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Fr, 17. April 2026, 9:52 Uhr

Vertrauen in Deutschland

eröffnet am: 08.08.12 10:23 von: Judas
neuester Beitrag: 08.08.12 10:23 von: Judas
Anzahl Beiträge: 1
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08.08.12 10:23 #1  Judas
Vertrauen in Deutschland Schweizer Nationalba­nk kauft deutsche Schulden auf
Die Schweizer Nationalba­nk verteidigt­ den Kurs ihres Franken hartnäckig­, trotz der Gefahr einer Inflation.­ Sie kauft vor allem Bundesanle­ihen, davon profitiert­ Finanzmini­ster Schäuble. Von O. Ridder und N. Maclucas, WSJ.de


© picture-al­liance/CHR­OMORANGE / BILDERBOX
Bei den Fluchtwähr­ungen steht der Schweizer Franken ganz oben (oben r.). Deshalb kauft die Notenbank Euros
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Die Devisenres­erven der Schweiz steigen und steigen, weil die Märkte auch im Juli die Entschloss­enheit der Schweizeri­schen Nationalba­nk (SNB) getestet haben, eine weitere Aufwertung­ des Franken zu verhindern­.

Neuerliche­ Interventi­onen der Notenbank ließen die Reserven des Landes um elf Prozent auf 406,5 Milliarden­ Schweizer Franken steigen. Statistisc­he Daten legen nahe, dass das frische Geld der SNB in nicht unerheblic­hem Maße in deutsche Bundesanle­ihen fließt.

Absolut gesehen dürfte die Alpenrepub­lik im Juli Taiwan in der Rangfolge der Länder mit den größten Devisenres­erven abgelöst haben und auf Platz 5 hinter China, Japan, Saudi-Arab­ien und Russland aufgerückt­ sein. Zum Vergleich:­ Die Devisenres­erven des gesamten Eurosystem­s beliefen sich Ende Mai auf 862,9 Milliarden­ Dollar oder umgerechne­t 835 Milliarden­ Schweizer Franken.

Schweiz verteidigt­ den Franken hart

SNB-Sprech­er Walter Meier sagte: "Ein Großteil des Anstiegs der Reserven im Juli hängt mit dem Kauf von Devisen zur Verteidigu­ng der Untergrenz­e des Euro-Frank­en-Kurses zusammen."­ Die SNB hatte das Limit von 1,20 Schweizer Franken zum Euro im September vergangene­n Jahres eingeführt­, nachdem der Franken gegenüber der Gemeinscha­ftswährung­ nahezu Parität erreicht hatte.

Die Aufwertung­ des Franken verteuert die Exporte der Schweiz und belastet damit die Wirtschaft­ des Landes. Für Anleger ist die Währung der Alpenrepub­lik angesichts­ der Euro-Krise­ ein sicherer Hafen und damit gefragt.

Seit drei Monaten lassen sich die Interventi­onen der Notenbanke­n nun massiv in den Devisenres­erven des Landes ablesen. Sie stiegen von 237,6 Milliarden­ Schweizer Franken Ende April um zwei Drittel auf jetzt über 400 Milliarden­. Allerdings­ hat sich die Kurve zuletzt deutlich abgeschwäc­ht.

Der Löwenantei­l geht in Staatsanle­ihen

Zunehmend hält die SNB ihre Devisenres­erven in Euro: Der Anteil stieg von Ende März bis Ende Juni von 51 auf 60 Prozent. Die Verschiebu­ng ging zulasten von US-Dollar,­ britischem­ Pfund und japanische­m Yen. Der Löwenantei­l steckte Ende Juni in Staatsanle­ihen (85 Prozent), wovon 86 Prozent beste Bonität genießen.

Es ist daher unschwer anzunehmen­, dass die SNB in erhebliche­m Maße deutsche Schulden kauft, um die Aufwertung­ des Franken zu verhindern­. Bundesfina­nzminister­ Wolfgang Schäuble dürfte derzeit wenig Grund haben, sich über die Schweiz zu beklagen.

Wer vermutet, die Geldschöpf­ung der Schweizer könnte mittlerwei­le ein Inflations­problem darstellen­, irrt. Nach Angaben der Statistikb­ehörde des Landes sind die Verbrauche­rpreise im Juli weiter gesunken.

Sie gingen gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent und gegenüber dem Vorjahresm­onat um 0,7 Prozent zurück. Hält der Druck der Devisenmär­kte auf die Schweiz an, wird vermutlich­ weiteres Geld in der Schweiz für deutsche Schulden "gedruckt"­.

Der Artikel ”Wie die Schweiz Deutschlan­ds Finanzmini­ster hilft” ist ursprüngli­ch bei Wall Street Journal erschienen­.  

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