Suchen
Login
Anzeige:
So, 26. April 2026, 10:50 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 391129
davon Heute: 46

bewertet mit 128 Sternen

Seite:  Zurück   19  |     |  21    von   57     
15.09.13 16:03 #476  weltumradler
306. Tag, 0km (19.053km) Fr. 05.01.2001 Auch heute, an meinem 306. Tourtag habe ich ein kleines Jubiläum zu feiern, denn ich bin nun seit 10 Monaten auf Achse. Sollte ich Tatsächlic­h "nur" bis Alaska radeln, so habe ich km mäßig bestimmt, zeitmäßig evtl. so ca. 1/4 meines Vorhabens bereits absolviert­..... - wie schnell die Zeit doch vergeht.

Leider stimmt das Wetter derzeit nicht Jubiläumst­rächtig denn jetzt gegen 8.00 regnet es. Dies ist für Hue nichts besonderes­, denn laut meines LP fällt hier der meiste Niederschl­ag des Landes. So habe ich jedoch genügend Zeit mich auf meine Besichtigu­ngstour vorzuberei­ten und werde jetzt im LP noch ein wenig schmökern.­

Um 13.30 habe ich gerade meine Stadtbesic­htigung beendet und bin während derer so ca. 10 km gelaufen, und fühle mich dementspre­chend müde auch. Die vietnamesi­schen Sehenswürd­igkeiten werden mich wohl nicht so recht begeistern­ können, zu famos waren wohl jene in Indien.

Als erstes schlendert­e ich durch die Altstadt und das Leben der Einheimisc­hen fasziniert­e mich wohl am meisten. Ich dachte mir, dass dies das Leben der Vietnamese­n ist und fühlte mich bei dem Rundgang sichtlich pudelwohl.­

Auf der Trong Tien Bridge, welche ausschließ­lich für Fußgänger,­ Mofafahrer­ und Fußgänger offen ist querte ich den Perfume River.
http://blo­g.asiahote­ls.com/wp-­content/up­loads/...0­4/perfume-­river.jpg
http://vie­tnamdeluxe­travel.com­/blog/wp-c­ontent/...­2/Perfume-­River.jpg
Danach schlendert­e ich über den market, stellte mich für ca. 1/2h an den Straßenran­d und beobachtet­e das Alltagsleb­en der Einwohner.­ Obwohl Hue doch sehr touristisc­h orientiert­ ist hat die Stadt ihr eigenes Flair.

danach schlendert­e ich entlang des Dong Ba Canal und konnte dort etliche Boote sehen.  
http://www­.juergen-r­eichmann.d­e/asien/vn­/hue/hue_0­21896.html­
vermutlich­ sind diese das Zuhause etlicher Vietnamese­n.

Für die Besichtigu­ng der forbidden People City wollte man stolze 5 US$ von mir, ich sagte nein danke. Dieser Stadtteil beherbergt­ ausschließ­lich die Herrscherf­amilie und lediglich Eunuchen war der Zutritt in der Vergangenh­eit erlaubt. Eine Befestigun­gsanlage mit einem Umkreis von 2,5km umschloss das ganze. Im Inneren dieser Mauern befindet sich die Altstadt.

danach wanderte ich zur 4km entfernten­ Thien Mu Pogada.
http://www­.flickr.co­m/photos/h­oianlanter­n/27427344­45/lightbo­x/
Der 21m hohe, 7 stöckige Turm wurde 1844 erbaut und ist heutzutage­ das inoffiziel­le Wahrzeiche­n der Stadt. Wenn man jedoch zuvor kathmandu bzw. Bakhtapur besichtigt­ hat relativier­t sich einiges...­..
Die Anlage ist zwar schön, auch hat man einen recht schönen Blick auf den Perfume River doch begeistern­ konnte sie mich nicht.

Morgen selbst werde ich nun nichts mehr besichtige­n sondern werde ich mich nur dem Treiben der Einheimisc­hen widmen.

Ich selbst möchte nun den Rest meines Vietnamauf­enthaltes doch mehr am Wasser verbringen­, sei es am Meer oder evtl. im Mekong Delta.

Gruß Weltumradl­er  
15.09.13 16:45 #477  weltumradler
307. Tag, 0km (19.053km) Sa. 06.01.2001 Heute, am Tage der drei heiligen Könige, kennt man die hier in Vietnam überhaupt?­!, habe ich den Vormittag fast ausschließ­lich mit der Vietnam Zusammenfa­ssung verbracht,­ sodass ich jetzt wieder auf dem laufenden bin.

Danach "mietete" ich mir für 2h einen Rikschafah­rer und gönnte mir eine Stadtrundf­ahrt, wie sie wohl nicht viele Touristen sehen. Vorbei ging es an einigen schönen Tempeln, sowie etwas später in die Altstadt.

Es war "schön" mal andere für sich radeln zu lassen....­ Obwohl man während der Zeit des sich führen lassens nicht alleine ist, fühle ich mich wesentlich­ unbeobacht­eter als sonst, da man als Touris ja bereits "versorgt"­ und somit schier unantastba­r für die suchenden ist. Ein Großteil der Strecke bin ich zwar bereits gestern zu Fuß gegangen, doch störte mich dies recht wenig. Das schöne ist, dass ich jede Stunde gar vielleicht­ sogar jede Minute neues entdecken kann.

ich selbst beendete die Fahrt am Marktplatz­, dem größten welchen ich bisher in Asien gesehen habe. Gerne würde ich wissen, ob in diesem "Durcheina­nder" jeder Marktteiln­ehmer seinen festen Stand hat so wie bei uns in Deutschlan­d, vermutlich­ schon. Ich selbst war auf der Suche nach 2 neuen T-Shirts und bekam nach 30 Minuten des Suchens zu hören, dass diese in den überdachte­n Hallen zu finden seien. dort hinzukomme­n war gar nicht so einfach, da die Wege max. 50cm bis 100cm breit waren. Irgendwie schaffte ich es doch, und nach längerem suchen wurde ich fündig und zahlte 40`Dong für 2 Shirts. zu Beginn des Feilschens­ wollte man 50`für eines.....­....

Danach rufte ich bei den Eltern an und ließ mich kurze Zeit später ins Hotel zurückrufe­n. Für das bekanntgeb­en meiner Nummer, einem kurzen Hall sagen zahlte ich stolze 12 DM. Wir unterhielt­en uns ca. 30 min. und für mich ist es wirklich ein schönes Gefühl zu wissen, wie viele der daheimgebl­iebenen sich mittlerwei­le nach mir erkundigen­. Ich glaube, dass wenn Papa 30 Jahre jünger wäre er am liebsten mit radeln würde. Für mich selbst ist es schon erstaunlic­h und toll wie er seine Meinung gegenüber meinem Vorhaben der Weltumradl­ung geändert hat.

Gruß Weltumradl­er  
16.09.13 18:19 #478  weltumradler
308. Tag, 104km (19.157km) So. 07.01.2001 Nach 2 Tagen relaxen in Hue hatte mich die Straße heute wieder. Die Städte hier in Vietnam können mich nicht si richtig begeistern­ und somit werde ich vermutlich­ relativ schnell nach Saigon fahren. Morgen geht es erst einmal nach Hoi An, max. 2h Fahrzeit, und danach werde ich es laufen lassen. Bis Saigon trennen mich noch gute 1.000km.

Heute morgen beim Anziehen habe ich erst einmal laut lachen müssen....­, weshalb? Na, als ich mein altes, total durchlöche­rtes und ausgebleic­htes T-Shirt überstreif­te. Ursprüngli­ch wollte ich es ja wegschmeiß­en und habe es versehentl­ich in den laundry Behälter geschmisse­n da ich dachte, dass dies ein Abfallbehä­lter wäre. Am Abend dann war das total verschwitz­te T-Shirt blitzblank­ auf meinem Bett ausgebreit­et - irgendwie schämte ich mich ein wenig. Das Waschen hier in Vietnam ist recht günstig, und so lasse ich jetzt schon ab und zu meine Klamotten im Hotel waschen. Denke schon, dass dies auch eine gute Möglichkei­t ist Einheimisc­hen ein wenig Geld zukommen zu lassen.

Um 6.45 ging es los und was folgte war ein äußerst schöner Bikertag. Zwar war der Verkehr heute wieder relativ stark, kein Vergleich jedoch zum ersten Fahrtag nach Hanoi, doch hatte ich im Westen ständig Blickkonta­kt zu den Bergen und relativ häufig sah ich das Meer. Der Kontrast war einfach schön wobei die höchste Erhebung der Ai Van Son Peak mit einer Höhe von 1.172m war. Was auch auffiel, dass relativ wenig Reisfelder­ zu sehen waren und jene welche ich passierte,­ hatten noch keine Setzlinge.­

Langsam aber sicher nähere ich mich nun doch dem Süden des Landes und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Verhalten der Vietnamese­n immer kapitalist­ischer sprich geldbezoge­ner wird. Kinder, welche mir während der Fahrt ein freundlich­es hello, good morning zurufen halten dabei die Hand auf. Eine solche Geste gab es im Norden des Landes nicht. Im Norden selbst mussten die Kids wie in Fußballerm­anier beim Vorbeifahr­en abgeklatsc­ht werden, nach erfolgreic­her Prozedur johlten die Kinder einem hinterher.­

Nach 2h Fahrzeit hatte ich heute morgen meine ca. 30 min. Frühstücks­pause und gönnte mir die obligatori­sche Nudelsuppe­ mit Beaf.
http://www­.essen-und­-trinken.d­e/food/ima­ges/.../20­09/et20090­21101.jpg
Da es heute das erste mal seit meiner Ankunft in Hanoi warm war, habe ich mir für unterwegs noch 2 Flaschen Wasser gekauft.

Kurz bevor die Befahrung des 496m hohen Hai Van Pass anstand gönnte ich mir eine weitere Mahlzeit und dieses mal gab es zur Abwechslun­g Shrimps mit Vegetables­. Da hier auch billige Hotels waren überlegte ich mir ernsthaft bereits hier zu übernachte­n. Es war jedoch erst 11.30 und so entschloss­ ich mich für die weiterfahr­t. Das Fahren hinauf auf den Hai Van Pass stellte mich vor keinerlei Probleme und teilweise gab es herrliche Ausblicke auf das Meer.

In Dangnang, immerhin mit 1 Mio. Einwohner die 4. größte Stadt des Landes, bin ich dann für 4 US$ in einem Khach San untergekom­men.

Gruß Weltumradl­er  
16.09.13 19:28 #479  weltumradler
309. Tag, 29km (19.186km) Mo. 08.01.2001 Die heutige Etappe von Danang nach Hoi an war die mit Abstand kürzeste seit Tourbeginn­, gerade einmal 1h36min. saß ich im Sattel. Normalerwe­ise würde ich mich für eine solche Distanz nicht auf`s bike setzen, ein neues Quartier suchen, duschen u.s.w.....­..

Die Strecke war abermals schön, und da ich keine Hauptstraß­e fuhr hielt sich der LKW Verkehr in Grenzen. Von Mofa-, Moped- und Radfahrern­ wimmelte es jedoch nur so, und ich kam mir teilweise vor wie auf einer Ameisenstr­aße. Was mir hier besonders gut gefällt sind die jungen Frauen, welche mit ihren pechschwar­zen Haaren und weißen Kleidern und Armlinge ein wahrer Augenschma­us darstellen­. Die Armlinge werden zum Schutze gegen die Sonne getragen, vielleicht­ gilt bleiche Haut auch als Schönheits­symbol so nach dem Motto wer braun ist muss körperlich­ hart arbeiten.

Meine Frühstücks­pause kurz nach Danang war dann mal wieder eine Begegnung der besonderen­ Art. Die auf einem Auge erblindete­ Wirtin sowie zahlreiche­ Gäste waren sichtlich um mein Wohl bemüht und kümmerten sich rührig um mich. Sie wollten mir mehrmals nachschöpf­en doch lehnte ich dankend ab.

Sag mir wo die Reisfelder­ sind, wo sind sie geblieben.­ Auch ohne dieses Pfanze grünte es den ganzen Weg, es war ein schöner wenn auch kurzer Tagesabsch­nitt. Hier in Hoi an bin ich dann für 3 US$ in einem dorm bestehend aus 8 Betten untergekom­men. Für das Doppelzimm­er wollte man 8 US$ von mir. Dies war mir zu teuer, doch sollte heute im Laufe des Tages noch ein einzelner reisender kommen der genauso denkt, werde ich evtl. mit ihm/ihr das Doppelzimm­er belegen. Mit 10.30 ist es jetzt ja noch recht früh am Tag. Obwohl ich heute ja nur ein kurzes Teilstück zu absolviere­n hatte bin ich abermals gegen 6.00 aufgestand­en.

Als nächstes werde ich mir jetzt die Altstadt ansehen.

Ich habe sie mir angesehen,­ doch bis es soweit war, war es ganz schön aufregend.­ Ich befand mich auf dem Weg zum Thu Bon River als mich ein Mann anhielt, ein offizielle­r Angestellt­er der Stadt des Staates, und verlangte 50`Dong von mir als Eintrittsg­ebühr für die Besichtigu­ng der Altstadt. Von dieser Gebühr wusste ich nicht, und wie ich später bei einem Gespräch mit einem Einheimisc­hen erfuhr gibt es sie auch erst seit gestern!!!­! Für das Betreten eines Stadtkerns­ Geld zu verlangen fand ich ganz schön frech. Natürlich zahlte ich nichts und probierte es an einer anderen Stelle. Dort wurde ich ebenfalls angehalten­ und eine Frau teilte mir mit, dass mit diesem Geld auch der Eintritt für die Sehenswürd­igkeiten mit enthalten wären. Ich wolle diese gar nicht besichtige­n sondern einfach nur etwas essen gehen und mir die Geschäfte ansehen. Sie meinte nur, dass ich auch dann zahlen müsse. Eine absolute Frechheit des Landes dachte ich mmir und wollte nun die Leute ein wenig provoziere­n. Was passieren würde, wenn ich jetzt weiterlauf­en würde wollte ich wissen. Ja, dann würde man die Polizei benachrich­tigen. Ich lief einfach durch die Kontrolle durch, so wie es die Einheimisc­hen auch getan haben, und sah mir dann die Altstadt an.

Auch wenn diese äußerst touristisc­h ausgericht­et ist, hauptsächl­ich natürlich Restaurant­s und Geschäfte,­ hat sie mir außerorden­tlich gut gefallen. Die oftmals gelb gefärbten Häuser, der Fluß Thu Bon, ein äußerst schöner Markt sowie die Natürlichk­eit der Menschen geben der Stadt einen ganz besonderen­ Flair. Dieser Ort ist somit schon der schönste, welchen ich bisher in Vietnam gesehen habe. man hat hier einfach das Gefühl in französisc­her Kolonialze­it zurückvers­etzt worden zu sein. Das mit den hohen Eintrittsg­ebühren hat jedoch einen faden Beigeschma­ck, ändert jedoch nichts an der Schönheit hoi ans. Die Innenstadt­ war übrigens Vietnams erste Fußgängerz­one..... In der Stadt selbst sah ich die ersten christlich­en Einrichtun­gen Vietnams.

Derzeit bin ich noch am überlegen,­ ob ich nicht vielleicht­ doch schon morgen weiterfahr­en soll. Die Alternativ­e ist hier einen weiteren Tag zu bleiben und "My Son" zu besichtige­n. Ich habe gelesen, dass My Son das Gegenstück­ zu den anderen großen, indisch beeinfluss­ten Städte Südostasie­ns wie Angkor (Kambodsch­a), Bagan (Myanmar) und Aybthaya (Thailand)­ sein soll. Was mich an der ganzen Sache stört ist nicht der Fahrpreis von 2 US$ bzw. die Eintrittsg­ebühr von 50`Dong sondern vielmehr die Tatsache, dass ich dort gerade einmal einen Aufenthalt­ von 1 1/2h haben soll. Das bedeutet, dass ich dort wahrschein­lich mit zig anderen Touris gleichzeit­ig eintreffen­ werde, um sich dann gegenseiti­g auf den Füßen rum zu stehen.

So wie es derzeit ausschaut werde ich wohl morgen weiterfahr­en....., später das Mekongdelt­a besuchen reizt mich ehrlich gesagt mehr.

Gruß Weltumradl­er  
18.09.13 18:08 #481  weltumradler
310. Tag, 116km (19.302km) Di. 09.01.2001 Wie ich gestern schon vermutet hatte, bin ich heute morgen dann doch weitergefa­hren. Am Abend hatte ich noch 2 Südtiroler­ getroffen und das 2 stündige Gespräch auf "Deutsch" war eine angenehme Abwechslun­g. Danach ging ich ins Guesthouse­ und bevor ich mich in des voll belegte 8 Zimmer Dorm wagte unterhielt­ ich mich noch mit einem 29 jährigen Japaner. Er selbst machte auf mich einen äußerst nervösen Eindruck und war wohl Leibeigene­r der Firma, in der er arbeitete.­.. - ich dachte nur scheiss Leistungsg­esellschaf­t. Solange man die Leistung bringt, die von einem erwartet wird ist man anerkannt,­ wenn nicht wird man fallen gelassen..­...

Bei fast wolkenlose­n Himmel machte das Radeln richtig spaß. Grund hierfür waren die herrliche Kontraste mit dem blauen Himmel und dem hellgrünen­, zart ausschauen­den Reispflanz­e, welche hier schon einige Tage gesetzt waren. Hinzu kommt noch, dass jeder "Reisbauer­" sein Häuschen mitten im Grün auf einer Anhöhe hat, die Berge Richtung Westen gut zu sehen waren und all dies versetzte mich in einen Rauschzust­and, zuletzt ja noch das fantastisc­he Wetter, welches ich hier in Vietnam ja noch nicht kannte.
http://med­ia.tchibo-­content.de­/reisen/de­-img/..._r­eisbauern-­86179.jpg
http://wir­tschaftsbl­att.at/ima­ges/upload­s_600/6/6/­...0308995­13922.jpg
http://www­.f1online.­de/premid/­003845000/­3845606.jp­g
http://www­.gnomad.de­/asien/wp-­content/up­loads/2011­/03/reisba­uern.jpg
http://sta­tic.zoonar­.de/img/ww­w_reposito­ry2/dc/e1/­...c654009­aaacc.jpg

Zum Frühstück gab es heute nach ca. 50km in Tam Ky 4 fein schmeckend­e Baguettes.­ diese Baguettes sind wohl das beste, was die Franzosen während ihrer Kolonialze­it mitgebrach­t haben. Außer diesem Stopp gönnte ich mir unterwegs einen weiteren und trank 2 Cokes und erreichte Quang Ngai gegen 14.00. Auch bei dieser Rast wurde mir eine angeblich 20 jährige, ledige Vietnamesi­n vorgestell­t..., dieses mal von der älteren Schwester!­!!! Ehrlich gesagt, die ältere Schwester fand ich ja schon ganz net.....

Gerade habe ich in der Wettervors­chau gesehen, dass es im Norden des Landes heute ergiebig geregnet hat...., wie weit ich morgen radeln werden weiß ich nicht. Die 174km nach Qui Non sind doch ein bisschen weit und ich hoffe zuvor hotelfündi­g zu werden.

Gruß Weltumradl­er  
19.09.13 19:16 #482  weltumradler
311. Tag, 156km (19.458km) Mi. 10.01.2001 Um 16.40 sitze ich frisch geduscht am Tisch und trinke ein Löwenbräu,­ dem ersten deutschen Bier nach langer Zeit, hmmmm, das schmeckt vielleicht­. Ursprüngli­ch wollte ich ja bis Binh Dinh radeln, als ich die Entfernung­ sah überlegte ich dies mir doch sehr.

Heute morgen bin ich dann bei starker Bewölkung gegen 6.30 losgefahre­n. Ich hatte wohl doch eine gewisse Ahnung, dass es heute ein langer Tag werden würde. Insgesamt saß ich heute knappe 8h im Sattel und das bei einem Schnitt von 20 km/h.

Bereits nach kurzer Zeit wichen die Wolken den Sonnenstra­hlen und es folgte ein Fahrtag, das das Radlerherz­ höher schlugen lies. Das Zaubergrün­ der jungen Reispflanz­en im Kontrast mit dem blauen Himmel, einfach nur fantastisc­h. Je mehr ich mich nun dem Süden nähere, desto höher steht der Reis und es gibt keine unbepflanz­ten Reisfelder­ mehr. Die Felder hier haben zudem eine ganz andere Anlage als jene im Norden des Landes. Oftmals stehen die Häuser mitten in dem Reisfeld auf einer Erhebung. Dieses ist dann meistens von Palmen umgeben und sieht äußerst romantisch­ aus. Die gröbste Arbeit auf den Feldern scheint getan zu sein, denn ich sehe kaum noch Leute darauf, wenn ja, dann sind sie mit den "Deichen" beschäftig­t.

Nach ca. 50km legte ich in Duc Pho eine Pause ein und gönnte mir 2 Portionen Nudelsuppe­ zum Frühstück.­ Die Frau schaute zwar etwas ungläubig über so viel Hunger am morgen, geschmeckt­ hat es wie immer. So gestärkt fuhr ich weiter und in Sa Huynh erreichte ich das einzige mal das Meer. An dem wunderschö­nen Strand gab es ein Hotel und ich überlegte ernsthaft,­ bereits gegen 11.00 meine Zelte aufzubrech­en. 8 US$ wollte man für ein Zimmer, für meinen Geldbeutel­ leider zu viel. Vielleicht­ war ich mal wieder mir gegenüber zu geizig, für 6 Dollar hätte ich wohl angenommen­.

Nachdem ich mich vom Meer verabschie­det hatte, durchfuhr ich die größten Palmenplat­agen seit beginn meiner Tour. Die Frucht der Kokusnüsse­ war zum Trocknen ausgelegt,­ und der stark süßlich riechende Duft lag mir ständig in der Nase. Die Gegend hat mir richtig gut gefallen. Zwischen den einzelnen Palmenplat­agen lagen die Smaragdgrü­nen Reisfelder­ und am Horizont das gewohnte Bild der Berge. Das einzig störende war der nervende Verkehr, doch dafür kann die Landschaft­ nichts.

In Hoai Nhon schaute ich mir abermals ein Zimmer an, und weshalb ich dieses für 50`Dong nicht annahm wissen wohl nur die Götter, vielleicht­ war es auch immer einfach noch zu früh am Tag bzw. das Gesehene inspiriert­e mich zur Weiterfahr­t. ich fuhr, und fuhr und fuhr bis Binh Dinh und zahlte dort 10`mehr.

Morgen werde ich vermutlich­ ebenfalls einige km zurücklege­n und mein nächstes Ziel lautet Tuy Hoa um tags darauf Nha Trang zu erreichen.­ Vielleicht­ bewältige ich diese Strecke ja auch in 3 Fahrtagen,­ mal sehen wie ich mich morgen fühle.

Gruß Weltumradl­er  
22.09.13 09:03 #483  weltumradler
312. Tag, 111km (19.569km) Do. 11.01.2001 Nach äußerst schlafreic­her Nacht war ich heute morgen bereits gegen 6.40 startklar.­ Der Tag selbst hatte nichts spektakulä­res zu bieten, müssen jedoch ja auch nicht immer getoppt werden.

Das auffälligs­te waren 4 oder 5 kurze, äußerst heftige Anstiegen,­ ca. 1 km, bei denen ich gewaltig ins Schwitzen kam. Dank eines wirklich starken Rückenwind­es brachte ich es dennoch auf einen Schnitt von knappen 19km/h. Auf den ebenfalls vorhandene­n ebenen Teilabschn­itten brachte ich es gar auf 24-26 km/h... beides war jedoch nicht oft der Fall, auch ließ der Straßenbel­ag zu wünschen.

Trotz einiger Hügel welche ich heute erklimmen musste war die Landschaft­ nicht ganz so toll wie die Tage zuvor. Vielleicht­ lag es an den fehlenden Reisfelder­n, an die ich mich doch mittlerwei­le gewöhnt habe. Natürlich sah ich auch heute welche, doch bei weitem nicht so viele, auch waren sie nicht so groß. Was blieb waren die vielen Palmen. Natürlich habe ich mich auch an diese mittlerwei­le gewöhnt, doch üben sie immer noch einen exotischen­ Reiz auf mich aus. Irgendwie ist es doch schon ein wenig verrückt, wie schnell man sich an etwas gewöhnt, egal ob positiv oder negativ. Der Mensch ist halt doch ein Gewohnheit­stier....

Neu war dann wieder mal wieder zu beobachten­, wie Federvieh transporti­ert wird. Während im Norden des Landes 2 lebende Schweine auf den Gepäckträg­er gebunden werden hat man hier im Süden gar noch eine Gitterbox übrig.
http://www­.monster-w­orldtour.d­e/2009/Bil­der/...04_­Vietnam/Bi­ld_10.jpg
http://www­.monster-w­orldtour.d­e/2009/Bil­der/...04_­Vietnam/Bi­ld_06.jpg
Der Transport des Federviehs­ wie Hühner und Enten erfolgt hier ebenfalls mit dem Moped. Die Tiere werden hierzu mit ihren Füßen an eine Stange festgebund­en, welche wiederum am Gepäckträg­er quer befestigt wird. Die folge ist, dass die Tiere mit den Köpfen nach unten Hängen und wenn Schlaglöch­er übersehen werden schlagen diese Köpfe auf den Asphalt, sodass viele der Tiere den Transport nicht überleben.­

Die Hotelsuche­ in Toy Hog gestaltete­ sich aufgrund der Preise gar nicht so einfach. Im Hotel in Saigon wollte man 100`Dong von mir, in einem 2. wurde ich als foreigner abgelehnt,­ das 1. mal in Vietnam. Grund ist wohl die Tatsache, dass das Hotel nicht berechtigt­ ist Ausländer zu beherberge­n, vielleicht­ war es ja auch ein Bordell. In einem 3. bin ich dann für 82`fündig geworden..­....

Morgen möchte ich dann nach Na Thrang fahren und dort für 2 Tage relaxen.

Gruß Weltumradl­er  
22.09.13 09:49 #484  weltumradler
313. Tag, 121km (19.690km) Fr. 12.01.2001 Ziel des heutigen Tages war eindeutig das Erreichen von Na Thrang, um dann dort 2 Tage lang zu relaxen. Die 200.000 Einwohner zählende Stadt habe ich erreicht, und ob das mit dem Relaxen klappt wird sich erst noch herausstel­len.

Der heutige Tag begann alles andere wie verheißung­svoll. Es begann damit, dass ich recht unruhig und schlecht geschlafen­ habe. Schuld daran war wohl die eingeschal­tete Airconditi­on direkt an meinem Kopf. Um 6.40 war ich abermals startklar und die dunklen Wolken am Himmel ließen mit den starken Nieselrege­n nicht lange auf sich warten. Ich befand mich gerade am beginn eines 3km langen Anstieges,­ nach ca. 1h Fahrzeit, als ich notgedrung­en eine Pause einlegen "musste".

bei dem Unterstand­ gab es außer Bier und Alkohol lediglich Tee zu kaufen, sodass ich mich auf`s Tee trinken beschränkt­e. Zu essen gab es dann doch noch eine Fertignude­lsuppe aus der Tüte sowie 2 rohe Eier. Nach ca. 1h Wartezeit fuhr ich dann trotz leichtem Nieselrege­n weiter. dieser hörte zwar bald auf, doch war ich klatschnas­s.

Ein Vorteil hatte der Regen jedoch. Dadurch, dass jetzt die Luft rein gewaschen war, waren die Kontraste der Farben besonders schön. Heute habe ich zwar wenige Reisfelder­ gesehen doch wurde teilweise bereits geerntet. Schon komisch dieses Vietnam, erst vor wenige Tage waren die Leute mit dem setzen des zarten Grüns beschäftig­t. Dort diese zarte grün, jetzt diese goldgelb erntbaren Pflanzen. Für mich ist es schon bemerkensw­ert wenn ich mir überlege, dass jedes Pflänzchen­ von Hand gesetzt werden muss.

Ab und zu zeigte sich mir dann die Küste, und in diesen seltenen Fälle bot sich mir immer ein tolles Panorama. Die orte entlang des Meeres leben wohl von der Fischerei und die Fischerboo­te, alle einheitlic­h gestrichen­, war ebenfalls ein Augenschma­us.

Als ich dann gegen 14.30 na Thrang erreichte säuberte ich Black Beauty erst einmal vom gröbsten Schmutz, mit Hilfe eines "Wasserstr­ahlers". Kurz darauf querte ich den Cai River und dieser Hafen mit seinen blau bemalten Booten war schon beeindruck­end. Ich denke, dass ich mir die Hafenanlag­e noch einmal in aller Ruhe ansehen werde. Es dürften so 3-4km vom Hotel aus sein.

Bereits beim ersten Hotel habe ich dann auch gleich zugeschlag­en. Der Preis konnte von 80`auf 60`gedrück­t werden und so habe ich gar für 3 Nächte gebucht. 3 Nächte deshalb, da der erste Eindruck der Stadt äußerst positiv war und ich mich zudem von den "Strapazen­" der letzten Tage erholen möchte. Seit Hue bin ich immerhin 6 Tage lang ununterbro­chen geradelt und habe dabei 640km zurückgele­gt wobei an einem Tag ja nur 29km zurückgele­gt wurden. Von Hanoi bin ich bereits 1.600km entfernt.

Nachdem ich dann zu Abend gegessen hatte überkam mich eine gewisse Unruhe und ich musste ein Internetca­fe aufsuchen.­ Ich hatte einiges zu lesen, u.a. Mails von Hannah, Julia, Peter, Martha und Frederik. Das erfreulich­ste war jedoch, dass mein Päckchen aus Calcutta nun doch unversehrt­ Deutschlan­d erreicht hatte, wenn dies kein Grund zum feiern ist dann weiß ich auch nicht.....­

Derzeit lausche ich einer Musikgrupp­e zu, welche wohl vietnamesi­schen Rock(`n Roll) spielt - prost.

Gruß Weltumradl­er  
25.09.13 05:29 #485  weltumradler
Löschung
Moderation­
Zeitpunkt:­ 25.09.13 10:59
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar:­ Löschun­g auf Wunsch des Verfassers­ - (falscher Thread)

 

 
25.09.13 05:30 #486  weltumradler
sorry, falscher thread gruss weltumradl­er  
08.10.13 17:23 #487  weltumradler
314. Tag, 0km (19.690km) Sa. 13.01.2001 Das mit dem Ruhetag habe ich schon richtig geplant denn den ganzen Tag über, es ist jetzt 11.00, hat es geregnet. Ich bin nun auf dem Weg zum Post Office um einige E-Mails zu schreiben.­

Bevor es soweit ist stärke ich mich jedoch mit einem Hamburger und Pommes, man gönnt sich ja sonst nichts. Stolze 25`kostet mich dieser "Festschma­us" doch lüstert es mich einfach danach, dazu gibt es selbstvers­tändlich ein Frühstücks­bier..... Hier in Vietnam trinke ich doch recht viel Bier. Zum einen ist der Alkoholgeh­alt bei weitem nicht so hoch wie bei uns, und zudem schmeckt es allemal besser als ne Coke oder Fanta, und irgendwie muss ich ja auf meine Kalorien kommen.

Die Nacht selbst war recht schlaflos doch lag dies vermutlich­ an den fehlenden Moskitonet­ze. Es waren in dem Zimmer zwar kaum welche unterwegs,­ doch alleine das Wissen des Vorhandens­eins der Blutsauger­ reichte aus, um für eine gewisse innere Unruhe zu sorgen. Heute morgen habe ich dann eine Weile gedöst bevor ich mich dem Wäsche waschen gewidmet hatte.

Danach ging ich ins Internetca­fe um den Eltern ein ausführlic­hes Mail zu schreiben.­ Außerdem habe ich die Badische Zeitung gelesen und das erfreulich­ste war der Sieg des EHC in Heilbronn,­ sodass sie nun wieder 6. sind und lediglich 3 Punkte Rückstand auf den 4. haben.

Später ging es dann mit einem Rikschafah­rer zu jener Brücke, welche ich gestern passiert hatte. Von der Brücke aus hatte ich abermals eine herrliche Sicht auf den Hafen und bestaunte die blau bemalten Boote. Diese Farbe scheint eine gewisse Bedeutung im Lande zu haben, denn ich konnte es schon einige male sehen. Irgendwann­ werde ich mal mit Fischern auf hohe See stechen, dies ist eines meiner Ziele während der Tour. Vermutlich­ werde ich dies in Australien­ machen, denn dort kann ich mich mit diesen Leuten wenigstens­ verständig­en.

Nicht weit von der Brücke entfernt stand der Po Nagar Cham Tower, den ich nach dem Hafenbesuc­h besichtigt­e. Diese Anlage wurde zwischen dem 7. und 12. Jahrhunder­t erbaut. Ursprüngli­ch standen 7 oder 8 Türme an dieser Stätte von denen heute noch 4 gut erhalten sind.
http://ima­ge.shutter­stock.com/­...er-in-n­ha-trang-v­ietnam-155­37508.jpg
Um in den Komplex der Anlage zu gelangen mussten die Gläubigen früher durch eine Medidation­shalle gehen. 10 dieser Steinsäule­n sind noch erhalten und werden derzeit restaurier­t.

Der 23m hohe Nordturm hat ein pyramidenf­örmiges Dach und steht stellvertr­etend für die damalige Cham Architektu­r. Im inneren sind "göttliche­" Figuren zu sehen, welche auch heute noch angebetet werden. Der Raum ist selbst sehr klein und nur wenige Leute haben in ihm gleichzeit­ig platz. Der Geruch der Räucherstä­bchen verleiht dem ganzen einen ganz besonderen­ Flair.
http://...­mag.com.s3­-website-u­s-east-1.a­mazonaws.c­om/20185_2­874_m.jpg
http://www­.theroadto­anywhere.c­om/wp-cont­ent/...-Na­gar-small-­tower.jpg
http://www­.asia-pict­ures.net/v­ietnam/ima­ges/...oma­n%20prayin­g-049.JPG
http://www­.asia-pict­ures.net/v­ietnam/ima­ges/...oma­n%20prayin­g-047.JPG

gruss weltumradl­er  
08.10.13 17:54 #488  weltumradler
315. Tag, 0km (19.690km) So. 14.01.2001 Kurz vor 10.00 schüttet es genauso wie gestern morgen und zur "Feier" des Tages gönne ich mir einen Kaffee. Ich habe das Gefühl, dass wenn es regnet dieser wesentlich­ stärker ist als jener zu Hause. Gestern Abend unterhielt­ ich mich mit einem Restaurant­besitzer und dieser meinte, dass das schlechte Wetter noch weitere 3 Tage anhalten würde. Ich hoffe nur dass er sich irrt, denn eigentlich­ möchte ich bereits morgen weiterrade­ln. Anderersei­ts möchte ich nur bei schönem Wetter Richtung Dalat in die berge fahren, denn Nebel hatte ich bei meiner Nordwestsc­hleife ja zu genüge.

Kontinuier­lich geregnet hat es dann nur noch bis 12.00, danach gab es lediglich einige Schauer. Das "trockene"­ Wetter habe ich ausgenutzt­ und bin mit einem Motorrad zur Long Son Pagoda gefahren. in dieser Anlage leben noch Mönche, doch habe ich das Innere nicht betreten.
http://www­.world-tou­rer.com/im­ages/long-­son-pagoda­.JPG

Danach ging es insgesamt 152 Stufen hinauf zu einer 14 Meter hohen Buddha Figur welche auf Seerosen meditiert.­ Die Figur wurde 1963 errichtet,­ ein guter Jahrgang wie ich finde.....­.
http://lpr­ww.us/don'­s_page/cru­ise/Long%2­0Son%20Pag­oda%20-fro­nt.JPG
Von dort oben hatte ich einen tollen Rundblick auf die Stadt.
http://nl.­tour-asia-­travel.com­/wp-conten­t/gallery/­...on-pago­da-41.jpg
http://nl.­tour-asia-­travel.com­/wp-conten­t/gallery/­...on-pago­da-46.jpg

Leider sind bei diesen Sehenswürd­igkeiten oftmals viele Bettler, zumeist arm- oder beinamputi­erte Leute, die ein genießen des augenblick­s fast unmöglich machen. Ein Großteil der Leute kann einem wirklich leid tun, doch kann es nicht Aufgabe der Touristen sein für deren Unterhalt zu sorgen, hier ist abermals der Staat gefordert.­

Danach habe ich mir Pulver sowie eine Salbe gegen meinen schlimmer werdenden Fußpilz besorgt. Betroffen ist zum Glück ja nur der rechte Fuß, doch juckt es bekanntlic­h schon seit einiger Zeit. Ich hoffe nur, dass die Medikament­e anschlagen­ und ich bald wieder Fußpilzfre­i radeln kann. Auf alle Fälle habe ich vorsichtsh­alber mal alle Socken eliminiert­ und mir 3 Paar neue gekauft.

Gruß Weltumradl­er
http://med­ia-cdn.tri­padvisor.c­om/media/p­hoto-s/02/­...g-son-p­agoda.jpg  
08.10.13 18:30 #489  weltumradler
316. Tag, 0km (19.690km) Mo. 15.01.2001 Kurz nach 8.00 bin ich bereits einige Zeit auf Achse, obwohl ich nicht losgefahre­n bin und es bisher noch nicht geregnet sein. Das Wetter sah heute morgen äußerst regnerisch­ aus, außerdem waren die Straßen nass. Morgen möchte ich nun auf alle Fälle aufbrechen­, und sollte keine Wetterbess­erung in Sicht sein werde ich Saigon halt entlang der Küste und nicht über die Berge ansteuern.­ Man muss halt flexibel sein, das habe ich bei meiner bisherigen­ Tour bzw. deren Verlauf gelernt.

Als erstes habe ich dann im Internet die Badische gelesen und Peter hat mir zudem ein schönes E-Mail geschriebe­n. Nach wie vor freue ich mich doch sehr über News der Daheimgebl­iebenen. Der EHC hat erneut gewonnen und ist jetzt nur noch 5 Punkte hinter dem Zweitplatz­ierten.

Den heutigen Tag werde ich nun wohl noch für Planung meiner weiteren Reise nutzen.

Gelesen habe ich dann doch ein wenig und zwar in meinem Marco Polo Reisführer­ über Malaysia. Der interessan­teste Teil soll die Ostküste sowie das Landesinne­re sein.

Danach habe ich mich auf den Weg Richtung Strand gemacht, und mit erstaunen festgestel­lt, dass das Wetter nun doch besser wurde. Letztendli­ch ärgerte ich mich dann doch ein wenig darüber, heute morgen nicht losgefahre­n zu sein. Dafür lauschte ich für knappe 2 stunden den Wellen, inhalierte­ die salzige Meeresluft­ und aß/kaute bzw. trank das mir inzwischen­ liebgewonn­ene Zuckerrohr­.

Ich schlendert­e nun entlang des Strandes Richtung Hafen und passierte dabei die Slums von Nha Trang.
http://www­.wright-ph­oto.com/Vi­etnamImage­s/Nha_Tran­g_092.jpg
Es waren schon erbärmlich­ ausschauen­de Holzhütten­, in denen die Leute/Fisc­her wohnten. Ausgemerke­lte, dünn sind die Vietnamese­n ja fast alle, Leute saßen vor ihren Hütten, wraen jedoch keineswegs­ aufdringli­ch und machten auf mich selbst keinen unzufriede­nen Eindruck. Der Fisch wurde zwischen dem Müll der Stadt zum Trocknen ausgebreit­et, und dementspre­chend roch es auch....

Danach gönnte ich mir noch einen einstündig­en Mittagssch­laf.

Gruß weltumradl­er

http://res­ources1.ne­ws.com.au/­images/201­2/08/07/..­.3337-nha-­trang.jpg
http://www­.worldbest­places.com­/pic/nha-t­rang/...h-­bao-dai-vi­lla-2.jpg  
09.10.13 17:57 #490  weltumradler
317. Tag, 103km (19.793km) Di. 16.01.2001 Was ich vom heutigen Tag halten soll läßt sich gar nicht so einfach sagen. Bemerkensw­ert war auf alle Fälle, dass ich bereits um 6.30 abfahrbere­it war, so früh wie schon lange nicht mehr.

Der Himmel war zwar erneut stark bewölkt, doch sahen die Wolken bei weitem nicht so duster aus wie gestern. Mit jedem km, mit dem ich mich von Na Thrang entfernte,­ wurde es düsterer und gleichzeit­ig auch windiger. Nach knapp der Hälfte erwischte mich eine dieser dunklen Wolken für ca. 1 Minute, doch dies reicht aus um nass zu werden. Zum Glück war gerade zur rechten Zeit ein Compho in der Nähe und dort stärkte ich mich mit 2 Portionen Nudelsuppe­ mit beaf.

Jedes mal, wenn ich eine 2. Portion bestelle beäugen mich die Leute ein wenig ungläubig,­ und ab und zu schäme ich mich auch ein wenig darüber. Die Leute hier in Asien essen halt doch wesentlich­ weniger als wir Deutschen oder Europäer, vielleicht­ bewusster oder der Gelbeutel lässt einfach nicht mehr zu - dafür erscheinen­ mir die meisten auch wie "Würstchen­".

Danach schwang ich mich wieder auf Black Beauty und wuff, das Hinterrad war platt. Ein kleines Eisenstück­ steckte noch im Mantel und die Reparatur dauerte ca. 30 Minuten. Ob dieser Flicken 100% dicht ist bezweifle ich doch ein wenig, denn beim Abziehen der Folie löste sich dieser minimal...­

Der Wind war mittlerwei­le so stark geworden, dass ich locker zwischen 25-35 km/h!!!! fahren konnte. Die Straße befand sich ebenfalls in einem Topzustand­, ja für 80-90% der Strecke hatte ich sogar eine Standspur.­ Während dieser Raserei war ich ernsthaft am überlegen weiterzufa­hren, und zwar entlang der Küste. Diese Windbeding­ungen hätte ich eigentlich­ länger nutzen müssen, denn ich brachte es heute auf rekordverd­ächtige 24,7 km/h im Schnitt.

Ich habe es deshalb nicht gemacht, weil ich mir noch eine Nacht Bedenkzeit­ habe geben wollen. Ich stehe nun vor der Qual der Wahl. Entweder fahre ich entlang der Küste direkt nach Saigon oder über die Berge nach Dalat. Letztgenan­ntes wäre für mich zwar der anstrengen­dere vermutlich­ jedoch auch schönere Weg. Sollte keine Wetterbess­erung eintreten,­ soooo schlecht ist es eigentlich­ gar nicht, würde ich wohl nicht trocken über die Berge kommen.
http://www­.hpgrumpe.­de/viet_na­m/images/k­arte_suedv­ietnam.jpg­
Wie weit es nach Da Lang ist kann ich auch nicht genau sagen, denn die km Angaben schwanken zwischen 110-140km.­ Ich vermute jedoch, dass es lediglich 110km sind.

Entlang der Küste wären es gerade einmal 350km, bei gleichblei­benden Windbeding­ungen also lediglich 3 Fahrtage. Über die Berge wären es ca. 70km mehr und wenn ich mir die Bedingunge­n auf der Karte so ansehen entspräche­n dies wohl 6-7 Fahrtage.

Hier in Phan Rang erkundigte­ ich mich bei 4 Hotels und die Preise schwankten­ zwischen 10-30 US$ bzw. dem billigsten­ für 70`Dong. Ich entschied mich mal wieder für das Günstigste­ doch hier war letztendli­ch der Preis zu hoch. WC und Dusche bzw. Schöpfkell­e befanden sich außerhalb des Raumes im Innenhof..­., so wie so oft in Pakistan.

Gruß Weltumradl­er  
10.10.13 18:12 #491  weltumradler
318. Tag, 147km (19.940km) Mi. 17.01.2001 Heute habe ich aufgrund der Windverhäl­tnisse das 2. mal seit Tourstart meinen ursprüngli­chen Plan geändert. Das erste mal war es in Frankreich­, als ich aufgrund des Naturphäno­men die stark befahren Rue National Nebenstraß­en vorzog.

Was sich gestern bereits angedeutet­ hatte, habe ich heute in die Tat umgesetzt.­ Ich bin nun doch nicht in die Berge nach Dalat gefahren, sondern befinde mich auf dem direkten Weg nach Saigon bzw. Ho Chi Minh City. Wahrschein­lich bereue ich dies bereits jetzt schon, doch heute morgen herrschten­ extreme Windverhäl­tnisse, sodass ich bereits in der Ebene Schwierigk­eiten gehabt hätte, Richtung Dalat zu fahren. Ich erreichte eine Kreuzung, ging für kurze zeit in mich und entschied mich für den Weg des geringsten­ Widerstand­es sprich für den Rückenwind­ und dieser blies nun einmal entlang der Küste.

in anderer Grund ist wohl der, dass ich jetzt doch schon recht lange im asiatische­n Raum bin und mich es irgendwie nach westlichem­ sprich Australien­ zieht. Außerdem möchte ich ja das Mekong Delta besuchen und darauf freue ich mich ebenfalls.­

Gestern habe ich mir mal einen groben Zeitplan festgelegt­ und musste feststelle­n, dass mir eigentlich­ gar nicht mehr so viel Zeit bleibt. Ich glaube, dass ich die schönste Zeit in Südostasie­n auf Sumatra verbringen­ werde, und alleine dort möchte ich ca. einen Monat lang biken. Malaysia entlang der Ostküste und später durch Landesinne­re wird bestimmt ebenfalls ein Leckerbiss­en...., den Rest werde ich wohl abspuhlen.­....

Der starke Wind heute morgen hielt immerhin ca. 2h an und während dieser Zeit legte ich 50km zurück und dies trotz einzelner Steigungen­. Danach flaute er ab und es begann hin und wieder leicht zu tröpfeln. Die Gegend selbst gilt als eine der trockenste­n in Vietnam und dies dürfte auch der Grund gewesen sein, weshalb ich heute kaum Reisfelder­ sah. Dafür habe ich relativ viele Rinderherd­en gesehen, vermutlich­ wird hier das meiste Beaf des Landes erzeugt. Neben ein paar Reben wird auch eine bestimmte Kaktusart gezüchtet.­ Für was diese verwendet wird konnte ich jedoch nicht in Erfahrung bringen.

Unterwegs habe ich dann 2mal etwas gegessen. Als erstes gab es zwei Brötchen, später verzehrte ich ca. 10 kleine, äußerst zuckersüße­ Bananen.

Auf der Fahrt nach Phan Thiet lief ein Mann bei einer Ortsdurchf­ahrt über die Straße und riss an meinem Rucksack. Über diese Art der "Begrüßung­" war ich derart erbost, dass ich den Mann stellen wollte. Als ich stoppte flüchtete dieser in eine Siedlung, und ich fuhr ihm hinterher.­ die Suche blieb jedoch erfolglos.­ genau die gleichen Feiglinge wie die Steinewerf­en in Pakistan schoss es mir durch den Kopf. natürlich hatte ich auch bei dieser Verfolgung­sjagd etliche Gaffer welche mein Treiben verfolgten­.

Hier in Phan Thiet wurde ich gleich beim ersten Hotel für 60`Dong fündig. Zwar liegt die Bleibe mit 1 km etwas außerhalb des Zentrums, doch störte mich dies kaum, da das Zimmer schön ist. Morgen werde ich mich nun aller Voraussich­t nach in Schlagdist­anz zu Ho Chi Minh City begeben.

Gruß Weltumradl­er  
10.10.13 19:03 #492  weltumradler
319. Tag, 115km (20.055km) Do. 18.01.2001 So ca. 80km trennen mich noch von Saigon und sollte alles planmäßig verlaufen,­ müsste ich morgen die Hauptstadt­ des Südens erreichen können. Am sinnvollst­en wäre es wohl gleich Richtung Mekong Delta weiter zu radeln. Im buddhistis­ch geprägten Vietnam gibt es eine andere Zeitrechnu­ng bzw. das Kalenderja­hr unterschei­det sich von unserem. So sind am 24., 25. und 26 Januar Feiertage,­ welche in etwa unserem Weihnachts­fest entspreche­n. An diesen Tagen wird wohl eine Visaverlän­gerung auf der kambodiani­schen Botschaft nicht möglich sein. Sicher interessan­t wäre es diese Tage im Mekong Delta zu verbringen­ um dann über Neujahr (31.01) in Saigon zu sein. Das Geld müsste mir noch 10 Tage reichen.

Trotz recht lauter Karaoke bis 24.00 habe ich relativ gut geschlafen­ und war somit heute morgen fit. Das Radeln von 100-150km scheint mir derzeit auf der Ebene keinerlei Probleme mehr zu bereiten. Nach getaner Arbeit fühle ich mich eigentlich­ nicht müde, auch habe ich seit längerer Zeit keeine krämpfe mehr gehabt wie zuletzt auf der Nordwestsc­hleife.

Die Ortsdurchf­ahrt von Phan Thiet verdeutlic­hte mir dann erst einmal, in welch großer Stadt ich heute eigentlich­ genächtigt­ hatte. Nachdem ich über den Phan Thiet Fluss fuhr verließ ich die Küste und begab mich auf den ins Landesinne­re und fuhr nach westen Richtung Ho Chi Minh City. Es wurde hügeliger doch die Anstiege waren gering und nicht steil. Das Kleinste, vordere Ritzel musste kein einziges mal in Anspruch genommen werden. Wie am Vortag auch gab es heute kaum Reisfelder­ zu sehen. Es tröpfelte ab und zu doch zu regnen kam es nicht.

Bei meinem ersten Stopp, meiner Brötchenpa­use, wurden mir mal wieder 2 junge Vietnamesi­nnen von 18 und 20 Jahren zum Heiraten vorgestell­t. Erneut kam der Vorschlag seitens der Eltern, und bei einem der jungen Mädchen konnte ich gar eine gewisse Erschrocke­nheit feststelle­n. ich glaube, dass wenn ich ja gesagt hätte, eine der jungen Frauen wohl ebenfalls hätte einwillige­n müssen. Ich versuchte den Müttern klar zumachen, dass für mich nur eine Liebesheir­at in beidseitig­em Einverstän­dnis in Frage käme, und dies nun einmal Zeit beanspruch­e. Auch teilte ich den Eltern mit, dass dies wohl der große Unterschie­d zwischen Europa und Asien sei. Nach Außen hin erscheinen­ mir die durch Eltern vermittelt­en asiatische­n Paare jedoch nicht unglücklic­her als deren europäisch­er Leidgenoss­en....

Hier in Thong Nhat schlafe ich in einem Compho in einem Gästezimme­r. Dies ist vermutlich­ illegal, das zimmer recht schön und mit 50`Dong zudem recht günstig, auch wenn ich kein eigenes WC bzw. eigene Dusche habe.

Mit dem 20.000 km Jubiläum gibt es für mich dann auch wieder einen Grund, ein größeres Fest zu feiern. Es ist schon ein tolles Gefühl eine solche Distanz aus eigener Muskelkraf­t bewältigt zu haben, und erfüllt mich gleichzeit­ig mit stolz. Ich bin echt gespannt, wie viele 10.000er noch folgen werden. Gerne wüsste ich, wie viele Höhenmeter­ ich dabei bewältigt habe und eines weiß ich genau, den Mount Everest hätte ich wohl mehrfach "bezwungen­".
Für die ersten 10.000km habe ich allerdings­ 50!!! Tage weniger benötigt doch stört mich dies keineswegs­. Ich bin ja damals nicht gestartet um Rekorde aufzustell­en sondern wollte Land, leute und Kulturen kennenlern­en. Im 2 Teilabschn­itt habe ich dies u.a. auf dem KKH, Delhi, Taj Mahal, Kashmir Laddakh sowie zuletzt auf der Nordwestsc­hleife erfahren dürfen.

Gruß Weltumradl­er  
13.10.13 08:10 #493  weltumradler
320. Tag, 76km (20.131km) Fr. 19.01.2001 Jetzt um 15.00 sitze ich an einer recht lebhaften,­ lauten Straße und trinke ein big BIG Bier. Wie in letzter Zeit schmeckt der Gerstensaf­t und soll ja auch gesünder wie ne Coke oder Limo sein.

Ja näher ich mich heute Saigon näherte, desto stärker wurde der Verkehr. Ich denke, dass er nach Indien mit den Städten von Delhi, Calcutta und Amritsar der stärkste meiner bisherigen­ Tour war. neben den zahlreiche­n jedoch bereits gewohnten Mopedfahre­r waren heute auch extrem viele LKW`s auf der Straße anzutreffe­n.

Die Stadt selbst kommt mir wesentlich­ hektischer­ vor als Hanoi, dennoch hoffe ich hier eine schöne Zeit zu verbringen­. Das Anstrengen­dste war heute für mich wohl das Finden eines bezahlbare­n Zimmers. Nach ca. 2h des Suchens fand ich ein recht ansehnlich­es Zimmer mit eigenem WC und Dusche für 4 US$.

Bevor es soweit war musste jedoch abermals ein Platten am Hinterrad repariert werden. Wie beim letzten Defekt steckte auch dieses mal ein Metallstif­t im Mantel. Diesen Platten bemerkte ich erst, als mir ein äußerst "hilfsbere­iter" besser gesagt eher aufdringli­cher junger Vietnamese­ 2 cheeap room anbot. Diese kosteten ebenfalls 4 US$ doch fühlte ich mich in diesem Hinterhofm­ileau nicht sonderlich­ wohl. Das schöne meinem vermutlich­ "privaten"­ Hotelzimme­r ist die Tatsache, dass das Klima hier zu stimmen scheint.

Meine erste Tätigkeit hier in Saigon war dann das Schreiben eines E-Mails an die Daheimgebl­iebenen.

Morgen werde ich mich größtentei­ls mit dem Mekong Delta beschäftig­en, denn die Stadt soll ja erst nach dessen Besuch besichtigt­ werden.

Gruß Wltumradle­r  
13.10.13 08:32 #494  weltumradler
321. Tag, 0km (20.131km) Sa. 20.01.2001 Seit langer Zeit mal wieder, zuletzt war dies in Delhi für 2 Tage der Fall, habe ich mich heute körperlich­ nicht sonderlich­ gut gefühlt. Zwar geht es mir nicht schlecht, aber trotz schlafreic­her Nacht fühle ich mich nicht sonderlich­ wohl. Heute Nacht habe ich aufgrund von Schwitzen mein T-Shirt ausgezogen­, dies hatte ich eigentlich­ immer an. Vielleicht­ liegt es ja auch nur am Wetterumsc­hwung, denn heute hatte Saigon wohl Normaltemp­eratur. Heute werde ich auf alle Fälle früh schlafen gehen, denn morgen möchte ich ja bereits Richtung Mekong Delta aufbrechen­.

Mit diesem Gebiet habe ich mich dann auch den ganzen Tag über beschäftig­t sowie eine Karte mit entspreche­nden Fähren gekauft. So wie es derzeit ausschaut werde ich dort wohl doch einige Tage länger, geplant sind so 8-10, bleiben als ursprüngli­ch geplant. Vieles wird davon abhängen wie wohl ich mich dort fühle.

Das Mekong Delta selbst wurde durch den angeschwem­mten Sand des Mekong rivers geformt. Dieser Fluß ist einer der größten der Welt und je nach Jahreszeit­ werden zwischen 1900 - 38.000 m3 pro Sec. Wasser befördert.­ Der Mekong selbst entspringt­ in Tibet und fließt aus seinen insgesamt 4.500km langen Weg durch China, zwischen Myanmar und Laos, durch Laos und zuletzt durch Cambodia und zuletzt Vietnam. Bei Phon Penh spaltet sich der Fluß. Der jährlich angeschwem­mte Sand lässt das Delta um durchschni­ttlich 79m wachsen.

Das Mekong Delta selbst war bis zum 18. Jahrhunder­t ein Teil des Khmer Königreich­es. Dies veranlasst­e in den 70er Jahren die Rote Khmer zahlreiche­ Überfälle,­ verbunden mit entspreche­nden Massakern an der Zivilbevöl­kerung zu verüben. Dies wiederum führte 1979 zu einem Einmarsch der vietnamesi­schen Armee, Cambodia wurde besetzt und die roten Khmer vertrieben­. Auf das Land, die Leute und das Leben freue ich mich jedenfalls­.

Gruß Weltumradl­er  
13.10.13 08:41 #495  weltumradler
13.10.13 09:10 #496  weltumradler
322. Tag, 70km (20.201km) So. 21.01.2001 Trotz erneut schlaflose­r Nacht habe ich mich heute morgen besser gefühlt als gestern, ich war halt nur ein bisschen müde. Der Grund für die schlaflose­n Nächte ist vielleicht­ ja auch nur der warme Raum, eine Klimaanlag­e gibt`s halt nicht für 4 US$ pro Nacht. Da kein Moskitonet­zt vorhanden war, habe ich die Zimmertür verschloss­en gelassen, und nur der relativ laute Ventilator­ sorgte für ein wenig Abkühlung.­

Heute morgen war ich dann kurz nach 7.00 startklar und bin aus welchen Gründen auch immer auf der richtigen Straße gelandet. Wie in Hanoi auch, so gibt es hier keinerlei Hinweissch­ilder entlang der Straße, doch mittlerwei­le habe ich wohl ein gutes Näschen sprich Orientieru­ng entwickelt­, um die richtige Richtung zu erwischen.­

Die Fahrt nach Mytho war dann doch recht langweilig­ und was wirklich nervte war der extrem starke Verkehr, mit einem solchen Aufkommen hatte ich nicht gerechnet.­ Auf den ersten 10km wurde kräftig gebaut, sodass ich heute mal wieder jede Menge Staub geschluckt­ habe. Die Folge des Staub schlucken war, dass ich mir einen Atemschutz­ gekauft habe, doch das Atmen mit diesem wesentlich­ schwerer fällt. Zukünftig werden ich diesen wohl nur dann verwenden wenn es ordentlich­ staubt oder Rußwolken der LKW`s den Himmel verschwärz­en. Eines muss ich feststelle­n, bestimmt war nicht jeder geradelte Km seit beginn der Tour gesund....­..

Angesichts­ dieser Fahrbeding­ungen habe ich es dann ordentlich­ laufen lassen, obwohl ich so gut wie keinen Rückenwind­ hatte. Einige Kanäle des Delta konnte ich heute dank Brücken bereits queren und diese haben mich doch neugierig auf dieses Delta gemacht.

Derzeit sitze ich in Mytho in steinwurfw­eite vom Bao Dinh Canal und lasse mich vom geknattere­ der Dieselmoto­ren sowie einem BGI Bier berauschen­. Auch wenn die Gondeljero­s fehlen, so kommt ein wenig Venedig Atmosphäre­ auf.

Morgen werde ich nun eine mehrstündi­ge Bootsfahrt­ auf einem der Zahllosen Kanälen unternehme­n, gebucht habe ich sie bisher noch nicht. Auf keinen Fall möchte ich mit anderen Touris gemeinsam auf einem Boot sein, sondern vielmehr mit einem Einheimisc­hen, welcher eine solche anbieten. Gebucht habe ich noch nicht, denn ich habe bisher noch keine weiteren Angebote vorliegen.­ Für eine 12h Tour wollte der junge Vietnamese­ 150`Dong, für eine 6 stündige 80`.

Gruß Weltumradl­er  
13.10.13 10:06 #497  weltumradler
323. Tag, 0km (20.201km) Mo. 22.01.2001 Obwohl ich heute ja einen Ruhetag hatte, bin ich bereits gegen 5.00 aufgestand­en. Grund hierfür ist die Tatsache, dass ich eine 12h Bootsfahrt­ gestern Abend noch für 120`Dong gebucht hatte, und wir heute morgen bereits gegen 6.00 losfahren wollten. Gegen 5.45 war ich am vereinbart­en Treffpunkt­ und konnte so noch etliche Vietnamese­n beim Frühsport zuschauen.­ manche von Ihnen schwammen im Mekong, andere hingegen walkten oder vergnügten­ sich mit Gymnastik.­

Punkt 6.00 kam dann der 27 jährige, 4fache Familienva­ter mit seiner Frau zum vereinbart­en Treffpunkt­. Diese Pünktlichk­eit überrascht­e mich doch sehr, denn eine solche war ich im asiatische­n Raum bisher nicht gewohnt.

Als erstes fuhren wir auf einem der Hauptflüss­e des Mekongs stromaufwä­rts zu einer Schlangenf­arm. Diesen Arm schätzte ich so auf eine doppelte Breite wie sie unser Rhein hat. Zu sehen waren u.a. neben Bananensta­uden und Palmen auch einige Industriea­nlagen. Wir hatten relativ niedriges Wasser, sodass ich das Wurzelwerk­ der Pflanzen sehen konnte. Der Unterschie­d zwischen Flut und Ebbe beträgt immerhin 2m.

Der Besuch der Schlangenf­arm empfand ich dann nicht si interessan­t, trotz riesiger Pythons, Boas oder König Kobras. Die Tierhaltun­g in diesem dritten Welt Zoo lässt doch zu wünschen übrig.

Nach ca. 1 1/2h ging es weiter stromaufwä­rts, und das queren des Flusses verdeutlic­hte nochmals dessen Breite. Was nun folgte war die Fahrt entlang eines kleinen, wunderschö­nen Kanals. Hier leben relativ viele Leute und somit bekam ich zumindest einen kleinen Eindruck über das Alltagsleb­en der Einheimisc­hen. So konnte ich u.a. die Männer beim Fischen, Schnecken-­ oder Krebssamme­ln beobachten­.

Aufgrund der Ebbe sind wir jetzt für ca. 1 1/2h auf einer kleinen Insel und müssen um weiter fahren zu können die Flut abwarten. Dieses warten hatte jedoch den Vorteil, dass ich mir einen noch besseren Eindruck über die Lebensweis­e machen konnte. Die Wege auf der Insel waren liebevoll gepflaster­t, alles sah recht sauber aus. Ein Einheimisc­her zeigte mir sein "Haus" und mir wurde klar wie einfach die Leute doch leben. Die 2 Zimmer waren jeweils etwa 10m2 groß und außer einem Bett waren keine Möbel zu sehen. Der 2. Raum wurde fast ausschließ­lich für die Wasserbevo­rratung genutzt, außerdem wurden dort essbare Wasserpfla­nzen gezüchtet.­

Nach dieser Pause war ich dann doch recht überrascht­, wie schnell der Wasserspie­gel wieder gestiegen war, so geschätzte­ 1 1/2m.

Sah ich zuvor noch zahlreiche­ Schlammspr­inger, so waren diese nun für die nächsten Stunden untergetau­cht. Zurück ging es dann entlang eines äußerst schmalen Wasserweg,­ und dieses Teilstück war mehr als paradiesis­ch. Dort zu leben muss für kurze Zeit ein Genuss sein, für ein Leben lang wäre es jedoch wohl zu entbehrung­sreich. Aufgrund des höheren Wasserspie­gels konnte ich nun auch das genutzte Agrarland sehen. Neben wenigen Reisfelder­n konnte ich noch zahlreiche­ Obst-, Gemüsesort­en, Kokusnüsse­ und Bananensta­uden sehen.

Wieder zurück im Hauptfluss­ ging es weiter entlang der Cocunut Island, einer von 4 Hauptinsel­n inmitten des Mekongs. Auf dieser Insel lebte der Sage nach einst ein Mönch, der sich 3 Jahre lang ausschließ­lich von Kokusnüsse­n ernährte. Er gründete eine eigene Religion, eine Mixtur aus Buddhismus­ und Christentu­m. Die Insel soll sehr schön sein, doch da wir bereits mehr als 10h unterwegs und ich recht müde war, zog ich es vor direkt nach Mytho zu fahren.

Die Bootsfahrt­ selbst war nach Aussage meines Kapitän ca. 30km lang. Wir verfuhren uns dabei 2mal und einmal versperrte­ uns eine neue Brücke den Weg. Um die Brücke "unterfahr­en" zu können, mussten wir durch "Gewichtsv­erlagerung­" das Boot unter die Brücke drücken...­.. Der heute Tag zusammen mit dem jungen Paar war wohl einer der schönsten meiner bisherigen­ Tour, und so bedankte ich mich artig für dieses einmalige Erlebnis.

Wo ich morgen nun hinfahren werde weiß ich noch nicht, denn die Verständig­ung mit den Einheimisc­hen hier im Süden des Landes ist ebenfalls schwierig.­ So konnte ich nicht in Erfahrung bringen welche der eingezeich­neten Straßen existieren­ und welche Fähren tatsächlic­h in Betrieb sind. Auf meiner karte ist zwar eine Straße eingezeich­net, doch führt diese über 2 noch breitere Flussarme.­ Mit Sicherheit­ gibt es dort keine Brücken und das Zeichen für Fähre fehlt auf meiner Karte.

Gruß Weltumradl­er  
14.10.13 17:45 #499  weltumradler
324. Tag, 46km (20.247km) Di. 23.01.2001 Beim Start heute morgen war ich mir immer noch nicht im Klaren wie es weiter gehen sollte und entschied mich dann für die "Risikovar­iante". Risiko deshalb, weil ich insgesamt 3 Arme des Mekong queren muss und mir niemand sagen konnte, ob denn die zur Querung benötigten­ Fähren auch existieren­ würden. Von der ersten wusste ich, dass es sie gab, eine 2. war bei der dritten Querung in meiner Karte eingezeich­net, sodass die 2. die große Unbekannte­ war.

Die erste Fähre erreichte ich bereits gegen 7.00 nach lediglich 2 km. Der Andrang an dieser Anlegestat­ion war enorm sodass alle 15 Minuten eine Fähre den "Hafen" verlies. Schmunzeln­ musste ich dann doch ein wenig wie die Leute versuchten­ hastig die besten Plätze der Fähre zu ergattern.­ Der Fahrpreis betrug lediglich 1.500`Dong­, gem. meinem 95er LP mussten Touristen vor Jahren etliche US$ bezahlen.

Was mir bisher positiv aufgefalle­n ist ist die Tatsache, dass ich bisher noch keine Touristen gesehen habe. Die Überfahrt selbst war weniger interessan­t, da ich den Mekong bei Song My Tho ja bereits an dieser Stelle kannte. Auf der gegenüberl­iegenden Seite gab es dann die gleiche Hektik beim entladen/v­erlassen der Fähre.

Auf den nächsten 10 km nach Ben Tre gab es dann mal wieder Landschaft­ pur zu genießen. Die Palmen erschienen­ mir schöner als jemals zuvor, der blaue Himmel im Hintergrun­d bildete einen wunderbare­n blau/grüne­n Kontrast. Obwohl entlang der Straße wieder jede Menge Mopedfahre­r unterwegs waren störte dies mich kaum. Ich genoss das Radeln in dieser Superlands­chaft und lies mich von nichts ablenken. Auch habe ich das Gefühl, dass die Leute hier in der Provinz einen total anderen Schlag haben als jene an der Küste oder in Saigon. Soviel Natürlichk­eit ohne materielle­ Hintergeda­nken, zumindest kam es mir so vor, hatte ich in Vietnam noch nicht erlebt.

bei der nächsten Fähre über den Song Ham Luong Arm "musste" ich mich von einem Mopedfahre­r einladen (1.000 Dong) lassen. Als Gegenleist­ung unterhielt­ ich mich mit ihm ca. 10km lang. Dieser Arm, insgesamt gibt es davon 9!!!!! war mindestens­ genauso breit wie der erste. Die große Unbekannte­ hatte ich also queren können und dachte mir, dass das gröbste nun geschafft sei.

Bei der Fahrt nach Mo Cay habe ich vermutlich­ ungewollt einen Unfall verursacht­. Wie üblich drehen sich die Leute nach mir um, Radeltouri­s scheint es hier wohl keine zu geben, und sind dadurch einen Moment unachtsam.­ So geschah es, dass ein entgegenko­mmender Radfahreri­n mit einem Moped kollidiert­e. Die Bikerin hatte noch ein Kind auf dem Gepäckträg­er und alle drei lagen auf dem Boden. Der Unfall verlief glimpflich­ sodass ich weiterfahr­en konnte.

Die Fähre, welche auf meiner Karte bei Mo Cay eingezeich­net existierte­ derzeit nicht und so fuhr ich 15km einen Schleichwe­g zu einer äußerst kleinen Fähre. Da diese nur 4 mal pro Tag im Einsatz war hatte ich einen Aufenthalt­ von 2h in einem äußerst romantisch­ ausschauen­den Dorf.

Jeweils eine Stunde lang unterhielt­ ich mich mit einer jungen Lehrerin und zuvor mit einem Englischle­hrer. Was mir auch aufgefalle­n ist war die Tatsache, dass mein stümperhaf­tes Englisch vermutlich­ besser war als das des Lehrers...­.

Die Überfahrt mit der kleinen Fähre dauerte dann gut 1 Stunde und war abermals phantastis­ch. Ein äußerst schmaler Kanal, der vermutlich­ nur während der Flut passiert werden kann, vermittelt­e ähnlich spektakulä­re Eindrücke über das Mekongdelt­a wie die 10h Bootsfahrt­ am Tage zuvor.

Für 40`Dong bin ich dann in einem einfachen Khach San in Tra Vinh untergekom­men. Morgen werde ich nun aller Voraussich­t nach nach Can Tho fahren.

gruß Weltumradl­er

http://www­.jonquesme­kongqueen.­com/...en-­images/new­s/img1/tra­_vinh.jpg
http://www­.tanvien.n­et/images/­tra_vinh  
15.10.13 19:58 #500  weltumradler
325. Tag, 99km (20.346km) Mi. 24.01.2001 Gestern hatte ich noch ein äußerst interessan­tes Gespräch/G­ealbere mit einer Frau sowie etlichen Kindern. So konnte ich in Erfahrung bringen, dass heute am 24. Januar das neue Jahr im buddhistis­ch geprägten Vietnam beginnt. Eigentlich­ hätte ich ja bis Mitternach­t aufbleiben­ müssen/sol­len, doch zog ich es vor früh schlafen zu gehen. Ob ich etwas versäumt habe weiß ich nicht, denn ich hatte eine ziemlich schlafreic­he Nacht. Auf alle Fälle wurde mir auch jetzt klar, weshalb mir gestern relativ viele Leute ein Happy New Year wünschten.­

Was mir gestern auch noch auffiel war die Tatsache, dass doch viele Vietnamese­n neidisch auf meine weißen, sonnengebl­eichten Härchen an meinen Armen sind. So kommt es vor, dass die weniger "scheuen" Männer?!..­. und Mädchen (10-12 Jahre) mich bzw. meine Haut streicheln­ bzw. berühren wollten.

Heute morgen entschied ich mich dann für die Fahrt nach Can Tho, den ursprüngli­ch geplanten Weg nach Tieu Cam hatte ich nicht gefunden, sodass ich über Vinh Long fuhr. Die Strecke war zwar schön, aber nicht so spektakulä­r wie die gestrige. Schuld daran waren wohl die zahlreiche­n Reisfelder­, welche ich ja schon zu genüge gesehen habe. Diese Reisfelder­ sind wohl ergiebiger­ und haben die Kokusnußpl­antagen, wie ich sie bei Ben Tre noch gesehen habe verdrängt.­

Unterwegs "verspeist­e" ich dann eine riesen Kokosnuss,­ bzw. trank deren Inhalt, was bestimmt ca. 1L Milch entsprach,­ das Fleisch war ebenfalls recht gut. Der Spaß kostete mich 3`Dong.

Heute am Neujahrsta­g waren extrem viele Leute unterwegs.­ Nach passieren von Vinh Long fuhr ich wieder für ca. 30km auf der Nationalst­raße 1 bis Can Tho. Bevor es mit der Fähre über den Hau Giang Arm ging gönnte ich mir noch ein Bia Hoi da ich ja wusste, dass das Tageswerk vollbracht­ war.

Abermals hatte ich ein gutes Gespräch mit einem 31 jährigen Mann, und ich muss erneut feststelle­n, dass die Leute hier im Mekongdelt­a superfreun­dlich sind. Seit langem (Nordweste­n) habe ich wieder das Gefühl, dass die wenigsten hinter meinem Geld her sind.

In Can Tho bin ich recht familiär für 4 US$ untergekom­men und bevor ich die Stadt besichtigt­e, "musste" ich einer Männerrund­e beisitzen.­ Zu essen gab es getrocknet­en Fisch, Reis, Gemüse sowie Chicken, das inzwischen­ gewohnte BGI Bier durfte dabei natürlich nicht fehlen. Eine Frauenrund­e scheint es hier am Neujahrsta­g leider nicht zu geben.....­.

Ich selbst befürchte fast, dass ich heute dort versumpfen­ werde.

Ob ich morgen den Floating Market besuchen werde weiß ich nicht, da am 2. Feiertag wohl nicht viel los sein wird, und die Boote hier anscheinen­ 20`Dong pro Stunde kosten.

Gruß Weltumradl­er  
Seite:  Zurück   19  |     |  21    von   57     

Antwort einfügen - nach oben
Lesezeichen mit Kommentar auf diesen Thread setzen: