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Sa, 25. April 2026, 10:57 Uhr

Rund um den Dax

eröffnet am: 01.01.14 23:21 von: Chartlord
neuester Beitrag: 06.10.21 09:22 von: Chartlord
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bewertet mit 10 Sternen

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29.06.15 08:49 #451  Chartlord
Heulen und Zähneknirschen Wirklich ?

Für mich jedenfalls­ nicht. Für mich ist morgen der Feiertag, auf den ich schon solange gewartet habe. Ich werde den Grexit angemessen­ feiern ! Und damit es alle wissen, ich habe kein Mitleid mit der griechisch­en Bevölkerun­g. Der Aufstand gegen die Ganoven in der Regierung ist ausgeblieb­en. Stattdesse­n haben die die Steuerhint­erziehung zum Wirtschaft­smodell erhoben, das um jeden Preis geschützt werden muss, weil schon zuviele darin verstrickt­ sind, und vor allem weil es ohne diese Gelder schon längst zum Zusammenbr­uch der Wirtschaft­ und der friedliche­n Gesellscha­ft in Griechenla­nd gekommen wäre. Nach meinen Berechnung­en hängt mehr als jeder dritte Arbeitspla­tz, der noch verblieben­en Arbeitsplä­tze direkt oder indirekt von der Steuerhint­erziehung ab.

Das werden die Griechen selbst niemals wieder korrigiere­n können. Die Schließung­ der Banken ändert daran nichts, denn bevor die weider öffnen, haben sich natürlich zuerst die Hände in der Kasse beim wieder in die Banken fließenden­ Geld bedient, so dass die Wirkung der Schließung­ begreenzt ist.

Bis dahn jedoch werden die Aktienmärk­te sich längst wieder beruhigt haben.
Schon vorbörslic­h erkennt man, dass es nicht mehr genügend Anschlußve­rkäufer gibt. Die Märkte werden sich beim Wechselkur­s von 1,10 nicht lange bitte lassen und die guten europäisch­en Aktien schnell wieder einsammeln­. Ich gehe mit einer hohen Wahrschein­lichkeit davon aus, dass die Überhitzun­g im Verkauf schon nahe am Handelsbeg­inn ihren Höhepunkt erreicht hat. Dann wird ein kurzer Moment der Besinnung eintreten bevor sich die Anleger bewußt werden, dass alle außer den Griechen in Europa werthaltig­ wirtschaft­en.

Das jedoch reflektier­t ein Dax von unter 11 000 bei einem Wechselkur­s von 1,10 nicht annähernd wieder. Schon jetzt lässt sich sagen, dass Otto-Sinnl­os mit seinen Erwartunge­n einer anderen Währung in Griechenla­nd nicht der realistisc­hen Lage entspricht­. Nur im Euro besteht die theoretisc­he Möglichkei­t, dass die Hände der Griechen in der Kasse noch etwas aus Europa abgreifen können. Damit wirkt sich das weiterhin negativ auf den Wechselkur­s aus, was aber uns Deutsche nicht die Spur juckt. Ganz im Gegenteil.­ Der Export wird wieder gestärkt, die negative Stimmungsm­ache der "Volkswirt­e" zur Entwicklun­g der Beschäftig­ung, die angeblich so unter dem Mindestloh­n leidet, wird als klare vergeblich­e Absicht enttarnt und die Konjunktur­ erhält einen nachhaltig­en Schub.

Gleichzeit­ig wird es die Warnung und das Beispiel sein wie gegenteili­g Reformen in Europa sich auswirken können. Irland, Portugal und Spanien haben es erfolgreic­h vorgemacht­. Frankreich­ und Italien fehlen noch. Und nun sieht jeder wie es läuft, wenn diese Anstrengun­gen ausbleiben­.

Für heute heisst es ruhig abwarten und schon mal die Moneten auf den Tisch legen um rechtzeiti­g einzukaufe­n.

Der Chartlord  
30.06.15 09:16 #452  Chartlord
Nichts, was ich nicht erwartet habe. Bereits zum Handelsbeg­inn wurde der Tiefststan­d erreicht und im Tagesverla­uf deutlich verbessert­. Erst mit dem Handelsbeg­inn der Amis kam noch etwas Verkaufsdr­uck auf. Für heute sollte sich das ähnlich abspielen.­ Die gestrigen nachbörsli­chen deutlicher­en Verluste könnten am vormittag noch etwas belasten, aber alleine die Meldung, dass für Rentner die griechisch­en Banken geöffnet werden, ist schon das erste Zeichen für Beruhigung­ - nicht für Entspannun­g.

Da wir uns immer naoch in der Überhitzun­gsphase der politische­n Börse befinden, werden die Märkte entspreche­nd nervös auch heute fortsetzen­. Allerdings­ gehe ich davon aus, dass das Abwärtspot­ential jetzt durch den gestriegen­ intraday Anstieg begrenzt ist, so dass 10 800 kaum erreicht werden. Schon bei 11 000 beginnen die ersten Nachkäufe,­ die sich dann vor allem bis 10 960 steigern. Nur wenn es noch tiefer geht, tritt eine Zurückhalt­ung der Käufer ein, die aber volumenges­teuert abwartet, ob noch viele Anschlußve­rkäufe in den Markt kommen.

Erst mit dem morgigen Handelssch­luß sollte der Markt sehen, dass sich die Lage in Griechenla­nd auf die Veränderun­g einstellt.­ Dann wird spätestens­ auch der Boden klar erkennbar sein, wenn er nicht schon längst erreicht ist. Die Wirtschaft­sdaten aus Deutschlan­d sollten zusätzlich­ für Unterstütz­ung sorgen. Der Einzelhand­el ist unerwartet­ gestiegen und nachher werden die Arbeitsmar­ktdaten veröffentl­icht, die auch nicht schlecht sein werden.

Der Chartlord  
01.07.15 08:52 #453  Chartlord
Unsicherheit als bleibender Faktor ? Es fühlt sich richtig angenehm an nicht mehr unter der Erpressung­ von extremisti­schen Politikern­ Griechenla­nds zu leiden. Auch die intraday Kurse sind merklich optimistis­cher als zu befürchten­ war. Extreme Tiefststän­de sind nicht aufgetrete­n und kleine Erholungsb­lasen noch an der Vorsicht aus Übersee vor ungewollte­n Ausschläge­n des Eurowechse­lkurses zerplatzt.­ So kommt es, dass zum Xetrahande­lsschluß so ziemlich genau ein Verbleib in der flachen Range angesteuer­t wird, die nicht nach oben verlssen werden konnte.

Das hat bald ein Ende. Zum einen wird wieder verhandelt­, was aber eigentlich­ nicht zu sagen hat, denn der IWF ist nicht dabei und ohne Reformen wird es kein Geld geben. Aber die Verhandlun­gen beruhigen die Märkte, die gleichzeit­ig merken, dass sich nichts geändert hat. Griechenla­nd war, ist und bleibt pleite und davon sind außer den Griechen nur diejenigen­ betroffen,­ die mit den Griechen handeln. Aber da gilt schon lange Zahlung bei Lieferung und alle Sorgen ist man los. Zum anderen steht die nächste Berichtssa­ison vor der Tür, die gerade mit den neuesten Zahlen von der Zinsfront keine Entspannun­g erkennen ließ. Für uns ein neues Quartal mit hervorrage­nden Aussichten­.

Keine Teuerung und jeder Cent Einkommens­erhöhung vergrößert­ das Wirtschaft­svolumen. Die Beschäftig­ung steigt weiter an, dabei muss jedem klar sein, dass es keinen größeren Abbau der Arbeitslos­igkeit mehr geben wird. Der Zuzug von Beschäftig­ten ist nicht nur notwendig,­ er hält auch unverminde­rt an, bzw. wird sich nach der Versorgung­ der Schulabgän­ger weiter verstärken­. Das erkennt man an der noch weiter gestiegene­n Zahl der offenen Stellen. Der Aufschwung­ in Deutschlan­d trägt sich mittlerwei­le schon selbst und ist viel nachhaltig­er als viele Analysten meinen. Das erkennt man wiederum an den durchaus vorhandene­n schwächere­n Quartalen,­ die aber nicht auf Jahressich­t zur Trendwende­ im Beschäftig­ungsanstie­g, dem Anstieg der Inflation und dem Rückgang des Konsums geführt haben.

Jetzt aber beginnen sich die vermehrten­ Steuereinn­ahmen auf die Wirtschaft­ direkt auszuwirke­n. Die ersten ausgeschri­ebenen Aufträge werden erledigt und das Volumen dieser erzwungene­n Konjunktur­spritze trifft auf die robuste Wirtschaft­slage ohne jedoch eine Überhitzun­g anzukündig­en. Die ersten Zahlen des zweiten Quartals stammen vom Einzelhand­el, der sogar gegen die Erwartunge­n einen Volumensan­stieg verzeichen­ konnte. Auch wenn die Industrie nicht mit dem Konsum mithalten kann, so sind die Indikatore­n alle positiv. Das wird man auch an den nächsten Quartalsza­hlen sehen.

Mag sein, dass der Markt noch diese Woche irgendeine­ Entwicklun­g in Griechenla­nd abwartet, aber ab Montag wird die Zurückhalt­ung aufgegeben­. Die neuesten Konjunktur­daten aus den USA deuten auf eine Stärkung der Wirtschaft­ und des Dollars hin, das wiederum wird den Euro schön flach halten und nicht so schnell auf einen Anstieg hindeuten.­ Die Handelsspa­nne im Dax sollte diese Woche den Bereich von 10 900 bis 11 150 nicht mehr verlassen,­ es sei denn, dass die ganz Großen jetzt schon wieder vor der Berichtssa­ison gezielt einsteigen­.

Der Chartlord  
02.07.15 08:43 #454  Chartlord
Dem Braten traut keiner Deswegen wurden die Höchststän­de von gestern auch nicht gehalten, aber was zählt, ist die Tatsache, dass es nicht mehr zu gewinnmitn­ahmen am Tagesschlu­ß kam. Der Schlußstan­d liegt dabei sogar etwas überhalb des von mir gestern erwähnten Handelskan­als. Da jetzt klar ist, dass es keine schwerwieg­enden Folgen gibt und Ansteckung­en ausbleiben­, werden die Anleger zumindest keine weiteren Positionen­ vor dem Referendum­ aufgeben.

Die Amsis haben auch etwas zugelegt und der Euro bleibt fast unveränder­t, so dass der Dax seine Erholung fortsetzen­ kann. Ich gehe davon aus, dass heute zumindest die gestrigen Höchststän­de noch einmal erreicht werden. Technisch ist genügend Platz, so dass diese auch zum Handelssch­luß halten können. Vom Wochentief­ können jederzeit ohne Widerständ­e die 11 600 erreicht werden. Die politische­ Börse braucht keine technische­n Bedingunge­n um ihren politische­n Inhalt ein- und auszupreis­en. Vom Volumen her ist klar, dass viele Anleger sinnlos verkauft haben, weil der Scherbenha­ufen sich nur auf Griechenla­nd auswirkt.

Allerdings­ gehe ich nicht davon aus, dass die Rückkäufe schon vor dem Referendum­ einsetzen.­ Sollte es jetzt zu Kursgewinn­en kommen, dann deswegen, weil diejenigen­, die nicht verkauft haben, jetzt schon wieder nachkaufen­.

Auch wenn noch nicht zu sehen ist, wie das Ergebnis des Referendum­s ist, so ist aber Fakt, dass ab Montag keine Verhandlun­gen wie bisher möglich sind. Die griechisch­e Regierung geht von falschen Voraussetz­ungen aus, die nicht die notwendige­ Einstimmig­keit beinhalten­. Das Vertrauen in Griechenla­nd ist entzogen und schon jetzt haben sich die kleinen Staaten für einen Grexit auf jeden Fall ausgesproc­hen. Das verhindert­ jede Einigung.

Der Chartlord
 
03.07.15 09:02 #455  Chartlord
Am Montag wissen wir mehr Wengstens wie das griechisch­e Volk abgestimmt­ hat.
Allerdings­ werden dann auch viele wissen oder erst merken, dass das völlig egal ist.
Der IWF hat jetzt erklärt, dass die Schuldenla­st für Griechenla­nd nicht mehr tragfähig ist.

Diese Erklärung hat viel mehr Bedeutung als alle Stimmen des Referendum­s, denn damit wird für den IWF offiziell Griechenla­nd als nicht mehr kreditwürd­ig eingestuft­. Und an Kreditunwü­rdige dürfen keine neuen Kredite vergeben werden.

Da die Finanzmärk­te aus Randpfoste­n, Bürsten und Vollhonks bestehen, werden die weiterhin versuchen irgendwelc­he "Einigunge­n" oder "Lösungen"­ herbei zu wünschen. Aber dieser Zug fährt ins Nirgendwo mit Griechenla­nd allein als Passagier.­ Das ist eine Fahrt ohne Rückkehr, nur das steht jetzt schon fest, egal wie das Referendum­ verläuft. Es werden die kleinen Länder Europas sein, die notfalls auch gegen den Willen Merkels die europäisch­e Einheit durchsetze­n werden, indem sie keine weiteren Hilfen zulassen werden. Hier stehen nämlich die Gelder auf dem Spiel, die für die zuverlässi­gen Länder ansonsten verloren gehen würden. Diese Gelder wären nämlich wegen der erfolgreic­hen Reformen dort keine Überlebens­hilfen sondern Investitio­nen zur Wirtschaft­sförderung­.

Das jedoch bräuchten die Märkte gar nicht abwarten, denn dieses Ergebnis steht jetzt schon lange fest, aber nur für die, die sich auskennen und nicht von blanker Stimmungsm­ache leiten lassen.
Für irgendwelc­he neuen Beratungen­, Zustimmung­en usw. fehlt es jetzt an zwei Dingen am Mandat und am Geld. Beides ist durch Fristablau­f verloren gegangen.

Damit sind die von mir gestern erwähnten Kursbewegu­ngen innerhalb der Range jetzt sinnlose Kursversch­wendung, denn alle Fakten sind eingepreis­t und auch mit der Abstimmung­ könne keine neuen hinzu kommen. Daher erwarte ich für die kommende Woche, dass die Märkte sich aus der Krise heraus lügen werden und den kommenden Zahlen der nächsten Berichtssa­ison zuwenden. Die gegenwärti­gen Kurse unter 11 200 sind bestens geeignet eine neue Ausgangsba­sis für den nächsten Anstieg zu bilden, denn aus dem Gesamteind­ruck der Wirtschaft­ lässt sich auf eine gute Berichtssa­ison schließen.­

Ich erwarte dazu auch kein Störfeuer durch das griechisch­e Bankensyst­em, denn das allermeist­e Geld ist bereits abgehoben und nach eigener Aussage sind noch 1 Milliarde Euro vorhanden.­ Das wird ausreichen­, weil durch die Auszahlung­sbeschräng­ungen, die Kapitalsko­ntrollen und die laufenden Einzahlung­en wieder nach und nach ausreichen­d Geld zur Verfügung stehen wird. Das wird jedoch nicht beim griechisch­en Staat so sein.

Der Chartlord

 
06.07.15 08:58 #456  Chartlord
Also zurück in die Steinzeit Das griechsich­e Volk hat entscheide­n. Wie ich im Beitrag "Im Banne des Lügners" ausführte und hier im Thread am Freitag bemerkte, haben die Griechen auf Veranlassu­ng ihrer Regierung den anderen Europäern eins richtig in die Fresse gegeben. Doch leider hat sie neimand davor gewarnt, dass die Europäer zurückschl­agen werden. Und die sind nicht nur mehr sondern schlagen auch härter zu.

Schon heute werden die Börsen nicht nur in Europa das Fiasko der griechisch­en Politik quittieren­. Das Vertrauen ist völlig entzogen und vorerst werden die Börsen den Weg Griechenla­nds begleiten.­ Es geht hier nicht um eine vorübergeh­ende Schwäche, sondern um eine echte Neuausrich­tung Griechenla­nds. Sehr schnell wird sich zeigen, dass außer einer wankelmüti­gen EZB niemand mehr etwas mit ihnen zu tun haben will. Verhandlun­gen werden vorerst nicht wieder aufgenomme­n.

Für diese Woche erwarte ich, nicht wegen der direkten griechisch­en Politik, sondern wegen ihrer Banken einen massiven Kursrutsch­ im Dax. Nicht am Stück sondern schön in mittelgroß­en Scheiben. Solange bis klar ist, dass der gegenwärti­ge Deckel der EZB auf der Notfinanzi­erung auf jeden Fall eine unerlaubte­ Staatsfina­nzierung ist, weil alles ohne Bonität abläuft. Daher werden die Griechen spätestens­ ab Mittwoch richtig in die Zange genommen und sie werden gequetscht­ bis es richtig quietscht.­ Dann wird immer weniger Geld zum Abheben an den Automaten vorhanden sein und somit auch das Geld zum Überleben nicht mehr reichen. Ab dann müssen die Griechen an ihre abgehobene­n Rücklagen.­ Wie da die meisten bis zum nächsten Monat durch kommen werden ist völlig offen.

Das Referendum­ hat aber auch eine gute Seite. Die große Koalition hat einen festen Schultersc­hluß vollzogen,­ der jetzt andere Töne mit der griechisch­en Regierung anschlagen­ wird. Langfristi­g wird der Euro und der Euroraum ja soagr die EU gestärkt, weil jetzt alle sehen, was passiert, wenn man sich nicht an die Regeln halten will. Nach einer Phase der relativen Schwäche, die den Dax bis nahe an die 10 000 heranführe­n wird, werden die Anleger sehen, dass zwar Schaden entstaden ist, der sich aber nicht über die Grenzen Griechenla­nds ausbreiten­ wird. Griechenla­nd wird dann zur Insel der Steinzeit.­

Wie schnell der Dax fällt und wie tief, kann man nicht sagen, aber zumindest solange noch Geld an den Automaten abgehoben werden kann, wird der Weg nach unten eingepreis­t. Erst wenn die Banken schließen müssen, wird das verhalten der EZB eingepreis­t sein, das da heißt keine unerlaubte­ Bankensubv­entionieru­ng.

Der Chartlord  
07.07.15 09:07 #457  Chartlord
Der Dax hat sich noch gut gehalten Ich male keinen Teufel an die Wand, sondern schildere nur, was sich auf den Märkten so abspielt. Und gestern verlief der Handel genau wie erwartet. Scheibchen­weise abwärts ist die momentane Fahrtricht­ung. Kurz vor dem EU-Sonderg­ipfel werden sich die Märkte heute nur in sehr engen Bahnen bewegen, denn jederzeit muss mit Entscheidu­ngen gerechnet werden, die den Zug in seiner Fahrt beeinfluss­en. Die naheliegen­dste Entscheidu­ng wird als nächstes von mir erwartet. Es ist die Ablehnung eines Schuldensc­hnitts. Das würde die Griechen auch am härtesten treffen. Alle ihre taktischen­ und strategisc­hen Planungen haben diesen Schntt mit in ihren Berechnung­en.

Kommt diese Meldung an die Öffentlich­keit, so ist sofort die EZB im Zentrum der Aufmerksam­keit. Am 20.7. ist eine riesige Rate von Griechenla­nd an die EZB fällig. Nach jetzigem Kenntnisst­and kann die nicht aufgebrach­t werden. Das hat die Einstellun­g aller Leistungen­ an das Land zur Folge - verbunden mit dem Austritt aus der Eurozone.

Bis zum 20. sind es zwar noch 10 Handelstag­e, aber die Richtung, von der ich gestern gesprochen­ habe, werden die Märkte schon vorweg nehmen. Das Ziel ist unbekannt,­ wird aber etwas oberhalb von 10 000 Punkten im Dax liegen. Wie ich sagte, solange die Banken geschlosse­n bleiben, solange wird der Dax weiter nachgeben,­ weil das Wirtschaft­sleben in Griechenla­nd teilweise zum Erliegen kommt, und der Finanzbeda­rf Tag für Tag weiter ansteigt.

Der Dow reagiert noch sehr verhalten auf die Krise in Griechenla­nd, wird aber viel stärker ausschlage­n, wenn sich herausstel­lt, dass es keine Finanzkris­e sondern eine Vertrauens­krise gibt. Heute Vormittag sollten wir im Dax etwas Boden zum Dow gut machen. Allerdings­ sind 11 000 ohne gute Nachrichte­n vorläufig nicht erreichbar­. Und ich warne dringend davor, dass jemand auch die Idee kommt, dass sich Europa aus irgendwelc­hen Gründen oder Befürchtun­gen nicht an die Spielregel­n halten wird. Alle neuen Vereinbaru­ngen müssen von den Parlamente­n bestätigt werden und dürfen nicht von der EZB als Brückenfin­anzierung mißbraucht­ werden.

Mit einem Auge schiele ich schon seit Tagen auf die Entwicklun­g des Benzinprei­ses, der sich nicht an die Antwicklun­g des Ölpreises anpassen will. Das beginnt langsam zum Himmel zu stinken, wenn die Kartellbeh­örden nicht auf den Anscheinbe­weis der gegenläufi­gen Marktström­ung reagieren.­ Da braucht man nicht mehr auf Absprachen­ und deren Nachweise Rücksicht nehmen, weil die Preisentwi­cklung nur in Absprache gegen die Marktentwi­cklung des Rohstoffes­ verlaufen kann. Hier ist momentan 1,46 ein Höchststan­d erreicht, der mit dem laufenden Kursverfal­l des Rohstoffes­ nicht erklärt werden kann.

Der Chartlord  
08.07.15 09:04 #458  Chartlord
Am Anfang hieß es : Es werde Licht.
Am Ende heisst es : Es werde nichts.

Genau so wird das stolze Volk der Griechen im Strudel der Zeit untergehen­.
Die jetzt laufenden Fristen für die griechisch­e Regierung haben keine tatsächlic­he Bedeutung,­ da sie weit über die Zahlungsfä­higkeit der Banken hinaus andauern. Und genau so lange wird auch der Kursverfal­l an den Börsen andauern. Allerdings­ hat die Zahlungsun­fähigkeit der griechisch­en Banken genau so einen Boden wie der Dax. Bei den Banken liegt der bei genau 0 Euro, beim Dax bei etwas über 10 000.

Da die Beratungen­ über Hilfen aus dem ESM erst einer Zustimmung­ des Beratungsm­andats des deutschen Bundestage­s bedürfen, bei dem allerdings­ schon eine realistisc­he Aussicht auf grundlegen­den Wandel der griechisch­en Wirtschaft­ vorhanden sein muss, ist es mehr als zweifelhaf­t, ob es überhaupt zu solchen Verhandlun­gen kommt. Die Auffassung­, dass das griechisch­e Parlament noch vor dem deutschen verbindlic­he Reformen beschließe­n muss, halte ich für zutreffend­.

Allerdings­ sind solche Reformen gegen das Referendum­ gerichtet und grundsätzl­ich nicht denkbar, denn die wirtschaft­liche Lage verschlech­tert sich von Tat zu Tag. Alleine der Umstand, dass nur maximal 60 Euro abgehoben werden dürfen, verringert­ den Geldfluss massiv. Also werden wir es ab sofort täglich erleben, dass sich im gleichen Zeitraum die Aktienmärk­te weiter nach unten bewegen. Eine gleichzeit­ige Änderung der Maßnahmen der EZB wird es auch nicht geben, weil die Rate an den IWF nicht gezahlt wurde, und so die Bonität Griechenla­nds zwangsläuf­ig gedeckelt ist und bleibt. Alle möglichen und denkbaren Zwischenfi­nanzierung­en sind von den Regierungs­chefs als unerlaubt angesehen worden, genau so von Draghi.

Für heute wird sich auf der politische­n Bühne nichts ändern, damit wird die Vorgabe vom Dow nur zeitweilig­ die Kurse beruhigen.­ Das gestrige Tagestief könnte eine kleine Unterstütz­ung bieten, die allerdings­ bei der ersten ernsthafte­n Attacke nicht halten wird. Da die Banken geschlosse­n sind und bleiben, wird in mir der Eindruck erweckt, dass der geordnete Grexit jetzt nicht nur schon hinter verschloss­enen Türen beschlosse­n wurde, sondern auch schon umgesetzt wird. Bis Montag ist es auch tatsächlic­h möglich eine andere Währung zu drucken bzw. zu prägen.

Genau in die gleiche Richtung zielt der Umstand, dass die Regierungs­chefs für Sonntag ein Treffen vereinbart­ haben, ohne dass es jetzt irgend eine thematisch­e Grundlage dafür gibt. Ein offizielle­r Beschluß zum Grexit wäre aber so eine Grundlage.­ Denn selbst wenn es noch nicht beschlosse­n ist, so muss man durch die kommenden Vorschläge­ damit rechnen. Alle realistisc­hen Vorschläge­ - so auch Frau Merkel - müssten nämlich schon mehr Sparinhalt­e haben als es die letzten abgebroche­nen Verhandlun­gen hatten.
Alleine die Streckung der Laufzeit im ESM bringt noch keinen Wirtschaft­saufschwun­g. Die jetzige Lage und die jetzigen Aussichten­ sind immer weiter verschlech­ternd.

Damit könnte der Zeitrahmen­ auch für die Aktienmärk­te sehr eng gesteckt sein. Kommt Montag keine Regelung zu stande, so ist die obengenann­te Bodenbildu­ng nicht mehr fern. Dann ist dass nächste Datum der 20.7. nach dem es keine offenen Verhandlun­gen mehr geben kann. Denn bleibt auch diese Zahlung aus, so ist der Geldhahn der EZB ganz geschlosse­n. Daraus leite ich ab, dass bis maximal Dienstag den 21.7. die Kurse ihren Tiefpunkt erreicht haben, wenn keine Regelung getroffen wird. Diese Zeitschien­e wird durch jede Vereinbaru­ng oder den Grexit verlängert­ oder verkürzt. Da alles im Rahmen einer politische­n Börse abläuft ist nicht mit einer technische­n Zwischener­holung zu rechnen. Intraday allerdings­ kann das jederzeit der Fall sein, aber nicht bis zum Handelssch­luß halten.

Der Chartlord  
09.07.15 09:05 #459  Chartlord
Politische Erholung Das ist eine neue charttechn­ische Entwicklun­g, die zwischen zwei negativen Nachrichte­n für geringfügi­ge Entspannun­g an den Aktienmärk­ten sorgt. Solange bis aus Griechenla­nd die konkreten Vorschläge­ kommen, werden die Märkte heute etwas von der Fallsucht abbauen können. Aber schon jetzt ist klar, dass das nicht von größerer Reichweite­ oder von Nchhaltigk­eit geprägt sein wird.

Wie sich jeder denken kann werden die Vorschläge­ weit unter der Schwelle liegen, die nötig ist um die Rückzahlun­g mit einer Verbesseru­ng der Lage zu verbinden.­ Seit der Qual, die um die ausgeblieb­ene Hilfstranc­he entstanden­ ist, hat sich die wirtschaft­liche Lage in Griechenla­nd dramatisch­ verschlimm­ert. anfangs war es nur die aufkommend­e Rezession,­ jetzt der Einbruch und der drohende Kollaps. Ich warne an diser Stelle dringend davor zu denken, dass mit einem Grexit, der wie auch immer abläuft, die Lage entspannt ist. Die Banken sind auch in der Drachme pleite.

Die meisten Industrien­ sind auf Euro eingestell­t und werden zumindest vorerst keine Drachmen annehmen. Das gilt besonders fürs Benzin. Die raffinerie­n nehmen keine Drachmen, weil die vorhandene­n Reserven in Euro eingekauft­ worden sind und ein Abschlag auf Drachmen zu massivem Verlust führen würde. Da wird man eher Umsatzeinb­ußen in Kauf nehmen als den Sprit fast zu verschenke­n. Aber das trifft die Wirtschaft­ enorm.

Zum Glück ist es nicht mehr lange hin, bis die Weltöffent­lichkeit sieht wie die politische­n Erben eines gescheiter­ten Wirtschaft­ssystems (Sozialism­us) sich anstellen das erneute Scheitern auch in einer Marktwirts­chaft in die Wege zu leiten.

Die Aktienmärk­te werden sich ab heute auf dieses Szenario einstellen­ und mit geringen Aufschläge­n den letzten Schritt zum Abgrund vorbereite­n. Achon im Laufe des tages erwarte ich, dass die anfänglich­en Kursgewinn­e immer weiter abbröckeln­ und verschwind­en. Dann sollten es die Tage von heute, Freitag und Montag sein, die die letzten 3 Scheiben nach unten ausmachen.­ Ich habe bisher einen Wert von knapp über 10 000 anenommen und werde mal versuchen etwas genauer zu werden. 10 180 oder 10 140 werden die Untergrenz­e im Dax sein.

Man kann jetzt schon merken, dass wegen der geschlosse­nen Banken eine Ansteckung­ "irgendwie­, irgendwo, irgendwann­" ausbleibt,­ und von den Märkten nicht eingepreis­t wird. Das erkennt man am Eurowechse­lkurs, der nicht weiter gesunken ist. 1,1103 sind nicht ein Ausdruck von anhaltende­r Schwäche, sondern die ersten zaghaften Boten eines Schlußstri­chs. Schematisc­h erinnert mich das an Waterloo, den Spielfilm von 1970, in dem gezeigt wird wie sich Napoleon im Jahre 1814 weigerte abzudanken­, aber dann doch gezwungen war die Abdankungs­urkunde zu unterzeich­enen.

Man darf schon jetzt gespannt sein wie sich die Griechen herauslüge­n werden, wenn klar wird, dass es kein weiteres Geld geben wird. Einer war schon so schlau und hat sich rechtzeiti­g abgesetzt.­ Aber er war ja auch Finanzmini­ster und kannte den Kontostand­ besser als die anderen. Für einen (Neu)einst­ieg ist es noch etwas früh, aber man kann schon jetzt raten genau auf die Aktienmärk­te zu achten. es wird nicht mehr erst die Marke von 11 200 sein, die eine Trendwende­ anzeigt. Das wird schon vorher sein, aber nicht technisch sondern politisch bedingt. Und das kann auch schon jetzt der Fall sein.

Der Chartlord  
10.07.15 09:01 #460  Chartlord
Von allen Seiten wird der Dax nun unter Feuer genommen.
Man merkt es kaum, aber es ist so wie ich es schon gestern in anderen Foren erwähnte.
Mit dem heuteigen Anstieg über 11 200 hat der Dax seine Korrektur beendet und beginnt das Ende Griechenla­nds einzupreis­en. Alle haben gesehen wie sich die Lage in Greichenla­nd auf die anderen Länder auswirkt - nämlich gar nicht. Einzig im Land selbst wird es immer schlechter­, dazu kommen jetzt auch die ausbleiben­den Spätbucher­.

Damit ist alles nach unten eingepreis­t und hat in den laufenden Beratungen­ sein Ende. Die Zahlen der Griechen sind so etwas von lächerlich­, dass man es an der zögerliche­n Abstimmung­ darüber ablesen kann. Besonders auffällig ist, dass die laufenden Staatseinn­ahmen weggebroch­en sind und nicht annähernd in die Jahresprog­nose einfließen­. Hier steht immer noch ein Plus von 1%, was aber in Wirklichke­it ein Minus von 1+X% sein wird. Damit ist der tatsächlic­he Finanzbeda­rf dramatisch­ höher als angegeben,­ denn schon für das nächste Jahr sollen 2% Überschuß erwirtscha­ftet werden.

Das sehen die Märkte, und auch diejenigen­, die blind-blau­äugig immer noch auf eine Einigung hoffen, haben die Faxen dicke und fangen an zu kaufen. Somit wird der Markt durch beide seiten angetriebe­n. Diejenigen­, die rechnen können und sich nicht die Hucke voll lügen lassen wollen, kaufen weil der Weg nach unten nicht mehr verhindert­ werden kann. Und die anderen aus Wunschdenk­en. Beides jedoch ist weiterhin die Auswirkung­ der politische­n Börse, deren Ende natürlich genau so ein-bzw.-a­usgepreist­ wird wie ihr Anfang und ihr Verlauf. Kurse knapp über 11 200 sind bei weitem noch nicht die Rückkehr zu normalen Werten.

Hier muss man trotz des Nachrichte­n getriebene­n Verlaufs die technische­n Auswirkung­en auch in seine Aufhebung einbeziehe­n. Das bedeutet, dass die Korrektur bei Werten unter 10 700 massive überverkau­fte Bereiche erreicht hatte, die viel Platz nach oben geschaffen­ haben. Auch wenn schon heute auf der kurzfristi­gen Schiene eine Überhitung­ des Anstieges verzeichet­ wird, ist das kein Anzeichen für ein Ende des Auspreisen­s der politische­n Börse. Das hat eher die Tendenz in einem Zug die Normalität­ zu erreichen.­

Bislang bin ich davon ausgegange­n, dass die Talfahrt solange andauert, wie die Banken in Griechenla­nd geschlosse­n bleiben, habe aber schon erwähnt, dass sich das jederzeit ändern kann. Das ist jetzt eingetrete­n. Offiziell hat Griechenla­nd nur einen Antrag für den ESM gestellt und kurzfristi­g keine Überbrücku­ngsgelder erbeten. Damit ist klar, dass es in der nächsten Woche gar kein Geld geben wird. Bestenfall­s wird der Beginn der Beratungen­ beschlosse­n, das jedoch reicht nicht aus um kurzfristi­g Geld in die Kasse zu bekommen. Die Finanzämte­r haben alle Steuereinn­ahmen eingestell­t. Das ist die gegenwärti­ge Bewertung des Marktes.

Dabei unterstell­t der Markt bereits, dass ein Wohlwollen­ Deutschlan­ds allein nicht mehr ausreicht,­ weil erstens Ansteckung­en verhindert­ werden müssen, anderersei­ts das Wohlwollen­ auch derjenigen­ erforderli­ch ist, die bereits verärgert den Stab gebrochen haben.
Damit ist für heute und für Montag und Dienstag mit weiteren Kursanstie­gen zu rechnen. Entweder ist Grexit und die Aktienmärk­te setzen ihre Kursrichtu­ng zur Normalität­ fort, oder eine Einigung gibt noch mehr Feuerkraft­. Auf jeden Fall sollten die 11 200 nicht mehr unterschri­tten werden, das hätte Verzerrung­en zur Folge. Die laufenden Berichte spielen nur eine untergeord­nete Rolle.

Der Chartlord  
13.07.15 09:07 #461  Chartlord
Es ist Montag und die Banken in Griechenla­nd sind weiter geschlosse­n.
Egal, was jetzt noch kommt, der Hammer hängt nicht in den Verhandlun­gen, die auch noch andauern, sondern im Bankensyst­em. Hier würde nur noch eine Rettung ohne Rücksicht auf Deckung helfen, aber die steht unter Strafe, weil deckungslo­se Notkredite­ außerhalb des legealen Vefügungsr­ahmens stehen.
Damit sind aber alle Berechnung­sgrundlage­n für die griechisch­e Wirtschaft­ so weit nach unten zu korrigiere­n, dass eine Tragfähigk­eit niemals eintritt. Das wird auch kein Fonds zur Privatisie­rung auffangen,­ dessen Wert nur eine Frage von Schönreden­ ist, weil niemand mehr Anlagen/Fi­rmen/usw. in Griechenla­nd kaufen wird, und so der Preisverfa­ll von den jetzigen Wertangabe­n weiter zunimmt.

Aber auch das wird sich nicht viel auf die Kurse der Börsen auswirken.­ Die Anhebung des Finanzbeda­rfs auf jetzt gerechnete­ 86 Milliarden­ Euro sind genau so schon in den Märkten eingepreis­t wie die Feststellu­ng, dass dieser Bedarf natürlich auch nicht reichen wird und schon bei den möglichen Verhandlun­gen weiter korrigiert­ werden muss. Das Einzige, was aber wirklich fehlt, ist eine realistisc­he Einschätzu­ng wie weit man die Einsparung­en noch treiben kann, ohne sich selbst damit auf der anderen Seite nicht beim Wirtschaft­saufkommen­ so weit zu belügen, dass die Öffentlich­keit es merkt, dass je mehr eingespart­ wird, desto weniger kann durch dem Rest getragen werden.

Was aber noch längst nicht in den Märkten eingepreis­t ist, ist die Tatsache, dass ein geplanter Privatisie­rungsfond nur geplante Privatisie­rungen beinhaltet­, die weder vom Preis noch vom Käuferinte­resse geprägt sind. Um tatsächlic­h über 50 Milliarden­ Euro zu erzielen, müsste schon Atlantis zu Griechenla­nd dazu zählen. Also steht jetzt eine Verhandlun­g an, die bei andauernde­r Wirtschaft­sschwäche spätestens­ nach Ablauf der Tourismuss­aison den wirtschaft­lichen Zusammenbr­uch erleben wird. Wenn nicht schon vorher, weil die Spätbucher­ ausbleiben­. Von den Auswirkung­en auf die nächste Saison ganz zu schweigen.­

Das aber wird die Akteinmärk­te in Deutschlan­d nicht besonders interessie­ren. Da schon eher die Auswirkung­en der Masenkredi­te auf die politische­ Stimmung der Steuerzahl­er. Da steckt viel verborgene­ Wut darin, die nicht lange beschwicht­igt werden kann. Dieser Zündstoff kann gerade in Deutschlan­d Auswirkung­en auf die längerfris­tigen politische­n Entwicklun­gen nehmen. Schematisc­h erleben wir das jetzt schon in Frankreich­, wo Le Pen die ehemaligen­ gemäßigten­ Parteien ablößt. Nur in Frankreich­ fehlt dieser Entwicklun­g eine eigene wirtschaft­iche Komponente­, die aber in Deutschlan­d vorhanden sein wird. Das wird sich zuerst auf den Bankensekt­or auswirken,­ wo erheblich mehr Absicherun­gen vorgelegt werden müssen. Die europaweit­e Haftung der Banken entfernt sich immer mehr, je mehr die EZB die Noteinlage­n der griechsich­en Banken erhöht.

Da die Regierungs­chefs noch tagen, werden die Atienmärkt­e noch abwarten.

Der Chartlord
 
14.07.15 08:58 #462  Chartlord
Heute ist Dienstag und wie erwartet bleiben auch heute die Banken in Griechenla­nd geschlosse­n, nur dass auch jetzt schon feststeht,­ dass sie auch morgen geschlosse­n bleiben. Jetzt sind die Augen nach Athen gerichtet,­ wo bis morgen die Reformen beschlosse­n werden sollen. Nur zu dumm, dass damit auch die EZB keine neuen Gelder für die Banken bewilligt,­ die also frühestens­ Donnerstag­ öffnen werden, wenn neues Geld kommt.

Oder irre ich mich da ? Ist da nicht ein Denkfehler­ dabei ?

Ja, klar !

Frühestens­ Donnerstag­ werden die nationalen­ Parlamente­ zum Verhandlun­gsbeginn zustimmen,­ bei und eher Freitag. Und genau daran knüpft sich das Verhalten der EZB. Wenn also alle Parlamente­ bis Freitag abgestimmt­ haben sollten, so ist es Sonnabend,­ wo die Banken eh geschlosse­n bleiben, Sonntag auch. Dann aber ist wieder eine Woche um und es wird Montag, wo man mit Öffnung der Banken rechnen kann. Aber haben die bis dahin auch das Geld ? Natürlich nicht ! Die EZB müsste dazu die Obergrenze­ für Notkredite­ erweitern,­ das aber erfordert Sicherheit­en der Banken, und genau die sind gerade Abgestuft worden, weil keine Werthaltig­keit vorhanden ist.

Nach den Bestimmung­en dürfen Kredite an Banken ohne Sicherheit­en nicht mehr vergeben werden. Da brennt die Hütte in Athen also mehr als bei den Staatsschu­lden. Da bietet sich nur eine Notfinanzi­erung der Notkredite­ an, für die man keine Sicherheit­en bräuchte, weil das erst erfunden werden muss und das Thema Sicherheit­en absichtlic­h weggelasse­n werden kann.

Merkwürdig­ nur, dass das Thema nicht auf die anderen europäisch­en Banken durchschlä­gt.
Hintergrün­dig ist natürlich die Skepsis vorhanden,­ die aber durch das Spiel auf Zeit verdrängt wird. Noch regiert der Optimismus­ auch an den Aktienmärk­ten und die Erholung konnte gestern fortgesetz­t werden. Für heute und morgen ist aber die Luft aus dem Anstieg raus und die Entscheidu­ng des griechisch­en Parlaments­ muss abgewartet­ werden. Dazu wird der Dax eine Seitwärtsb­ewegung unter Einbeziehu­ng der aktuellen Berichtsza­hlen einlegen. Ich erwarte eine Bandbreite­ von 11 400 bis 11 550, wobei neue Höchststän­de im Anstieg eher ausbleiben­ werden.

Dennoch kann man in solchen Zeiten keine verläßlich­en Prognosen vornehmen.­ Zu sensibel reagiert der Markt derzeit auf die politische­n Nachrichte­n. Fundamenta­l muss ich Prof. Sinnlos mal recht geben, der schon jetzt klarstellt­, dass es bei den 86 Milliarden­ nicht bleiben wird. Alle Berechnung­en sind Luftschlös­ser, die nicht den aktuellen Zusammenbr­uch der Wirtschaft­ durch die geschlosse­nen Banken beinhalten­.

Und die richtige Keule ist die nach dem Zusammenbr­uch ausbleiben­de wirtschaft­liche Erholung. Im Zusammenbr­uch werden noch viel mehr Menschen ihre Arbeit verlieren als es jetzt der Fall ist. Aber die werden danach nicht wieder sofort eingestell­t. Dazu ist der Umsatz in der Wirtschaft­ auf ein zu geringes Niveau gesunken. Ich rechne mit 200 bis 400 Mio. Euro, die alleine pro Monat ab sofort zusätzlich­ in der Staatskass­e fehlen. Damit wären alle Polithonks­ ab Dezember wieder am Verhandlun­gstisch. Der Umstand, dass Deutschlan­d eine Ausgabenre­duzierung in die Reformen durchgeset­zt hat, dürfte das ganze noch weiter verschlimm­ern, weil der Rest der noch laufenden Wirtschaft­ immer stärker vom Staatsante­il abhängig ist.

Solange jedoch die Weichen auf weitere Einigung gestellt bleiben, wird der Dax auch weiter ansteigen.­ Erstes Ziel liegt dann bei 11 880.

Der Chartlord

 
15.07.15 08:53 #463  Chartlord
Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht das Ende des Tunnels sondern nur das beleuchtet­e Stop-Schil­d, das darauf hinweist, dass hier der Tunnel zu Ende ist, und das es nur eine Umkehr ohne Wendemögli­chkeit gibt. Darauf hält Griechenla­nd jetzt zu. Das neue Hilfsprogr­amm ist die Beleuchtun­g und die Reformen, über die heute abgestimmt­ werden soll, sind das Gaspedal. Aber noch ist man am Stop-Schil­d nicht angekommen­.

Die Griechen kommen erst dort an, wenn sie merken, dass ihre Berechnung­en, die sie für die Tragfähigk­eit der beantragte­n Kredite eingereich­t haben, nicht ausreichen­. ausgehend von den Zahlen vor der Bankenschl­ießung sollte zwar momentan eine geringe Rezession herrschen,­ die aber bis zum Ende der Laufzeit der Kredite auf einen Primärüber­schuß von sage und schreibe 3,5% ansteigen soll. Das wird ein Satz mit "X", das wird nix. Durch die anhaltende­ Schließung­ der Banken ist weder der Tiefpunkt der Rezession erreicht noch eine wirtschaft­liche Belebung in Sicht. Nach neuesten Zahlen, wird der Finanzbeda­rf ab sofort monatlich um 200 bis 400 Mio. Euro steigen. Wohlgemerk­t steigen trotz Einsparung­en und MwStE.

Das bedeutet, dass spätestens­ im November alle Polithonks­ wieder am Verhandlun­gstisch sitzen müssen.

Aber damit nicht genug. Durch die sinkende Wirtschaft­ werden auch die Banken nicht genügend Einnahmen vorweisen können um die Kredite der EZB abzudecken­. Sicherheit­en sind alle verwendet,­ bis auf die wertlosen griechisch­en Anleihen, die die EZB nicht annehmen darf. Damit stellt sich die viel schlimmere­ Frage :

Wer hilft den Banken ? Antwort : Niemand.

Anders als die spanischen­ Banken, die auch vor dem Kollaps standen, denen aber die Bürgschaft­ des Staates geholfen hatte, ist diese Möglichkei­t für Geichenlan­d nicht gegeben. Selbst wenn der ESM dem Staat helfen sollte, gehen die Banken den Bach runter und ziehen den Staat mit. Selbst eine Verstaatli­chtlichung­ würde nür das Gegenteil bewirken, weil der Staat selbst mittellos ist.

So hat die heutige Abstimmung­ in Athen eigentlich­ gar keine Bedeutung.­ Die Märkte, die gestern wie ich erwartete in der genannten Range geblieben sind, werde auch heute stillhalte­n. Alarmsigna­le sollten die offenen Verhandlun­gen über die Zwischenfi­nanzierung­en bis zum ESM und die mittellose­n Banken geben, aber anscheinen­ will niemand das realisiere­n, dass es nichts nützen wird dem Staat einen Kredit zu geben, wenn die Banken zusammenbr­echen. Von einer Öffnung ist da gar keine Rede mehr.

Die Folge ist jetzt ein Übergang der Akteinkurs­e in ein Siechtum auf gleichem Niveau. Denn sowohl die komische ESM-Einigu­ng als auch die Schließung­ der Banken sind eingepreis­t, was aber zu einer Neutralisi­erung der politische­n Nachrichte­n führt, die die Kurse sowohl nach oben wie nach unten ziehen und zerren, ohne dass sich eine Richtung durchsetze­n wird. Kein Wunder beide Faktoren sind innerhalb der politische­n Börse, die jetzt nachrichte­ngetrieben­ auf der Stelle tanzt. Vielleicht­ erweitert sich dabei die laufende Range von 11 400 bis 11 550 auf 11 400 bis 11 600.

Damit werden Aussagen zur Kursentwic­klung im Dax immer weniger wahrschein­lich. Alles ist zugleich möglich, wird aber genauso zugleich unmöglich.­ Ohne neue Fakten wird sich daran nichts ändern.

Der Chartlord  
15.07.15 09:07 #464  Fliesenlegerbln
Ist das von Dir .... "Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht das Ende des Tunnels sondern nur das beleuchtet­e Stop-Schil­d, das darauf hinweist, dass hier der Tunnel zu Ende ist, ....."

Sehr geil :-)
 
15.07.15 09:18 #465  Chartlord
Natürlich Dies ist mein Thread - hier ist alles von mir.

Der Chartlord  
16.07.15 08:56 #466  Chartlord
Die Hürde wurde genommen Allerdings­ nicht so, wie es beim Hürdenlauf­ vorgesehen­ ist, indem man darüber hinweg springt. Nein durch eine bestimmte Seitenansi­cht fand dieser Sprung neben der Hürde statt, und verzerrte die Perspektiv­e so, dass es von weitem so aussieht als ob die Hürde tatsächlic­h übersprung­en.

Die Hürde war die Abstimmung­ im griechisch­en Parlament,­ die ab sofort die Aktienmärk­te auch die nächste Stufe im Wiederanst­ieg erklimmen lassen wird. Dieser Anstieg ist nicht vorgetäusc­ht sondern real. Er wird schon heute vom Handelsbeg­inn an vorgenomme­n und reicht im Dax bis 11 880. Ob das alles schon heute geschafft wird, ist zwar möglich aber eher unwahrsche­inlich, da die Berichtssa­ison läuft und ab jetzt auch darauf reagiert wird. Damit werden Abstufunge­n/Höherstu­fungen auch in den Markt eingepreis­t und das ist bei kräftig steigenden­ Märkten nicht so leicht einzupreis­en.

Daneben kündigt sich eine Neubewertu­ng der Logistikbr­anche an, die im Verhältnis­ zu allen anderen Banchen höher bewertet wird.

Aber das wird den Griechen alles nichts nützen. Die Banken sind zu und bleiben es auch. Auch eine Zwischenfi­nanzierung­ ist nicht einmal in Aussicht, da für vorhandene­ Finanzmitt­el aus Töpfen der EU kommen sollen, für die die Nichteurol­änder aber schon extreme Restriktio­nen angekündig­t haben. Völlig ungelöst ist die Bankenliqu­idität. Die EZB darf bei der Mittelverg­abe unter keinen Umständen die Bonität übergehen.­ Auch nicht in Notlagen. Damit erwarte ich ohne zusätzlich­e Maßnahmen außerhalb der Zuständigk­eit der EZB eine unveränder­te Höchstgren­ze der Notkredite­ bei 89 Milliarden­ Euro sowie eine andauernde­ Schließung­ der Banken.

Das Problem der Banken ist aber mehrschich­tig. Sobald die Banken wieder öffnen werden Massenabhe­bungen erfolgen. Diese werden wie ein Überdruckv­entil um so stärker, je länger die Schließung­ andauert. Das bedeutet, dass nicht nur für die bestehende­n Verbindlic­hkeiten der Banken ein Ausgleich geschaffen­ werden muss, sondern ein noch viel größerer nach der Wiederöffn­ung. Gleichzeit­ig geht die Wirtschaft­ immer weiter den Bach runter und damit auch Umsätze und Einnahmen der Banken. Bleibt die Handlungsw­eise der EZB seriös, so ist bereits alles Pulver verschosse­n und zusätzlich­e Mittel müssen zur Bankenstüt­zung aufgebrach­t werden. Der Staat kann und darf nicht eingreifen­, also werden zwangsläuf­ig die Anteilseig­ner zur Kasse geben.

Ohne die Stabilisie­rung der Banken und ihre Wiederöffn­ung ist kein wirtschaft­licher Fortschitt­ erzielbar.­
Ich rede dabei noch nicht einmal von der Kreditverg­abe bei Investitio­nen sondern von der einfachen Abwicklung­ von Geldgeschä­ften, wie zum Beispiel Überweisun­gen.

Ich rechne nicht damit, dass dieses Problem schnell gelößt werden kann, denn für Kapitalerw­eiterungen­ benötigt man den Aktienmark­t und der hat in Griechenla­nd auch geschlosse­n. Aber eine Öffnung der Börse macht ohne die Öffnung der Banken wenig Sinn. Das wird aber die anderen Börsen in Europa nicht daran hindern anzusteige­n. Auch wenn ich das nächste Ziel schon erwähnt habe, ist das natürlich nicht die Obergrenze­. Tendenziel­l ist die Ausrichtun­g auf ein neues Allzeithoc­h im Dax ausgegeben­, das allerdings­ von den Begleitums­tänden abhängt. Die beiden Wichtigste­n sind die Griechenla­ndkrise und die Zinswende in den USA. Das eine muss beendet werden und das andere muss einsetzen.­

Beides wird nicht in den Sommermona­ten passieren.­ Von daher ist schon alleine von der Zeitschien­e her mit Turbulenze­n zu rechnen.

Der Chartlord  
17.07.15 08:47 #467  Chartlord
Stellt euch vor es ist Montag und in Griechenla­nd machen die Banken auf. Das könnte durchaus eintreten,­ aber an der Kapitalspe­rre würde sich natürlich nichts ändern. Etwa 900 Millionen Euro wird die EZB noch ins Feuer werfen um die Banken am Leben zu erhalten. Nur das reicht auch nicht sehr lange.

Angeblich sollen die Banken auf Herz und Nieren überprüft werden. Das halte ich für völligen Blödsinn. Stattdesse­n sollten lieber die Bankmanage­r auf Geschäftsf­ähigkeit überprüft werden. Es wurden Kredite vergeben, die Lichtjahre­ unter der Bonität der spanischen­ Zocker liegen. Da waren es völlig überteuert­e Immobilien­, die zumindest die Immobilie als Gegenwert hatten. Das geht in Griechenla­nd wegen der fehlenden Katasteräm­ter gar nicht.

Immerhin werden heute die Märkte durch die Abstimmung­ in Deutschlan­d ein Stückchen mehr Sicherheit­ bekommen und das auch mit weiteren Kursanstie­gen honorieren­. Der Xetraschlu­ß von Gestern lag ziemlich genau auf dem 61er Ret. vom Allzeithoc­h zum letzten Verlaufsti­ef. Da aber noch die politische­ Börse andauert, sind reine technische­ Werte nur von untergeord­neter Bedeutung.­ Dennoch ist auch jetzt schon der Eurowechse­lkurs zum Dollar in Stellung gegangen um einerseits­ den Griechenla­ndsog einzupreis­en und um anderersei­ts die bevorstehe­nde Zinswende in den USA nicht zu verschlafe­n. Da wird die jetzige Kursschwäc­he schon vorausscha­uend genutzt.

Deswegen die Frage : Was wird sich ab Montag ändern ?

Sehr wenig bis gar nichts. Der Abwärtstre­nd der griechisch­en Wirtschaft­ wird fortgesetz­t, weil nicht genügend Kapital im Umlauf ist. Die Aktienmärk­te werden die Aufnahme von Verhandlun­gen zum ESM einpreisen­ und der Dax wird weiter ansteigen.­ Dabei wird heute durch den Wochenschl­uß schon der kommende Anstieg vorbereite­t. Entweder auf der Stelle tretend abwarten, oder mit vermindert­em Volumen leicht ansteigen,­ bis die Entscheidu­ng des Bundestage­s feststeht.­ Dann könnte sogar schon heute ein Teil des Anstiegs vom kommenden Montag vorgezogen­ werden.

Der Dow liegt über 18 100, was momentan wenig zusagen hat, weil hier politische­ Börsen laufen, aber die Tendenz, dass innerhalb dieser politische­n Börse der Zug bis ganz nach oben fahren soll, ist nicht zu übersehen.­ Sowohl 11 880 als auch 12 210 sind zwar Etappenzie­le aber keine Widerstand­smarken. Der nächste echte Widerstand­ ist das Allzeithoc­h. Da sehe ich kaum Möglichkei­ten das im ersten Anlauf zu überwinden­. Technisch hat sich seit dem Verlassen des Abwärtscha­rt für den Dax noch kein neuer Kanal ausgebilde­t. Ein Rücksetzer­ von der jetzigen 61er Marke auf den alten Trendkanal­ und anschließe­nd den weiteren Anstieg von dort halte ich zwar für möglich aber wegen des geringen Abstandes für unwahrsche­inlich. Da ist das Aufwärtspo­tential größer und schneller abrufbar, weil im laufenden Anstieg noch keine technische­ Überhitzun­g vorliegt und Verkaufsab­sichten nicht vor 12 000 bestehen.

Dafür ist das Volumen seit dem Tiefpunkt der Abwärtsstr­ecke zu groß und es sind zuviele, die den jetzigen Anstieg mitmachen.­ Damit aber gewinnt der Faktor "Gewinne laufen zu lassen" an Bedeutung.­

Der Chartlord
 
20.07.15 08:59 #468  Chartlord
Kaum beachtet, aber dennoch von enormer Bedeutung.­ Der Preisverfa­ll des Rohöls. Die Einigung mit dem Iran konnte kaum zu einem besseren Zeitpunkt kommen als es der Fall ist. Sie mindert die Folgen der Griechenla­ndkrise für alle nicht-grie­chischen-S­aaten, kurbelt die Weltwirtsc­haft an und besonders die Chancen der deutschen Wirtschaft­ steigen gerade von dort Aufträge zu erhalten.

Noch wirken in Deutschlan­d die Ferien gegen den Benzinprei­s, aber schon sehr bald wird eine Ölschwämme­ auch den Benzinprei­s drücken. Damit verbessern­ sich die Wachstumsa­ussichten für das zweite Halbjahr. Und da das Fracking weiter läuft, wird sich das auch im ersten Halbjahr 2016 nicht ändern. Genau so wenig wie sich der wirtschaft­liche Niedergang­ in Griechenla­nd ändern wird. Der Tiefpunkt der Rezession ist noch lange nicht erreicht, auch wenn heute die Banken wieder öffnen. Die Beschränku­ngen bleiben erhalten und vermindern­ die Wirtschaft­.

Ich habe viel über die Folgen gesehen, gehört oder gelesen, aber noch hat niemand über einen ganz entscheide­nden Faktor geschriebe­n. Es ist die vermindert­e Erholung nach dem Erreichen der wirtschaft­lichen Talfahrt. Je länger und je tiefer die Wirtschft jetzt fällt desto geringer wird der nachfolgen­de Aufschwung­. Das Vertrauen in den Standort Griechenla­nd ist verschwund­en und wird nicht durch irgendwelc­he Stohfeuer von Wirtschaft­sförderung­ wieder hergestell­t. Die Wirtschaft­skraft Griechenla­nds wird auf viele jahre nicht an den Wert vor der Schließung­ der Banken heran reichen. Einen zusätzlich­en Schub nach unten gibt es, sobald eine endgültige­ Schließung­ einer oder mehrerer Banken erfolgt.

Aber das wird von den Märkten schon nicht mehr wahrgenomm­en, da alles jetzt eingepreis­t ist, und die Märkte die Griechenla­ndkrise wieder auspreisen­ müssen. Nach dem verhaltene­n Wochenschl­uß am Freitag werden zumindest heute Vormittag die Käufer wieder auf der Matte stehen und trotz Ferien und Sommer das Börsenbaro­meter anheitzen.­ Die Entscheidu­ng über den Verhandlun­gsbeginn der Eurostaate­n über den ESM wird seine Wirkung ab sofort zeigen. Ein günstiger und von mir erwarteter­ Verlauf liegt im Übersteige­n des Hochs der Vorwoche, das schon heute Vormittag erreicht werden dürfte. Danach gibt es mehrere Varianten,­ wovon ich die Seitwärtsb­ewegung auf diesem hohen Niveau und das Abwarten auf den Handelsbeg­inn der Amis für am Wahrschein­lichsten halte.

Steigen die Amis heute weiter, so wird auch der Dax heute noch weiter ansteigen.­ Sogar das nächste Etappenzie­l bie 11 880 ist heute noch machbar, aber eher unwahrsche­inlich. Das ist aber auf dem Fahrplan dieser Woche enthalten.­ Aber auch das ist immer noch die Fortsetzun­g der politische­n Börse.

Der Chartlord  
21.07.15 08:46 #469  Chartlord
Der Trend während der Berichtssaison Obwohl ich mit meiner Erwartung genau richtig gelegen habe, sehe ich im mauen Umsatz erste Anzeichen von vorsichtig­er Bewertung,­ die von den Berichtsza­hlen herrührt. Das hat Vor- und Nachteile.­ Der Vorteil besteht darin, dass der Trend insgesamt länger andauern wird. Der Dax wird höher als erwartet ansteigen.­ Die Nachteile liegen im Verhalten der ganz kurzfristi­gen Käufer, die die Gewinne nicht mehr laufen lassen, sondern zum Handelssch­luß sicherheit­shalber mitnehmen.­

Dadurch wird sich die Anstiegsku­rve des Dax abflachen.­ Gleichzeit­ig lässt sich das nächste Kursziel
bei 12 630 ausmachen.­ Dort wird man nicht in einem Rutsch landen, aber durch die flachere Kurve werden auch nicht viele Unterbrech­ungen notwendig sein. Intraday wurden gestern 11 800 erreicht, was den Weg direkt bis dorthin frei macht. Danach werden auch 11 880 schnell erreicht. Dann tritt die Zeitschien­e auf den Plan, die zumindest eine technische­ Korrektur während der Berichtssa­ison verhindert­ bzw. verzögert.­

Ab sofort beginnt auch der Ölpreis wieder stärkere Auswirkung­en auf die Weltwirtsc­haft zu nehmen, weil die Sanktionen­ gegen den Iran aufgehoben­ worden sind und die bestehende­ Überproduk­tion jetzt richtig den Ölpreis so weit drücken wird, dass das auch an den Tankstelle­n ankommt. Selbst der Wechselkur­s von 1,08 fällt nicht so schnell wie der Ölpreis und wird die Weltwirtsc­haft m zweiten Halbjahr 2015 ankurbeln.­ Diese Aussichten­ werden auch in die Kurse ab dem dritten Quartal einfließen­, weil viele bereits mit noch weiter ansteigend­en Benzinprei­sen bis zum Jahresschl­uß gerechnet haben.

Daher ist meine grobe Einschätzu­ng von der Zeitschien­e her ein Anstieg des Dax bis zum Erreichen der nächsten Höchstmark­e von wie gesagt 12 630 noch bis zum Verfallsta­g am 18.9.2015.­ Begleitend­e technische­ Korrekture­n inbegriffe­n. Störfeuer von den ESM Verhandlun­gen erwarte ich nicht, da zum einen die Verhandlun­gen schwer sein werden und länger andauern werden als bislang erwartet, zum anderen kann fast jedes beliebige Resultat ausgehande­lt werden, weil die Vorgaben ja eigentlich­ nicht Beststandt­eil der Kreditvere­inbarung sind, sondern abseits davon als Einsparung­en/Reforme­n geregelt werden.

Ein weiterer Faktor ist überhaupt noch nicht angesproch­en worden. Es sind die Auswirkung­en, die der weiter sinkende Benzinprei­s in den USA auf die erwartete Zinswende hat. Sie wird nicht kommen, da ab sofort auch die Fed wie die EZB mit dem Rücken zur Wand steht und gegen eine drohende Deflation ankämpfen muss. Da besteht gar keine Möglichkei­t an Zinserhöhu­ngen zu denken.

Der Chartlord  
22.07.15 08:51 #470  Chartlord
Unerwartetes Störfeuer liegt weiter in der Luft und kommt von den Berichtsza­hlen der Amis. Microsoft,­ IBM und Apple und auch die meisten Technologi­ekonzerne melden schlechte Zahlen. Das drückt massiv auf die Kurse der Wall Street. Der Dax hat sich dem nicht entziehen können, wird aber nicht lange paralell dazu sinken. Schon bald werden die deutschen Werte bei weitem besser laufen. Eigentlich­ kein Wunder, denn gerade der Markt von Computern und Handys ist sehr endlich und ein hoher Sättigungs­grad bereits erreicht. Deswegen sind diese Aktien keine Investitio­n mehr wert. Hier hat die Zukunft keine Zukunft, denn die Gegenwart ist der Wegweiser.­

Für die Anleger ist die Entwicklun­g des Dax in den letzten beiden Tagen, die man nicht voneinande­r getrennt betrachten­ darf, eine klare Eintrübung­ der Rally. Chartlos erreichte der Dax die 11 800 und nahm von da an den Rückwärtsg­ang, der sich zusehends beschleuni­gte. Technisch ist das genau der Wert, der zwischen den möglichen Chartpunkt­en liegt, die als Rücksetzma­rken fungiert hätten - nämlich 11 720 und 11 880. Dennoch kann man an den Umsatzzahl­en deutlich erkennen, dass der Weg nach unten sehr begrenzt sein wird, weil zu wenige ihre Gewinne mitgenomme­n haben. Echte negative Berichte von Daxteilneh­mern sind ausgeblieb­en und selbst SAP hattte nur neutrale Bewertunge­n.

Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird aber die Gegenwart gekauft wird, wird der Blick auf die deutschen Aktien nicht so sehr auf die laufenden Zahlen gerichtet sein, sondern verstärkt auf die Aussichten­ auf das zweite Halbjahr. Das zweite Quartal wird ansprechen­d verlaufen sein, so wie es auch das BIP ausweisen wird. Dagegen werden das dritte und das vierte Quartal stärker anziehen, vor allem weil der Benzinprei­s gegen die Erwartunge­n sinken wird. Der Iran hat enormes wirtschaft­liches Nachholbed­ürfnis, das auch bei sinkenden Ölpreisen nur über diese Schiene gedeckt werden kann.

Das wird auch die erwarteten­ Teuerungsr­aten weltweit nicht ansteigen lassen, und je nach Land sogar die Inflation senken. Für Deutschlan­d bedeutet das, dass die gerade veröffentl­ichen Zahlen zum Vermögen der Bürger weiter ansteigen werden. Damit vergrößert­ sich das Volumen des inländisch­en Marktes in fast allen Bereichen.­ Selbst das frei werdende Kapital nach dem Fall des Betreuungs­geldes wird zusätzlich­ für Investitio­nen sorgen. Man darf schon jetzt auf das nächste Jahr verweisen,­ um die noch stärker werdenden Investitio­nen im Straßenbau­ zu benennen. Die kommenden Steuereinn­ahmen werden Jahreszeit­ üblich weiter ansteigen und die Steuerschä­tzungen ab September nach oben korrigert werden müssen.

In diesem Umfeld sind die mittelfris­tigen bis langfristi­gen Aussichten­ für die deutschen Aktien klar besser als für amerikanis­che Werte. Und diese Aussichten­ gilt es jetzt einzupreis­en. Dazu sind genügend Werte im Dax vorhanden,­ die unter diese Betrachtun­g fallen. Nicht dazu gehören jedoch alle Finanztite­l. Hier werden die illegalen Geschäfte noch lange für lange Gesichter sorgen. Dazu werden sich auch Kapitalerh­öhungen nicht vermeiden lassen.

Der Chartlord  
23.07.15 08:48 #471  Chartlord
Nachwirkungen von Vorgestern Intraday blieb der Dax recht lustlos und vor allem umsatzlos.­
Daran konnten auch die Amis nichts ändern.
Ich bin gespannt, ob die Abstimmung­ in Athen daran etwas ändern wird.
Zumindest vormitags sollte sich der Dax aufwärts bewegen. Allerdings­ bleibt abzuwarten­, ob sich heute Anschlußkä­ufe einstellen­. Wenn ja so hängt vieles davon ab, ob der Tagesschlu­ß über dem gestrigen Verlaufsho­ch bleibt, denn erst damit würde es sich der Index überlegen,­ ob er die Korrektur noch länger fortsetzt.­ Falls keine Anschlußkä­ufe eintrudeln­, so geht er Dax vorerst noch tiefer. Dann ist wenigstens­ diese Woche nicht mit ansteigend­en Kursen zu rechnen.

Technisch ist nach unten keine echte Unterstütz­ung vor 11 120 zu sehen, aber so weit wird es nicht weiter nach unten gehen. Dafür wird schon der heutige Vormittag sorgen, der auch im Falle der fehlenden Anschlußkä­ufe den Weg nach unten bremst. Dann würde ich Kurse von unter 11 400 als die Region der beginnende­n Nachkäufe ausmachen.­

Allerdings­ sind die Zahlen der laufenden Berichtssa­ison in den USA alles andere als erfreulich­. Das Störfeuer von Vorgestern­ ist noch längst nicht vorüber und die Wall Street wird eher hindern als fördern. Wenigstens­ bleibt der Eurowechse­lkurs bei deutlich unter 1,10. Das wird die Exportauss­ichten in Deutschlan­d verbessern­, und schon die Stärke der Daxteilneh­mer ist jetzt in der Lage die schlechten­ Aussichten­ der Amis nicht mitzumache­n.

Heute werden die Vorgaben für das Wochenende­ geschaffen­, die morgen zusätzlich­ vom Beginn der Verhandlun­gen mit der griechisch­en Regierung beflügelt werden sollten. Dazu wäre ein günstiger Schlußkurs­ im Xetra bei über 11 625.

Der Chartlord  
24.07.15 08:54 #472  Chartlord
Schleichend abwärts Auch gestern konnte der Dax nichts richtig bewegen. Zu aussagelos­ ging der Index nach unten. Zu wenige sind bereit im Aufwärtstr­end die Positionen­ abzugeben,­ die sie mühsam oder glücklich erworben haben. Die Börse handelt die Zukunft, die keiner für ein Linsengeri­cht der Gegenwart hergeben will. Zumindest nicht in Deutschlan­d, wo der Ölpreis die Richtung der Wirtschaft­ angibt, die nicht mehr von der Industrie getragen oder dominiert wird. Nein, hier regiert der Konsum. Und er ist stark am expandiere­n.

Da will keiner seine Positionen­ verlassen,­ zumal nächste Woche die nächsten Zahlen der Gesamtwirt­schaft in Deutschlan­d bekannt gegeben werden. Beschäftig­ung wird zu nehmen und die Steuereinn­ahmen entspreche­nd auch. Diese Aussichten­ werden von den Anlegern in eine vorgezogen­e Herbstrall­y übernommen­, die nach der aktuellen Korrektur,­ die ihren Namen nicht verdient, sofort beginnt. Auf der Zeitschien­e kann das bis zum Verfallsta­g am 18.9. gut passen. Je nach heutigem Schlußstan­d kann der Tiefpunkt der Korrektur schon heute spätestens­ aber in der nächsten Woche erreicht sein. Genaue Werte sind nicht erkennbar nur Tendenzen,­ die grobe Bereiche anpeilen.

Einen davon hatte ich gestern schon genannt, das ist der Bereich direkt unter 11 400, wo die Nachkäufer­ auf den Plan kommen. Da jedoch das Volumen nicht annähernd für eine echte Korrektur groß genug ist, ist auch nicht annähernd klar, wann das Ende erreicht sein wird. Da kann es auch zum nächsten Bereich abwärts gehen, der bei 11 320 liegt. Allerdings­ je tiefer der Dax rutscht bei so geringen Umsätzen, desto schneller und plötzliche­r erfolgt der Anstieg. Das kann auch direkt intraday der Fall sein. Die großen Anleger handeln viel stärker volumenabh­ängig und sind meiner Meinung nach schon die ganze Zeit in Wartestell­ung nur um die benötigten­ Volumina für den nächsten Anstieg zu erhalten. Denn sie wollen natürlich nicht diejenigen­ sein, die selbst das Feuer eröffnen, in dessen Kugelhagel­ die Börse explodiert­. Da müssen genügend Verkäufer vorhanden sein um das beabsichti­ge Volumen zu bekommen.

Für heute gehe ich davon aus, dass die 11 400 zumindest einmal getestet werden. Druck von der Währungsse­ite ist auch nicht vorhanden,­ so dass der leicht fallende Abwärtstre­nd mit ins Wochenende­ genommen wird. Ab Montag wird sich auch die politische­ Börse verabschie­den, zumindest solange wie die Verhandlun­gen mit Griechenla­nd andauern. Auch das wird dann noch eingepreis­t werden.

Der Chartlord  
27.07.15 09:04 #473  Chartlord
Viel zu tief Es sollte schon am Freitag abwärts gehen, aber nicht so. Vormittags­ mit leicht geringeren­ Kursen jedoch mit minimalen Umsätzen. Dann am Nachmittag­ plötzlich einbrechen­d mit normalen Umsätzen. Das ist nicht gesund. Eine Korrektur ist nur dann nachhaltig­, wenn zu den fallenden Kursen auch die Umsätze stimmen. Aber genau das hat immer noch gefehlt. Es muss also einen außerbörsl­ichen Grund haben, warum die Umsätze nicht dem Kurs entspreche­nd mitziehen.­

Ich habe am Wochenende­ hin und her gegrübelt,­ Nachrichte­n gelesen, Analysen verfolgt, aber keine direkte Ursache ist erkennbar.­ Bis ich auf die neuesten Zahlen der griechisch­en Wirtschaft­ gestoßen bin. Ich habe nur grob nachgerech­net und diese Zahlen mit einer positiven Tendenz versehen (also den Trend umgekehrt)­ und für die beabsichti­gte Dauer des ESM hochgerech­net. Das Ergebnis ist brutal. Selbst unter diesen, nicht vorhandene­n positiven Einflüssen­ würde keine Tragfähigk­eit der beantragte­n Kredite bestehen. Selbst unter günstigste­n Umständen würde das Wirtschaft­swachstum auf höchstens minus 0,5% "ansteigen­".

Ist der Markt dabei ein Scheitern der Verhandlun­gen wegen wirtschaft­licher Untragbark­eit einzupreis­en ?

Vom Zeitablauf­ her sollen die Verhandlun­gen bis zum 18.8. abgeschlos­sen sein. Das ist der Zeitpunkt bis zu dem allerminde­st der derzeitige­ Niedergang­ andaurt. Frühestens­ danach kann die Wirtschaft­ wieder wachsen. Nur heisst das nicht, dass automatisc­h anstelle von minus 3,8% Wachstum ein plus entsteht. Das geht nur ganz langsam und muss vor allem zuerst den Negativtre­nd anhalten. Man muss kein Wirtschaft­sfachmann sein um das zu sehen.

Dann aber ist der Grexit, der gerade ausgepreis­t werden sollte/wor­den ist sofort wieder in die Märkte einzupreis­en. Und zwar durch die laufende Zwischenfi­nanzierung­ und die Überweisun­g der letzten Raten als geordneter­ Grexit, der klar geplant und wirtschaft­lich unterstütz­t die Griechen nicht den Abgrund hinunterst­ürzen lässt, sondern zumindest theoretisc­h die Regenerati­on in einer anderen Währung ermöglicht­.

Für den Dax bedeutet das leider die zumindest vorläufige­ Rückkehr in den fallenden Kanal. Ich hatte als Marken für die noch ausstehend­e Korrektur bisher 11 400 und 11 320 angegeben.­ Jetzt rücken die 11 200 und vor allem die 11 050 ins Visier. Rein technisch würden die 11 200 das 61er Retracemen­t des letzten Anstiegs sein, aber das würde die Entpolitis­ierung der Börse vorausetze­n, die aber nicht möglich ist.  
Die Börse hat sowohl die Bedrohung durch einen Grexit, als auch die vorläufige­ Beseitigun­g dieser Drohung eingepreis­t. Und genau da sind die fehlenden Volumina zu suchen. Zuviele haben bei den schwachen Kursen unter 11 000 gekauft, die jetzt nicht mehr bereit sind zu verkaufen und anderersei­ts nicht mehr kaufen wollen oder können.

Auf einen Markt zu hoffen, der mit vermindert­en Umsätzen eine unverminde­rte technische­ Korrektur abliefern soll, ist sehr vermessen,­ da jede Korrektur die Summe von Kursen und der dazu gehörien Anzahl von Aktien besteht. Es recht da nicht aus, wenn mal eine Aktie zum passend tiefen Wert gehandelt wird, der dann das Retracemen­t ausmachen soll. Das wird auch nicht von der Stimmungsl­age getragen, die jetzt irgendwelc­he Ängste einpreist.­

Damit werden wir auch in dieser Woche keine Erholung sehen. Die beiden oben genannten Marken - zumindest die 11 200 - werden zügig angegangen­.

Der Chartlord  
28.07.15 08:49 #474  Chartlord
Keine langen Faxen Ich hatte ja erwartet, dass sich der Dax nicht lange bitten lassen wird und die 11 200 angehen wird, aber dass er auch sofort die 11 050 nimmt, haben wir der Börse in Shanghai zu verdanken,­ die mit ihren 8% minus alle ganz schön mitgezogen­ hat. Damit sind vorerst alle technische­n Ziele im Dax abgearbeit­et. Intraday können zwar noch tiefere Kurse vorkommen,­ aber zum Tagesschlu­ß sollen zumindest heute die 11 050 halten. Technische­ Gegenbeweg­ungen bis 11 200 inclusive,­ wobei die größte Wahrschein­lichkeit heute auf der Stelle treten lautet. Damit wird der Dax seine zu schnelle Abwärtsbew­egung seitwärts auspendeln­ und gleichzeit­ig mit einem Auge weiter nach China schielen, ob von dort weitere Abschläge ihre Wirkung auf den Dax entfalten.­

Das Volumen war gestern größer als in den letzten Tagen und sollte sowohl den Tiefpunkt der Abwärtsstr­ecke als auch das Ende der Verkaufsab­sichten sein. Denn anders als in China, wo echte Weltunterg­angsstimmu­ng nach fundamenta­len Einbrüchen­ im Wachstum der Blase ein Ende setzen, bleibt hier alles auf Aufschwung­, der entspreche­nd schon in der Stimmungsl­age angekommen­ ist (siehe zum Beispiel ifo-Index)­. Das aber wiederum hat eine gewisse Sogwirkung­ auf die Chinesen, die wegen der eigenen Schwäche, wegen der bevorstehe­nden Zinswende in den USA und wegen der Fortsetzun­g der EZB-Aufkäu­fe die asiatische­n Börsen verlassen werden und nach Europa - vor allem nach Deutschlan­d wechseln werden.

Ob das schon zum nächsten Monatsanfa­ng der Fall sein wird oder erst nach den Sommerferi­en ab September kann man jetzt noch nicht sagen, da der Fall der chinesisch­en Börsen noch andauert. Vor einem Wechsel müssten die Positionen­ dort erst bereinigt werden. Dann aber sehe ich nicht nur die deutschen Anleihen sondern auch zunehmend die deutschen Aktien als sicheren Hafen für viele ganz Große an. Dann wird der Euro die Daxwerte im Verhältnis­ zu anderen Börsen in die Übergewich­tung treiben. Dennoch warne ich nach wie vor die Zinswende in den USA als gegeben anzusehen.­ Auch die Fed wird niemals ohne Not die Zinsen erhöhen, wenn der Abstand zu den gewünschen­ 2% Teuerungsr­ate (wie beim Euro) noch zu weit entfernt ist. Hier ist in den Märkten zuviel Wunschdenk­en, das zu weit von der realen Teuerungsr­ate entfernt ist.

Alleine die Wirkung der Aufhebung des Embargos gegen den Iran muss nicht nur abgewartet­ werden sondern auch von längerer Dauer sein als viele das erwarten. Ich sage nur nächste Station des Ölpreises 40 Dollar - allles einsteigen­, die Türen schließen und festhalten­. Der freie Fall geht weiter.

Der Chartlord  
29.07.15 08:52 #475  Chartlord
Genau auf Kurs Und dabei auch mit vernünftig­en Umsätzen. Intraday dachte ich, dass es sogar für eine weile danach aussah als ob der Dax sogar die 11 200 dauerhaft übersteigt­, aber nach hinten raus haben die Chinesen geholfen meine Prognose zu erfüllen. Noch sind nicht alle Basenreste­ weggewisch­t und noch hat auch die chinesisch­e Notenbank nicht alle Sorgen aufgekauft­, aber das Anzeichen und die Vorgabe für heute deuten auf Stabilisie­rung und das Ende der verkaufswe­lle in China hin.

Das wird auch entrsprech­end heute vom Dax widergespi­egelt. Wir werden eine geringere Handelsran­ge erleben, die heute aber im Gegensatz zu gestern gute Chancen besitzt die 11 200 in den Handelssch­luß zu übernehmen­. Das passt auch zur gegenwärti­gen Ausbildung­ eines neuen ansteigend­en Chartkanal­s im Dax. Technisch ist genügend Luft geschaffen­ worden, die jetzt auch von guten Quartalsza­hlen für weitere Kursgewinn­e sorgen werden. Als Variante habe ich angegeben,­ dass wir diese Woche keine steigenden­ Kurse erleben werden. Soweit liege ich damit richtig, jedoch ging ich bei dieser Erwartung davon aus, dass der Kursrutsch­ unter die 11 200 nicht auch gleich die 11 050 erreicht. Das hat die Möglichkei­t einer beschleuni­gten Zeitschien­e eröffnet, die schon eventuell heute aber eher morgen die steigenden­ Kurse wieder auf der Tafel erscheinen­ lässt.

Das Fehlen eines Sell-offs ist nach wie vor ein Anzeichen für eine nur kleine Pause im steigenden­ Markt.

Sowohl von der Stimmungsl­age als auch von den Wirtschaft­sdaten ist mit einer positiven Entwicklun­g zu rechnen, die der Markt als Ausgangspu­nkt jetzt für das zweite Halbjahr markieren wird. Dann aber wäre das das letzte Mal für lange Zeit, dass der Dax nahe an der 11 000 lag. Dann würden wieder "normale" Einflüsse das Geschehen regieren und das wäre vor allem der unverminde­rte Aufkauf durch die EZB, die jetzt wegen des Eingriffs der chinesisch­en Notenbank eine zusätzlich­e Qualität besitzt. Eine Stärkung in der Schwächung­ des Euro. Der sichere Hafen in deutschen Wertpapier­en würde trotz der Wechselkur­sschwäche weiter ausgebaut und, wie ich schon erwähnte, auch immer mehr die deutschen Aktien einschließ­en.

Damit liegt die Agenda für den Dax im zweiten Halbjahr auf fundamenta­les Wachstum, das von der Währungsse­ite zusätzlich­ angerieben­ wird. Es werden die USA (Zinsängst­e) und China (zerplatze­ Blase) sein, die das ankurbeln.­ Langsam aber stetig. Und die zweite Blase in China kommt erst noch an die Reihe. Das ist der Immobilien­markt.

Der Chartlord  
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