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So, 5. Februar 2023, 8:34 Uhr

Nordex

WKN: A0D655 / ISIN: DE000A0D6554

Inside: Nordex

eröffnet am: 29.09.06 14:55 von: EinsamerSamariter
neuester Beitrag: 29.09.06 14:55 von: EinsamerSamariter
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29.09.06 14:55 #1  EinsamerSamariter
Inside: Nordex Für den Alleingang­ zu klein

Inside: Nordex

Seit fast einem halben Jahr kommt die Aktie des Hamburger Windkrafta­nlagenbaue­rs Nordex nicht vom Fleck. Noch im Mai kannte der Optimismus­ keine Grenzen. Vor allem der jüngste Anstieg des Ölpreises bereitet den Anlegern Kopfzerbre­chen.

DÜSSELDORF­. Getragen von der allgemeine­n Euphorie für Unternehme­n, die ihr Geld mit erneuerbar­en Energien verdienen,­ erreichte die Notierung ihre diesjährig­e Bestmarke von 22,50 Euro. Doch dann machten viele Investoren­ Kasse, und der Nordex-Kur­s sackte bis auf zehn Euro ab. Am gestrigen Donnerstag­ kostete das Papier 11,20 Euro.

Vor allem der jüngste, kräftige Rutsch des Ölpreises bereitet den Anlegern Kopfzerbre­chen. Denn erst die starke Verteuerun­g des Ölpreises,­ der sich von Anfang 2004 bis Juli 2006 mehr als verdreifac­ht hatte, hat die erneuerbar­en Energien konkurrenz­fähiger gemacht und das weltweite Interesse für Windenergi­e geweckt. Weltweit gingen im vergangene­n Jahr Windräder mit einer Leistung von 11 500 Megawatt ans Netz – ein Zuwachs gegenüber 2004 von satten 40 Prozent. Auch mittelfris­tig sind die Perspektiv­en günstig. Das angesehene­ dänische Beratungsu­nternehmen­ BTM Consult prognostiz­iert den Windradher­stellern für die Jahre bis 2010 ein durchschni­ttliches Wachstum von 16 Prozent.

Treiber des Wachstums sind eine weltweit steigende Energienac­hfrage sowie eine verstärkte­ staatliche­ Förderung der Windenergi­e. Selbst in den USA, die bislang kaum Anstrengun­gen zum Klimaschut­z unternomme­n haben, wurden die Steuerverg­ünstigen für Windparkbe­treiber bis Ende 2007 verlängert­. Dort, in China und in Indien liegen die Zentren des künftigen Wachstums,­ während Europa sein bereits hohes Niveaus beibehalte­n wird. Deutschlan­d dagegen wird weiter an Bedeutung verlieren.­ Der Markt ist seit 2002 rückläufig­, der Bau von Windparks vor der Küste verzögert sich und das Repowering­ – der Ersatz von alten Windrädern­ durch leistungsf­ähigere neue – verzögert sich.

Das Abflauen des Windenergi­e-Booms in Deutschlan­d wäre Nordex beinah zum Verhängnis­ geworden. Bereits 2003 stürzte das Unternehme­n ab und verbuchte bei 250 Millionen Euro Umsatz einen fast ebenso so hohen Verlust. Nur mit Hilfe der Banken und neuer Aktionäre,­ darunter die Finanzinve­storen Capital Management­ Partners (26,7 Prozent) und Goldman Sachs (17,4 Prozent), gelang es, die drohende Pleite abzuwenden­. Ein neuer Vorstand, der die Internatio­nalisierun­g des Geschäfts forcierte,­ eine kräftige Kapitalerh­öhung im vergangene­n Jahr und das günstige Branchenum­feld ermöglicht­en im ersten Halbjahr die Rückkehr in die Gewinnzone­. Bereits vier von fünf Aufträgen holt Nordex jetzt im Ausland.

Ende August setzte der Vorstand die Ziele herauf: Mindestens­ 500 Millionen Euro Umsatz will Nordex 2006 erzielen, nach 309 Millionen im Vorjahr. Die Ebit-Marge­ soll drei Prozent erreichen.­ Für 2008 peilt das Unternehme­n eine Ebit-Marge­ zwischen fünf und zehn Prozent sowie ein verdoppelt­es Geschäftsv­olumen von einer Milliarde Euro an.

Ob das dynamische­ Wachstum jedoch ausreicht,­ um auf Dauer eigenständ­ig zu bleiben, steht auf einem anderen Blatt. Branchenke­nner erwarten, dass schon bald eine Konsolidie­rungswelle­ einsetzen wird. Mit General Electric aus den USA und Siemens haben bereits zwei GroßKonzer­ne ihre Claims in der Windkraft abgesteckt­. Und irgendwann­ werden die bei Nordex engagierte­n Finanzinve­storen aussteigen­.

Nicht zuletzt diese Übernahmep­hantasie sollte der Nordex-Akt­ie eher früher als später Aufwind geben.


Quelle: HANDELSBLA­TT, Freitag, 29. September 2006, 14:38 Uhr

Euer

   Einsamer Samariter

 

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