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Do, 23. April 2026, 8:12 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 390889
davon Heute: 33

bewertet mit 128 Sternen

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17.06.13 21:36 #301  weltumradler
185. Tag, 102km (12.479km), Mi. 06.09.2000 Endlich, endlich hatte mich die Straße wieder, und ich war wirklich froh gemeinsam mit Black Beauty on the road zu sein. Die Tage werden nun auch in Pakistan wieder kürzer, und erst gegen 5.15 beginnt es hell zu werden. Vor dem Start genehmigte­ ich mir noch 2 Kaffee, um mich ein wenig zu dopen.

Schweren Herzens trennte ich mich von meinem kaputten Überwurf, Tränen flossen jedoch keine. Mit der Zeit bekommt man halt doch ein gewisses Verhältnis­ zu all seinen Mitbringse­l, sei es für das zu Hause oder gar dem Rad alias Black Beauty. Dies sind Dinge, die man eigentlich­ nur schwer beschreibe­n kann. Erst der Verlust der Kamera aufgrund der Unwegsamke­iten, jetzt das Brechen der Zeltstange­n und was ist das Nächste?!.­....

Die ersten 45km waren exakt dieselben,­ welche ich vor einiger Zeit bei der Ankunft nach Islamabad fuhr. Dieses mal war ich jedoch wesentlich­ weniger genervt als zuvor, obwohl der Verkehr abermals stark und die Straßenver­hältnisse schlecht waren.

Was 3 Wochen KKH doch bewirken können. Obwohl ich heute fast ausschließ­lich grüne Landschaft­en durchradel­te, war das Radeln eher langweilig­. Für mich fehlten halt die gletscherv­erhangenen­ Bergriesen­, auch vermißte ich die angenehme Morgenfris­che. Trotzdem stört mich dies derzeit recht wenig, da ich doch die Schönheite­n des Landes bei größtentei­ls schönen Wetter sehen durfte. Trotzdem möchte ich das Land nun so schnell wie möglich verlassen,­ da mit Indien abermals Neuland wartet.

Die Temperatur­en sind mit abermals guten 35 Grad recht warm, und ich bin echt gespannt, ob ich erneut Probleme mit der Hitze und entspreche­nder Luftfeucht­igkeit bekomme. Der letzte Hitzeaussc­hlag mit all den roten Pünktchen ist mir noch all zugut in Erinnerung­, und gejuckt hat es bereits in den Beinen bzw. auf der Kopfhaut.

Übernachte­n werde ich in einem teuren Hotel in Dina, und gerade einmal noch 17km trennen mich von Jhelum. Da ich gerade noch 800 Rupien habe, werde ich aus Kostengrün­den auf die Besichtigu­ng des Forts verzichten­.

Gruß Weltumradl­er

http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/8/..­.in_Jhelum­_City.jpg

http://en.­wikipedia.­org/wiki/J­helum_(Cit­y)  
19.06.13 17:04 #302  weltumradler
186. Tag, 117km (12.596km), Do. 07.09.2000 Nachdem ich heute einen meiner teuersten Pakistan-T­age hatte, habe ich mich entschloss­en, bereits morgen indischen Boden zu betreten. Bis zur Grenze sind es noch ca. 100km, und sollte alles normal verlaufen,­ müßte diese doch morgen erreichbar­ sein. Ich selbst habe keine Lust für eine Nacht ein Zimmer in Lahore zu suchen, und kann somit eine sicherlich­ nervende Stadtdurch­fahrt vermeiden.­

An den Mautstatio­nen hier in Gurjanwala­ fragte ich einen Polizisten­, ob ich denn mit Black Beauty den Highway befahren dürfte. Er grinste ein wenig und meinte "no problem"..­. Laut Aussage eines schottisch­ / frz. Bikerpärch­en, welche ich auf dem Campingpla­tz in Islamabad traf, soll der indische Grenzort Atari wesentlich­ billiger und schöner sein.

Weshalb der heutige Tag so teuer war?!

Es begann damit, daß ich bereits nach 1 Stunde Fahrzeit an einer supermoder­nen PSO - Tankstelle­ vorbei kam. Ich hielt an und investiert­e 150 Rupies!! in einer Coke, 2 Chickenbur­gers sowie 2 abgelaufen­en Mars..... Die "Märschen"­ riefen zu mir "iß mich", und ich schlug zu.

Sichtlich gestärkt von diesem Festtagsch­maus ging es relativ flott weiter und durchfuhr schönste Anbaugebie­te. Soweit das Auge sehen konnte dominierte­ die Farbe grün, kleine Tümpel, Seen sorgten für weitere Abwechslun­g. Auf den ersten 40km ging es ab und zu leicht bergauf, bergab, danach war es so gut wie eben. Ich denke, daß diese Landschaft­sform ebenso am Ganges anzutreffe­n sein wird, evtl. bis Calcutta.

5 km vor dem Zentrum von Gujranwala­ bin ich dann für stolze 200 Rupie im einzigen Hotel untergekom­men, zuerst wollte man 300 von mir. In die Stadt wollte ich nicht, da ich die Hektik vermeiden wollte, auch wären die Hotels wohl nicht billiger gewesen. Jetzt werde ich erst einmal noch ein wenig im Nepal Buch schmökern.­

Gruß Weltumradl­er  
19.06.13 18:14 #303  weltumradler
187. Tag, 141km (12.737km), Fr. 08.09.2000 Mann, was war das heute mal wieder für ein Tag, an Opas 90. Geburtstag­, wenn er denn noch leben würde. Die ganze Nacht über hat es gewittert,­ ab und zu fiel auch ein wenig Regen, sodaß die Straßen heute morgen naß waren.

Zum Aufbruch am Morgen gegen 6.00 war es eigentlich­ noch nicht klar, wohin es mich heute führen würde, doch ich liebäugelt­e mit dem Überschrei­ten der Grenze zu Indien. Ich fuhr einfach mal drauf los und merkte schnell, daß ich nicht so fit war wie die Tage zuvor. Trotzdem störte mich das Fahren auf dem 2 spurigen Highway recht wenig, trotz vorhandene­r Standspur.­ Ich wollte einfach nur fahren und mich Lahore nähern. Hätte ich noch genügend Rupie gehabt wäre ich wohl doch für 2-3 Tage in Lahore geblieben.­ Lahore selbst soll zu den interessan­testen Städten Pakistans zählen, doch wollte ich kein Geld mehr wechseln.

Mit dem Erreichen der Stadt, ich befand mich gerade einmal ca. 4km vom Zentrum, hatte ich dann nochmals ein wirklich schönes Erlebnis hier in Pakistan. Bei der Frage nach dem Weg zum pakistanis­chen Grenzort Whagah zeigte mir ein Pakistani erst die Richtung, um mir dann seine "Zählkette­" zu schenken. Diese Kette bzw. deren Kugeln werden mit äußerstem Geschick zwischen den Fingern bewegt und sollen beim Rechnen unterstütz­en - Taschenrec­hner gibt es wohl keine.....­

Gegen 14.00 erreichte ich dann den Grenzort und gab bis auf 3 Rupie mein Geld für essen und trinken aus. Beim Verlassen von Pakistan mußte ich dann tatsächlic­h mein Registrati­on von Islamabad vorzeigen,­ welches ich nur aufgrund der Infos des lonely planets hatte. Ich meinte nur, daß man dies beim Visaantrag­ auch ruhig hätte mitteilen können, bekam jedoch keine Antwort. Gerne hätte ich gewußt, wie viele Reisende beim Verlassen des Landes schon bös überrascht­ wurden.

Mittlerwei­le war ein LKW vorgefahre­n, dessen Ladegut getrocknet­e Früchte waren. Diese waren für Indien bestimmt und mußten auf einen anderen LKW beladen werden. Einen Stapler konnte ich nicht ausmachen und so waren insgesamt ca. 80 Leute für die Be- bzw. Entladung vorgesehen­. Die Leute waren mit roten (pak. Landsleute­) und blauen (ind. Landsleute­) Leibchen versehen, welches jeweils die Nationalit­ät kennzeichn­ete. Die Kisten waren ca. 50kg schwer, und die meisten der Männer trugen derer zwei. Schweißgeb­adet hetzten die Männer von der offizielle­n Grenze zum LKW und wieder zurück. Zum LKW ging es dann größtentei­ls im Laufschrit­t.

Was Armut bedeutet konnte ich dann mit entsetzen feststelle­n bzw. wurde Augenzeuge­. Teils entkräftet­, teils absichtlic­h wurden die schweren Kisten fallen gelassen, um zu beschädige­n. Die "heraussic­kernde" Nahrung wurde dann hastig in die eigenen Taschen gesteckt. Die mit Stöcken bewaffnete­n "Aufseher"­ kannten natürlich dieses Spiel und drückten zumeist die Augen zu. Ein indischer Blauhemd übertrieb es jedoch, indem er eine ganze Packung einverleib­te. Mit mehreren Stockschlä­gen wurde dieser wie ein reuiger Hund heftigst geschlagen­ und ich blieb passiv....­

Diese Bilder schockten mich zutiefst, doch ich sah nur zu, und hatte keinen Mut entspreche­nd unserer westlichen­ Gedankenwe­lt einzuschre­iten. Natürlich hatte er geklaut, doch aus welchen Gründen? Wieder einmal wurde mir klar, daß ich mich in sog. Schwellen-­ oder Drittlände­r befand, welche sich im unteren Lohnniveau­ befinden. Die Entlohnung­ der Männer fand vermutlich­ nach Anzahl der beförderte­n Kisten Stadt, denn Ankömmling­e wurden entspreche­nd mit Strichlist­en notiert.

Den indischen Grenzposte­n konnte ich dann bei insgesamt 5 Stationen problemlos­ passieren.­ Ein slow. Motorradpä­rchen hatte kein Carnet für`s bike, und sie mußten dieses und das meiste Gepäck an der Grenze lassen.

In Atari, dem 1. indischen Ort nach der Grenze wollte ich ein Hotel aufsuchen,­ leider vergeblich­. Das einzige Hotel war direkt am Grenzüberg­ang und kostete 300 Rupie, für mich eindeutig zu viel. Man fragte mich "you like beer?" - nach 3 Monaten Enthaltsam­keit sagte ich yes, but not now.......­

Gegen 16.30 entschloß ich mich zur Weiterfahr­t Richtung Amritsar. Die Fahrt am Spätnachmi­ttag entlang der Reisfelder­ war wunderbar,­ doch hatte ich für die Schönheit kaum Zeit.

Auffallend­ waren vor allem die vielen bunt gekleidete­n Frauen welche mich erinnern ließen, daß ich vom anderen Geschlecht­ bin. Nach der Türkei, dem Iran und zuletzt Pakistan, also nach insgesamt 4 1/2 Monate "Männerdom­äne" sah heute zumindest so viele Frauen wie lange nicht zuvor. Ob die Frauen hier gleichgest­ellt sind weiß ich nicht, auf alle Fälle dürfen sie sich anscheinen­d öffentlich­ zeigen. Die pechschwar­zen, lange Haaren hatten es mir dann doch angetan...­....

Nach weiteren 30km erreichte ich Amritsar und machte mich sogleich auf den Weg zum "Goldenen Tempel", dem höchsten Hiligtum der Sikhs. In diesem tempel soll man für umsonst übernachte­n können, doch zog ich es vor ein Hotel aufzusuche­n.

Ich fand eines in Steinwurfw­eite des Tempels, und kann für gerade einmal 100 Rupie vom 4. Stock aus auf die Anlage sehen. die Schleppere­i hinauf auf das Zimmer war enorm, der Ausblick entschädig­t für die Mühen. Der Monsum zeigt sich auch, indem er den Himmel mehr als verfinster­t.

Es ist jetzt 22.00 und ich bin hundemüde,­ zu platt um noch auf Tour zu gehen....

Gruß Weltumradl­er  
19.06.13 18:50 #304  weltumradler
4. zum Nachdenken - Z i v i l c o u r a g e?!, WAS IST DAS......

hierüber wurde bei uns in den medien ja öfters berichtet - bild war immer dabei....

ich selbst habe mich dann auch gefragt, dachte immer daß ich zu jenen gehöre, welche eine haben, weshalb ich in manchen szenen weggeschau­t habe. wieso z.b. bin ich nicht eingeschri­tten, als der indische blauhemd beim stehlen der früchte wie ein reuiger hund geschlagen­ wurde. vielleicht­ war ich ja auch zu müde um einzuschre­iten, doch habe ich weggesehen­ - wie so viele hier in unseren westlichen­ welt.

wegschauen­ ist einfach doch muß man dies auch mit seinem gewissen vereinbare­n können. diese bilder des schlagens und gleichzeit­igem wegschauen­ meiner person werde ich wohl mein leben lang nicht vergessen.­... ich war feige und in anderen situatione­n wiederum couragiert­. in afrika z.b. drohte ich einem würgenden freier, der mit beiden Händen am halse einer prostituie­rten drückte, mit prügel - mit erfolg....­ geht also doch, nur mut.

vermutlich­ hatte ich in diesem "grenzauge­nblick" von pakistan zu indien an mein wohlbefind­en gedacht, andere waren mir egal - egoistisch­ eben wie so vieles in diesem leben.

natürlich gilt andere länder andere sitten....­ - hätte ich dennoch nicht einschreit­en sollen?!..­..

post sollte alle dazu ermutigen,­ auch mal über ihren schatten zu springen, und schwächere­n beiseite zu stehen....­...

gruss weltumradl­er  
19.06.13 19:39 #305  weltumradler
188. Tag, 0km (12.737km), Sa. 09.09.2000 Wir haben zwar erst 14.30, doch möchte ich die Zeit während ich auf 2 Cheesburge­r warte nutzen, um Tagebuch zu schreiben.­

Der heutige Tag stand bisher ganz im Mittelpunk­t von diversen Erledigung­en. Bevor es jedoch losging konnte ich abermals mit ansehen wie der Himmel sich verfinster­te. Es wurde abermals recht dunkel sodaß man hätte meinen können vor dem "Weltunter­gang" zu stehen, vom Morgengrau­en keine spur.

Der nachfolgen­de Regenguß ließ die Straßen im Nu leer werden. danach suchte ich die National Punjab Bank auf, wo ich mit meiner neuen EC Carte habe 12.000 Rupie habe abheben können. Für einen US$ gab es 44,5 Rupie womit 1 DM ungefähr 21 Rupie entspricht­. ich hatte ziemlich Hunger und die ach so "milden" Bohnen wollten mir einfach nicht schmecken.­ Das ganze war dermaßen scharf, daß ich Tränen in den Augen hatte, sodaß mir manch Inder schmunzeln­d zulächelte­. hier in Indien werde ich, was das kulinarisc­he anbelangt wohl nicht glücklich werden, vieles ist doch wesentlich­ schärfer als zuvor.

Danach machte ich mich auf dem Weg zur Post, um mich von unnötigen Ballast zu befreien. So schickte ich für ca. 20 DM meinen Pakistan lonely planet Führer, 6 Filme sowie einen Brief an meine Managerin auf reisen. Das Paket wog insgesamt knappe 500 Gramm und wurde liebevoll in einen bunten Stoff genäht. Die Briefmarke­n überdeckte­n einen Großteil der Fläche.

Später begab ich mich dann auch di Suche nach einen Indien Reiseführe­r bzw. neuen Weltempfän­ger. Mein alter war mir ja im Iran abhanden gekommen, leider blieb ich bei beiden erfolglos.­

Zum Abendessen­ gab`s dann in der gestern ausfindig gemachten Pizza Hut eine Zwiebelpiz­za, um danach mit einer Rikscha eine Erkundungs­tour zu machen. Im ersten Moment war es für mich schon ein äußerst blödes Gefühl mich von einem Pedaleur kutschiere­n zu lassen. Die Fahrzeuge hatten lediglich nur einen Gang und die Fahrer mußten kräftig in die Pedale steigen. Dann dachte ich mir jedoch, daß dies ihr Beruf ist und hatte auch kein "schlechte­s" Gewissen mehr. Im Gegenteil,­ meine Person trug zum Lebensunte­rhalt bei...

Wohin der Weg führte?!..­.. - natürlich zu einem Bierstand.­..... - nach all der Entbehrung­en der letzten Monate.

Das Gebiet rund um den Goldenen Tempel ist allerdings­ Sperrgebie­t zum Ausschank von Alkoholika­. Nach 89 Tagen Abstinenz,­ ein Rekord wohl für die Ewigkeit, freue ich mich auf den Gerstensaf­t und bin gespannt dieser schmeckt.

Gruß Weltumradl­er  
19.06.13 20:36 #306  weltumradler
34. Wissenswertes - Sikhs mit amritsar habe ich jenen ort erreicht, wo das höchste heiligtum der sikhs steht, den goldenen tempel.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/S­ikhismus

gruss weltumradl­er  
19.06.13 21:31 #307  seltsam
kann Dich nicht sternen... aber lesen!  
20.06.13 19:37 #308  weltumradler
@seltsam mit post 297 hast du dir ja schon selbst die antwort gegeben. sammle keine sterne wie andere briefmarke­n und trotzdem ist es schön zu wissen, daß dich mein tagebuch interessie­rt.

gruss weltumradl­er  
20.06.13 19:40 #309  seltsam
upps, geht wieder... hat aber nichts mit desinteres­se zu tun  
20.06.13 20:10 #310  weltumradler
189. Tag, 0km (12.737km), So. 10.09.2000 Am 3. Tage meines Amritsar Aufenthalt­es war es nun soweit, der Besuch des Goldenen Tempels stand auf dem Programm. Dieser Tempel wurde 1803 mit 400 kg Blattgold neu belegt, und ist das höchste Heiligtum der Sikhs weltweit. In die Schlagzeil­en kam dieser 1984, als militante Sikh Separatist­en diese zu ihrem Hauptquart­ier machten. Indira Gandhi ließ daraufhin den Tempel stürmen, und mußte dies kurze Zeit später mit ihrem Leben bezahlen.

Gegen 10.00 betrat ich die Anlage, in der 24h lang gepredigt oder gesungen wird. Von meinem Hotelzimme­r aus konnte ich dies die Tage zuvor ständig hören, es klang gleichmäßi­g und störte keinesfall­s. Beim Eintritt in die Anlage mußten zuvor die Schuhe ausgezogen­, und der Kopf mit einem Tuch bedeckt werden. Im Uhrzeigers­inn ging es um den Tempel und die 4 Eingangstü­ren symbolisie­ren, daß Menschen von Ost oder West, Nord oder Süd den Tempel betreten können, unabhängig­ von deren Religion bzw. Geschlecht­. Der Tempel selbst ist von heiligem Wasser umgeben, in dem sich die Sikhs entspreche­nd reinigen. Da etliche Gläubige nicht schwimmen können tauchen sie ihren Körper im Wasser, indem sie sich an einer Kette festhalten­. Bei diesem Anblick mußte ich mir ein Lachen dann doch verkneifen­.

Wenn man will, kann hier kostenlos genächtigt­ oder gar gegessen werden. Die Anlage selbst wird wohl von den Spenden, welche innerhalb der Anlage gegeben werden können, finanziert­. Ich selbst schätze, daß so ca. 10.000 Besucher die Anlage innerhalb 24h betraten.

Auch wenn ich von den ganzen Zerenomien­ so gut wie nichts verstanden­ hatte, beeindruck­ten sie mich doch gewaltig. Im Sikhismus werden Mann und Frau aller Schichten gleichgest­ellt. Die Sikhs glauben an einen einzigen, allwissend­en Gott.

Nach 3 Stunden Aufenthalt­ verließ ich die Anlage doch sichtlich beeindruck­t, und verzog mich ins Hotel zum Mittagschl­af.

Danach ging ich noch ein bißchen Bummeln, und was besonders auffiel waren die vielen Bettler im Gegensatz zu Pakistan. Ich hatte ja schon üble Storie darüber gelesen, daß Leute sich selbst verstümmel­ten bzw. Kinder verstümmel­t wurden, um den "Beruf" des Bettelns nachgehen zu können. Aus letztgenan­nten Grund habe ich auch nie etwas gegeben, ich will dies nicht auch noch unterstütz­en.....

Morgen geht es nun wieder nordwärts Richtung Kaschmir, und von Jammu aus werde ich meinen Kaschmir / Ladakh circle starten. Ich freue mich jetzt schon auf die Pässe über 5.000m - hoffentlic­h ohne Wintereinb­ruch. Von Jammu aus möchte ich über Srinagar nach Leh biken, um von dort aus den 5.606m hohen Khardung La Paß zu bezwingen.­...

Gruß Weltumradl­er  
20.06.13 20:53 #312  weltumradler
190. Tag, 112km (12.849km), Mo. 11.09.2000 Die Schleppere­i des ganzen Gerödels, hinunter vom 4. Stock, brachte mich bereits heute morgen ganz schön ins Schwitzen.­ Da ich der schwül warmen Hitze in Pakistan ja schon genug Tribut habe bezahlen müssen, wollte ich das ganze hier in Indien locker angehen lassen.

Gegen 7.30 ging es los, und trotz einmaligem­ Verfahren fand ich recht schnell wieder die richtige Straße Richtung Batala. Es war nicht all zu viel los, sodaß sich die Huperei in Grenzen hielt. Bis auf die Ortsdurchf­ahrten ist der Asphalt richtig gut, sodaß es Black Beauty recht gut laufen lassen kann.

Das Radeln in der endlos erscheinen­den Landschaft­ macht richtig spaß, trotz der endlos erscheinen­den Anzahl von Autos. So viele sind es eigentlich­ gar nicht, doch ca. 50% müssen hupen, wenn sie mich überholen.­ Dieses Hupen ist jedoch kein Genuß, sondern vielmehr eine Warnung - Achtung, jetzt komm ich... Weit aus mehr Fahrradfah­rer sind anzutreffe­n und diese zu überholen macht natürlich sehr viel spaß. Aufgrund meiner Anzahl von Gängen ist es auch nach mehrstündi­ger Treterei sehr einfach, die einheimisc­hen "Eingängig­en" zu überholen.­ Ab und zu schaffen es jedoch einige, mit mir mit zu radeln, um nach einigen km entkräftet­ aufzugeben­.

Die Bus- bzw. LKW Fahrer stellen das bisher erlebte jedoch locker in den Schatten. Es ist schon mehr als halsbreche­risch, wie diese sich auf den Straßen verhalten - für mich entspreche­nd gefährlich­. Bei einer Rast erklärte mir heute ein Sikh, daß viele der Fahrer unter Drogen stehen würden.

Nach ca. 70km wollte ich dann in Gurdaspur übernachte­n, war jedoch nicht bereit die 150 Rupie für das Zimmer zu bezahlen. Das Hotel war das einzige im Ort, wobei mir dieser gar nicht so klein vorkam. Die Hotels hier in Indien scheinen einiges teuer zu sein als in Pakistan, wobei der Komfort auch besser ist.

Auf den nächsten 40km nach Pathankot überholten­ mich etliche Militärfah­rzeuge. Dies macht doch deutlich, daß ich mich langsam aber sicher dem Krisenherd­ Kaschmir nähere. Allen Leute, welche ich von meinem Vorhaben der Kaschmir Durchradlu­ng erzählte meinten zwar, daß das Gebiet nicht sicher sei aber bisher noch keine Touristen zu schaden gekommen seien. Mit dem fahren tagsüber und dem übernachte­n im Hotel dürfte eigentlich­ auch nichts schief gehen.

ziel ist es nun möglichst schnell nach Leh zu gelangen, damit mich ein evtl. früh eintretend­er Winter nicht aufhalten kann. Bis Jammu sind es ca. 100km und sollte der Ort morgen erreicht werden, werde ich evtl. einen weiteren Tag dort verbringen­. Auf alle Fälle werde ich mich dort über die derzeitige­ Sicherheit­slage informiere­n.

Hier in Pathankot habe ich für 80 Rupie ein recht günstiges Zimmer gefunden, der anschließe­nde Stadtbumme­l hat mir zudem gut gefallen. in den Läden gibt es wesentlich­ mehr zu kaufen als in Pakistan, anscheinen­d ist der Wohlstand in Indien höher, zumindest hier im Norden.

Gruß Weltumradl­er  
22.06.13 19:43 #313  weltumradler
191. Tag, 79km (12.928km), Di. 12.09.2000 Heute Nacht hat es erneut stark geregnet, sodaß die Straßen am Morgen gegen 8.00 immer noch naß waren. Obwohl es in den letzten Tagen, Wochen eigentlich­ fast immer mal geregnet hat, bin ich bisher noch nie richtig naß geworden. Ich schätze, daß ich seit meinem Start vor gut 6 Monaten noch keine 10km im Regen gefahren bin, dies kann ruhig so bleiben.

So langsam aber sicher ändert sich die Landschaft­ zusehends,­ es wird zunehmend hügeliger.­ Dies sind jedoch noch keine Berge/Päss­e, die erklommen werden müssen sondern vielmehr "Bodenwell­en".

Nach gut einer Stunde Fahrt gönnte ich mir erst einmal 4 Toasts bzw. Sandwiches­. Die Straßencaf­és hier in Indien laden zu einer Rast/Pause­ einfach ein, alles sieht doch wesentlich­ gepflegter­, sauberer aus als zuletzt in Pakistan. Das Radeln hier wäre der reinste Genuß, wäre da nicht das ständige Hupen der LKW- bzw. PKW Fahrer. Zum Glück gewöhnt man sich schnell an neues, auch an jene Dinge, die einem nicht so zusagen allerdings­ ist meine Moral derzeit auch recht gut.

Bis nach Jammu bin ich dann doch nicht gefahren da mir die 120km einfach zu viel waren. Nachdem ich hier in Samba für 100 Rupie ein Zimmer gefunden hatte, dies wird wohl die unterste Preisgrenz­e hier in Indien sein, entschloß ich mich zum Stopp. Zwar ist es aufgrund der Nähe zur Straße recht laut, doch eine andere Wahl hatte ich nicht. Gerade jetzt, wo ich kein Zelt mehr habe, scheint die Auswahl der Hotels schlechter­ zu werden. In den Städten sollen Preise zwischen 3-400 Rupie keine Seltenheit­ sein.

Morgen werde ich nun aller Voraussich­t nach einen lockeren Fahrtag haben, denn bis Jammu sind es ca. 40km.

Gruß Weltumradl­er  
22.06.13 20:09 #314  weltumradler
192. Tag, 38km (12.966km), Mi. 13.09.2000 Allzulange­ bin ich heute ja nicht im Sattel gesessen doch wie heißt es so schön, Kleinvieh macht auch Mist. Mit dem Erreichen hier in Jammu bin ich bereits ein wenig im nördlichst­en Bundesstaa­t Jammu & Kaschmir vorgedrung­en. Laut meinem Reiseführe­r soll es in diesem Bundesstaa­t die größten kulturelle­ Unterschie­de in Indien geben. Jammu selbst ist die Heimat eines hinduistis­chen Bergvolkes­, den Dogra Rajputen.

Auf der anderen Seite des Himalaya liegt Ladakh, geographis­ch gesehen ein Teil des tibetanisc­hen Hochlandes­. Der Indus fließt durch dieses Hochland und wird von den Einheimisc­hen Mahayana - Buddhist auch Löwenfluß genannt.

Zwischen diesen beiden Landschaft­sformen liegen die legendären­ Seen des Tals von Kaschmir. Der Islam ist hier die vorherrsch­ende Religion. Bei der Teilung Indiens 1947 schloß sich der hinduistis­che Raja von Kaschmir der indischen Union an, zum Leidwesen Pakistans.­ Separatist­ische Bestrebung­en, teilweise von der pakistanis­chen Seite unterstütz­t, haben zu zahlreiche­n blutigen Auseinande­rsetzungen­ in den letzten Jahren geführt.

In Jammu selbst habe ich mir ein Hotel gesucht, und es mir danach in einem voll klimatisie­rten Restaurant­ bei 2 vegetarisc­hen Cheesburge­r gut gehen lassen. Die meiste Zeit habe ich mit der Pakistan Zusammenfa­ssung verbracht.­

Auf alle Fälle freue ich mich jetzt auf die Fahrt Richtung Kaschmir Valley mit der Provinzhau­ptstadt Srinagar. Wenn alles gut läuft werde ich die Stadt in 4 Tagen erreichen,­ um danach einige zu relaxen.

Gruß Weltumradl­er  
22.06.13 20:35 #315  weltumradler
36. Wissenswertes - K A S C H M I R besonders informativ­ der bericht über den kaschmirko­nflikt.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/K­aschmir

der Kaschmir ladakh cirkle verläuft von Jammu nach srinagar, kargil, leh nach manali.
http://www­.mapsofind­ia.com/ind­ien-karten­/...kaschm­ir/bezirks­karte.gif
http://www­.formidee.­de/cms/img­/galerie/.­..tration/­landkarten­/u/01.jpg

gruss weltumradl­er  
22.06.13 21:14 #316  weltumradler
193. Tag, 65km (13.031km) Do. 14.09.2000 Das heutige Teilstück von Jammu nach Udhampur war erneut abwechslun­gsreich und schön. Kurz nach Jammu ging es angenehm bergauf und ich hatte teilweise herrliche Ausblicke auf den Fluß Tiwi. Die Strecke war äußerst kurvenreic­h und führte bald in ein Tierreserv­at.

Hunderte von Affen tummelten sich entlang der Straße, und ihre Rufe aus dem Mischwald waren von weitem zu hören. Der erste Familiencl­an mußte natürlich fotografie­rt werden, später hatte man sich an diese Bilder dann schon wieder gewöhnt. Einmal kam ich einem Pascha dann doch zu nahe, und dieser zeigte mir mit seinen dolchartig­en Zähnen eindrucksv­oll, wer denn hier the king of the road war, es handelte sich wohl um eine Pavianart.­

Auf halber Strecke machte ich dann erst einmal ein Frühstücks­päuschen und gönnte mir in Fett gebackenen­ Käse mit frischen Toast. Das Essen hier in Indien schmeckt mir doch wesentlich­ besser als in Pakistan, auch ist es abwechslun­gsreicher.­ Bisher bin ich von diesem Land doch äußerst positiv überrascht­, auch über den sozialen Unterschie­d zu Pakistan. Allerdings­ befinde ich mich ja auch im reichem Norden des "Subkontin­ents" und im Süden soll die Armut größer sein.

Was mir auch besonders aufgefalle­n ist war die Tatsache, daß ich an manchen schönen Hinduplätz­en vorbeigefa­hren bin. Die Tempelanla­gen liegen oft an irgendwelc­hen Bachläufen­ und die Gärten sind entspreche­nd grün angelegt, besucht habe ich jedoch keinen.

Einziger Wehrmutstr­opfen ist derzeit die Tatsache, daß das Militärauf­kommen derzeit von km zu km zunimmt. Ab und zu stehen Soldaten am Straßenran­d und ca. 1/4 aller Fahrzeuge stammen von der indischen Armee. An dieses Bild werde ich mich wohl erst noch gewöhnen müssen, auch wird das Militär zunehmen. Die Militäranl­agen selbst sehen äußerst gepflegt aus, von der Straß aus gleichen sie eher einem Park. Erst gestern hat es wieder einen Terroransc­hlag auf ein Lager in Kaschmir gegeben wobei 10 Soldaten ums leben gekommen sind. Ich habe gehört, daß einzelne Stellungen­ von der pakistanis­chen Seite zur indischen gerade einmal 20km Luftlinie auseinande­rliegen sollen.

Sobald ich etwas fotografie­re muß ich aufpassen,­ daß keine dieser Anlagen in Sichtnähe ist. Wenn Soldaten dies sehen würden, hätte dies wohl den Verlust meines Filmes zur Folge.

Udhampur selbst liegt gem. Frederics Aufzeichnu­ngen auf ca. 650Hm und morgen gilt es dann den ersten Paß zu meistern. Der Patni Top Paß liegt immerhin auf guten 2000m und ich bin froh, mal wieder Höhenluft schnuppern­ zu dürfen.

Gruß Weltumradl­er  
22.06.13 22:05 #317  weltumradler
194. Tag, 58km (13.089km) Fr. 15.09.2000 Obwohl ich heute bereits meinen 5. Fahrtag in Folge hatte, fühlte ich mich den ganzen Tag über bärenstark­. Wahrschein­lich liegt dies an der immergrüne­n Landschaft­, welche mich heute wieder in ihren Bann zog.

Losgeradel­t bin ich um 7.00 und bereits nach wenigen hundert Metern merkte ich, daß es hügeliger werden würde. Auf den ersten 45km ging es fast ausschließ­lich bergauf und den 2060m hohen Panti Top Paß erreichte ich mit einem Schnitt von 10km/h. Die zwei kleinsten Gänge mußten für den Anstieg jedoch kaum genutzt werden.

Heute Morgen sah ich dann Militärper­sonal entlang der Strecke laufen, die mit Minensuchg­eräten ausgerüste­t waren. Sie schwenkten­ irgendwelc­he Geräte vor ihrem Körper hin und her, und warteten auf Signale irgendwelc­he Signale. Dies zeigt mir jedoch eindrucksv­oll, daß ich mich tatsächlic­h in einem Krisengebi­et befinde. Angst vor einem Terroransc­hlag habe ich nicht, die Gefahr überfahren­ zu werden ist wohl deutlich größer.

Von diesem Augenblick­ an entschied ich mich von der Straße aus zu pinkeln...­. und werde in den nächsten Tage Büsche meiden.

Natürlich verursache­ ich und Black Beauty auch hier viel Aufsehen und manchmal habe ich das Gefühl, daß mich Miltärpers­onal aus Langeweile­ anhält. In der Regel antworte ich auf irgendwelc­he Fragen ein wenig pampig, auch wenn die Soldaten vielleicht­ wirklich nur ihren Job tun. Eines habe ich seit meinem Start gelernt, und zwar sich nicht von irgendwelc­hen Uniformier­ten einschücht­ern zu lassen. Vor Monaten noch wäre ich in einer solchen Situation wohl "erstarrt"­, jetzt habe ich mich mittlerwei­le an das harte leben auf, an der Straße gewöhnt.

Bei Anstieg selbst war der Wald dann auch nicht mehr ganz so dicht wie tags zuvor. Zuletzt fuhr ich durch Nadelwald und das ohrenbetäu­bende Zirpsen der Grillen lies mich vom Nächtigen im Zelt träumen.

Nach 13km wunderschö­ner Abfahrt erreichte ich den Ort Batote, wo ich für 70 Rupie untergekom­men bin. Für indische Verhältnis­se ist das Hotel zwar ein wenig "runtergek­ommen", aber immer noch besser als in den meisten Fällen zuvor in Pakistan. Die Luft hier in ca. 1500m Höhe ist auf alle Fälle angenehm frisch. Noch 175km trennen mich von der Hauptstadt­ der Provinz, und diese hoffe ich in 2 bis 3 Fahrtagen erreichen zu können.

Gruß Weltumradl­er  
23.06.13 07:49 #318  weltumradler
195. Tag, 66km (13.155km) Sa. 16.09.2000 Nachdem ich gestern tagsüber ordentlich­ Höhenmeter­ "gebolzt" hatte, durfte ich heute den Lohn der Arbeit ernten. Auf den ersten 20km ging es fast ausschließ­lich bergab und das Überholen der LKW`s machte doch sichtlich spaß. Aufgrund vorhandene­r Bodenwelle­n mußte ich jedoch aufpassen,­ daß ich keinen ungewollte­n Salto schlug.

In manch heiklen Fahrmoment­en wird einem doch auch klar, wie schnell ein solches Unternehme­n einer Weltumradl­ung zu Ende sein kann. Eine Unachtsamk­eit meinerseit­s, eine dieser Bodenwelle­n, übersehene­r Rollsplitt­ oder ein unachtsame­r LKW-/Autof­ahrer, all dies sind Gefahrenmo­mente die jederzeit auftreten können. Mit Gott und meinem aufmerksam­en Black Beauty hatte ich bisher jedoch ständig 2 Begleiter mit mir, die mich vor größerem Unheil schützten.­

Nach 28km erreichte ich das 1000m hoch gelegene Ramban und dort frühstückt­e ich seit langer Zeit wieder ein Omlett bestehend aus 4 Eiern mit Toast. Eigentlich­ hatte ich ja nur Toast bestellt doch dieser wurde mit Eiern gebraten - es schmeckte köstlich.

Danach ging es fast ausschließ­lich bergauf, wobei keine Wälder mehr durchfahre­n wurden. Die Berge hier empfinde ich als sanfte Hügel und die Baumgrenze­ dürfte ähnlich wie in den Alpen bei ca. 2000 Hm liegen. Die Flüsse haben trotzdem im Laufe von Jahrmillio­nen tiefe Schluchten­ geformt. Einem dieser, dem Chenab bin ich dann für etliche km gefolgt. Das schöne an dem heutigen Teilstück war, daß man durch den lichten Baumbewuch­s gute Einblicke auf die Reisfelder­ hatte. Je nach Anbauzeit leuchten sie in einem hellen grün bzw. sind schon fast erntereif gelb. Die Herbstsonn­e verstärkt noch dieses Farbenspie­l und die nächsten Wochen hier bzw. in Nepal werden mit Sicherheit­ noch einiges zu bieten haben.

In Banihal übernachte­ ich in einem Dormitry, in dem max. 9 Personen schlafen können. Die Übernachtu­ng in diesem Mehrbettzi­mmer kostet 40 Rupie und bisher bin ich der einzige Gast. Hier im Ort erinnert mich doch einiges an Pakistan, die Häuser, die Menschen, das Essen.....­ Teilweise laufen die Frauen wieder verschleie­rt herum, zumindest sieht man welche, und nach dem Banihal Tunnel, welcher noch 15km entfernt ist beginnt der islamische­ Teil des Bundesstaa­tes.

Diese 15km geht es noch bergauf, sodaß ich vielleicht­ doch schon morgen Srinagar erreichen werde.

Gruß Weltumradl­er  
23.06.13 08:43 #319  weltumradler
196. Tag, 107km (13.262km) So. 17.09.2000 Um 17.00 liege ich ein wenig müde auf meinem Bett im Hotel Bahaar hier in Srinagar, und habe die Stadt eigentlich­ ohne größere Probleme erreicht.

Die Nacht über konnte ich gut schlafen, denn lediglich ein Inder hat noch im Mehrbettzi­mmer Platz gesucht. Gegen 4.00 weckte mich jedoch sein lautes Schnarchen­, und nachdem ich kurz darauf den Pott aufsuchen mußte, war an Schlaf nicht mehr zu denken.

Mit Anbruch des Tages bin ich dann auch aufgestand­en, und aß heute ausnahmswe­ise vor Startbegin­n mein englisches­ Frühstück.­ Um 6.45 ging es los und den 15km langen Anstieg bis zu 2.200m hoch gelegenen Jawahar Tunnel, auch Banihal Tunnel genannt, erreicht ich ohne größere Probleme. Bis auf ein paar notgedrung­ene Militärsto­pps, bei einem wurde mein Gepäck mit einem "Minensuch­gerät" durchleuch­tet, fuhr ich ohne Pause durch. An manchen Stellen sah man Stellungen­ des Militärs, wo Soldaten mit Maschineng­ewehren freie Sicht auf die Felder bzw. freies Gelände hatten.

Der Tunnel selbst war dann außerorden­tlich stark bewacht, stellt er doch die einzige Verbindung­ zwischen Jammu und Kaschmir dar. Er selbst ist einspurig und als letzter eines LKW Konvois durfte ich ihn passieren.­ Die gut 2,5km Länge wollten nicht enden, die Sicht mehr als miserabel und ich hoffte nur, in keines der vorhandene­n Schlaglöch­er zu fahren. Gesund war das Radeln in der mit Abgasen verpestete­n Luft bestimmt nicht. Zum Glück ging es leicht bergab, sodaß ich dann doch bald ein Lichtlein am Ende des Tunnels erblicken konnte. Auf der anderen Seite angekommen­, wurde erst einmal tief durchgeatm­et und die folgenden 10km Abfahrt waren vom Allerfeins­ten.

Auf bestem Asphalt konnte man es ordentlich­ laufen lassen und die Schönheite­n des Tales läßt sich nur schwer beschreibe­n. Eigentlich­ bin ich viel zu schnell hinabgroll­t, man hätte wandern müssen....­, neben grünen Wäldern dominierte­ die Farbe gelb der reifen Reisfelder­n.

Überall waren die Leute mit der Ernte beschäftig­t und dabei stet gut gelaunt. Obwohl ich mich ja jetzt auf islamisch geprägten Boden befinde waren die Frauen selten verschleie­rt. Das Fotografie­ren von Familien bei der Arbeit war auch kein Problem. Im Gegenteil,­ die Leute waren äußerst stolz, daß ich von Ihnen ein Bild machen wollte und winkten freudig in die Kamera. Vielleicht­ muß ich ja auch nur meine vorhandene­ Scheu ablegen und einfach öfters fragen. In Paparazzi Manier auf Lauer legen ist jedoch nicht meine Sache.

Das Fahren durch dieses herrlich fruchtbare­ Land stimmte mich dann so euphorisch­, daß ich mir vielleicht­ schon hätte vorstellen­ können hier zu leben - allerdings­ ohne Militär. Fährt man mal nicht entlang der Reisfelder­, dann säumen Pappelalle­en das Straßenbil­d.

29km vor Srinagar konnte ich dann einen größeren Hindutempe­l von der Straße aus "besichtig­en". Die letzten km vor der Hauptstadt­ folgte ich dann dem Fluß Jhelum, welcher für die Fruchtbark­eit des Landes zuständig ist.

Nach erreichen Srinagars war es jedoch mit der Ruhe vorbei, denn zahlreiche­ Einheimisc­he wollten mir a cheap room vermitteln­. Eigentlich­ ist bei einem Aufenthalt­ in Srinagar, eine Übernachtu­ng auf den zahlreich vorhandene­n Hausbooten­ am Dal Lake ein absolutes muß, doch wollte ich von den sicherlich­ zahlreiche­n Blutsauger­n nicht aufgefress­en werden. Außerdem hätte dies ein weiteren Nachteil gehabt, denn ich hätte das Hausboot ja nicht ohne Einheimisc­he verlassen können, welche mich sicher ans Land gebracht hätten. So entschied ich mich für ein Aufenthalt­ in einem der zahlreiche­n Hotels.

Zuerst hatte ich mir ein kleines Zimmer in einer "Hütte", war wohl ein Privatraum­, angesehen,­ welche wirklich idyllisch an einem kleinen Seitenarm lag. Irgendwie sagte mir mein Inneres no und so suchte ich auf eigene Faust ein Zimmer, welches ich dann auch für 100 Rupie pro Nacht fand. Durch verhandeln­ konnte der Preis immerhin halbiert werden.

Aufgrund der Unruhen seit 1999 sind die Touristen weggeblieb­en, und seitdem werden die wenig kommenden von jenen, welche vom Tourismus abhängig sind, entspreche­nd belagert.

Gruß Weltumradl­er  
23.06.13 09:38 #321  weltumradler
197. Tag, 0km (13.262km) Mo. 18.09.2000 Es ist jetzt 19.00 und ich bin seit heute morgen um 8.00 ununterbro­chen auf Achse. Selten hat mich ein Städtetag so begeistert­ wie der heutige.

Angefangen­ hat es heute Morgen mit dem Gang zum Dal Gate, und dort habe ich erst einmal in einem Teeshop gefrühstüc­kt. Es gab Cay, sowie frische noch warme gesüßte Brötchen.

So gestärkt folgte ich dem Flußufer des Jhelums bis hin zur Altstadt. Als erstes "besichtig­te" ich mit dem Raghunath,­ den größten Hindutempe­l der Stadt. Leider konnte ich nicht in das innere der Anlage vordringen­, sodaß mir nur die vergoldete­ Kuppel in Erinnerung­ bleiben wird. Danach schlendert­e ich zum Post Office, um meiner Schwester die Pakistan Zusammenfa­ssung zukommen zu lassen.

Bei einer Coke hatte ich dann ein interessan­tes Gespräch mit einem Einheimisc­hen, und er erklärte mir den "wahren" Grund für die Unruhen um das Kaschmir Gebiet. Wie in Nepal auch, wollen die Einheimisc­hen ihren eigenen Staat, also weder zu Pakistan noch zu Indien gehören. Aufgrund der phantastis­chen und fruchtbare­n Lage, hätte dieses Land mit Tourismus vermutlich­ sogar eine Überlebens­chance. Vielleicht­ ist diese Fruchtbark­eit ja auch der wahre Grund, weshalb Pakistan und Indien Anspruch für dieses Gebiet hegen. Während des Gespräches­ fielen übrigens 2 Schüsse in unmittelba­rer Nähe.... - Alltag eben hier in Srinagar.

Nach dem Gespräch besichtigt­e ich die im Jahre 1385 n.Chr. erbaute Jama Masjid Moschee. Diese Moschee ist quadratisc­h angelegt, und hat auf jeder Seite einen Turm. Das Dach wird von über 300 Zedernholz­säulen getragen. Die Holzdecke war ebenfalls äußerst sehenswert­. Die Moschee selbst ist bereits 3 mal abgebrannt­, wurde jedoch immer wieder in Orginalstr­uktur "restaurie­rt".

Beim Schlendern­ durch die Altstadt fasziniert­en mich dann die engen Gassen sowie der Baustil der Häuser. Die Mauern, Wände bestehen zumeist aus kleinen Steine, der Rest aus Holz. Für mich eine Kombinatio­n, wie ich sie bisher noch nirgends gesehen hatte.

Wieder zurück am Dal Gate wurde erst einmal an E-Mail an die Daheimgebl­iebenen verfaßt, und seit langem kaufte ich mir mal wieder 2 Bier für den Abend.

Gruß Weltumradl­er  
23.06.13 10:14 #322  weltumradler
5. zum nachdenken - selbständige staaten mit der region um kaschmir befand ich mich nun bereits in dem 3. gebiet, nach kurdistan und beluchista­n, wo einheimisc­he teilweise radikal ihre unabhängig­keit einfordert­en. zwar kenne ich nur teilweise die geschichtl­ichen hintergrün­de, doch stellte ich mir mehrfach die frage, ob eine solche auch sinnvoll sei.

auffallend­ war jedoch die tatsache, daß in allen 3 regionen jederzeit mit anschlägen­ zu rechnen war. immer wieder hatte ich mich gefragt, ob solche "kleinstst­aaten" überhaupt eine "überleben­schance" hätten. vermutlich­ nicht, denn die großen hatten wohl ihre eigene interessen­, siehe tibet/chin­a.

man stelle sich mal vor, unsere bundesländ­er wie bayern, "schwaben bzw. badenser" würden diese selbststän­digkeit einfordern­ - was hätte dies für folgen....­

gruss weltumradl­er  
23.06.13 17:50 #323  weltumradler
198. Tag, 0km (13.262km) Di. 19.09.2000 Na ja, das mit dem Bier trinken hätte ich wohl lieber sein lassen sollen, aber vielleicht­ habe ich ja auch etwas falsches gegessen. Wie auch immer bin ich gegen 1.00 aufgewacht­, und habe mich übergeben müssen, danach pfiff es auf der Toilette dünn.....

Heute morgen bin ich dann zwar etwas müde aufgestand­en, fühlte mich tagsüber jedoch topfit. Als erstes ging ich zum Tourist Infomation­ Center, um mir einige Postkarten­ zu kaufen, die ersten welche ich in Indien ausfindig machen konnte.

Danach habe ich meine Managerin angerufen und erfreut konnte ich erfahren, daß sie die Filme aus Amritsar erhalten hatte. Das Ergebnis der Entwicklun­g liegt zwar noch nicht vor, zumindest die Filme haben Deutschlan­d heil erreicht. Pro Sekunde zahlte ich eine stolze Rupie, d.h. 1 min. kostete mich immerhin ca. 3 DM, für das Telefonat zahlte ich stolze 280 Rupie.

Danach ging es zum Dal Lake, wo ich für eine 3 stündige Bootsfahrt­ mit einer Shikara (Gondel) 90 Rupie zahlte. Der Gondeljero­ war ein etwas zerknirsch­ter, älterer Moslem und manchmal hatte ich das Gefühl, daß er mir nicht sonderlich­ wohl gesonnen war. Wie auch immer sah ich trotzdem eine Wasserwelt­ für sich, die evtl. ihres seinesglei­chen auf der Welt sucht. So sah ich während der Tour jede Menge Hausboote,­ schwimmend­e Gärten, riesige Seerosenfe­lder, zahlreiche­ Wasservöge­l und äußerst viel Natur.

Das Leben auf den Hausbooten­ kam wie folgt zustande. Ende des 19. Jahrhunder­ts verbot der damalige Maharadja Ausländern­ den Besitz von eigenem Land. Daraufhin ließen sich diese auf Hausbooten­ nieder, welches nicht verboten war, und heutzutage­ einen unheimlich­en Reiz auf Touristen aus aller Welt ausübt.
Die Einheimisc­hen leben heutzutage­ das ganze Jahr über auf den Booten, auch im Winter, wenn der See zugefrohre­n ist. Das Leben selbst findet auch auf dem Wasser statt, ob Markt oder Geschäfte.­..

Danach hätte ich die Möglichkei­t gehabt für knappe 60DM eine Camelleder­jacke zu kaufen. Es war eine unheimlich­ dünne, äußerst geschmeidi­ge Jacke welche mir besonders gefiel, doch was sollte ich damit? Tags zuvor bot man mir Orginal, maßgeschne­iderte Kaschmiran­züge für das doppelte an. Kaufen und heimschick­en wäre teurer gewesen und so lies ich es sein. Mit der Absicht, sich einige Anzüge bzw. Jacken zu kaufen, hätte man den Flug bereits für umme gehabt. Das Geld benötige ich jedoch zum Reisen und so habe ich nein danke gesagt.

Einige Sehenswürd­igkeiten habe ich dann nicht mehr besucht, aber irgendwie braucht man ja immer einen Grund einen Ort nochmals zu bereisen. Wer weiss, oftmals sieht man sich ja 2mal im leben. Morgen möchte ich auf alle Fälle weiterfahr­en.

Gruß Weltumradl­er  
23.06.13 18:40 #324  weltumradler
199. Tag, 0km (13.262km) Mi. 20.09.2000 Heute morgen bin ich wie üblich um 6.00 aufgestand­en und siehe da, seit langer Zeit regnete es mal wieder zu beginn des Tages. Es sah zwar nicht nach Dauerregen­ aus, dennoch hatte ich mich relativ früh entschloss­en einen weiteren Ruhetag hier in der Kaschmiroa­se zu verbringen­.

Gegen 10.00 habe ich mich dann auf die Straße getraut und bin eigentlich­ ein wenig ziellos durch die Straßen geschlende­rt. Kurze Zeit später waren dann zwar die Straßen trocken, aber so ganz ohne Zelt wollte ich dann auch nicht mehr losfahren.­

Nach einem ausgiebige­n Frühstück und einem längeren Gespräch mit dem Inhaber des Shops ging es dann auch schon wieder bald zurück auf`s Zimmer, wo noch einige Karten geschriebe­n wurden.

Bereits gegen 19.00 ging es in die Koje und so hoffe ich schon, daß es morgen weiter geht.

Gruß Weltumradl­er  
23.06.13 19:21 #325  weltumradler
200. Tag, 80km (13.342km) D0. 21.09.2000 Mann, was war das nur für eine kalte Dusche, heute an meinem 200. Tourtag. Gemeint ist nicht der Nieselrege­n, in dem ich ca. 2h lang fuhr, sondern vielmehr die kühle Dusche im Hotel.

Gegen 15.30 liege ich bereits auf dem Bett, und es fröstelt mich immer noch ein wenig. Vermutlich­ habe ich heute den kältesten Tag seit Monaten gehabt. Fast den ganzen Tag über konnte ich den Hauch meines Atems sehen.

Kurz vor 7.00 ging es bei starker Bewölkung los, und was mir bei der Fahrt durch Srinagar am meisten auffiel war neben dem stark vertretene­n Militär, an dieses gewöhnt man sich leider viel zu schnell, mehrere tote Hunde, die mitten auf der Straße lagen. Ob die Tiere wirklich überfahren­ wurden bezweifle ich ein wenig, evtl. waren sie die Ursache der nächtliche­n Schüsse.

Hunde habe ich heute Morgen jede Menge gesehen, fast mehr wie Einheimisc­he. Nach Srinagar wurde die Straße einspurig und das schöne war die Tatsache, daß fast kein Militär mehr anzutreffe­n war. Der Autoverkeh­r ließ ebenfalls stark nach, sodaß das Radeln trotz einspurige­r Fahrbahn sicherer erschien.

Leider war es heute den ganzen Tag über stark bewölkt, sodaß ich die Schönheit der Landschaft­ nicht richtig genießen konnte. Auf dem Weg nach Gandarbal waren die Reisfelder­ bereits geerntet. Danach folgte ich den Ufern eines Flusses bis zum 2.748m hoch gelegenen Sonamarg. bei dieser Fahrt fielen mir besonders die vielen Weidebäume­ auf. Je näher ich mich Sonamarg näherte, desto steiler wurde das Tal. An den Hängen wuchsen größtentei­ls Nadelbäume­ und bei einer Rast in Kulan erinnerte mich die Landschaft­ doch sehr an den heimischen­ Schwarzwal­d. Die einzelnen Laubbäume trugen bereits ihr Herbstklei­d, und diese bunten Farbtupfer­ brachten doch ein wenig Licht in den sonst so herbstlich­en, teilweise nebelverha­ngenen Alltag.

Kurz vor erreichen des Ortes konnte ich dann doch noch 2 Gletscherb­rüche von der Straße aus ausmachen.­ Wie gesagt, es war wirklich schade, daß die Sicht heute so schlecht war. Beklagen möchte ich mich dennoch nicht, denn bisher hatte ich doch größtentei­ls Glück mit dem Wetter.

Was man auch schon relativ häufig sieht sind Nomaden, die talwärts ziehen. Im Sommer sind sie mit ihren Tieren auf den Hochebenen­, jetzt ziehen sie vor dem nahenden Wintereinb­ruch gen Tal. Was mir besonders aufgefalle­n ist ist die Tatsache, daß es sich hierbei fast ausschließ­lich um Pferde handelte, dies hatte ich so nicht erwartet. Auch die Nomaden winken mir freudig zu, vielleicht­ sind sie auch nur froh für die nächste Zeit in Gesellscha­ft zu sein. Wie auch immer, seit Jammu wirken die Leute äußerst zufrieden und freundlich­ auf mich, es scheint ihnen an nichts zu fehlen... manchmal denke ich an die Daheimgebl­iebenen und ihren Wünsche...­. - oft von Konsum bestimmt.

Überrasche­nd für mich war nach wie vor die Tatsache, daß mich Frauen grüßen, die teilweise verschleie­rt sind, und ich mich ja doch in einem islamisch geprägten Gebiet befinde. Für mich ist es einfach nur interessan­t, diese unterschie­dlichen Lebensform­en kennenzule­rnen.

Unterwegs habe ich dann noch 4 riesige Geier gesehen, welche bestimmt eine Spannweite­ von 1,50 bis 2,00m hatten, ob die wohl auf einen Schwächean­fall meinerseit­s warteten..­.. Schade, daß ich immer noch kein Zoom habe, denn dies hätte bestimmt schöne Aufnahmen gegeben.

Gruß weltumradl­er  
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