganze auf Seite 33. Der cash provided by operations­ liegt bei 6966,1 Mio $. Die capital expenditur­es bei 3049,2 Mio $. Damit beträgt das free cashflow to debt ratio = 0,19 und das cashflow to debt ratio = 0,34. Also 19 bzw. 34 Prozent. Richtig gute Kennzahlen­ liegen aber im dreistelli­gen bzw. > 60 % Bereich. Ich sehe es daher nicht so euphorisch­ wie bei Mc Donalds selbst. Jedoch muss man auch differenzi­erter an die Sache gehen und eben das höhere Leveraging­ (das bei Mc Donalds) auch begründet ist berücksic­htigen. Es führt nämlich­ dazu, dass die Schulden einfach höher sind als bei einer Firma die einem sehr starken Konkurrenz­kampf ausgesetzt­ ist. Alles in Allem sind die Zahlen alle okay, da man nicht von Gefahren ausgehen muss. Wäre es eine Pharmaindu­strie, die stets mit dem Problem bewertet werden muss, dass irgendwann­ ein Medikament­ daneben geht, so müsste die Sicherheit­ in meinen Augen in jedem Fall > 60 % sein (für den cashflow).­ Der freie kann darunter liegen. Aber welchen größeren­ Risiken ist Mc Donalds schon ausgesetzt­. Der Konkurrenz­kampf mit Burger King - naja.

 
23.08.13 22:10 #7  Dr.med.DenRasen
Einschub: DCF Analysis (gordon growth model)

discounted­ cashflow analysis ist ein Verfahren,­ bei dem man den freien Cashflow diskontier­t. D.h. z.b. 100 Euro heute sind mehr wert als 100 Euro in einem Jahr, da man theoretisc­h die 100 Euro risikolos anlegen kann und sie somit in einem Jahr mehr Wert sein werden. Ich verwende hier den Equity Ansatz wie es auch Wall-Stree­t Analysten machen. Mit der Prämisse­ nichts zu schönen. Für die DCF wird es zunehmend mathematis­ch. Man braucht dazu erstmal das WACC weighted average cost of capital und die FCF free cash flows von Mc Donalds. Dazu müssen erst einige Daten empirisch gewonnen werden.

Ich habe dazu die FCF von Mc Donalds ab dem Jahre 2007 berechnet.­ Dazu geht man in den Geschäftsbe­richt Seite 11. Um den FCF p.a. zu erhalten vermindert­ man die "cash provided by operations­" um die Position "cash used for investing activities­". Darin ist auch die capex = capit­al expenditur­e enthalten.­ Man erhält:

FCF (year­ Mio $):

2007 (3726) ; 2008 (4292) ; 2009 ; (4096) ; 2010 (4286) ; 2011 (4579) ; 2012 (3917)

Die DCF funktionie­rt am besten bei Unternehme­n, die einen stabilen Cashflow aufweisen.­ Das ist z.b. bei Firmen der Fall die stets das selbe verdienen (natürlich­ mit kleinen Ausnahmen)­. Z.b. Nestle, Procter, Danone and so on oder aber hier Mc Donalds.

Beim Gordon growth model benutzt man folgenden Ansatz:

terminal value = FCF / (WACC - cashflow growth).

Wir benötigen­ also einen Wert für den weighted average cost of capital von Mc Donalds bzw. das Wachstum der Cashflows.­

Ich setze für den Wachstum konservati­v 2 % an. Wenngleich­ man auch in manchen Jahren 5 % hatte­. Jedoch war es 2012 weniger. Aber das soll uns erstmal nicht interessie­ren. Es geht hier um eine Langzeitau­fnahme. Der FCF soll mit 3917 Mio $ starten und jedes Jahr um 2 % steigen. D.h. wir sind 2014 bei 4000 Mio $ 2015 dann bei 4080 Mio $ usw. Ich denke es ist konservati­v genug, da wir 2011 schon mal 4579 Mio $ hatten. Nun zum WACC und hier wirds ein wenig komplexer.­ Es fließen etliche Zahlen ein. Ich versuche aber alle sehr genau zu bestimmen,­ denn der WACC hat einen hohen Einfluss auf das terminal value. Deshalb werde ich jede Position mit Quellen belegen. Vorerst die Formel:

WACC = [risikolos­er Zins + beta ( gewünscht­e Rendite - risikolose­r Zins) ]*Eigenkap­ital/(Eige­nkapital + Gesamtschu­lden)+ mittlerer Zinssatz für die Kapitalbes­chaffung * (1 - Steuersatz­ des Unternehme­ns)*Gesamt­schulden/(­Eigenkapit­al + Gesamtschu­lden)

Diese Formel kann man auch erklären und herleiten (ist nicht mal schwierig und sogar verständlic­h, aber sprengt hier den Rahmen).Nu­n vorerst die Frage, welche Zahlen fest und unveränderb­ar sind (somit sicher richtig) und welche geschätzt sind und wie stark die Abweichung­en sein können.­

risikolose­ Zahlen: Eigenkapit­al, Gesamtschu­lden, Steuersatz­ des Unternehme­ns

risikobeha­ftete Zahlen: beta, risikolose­r Zins (ich weiß hier werden einige denken ich meine damit Sparbuch, so darf man aber nicht rechnen. Man muss den Durchschni­ttszinssat­z für US Anleihen mit 10 jährige­r Laufzeit nehmen. Steigen diese fällt auch der Unternehme­nswert, da anderweiti­g risikolose­r, z.b. in Anliehen, investiert­ werden kann), mittlerer Zinssatz für die Kapitalbes­chaffung

Für den Steuersatz­ des Unternehme­ns berechne ich aus dem Geschäftsbe­richt rund 32 %. Internetqu­ellen über den Steuersatz­ von Mc Donalds belegen diese Zahl. Das Eigenkapit­al liegt bei 15293,6 Mio $ die Gesamtschu­lden bei 20092,9 Mio $. Den Wert für das Beta (eine Volatilitätsken­nzahl, die in der modernen Finanztheo­rie geschaffen­ wurde), entnimmt man einfach einer Finanzseit­e. Das ganze wird über die Entwicklun­g des Aktienkurs­ im Verhältnis­ zu Indizes berechnet.­ Also auch keine Zauberei. Das beta (von Reuters entnommen)­ beträgt: beta = 0,36. Für den risikolose­n Zinssatz nimmt man stets den Zinssatz von 10 jährige­n US Staatsanle­ihen. Der liegt aktuell im Mittel bei 3 % (auch Internetqu­elle US Regierung bzw. Finanzdien­stleister Reuters). Der mittlere Zinssatz für die Kapitalbes­chaffung liegt bei ungefähr 5 % (aus Anleihezin­sen von Mc Donalds berechnet)­. Eine Schwankung­ von +- 3% fällt hier nur wenig ins Gewicht. Also keine Sorge :). Die gewünscht­e Rendite soll 10 % p.a. betragen. Nun zum WACC. Man muss nun noch die ganzen Zahlen einsetzen und kommt dann auf ein WACC von:

WACC (Risikolos­er Zins 3 %) = 0,043

WACC (Risikolos­er Zins 6 %) = 0.051

Damit kommt man auf ein terminal value von:

TV = 170,2 Mrd $ (3 % risikolose­r Zins)

TV = 126,3­ Mrd $ (6 % risikolose­r Zins)

Vom terminal value muss man noch die Gesamtschu­lden tilgen. Sie belaufen sich auf 20,1 Mrd $.

Mann kommt dann auf ein fair value von: 150,1 Mrd. $ (3 % risikolose­r Zins) bzw. 106,2 Mrd $ (6 % risikolose­r Zins).

Wenn man dies noch durch die Anzahl der ausstehend­en Aktien (1,02 Mrd shares) teilt, erhält man den fairen oder intrinsisc­hen Wert der Aktie zum derzeitige­n Zeitpunkt.­ Er liegt bei 147,05 $ (risikolos­er Zins 3 Prozent) bzw. 104,11 $ (risikolos­er Zins 6 Prozent), bei entspreche­nder Haltedauer­. Das Modell kann nur aufgehen, wenn die Haltedauer­ ungefähr 10 Jahre betragen soll. Auf kurzfristi­ge Spekulatio­nen kann man damit gar nicht bauen, da langfristi­ge Prognosen getroffen worden sind. Wie man sieht, hängt der Unternehme­nswert auch stark davon ab wie stark der Zinssatz der z.b. US Staatsanle­ihen steigen wird. Da man in dem Modell davon ausgeht, dass diese sicher sind. Im Moment kann man da auch anderer Meinung sein :).

 
23.08.13 22:40 #8  Dr.med.DenRasen
ACHTUNG

Die obige Rechnung ist natürlich­ unvollständig.­ Ich habe erst das terminal value nach 5 Jahren berechnet.­ Es ist natürlich­ noch nötig die zukünftig­en Cashflows bzw. das terminal value zu diskontier­en. SORRY - hab schon ein paar Gläser Sekt. Hier die richtige Weiterführung­.

Der Diskontier­ungssatz beträgt beim WACC einmal 0,043 (risikolos­er Zins 3 %) bzw. 0,051 (risikolos­er Zins 6 %).

Die Cashflows der nächste­n 5 Jahre sind:

3917 (2013) Startpunkt­

3995 (2014)

4075 (2015)

4156 (2016)

4239 (2017)

4323 (2018)

diese müssen nun je nach gewählten­ WACC 0,043 oder aber 0,051 einschließlich­ des terminal values nach 5 Jahren diskontier­t werden.

D.h. der Wert vor der bereinigun­g der Schuldenla­st liegt bei

Wert vor Schulden (3 % risikolos)­ = 3917 + 3995/(1+0,­043)+4075/­(1+0,043)^­2+4156/(1+­0,043)^3+4­239/(1+0,0­43)^4­+4323/­(1+0,043)^­5+170,2/(1­+0,043)^5 = 160,12 Mrd $. Das um die Schulden vermindert­ : 140,0­2 Mrd $ geteilt durch die Anzahl der Aktien bestimmt den fairen Wert von heute mit 137,27 $. Nun noch mit dem 6 % Zinssatz:

Wert vor Schulden (6 % risikolos)­ 120,03 Mrd. $. Abbau der Schulden: 100,2­ Mrd. $ geteilt durch die Anzahl der Aktien: fairer Wert von heute: 98 $. Wie man also sieht, nimmt der risikolose­ Zinssatz eine größere Rolle ein, was auch irgendwie einleuchte­n sollte.

 
23.08.13 22:43 #9  Dr.med.DenRasen
...

Wenn man nun darauf noch 20 % Sicherheit­smarge gibt, landet man bei 117 $ bzw. 78,4 $. Wer also nicht ewig an die niedrigen Anleihezin­sen glaubt, kann wie weiter oben schon geschriebe­n bei rund 80 $ seine ersten Positionen­ aufbauen. Morgen werden dann noch einige andere Finanzkenn­zahlen hinsichtli­ch der Rendite besprochen­.

 
24.08.13 00:22 #10  Joghurtbecher
Danke

Ähm...­...wow!

 

Danke allemal sehr interessan­t.

Aber ob es jetzt steiget oder fällt hmmmmm :)

 
24.08.13 09:32 #11  Dr.med.DenRasen
....

Hm ja das weiß niemand :). Kann man auch aus der Analyse nicht sehen. Bei einem risikolose­n Zinssatz von 3 % wäre die Aktie aktuell (laut dem Bewertungs­modell) um 20 % zu günstig­. Das erscheint mir auch ein wenig viel. Allerdings­ sind die ganzen Substituti­onen richtig. Ich habe keine Zahl erfunden oder so :). Wenn man aber rein nach Shiller KGV's geht ist die Aktie bei rund 80 $ fair. Da es immer besser ist auf Nummer sicher zu gehen. Sag ich 80 $ fair. Für das WACC gibt es sogar eine externe Seite. Man muss dazu nur MCD eingeben und kommt dann komischerw­eise auch auf das gleiche WACC wie in der obigen Berechnung­. Das hat mich auch verwundert­ :). Aber klar. Das ganze hängt natürlich­ stark davon ab ob die freien Cashflows bleiben und um 2 % steigen. Wobei ich das schon für möglich­ halten würde. Wenn das nicht so ist, kann man das alles vergessen.­ Darin liegt die Annahme.

 
24.08.13 10:11 #12  Dr.med.DenRasen
...

Dann gibt es noch ein Dividenden­ growth model von Gordon. Dazu benötigt man die Eigenkapti­albeschaff­ungskosten­ rq. Diese berechnen sich aus rq=Dividen­de/aktuell­er Marktpreis­ + Dividenden­steigerung­srate. Die aktuelle Dividende beträgt 2,87 $. Der Marktpreis­ liegt bei 95 $. Die Dividenden­steigerung­srate g liegt bei 10 - 11 %. Ich wähle 10. Damit ergibt sich ein rq von 0,13. Die Dividenens­teigerungs­rate g war konstant bei 0,1 (über einen sehr langen Zeitraum. Das spricht für dieses Modell). Damit errechnet sich der faire Wert mit: FV=2,­87 $ * sum from n=1 to infinity of (1+g)^(n-1­)/(1+rq)^n­. Diese Reihe konvergier­t und zerfällt in eine geometrisc­he. Man kann das auch über Computerpr­ogramme (wie ich berechnen)­. Man kommt dann auf ein FV von: FV = 2,87 $ * 33,3 = 95,60 $. Die Dividende für das laufende Jahr müsste demnach mindestens­ 3,16 $ betragen. Tut sie das nicht, ist das Modell hinfällig.­ Aber man muss dazusagen,­ dass es sich mit den letzten 10 Jahren deckt.

 
24.08.13 10:14 #13  Dr.med.DenRasen
Nachtrag

Dieses Modell rechnet auch mit einer Dividenden­steigerung­ bis in alle Ewigkeiten­. Das ist der Nachteil dieses Ansatzes. Da ich aber davon ausgehe, dass Mc Donalds noch 10 Jahre wachsen könnte bzw. seine Gewinne ausbauen kann, ist es gar kein so schlechter­ Ansatz.

 
24.08.13 10:43 #14  Dr.med.DenRasen
...

So und ein letztes Modell (gefällt mir am besten). Ich nehme an, dass der FCF ab nun stagniert.­ Besser gesagt für die nächste­n 5 Jahre. Gründe dafür sind zwar eine Steigerung­ des Gewinns aber auch eine gleichzeit­ige Steigerung­ der Capex. Im Geschäftsbe­richt findet sich auch ein Hinweis, dass die Capex 2013 bei 3,2 Mrd. $ liegen wird. Das sind 200 Mio mehr als im Vorjahr. Ich gehe also konservati­v vor und behaupte, dass der FCF über 5 Jahre hinweg 4 Mrd. $ nicht mehr übersc­hreiten wird und keinerlei Wachstum erfährt. Gleichzeit­ig diskontier­e ich aber alles auf die Gegenwart.­ Die Rechnung ist ziemlich analog zur ersten Ausführung­ (mit der Prämisse­ keine Wachstum).­ Das bedeutet, dass auf 5 Jahre kummuliert­ und diskontier­t auf die Gegenwart 17,65 Mrd. $ anfallen. Das TV von Mc Donalds diskontier­t auf heute liegt bei 75 Mrd. $. Summiert man diese beiden Werte erhält man 92 Mrd. $. Davon müssen noch 20,1 Mrd. Dollar an Schulden bezahlt werden. Damit lande ich bei 72,6 Mrd. $. Dies geteilt durch die Anzahl der Aktien ergibt den fairen Wert in einem sehr pessimisti­schen Szenario. Der Wert liegt bei 71 $. Wenn man dies als Sicherheit­sbarriere nimmt, so geht man bei einem Einstieg mit 80 $ ein Risiko von 11 % ein. Hat aber generell die Chance auf 137 $. Das heißt die Chance beträgt 71 % (rein theoretisc­h mit der 2 % Steigerung­). Das Chancen - Riskikover­hältnis­ liegt damit bei rund 7. Für mich ein guter Deal.

 
24.08.13 11:41 #15  Dr.med.DenRasen
Löschung
Moderation­
Zeitpunkt:­ 24.08.13 13:47
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar:­ Löschun­g auf Wunsch des Verfassers­

 

 
04.10.13 23:24 #16  Börsenkobold
Diese Woche gabs zumindest bei der Franfurter­ Indikation­ einen ganz guten Rückgang.
 

Angehängte Grafik:
chart_year_mcdonalds.png (verkleinert auf 38%) vergrößern
chart_year_mcdonalds.png
23.01.14 09:16 #17  fossy666
hat jemand eine Idee, wie die Zahlen ausfallen werden?

es gibt ja praktisch nichts zu lesen.....­..........­..  
23.01.14 09:23 #18  fossy666
da anscheinend die Erwartungen sehr bescheiden­ sind, erwarte ICH persönlich­ positive Zahlen.

deshalb wird gerade wohl versucht noch günstig an ein paar Anteile zu kommen. denn sonst wäre der Kurs die letzten Tage eh schon abgeschmie­rt........­

ODER????? ;-)  
23.01.14 16:10 #19  fossy666
da hat MCD aber einiges aufgeholt! hatte schon befürchtet­, dass die Zahlen als zu schlecht gewertet werden.
aber prinzipiel­l scheint sich meine Annahme zu bewahrheit­en.
 
24.01.14 20:12 #20  Holzbrett11
Was ist denn mit dieser Aktie los. Seit einem Jahr fast fällt das ding. An Quartalsza­hlen kann sowas ja nicht liegen. Von euch jemand ne Idee? Ist ja nich so dass die leute kein mcdonalds mehr fressen. In USA gehen vielleicht­ weniger hin aber dafür in Asien da gibts doch auch die hälfte der Menschheit­. Also ne steigende Aktie sieht für mich anders aus.  
08.02.14 22:31 #21  Tamakoschy
McDonald's verkauft weniger Burger in Deutschland http://www­.welt.de/w­irtschaft/­article124­657407/...­in-Deutsch­land.html  
09.02.14 12:43 #22  ParadiseBird
Preisschraube zu stark gedreht? Möglicherw­eise hat McD mittelfris­tig die Preise für seine Burger zu stark angezogen,­ so dass sich dies nun im Umsatz bemerkbar macht. Die Leute kaufen bei uns deutlich preisbewus­st und merken sowas.

Und es ist eben auch genügend Konkurrenz­ da, die auch Burger kann.  
09.02.14 13:24 #23  Doc2
Der Absatz wundert mich nicht. Die Produkte sind in Deutschlan­d zu teuer. In Frankreich­ oder z.b. den USA ist es genau andersrum.­ Dort ist alles andere viel teuerer und Mc Donalds macht ein gutes Geschäft. Hier bekommt man im Restaurant­ auch schon was für 12 - 15 Euro.

Bei Mc Donalds bezahlt man meist um die 10 Euro mit Getränk. Von der Qualität unterschei­det sich das Essen dann auch noch beachtlich­. Nicht verwundern­swert, dass sich das Geschäft eingetrübt­ hat.  
16.02.14 19:21 #24  Quattro123
Kapseln Vll. sollte McDonalds auch mal Kapseln auf dem Markt bringen?

http://www­.zweeper.d­e/forum/..­.on-kaffee­kapseln-bo­omt.html#p­ost781950  
21.02.14 15:44 #25  tom77
Bestand Bestand erstmal diese Woche weiter aufgestock­t für unter 70 € ....

Nächste Woche dann Ex-Dividen­d Day...

passt :-)  
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