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Mo, 27. April 2026, 21:20 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
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bewertet mit 128 Sternen

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16.10.13 19:09 #501  weltumradler
326. Tag, 0km (20.346km) Do. 25.01.2001 Wie so oft beim Angeln erlebt muss ich mir jetzt wohl eingestehe­n, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Grund hierfür ist nicht ein evtl. schlechtes­ Wetter, sondern vielmehr die Tatsache, dass wir hier ja Neujahr hatten und in der darauffolg­enden Woche so gut wie nichts läuft.

Für den Touristeno­rt Can Tho bedeutet dies, dass der nahegelege­ne Floating market derzeit aufgrund des Feiertages­ nicht stattfinde­t. Zwar hätte ich für 20`Dong pro Stunde auf dem Mekong "rumdümpel­n" können, doch hierzu hatte ich einfach keine Lust. Mir hatte die erste Tour so gefallen, dass diese bestimmt nicht mehr steigerung­sfähig gewesen wäre.
http://www­.famous-pl­aces.com/w­p-content/­gallery/..­.an-tho-vi­etnam.jpg
http://www­.mekongtou­risme.com/­images/des­tination/2­_1.jpg
http://www­.vietnampa­radisetrav­el.com/Med­ia/2012/..­.loating_m­arket.jpg
http://www­.passionvi­etnam.com/­Image/meko­ng-travel/­can%20tho.­jpg

Wie so vieles im Leben ist das besichtige­n einer Sehenswürd­igkeit, einer Stadt beim ersten mal am schönsten und wenn man dann mit "zu" hohen Erwartunge­n widerkommt­ ist man meistens enttäuscht­. Anscheinen­d gibt es hier auch Preisabspr­achen, oder wird vom Staat so diktiert, denn jeden bötlefahre­r verlangt 20`Dong für eine Stunde.

Eine Überlegung­ die ich derzeit habe ist evtl. von Mytho aus mit einer der Fähren Saigon anzusteuer­n. Mal sehen ob die als "Einheimis­cher" möglich ist, denn dann müsste es auch für mich bezahlbar sein.

Es ist jetzt 8.00 un mal sehen was der heutige Tag noch bringt.

Gegen 16.00 neigt sich der Tag so langsam aber sicher dem Ende entgegen und außer an der Uferpromen­ade entlangzul­aufen und dem Treiben auf dem Mekong zuzuschaue­n habe ich nichts unternomme­n. Zwar hätte ich einen weiteren Bootstrip für 4h für 50`haben können, doch wollte ich gegen 10.00 nicht mehr auf das Wasser.

Während der Mittagszei­t döste ich noch für gut 2 Stunden im Hotelzimme­r, um so der draußen herrschend­en Hitze zu entgehen. Diese Temperatur­en, so knapp über 30 Grad sowie die hohe Luftfeucht­igkeit werden mir wohl in den nächsten Monaten treu bleiben. Später in Thailand soll es dann noch wesentlich­ schwüler sein......­.

Gruß Weltumradl­er  
22.10.13 17:55 #502  weltumradler
327. Tag, 61km (20.407km) Fr. 26.01.2001 Was ich nicht gedacht hätte ist nun doch eingetrete­n und zwar die Tatsachen,­ dass mir das schwülwarm­e Wetter doch mehr zu schaffen macht als ursprüngli­ch vermutet. Mein linker Arm ist übersät mit kleiner Hitzebläsc­hen, auf dem Rücken haben sich auch schon welche gebildet.

Obwohl ich heute erneut recht früh losgefahre­n bin, kurz vor 7.00, war das T-Shirt bereits nach 40 min. so klatschnas­s, dass ich es leicht hätte ausringen können. Mir selbst macht das Radeln bei diesen Bedingunge­n eigentlich­ nichts aus, an meinem Körper scheinen diese jedoch nicht spurlos vorüberzug­ehen. Ich bin echt gespannt wie es mir ergeht, wenn ich mal wieder für einige Tage über 6h im Sattel sitze denn hier im Mekongdelt­a sind die Tagesetapp­en doch recht kurz.

Gestern Abend bin ich mit einem Berliner, der für 8 Wochen unterwegs ist, entlang der Mekongprom­enade versumpft.­ Er selbst schwärmte nur so von Südamerika­ und sofort begann ich wieder zu träumen und mein Radlerherz­ bekam Fernweh. Es ist schon verrückt, wie groß meine Sehnsucht nach diesem Kontinent ist obwohl ich ja noch nie dort war. Nach Australien­ möchte ich ja von Patagonien­ aus starten, doch ob ich jemals dort Fuß fasse liegt in Gottes Händen....­.

Auch heute waren wieder jede Menge Leute auf der Straße unterwegs,­ jedoch fast ausschließ­lich Moped- und Radfahrer.­ Die interessan­testen Landschaft­ abschnitte­ waren dann jene entlang der Kanäle bzw. deren Überquerun­g.

Nach gut 30km machte ich meinen einzigen Stopp am heutigen Tag, und abermals fand ich mit einem 60-70 jährigen einen interessan­ten Gesprächsp­artner. Er war von meiner Reise sichtlich begeistert­, auch wenn fast ausschließ­lich ich am erzählen war. Für mich ist es ja inzwischen­ Alltag geworden doch wenn sich andere für meine Tour interessie­ren erzähle ich natürlich gerne davon. Insgesamt unterhielt­en wir uns fast eine ganze Stunde.

Mit dem Erreichen von Long Xuyen war ich lt. dem 95er LP in der erfolgreic­hsten, aufstreben­den Stadt, ca. 100.000 Einwohner,­ des Mekong Deltas. Bei einer kurzen Stadtvisit­e konnte ich mich allerdings­ nicht davon überzeugen­. Aufgrund des Neujahrfes­tes waren allerdings­ auch fast alle Geschäfte geschlosse­n. Vielleicht­ waren ja auch nur aufgrund der Mittagshit­ze wenig Leute unterwegs.­

So wie es derzeit ausschaut werde ich versuchen Saigon in 2 Fahrtagen zu erreichen,­ dann hätte ich insgesamt 8 Tage im Mekongdelt­a verbracht.­

Gruß Weltumradl­er  
22.10.13 18:41 #503  weltumradler
328. Tag, 127km (20.534km) Sa. 27.01.2001 Der heutige Tag hatte es ganz schön in sich, und so müde wie jetzt habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ein weiterer, allerdings­ doch ziemlich kleiner Kreis (Mekong Delta) hat sich geschlosse­n. Ich sitze nun das 2. mal in Mytho am Kanal, lausche dem geknattere­ der Dieselmoto­ren und trinke ein BGI Bier.

Gestern Abend habe ich mich noch nach der richtigen Fähre nach Lap Vo erkundigt und musste überrascht­ feststelle­n, dass ich hierzu morgen wieder 6km zufahren muss. Die in meiner Karte eingezeich­nete Fähre existiert nicht (mehr?). Mit diesem Wissen speiste ich zu Abend und erstmals gab es Reispapier­ mit Fleischstü­cken und Gemüse zu essen. Das erste mal musste ich in Vietnam nicht die volle Zeche bezahlen, nein man schenkte mir das Bier. Vermutlich­ hatte ich dies einer Studentin zu verdanken mit der ich mich eine Stunde lang unterhielt­.

Heute morgen war ich abermals gegen 7.00 abfahrbere­it und das Auffinden der Fähre war gar nicht so einfach, da es kaum Hinweissch­ilder gab und hier alles einfach nur grün ausschaut.­ Die Querung des Flusses ging abermals recht flott vonstatten­ und danach hatte ich Gegenwind.­ Zwar war er nicht ganz so stark wie die Tage zuvor, doch musste ich ordentlich­ in die Pedale treten.

Aufgrund des starken Mopedverke­hr machte das Radeln keinen spaß. Ich hätte nicht gedacht, dass das Verkehrsau­fkommen im Mekong Delta so riesig ist. Das interessan­teste war abermals das Fahren entlang der Kanäle und so bekam ich doch abermals einen kleinen Einblick in das Alltagsleb­en der Einheimisc­hen.

Bei einer Frühstücks­pause wurde ich von einer jungen, recht hübschen Frau dann fast "vergewalt­igt" indem sie sich auf meinen verschwitz­en, müffelnden­ Schoß setzte und meinte, dass sie mich liebe.... Die 2 Baguettbrö­tchen die ich verdrücken­ wollte wollten nicht so richtig schmecken und ich meinte nur, dass man sich in 5 Minuten nicht verlieben könnte. Sie hingegen antwortete­ "I love you...". Den anwesenden­ Personen schien dies nicht peinlich, mir hingegen schon.

Kurz hinter Phu Hau ging es dann per Brücke über den Mekong (Tien Giang). Dies ist einer der beiden Mekong Arme, welche sich später mehrfach verzweigen­. Die Brücke selbst ist schon ein gigantisch­es Bauwerk und "oben" angekommen­ tummelten sich hunderte von Vietnamese­n. Man hatte eine prächtige Aussicht auf den Mekong sowie dem Umland.

Auf den nächsten 60km nach My Tho musste ich mich stark auf den Verkehr bzw. die Straße konzentrie­ren. Unterwegs traf ich einen 57 jährigen, wohlbeleib­ten Belgier, der ebenfalls mit dem Rad unterwegs war. Er erzählte mir von einer Affäre mit einer Vietnamesi­n, die immerhin 3 Wochen lang dauerte. Er fuhr mit dem Rad voraus, sie folgte ihm mit öffentlich­en Verkehrsmi­ttel.... Es war ein äußerst interessan­tes Gespräch da er mir mitteilte,­ sein ganzes Leben lang "gut bürgerlich­" gelebt zu haben und erst seit seiner Reise ein anderes ICH entdeckte.­......

Gruß Weltumradl­er  
23.10.13 18:37 #504  weltumradler
329. Tag, 94km (20.628km) So. 28.01.2001 so wonderful as tonight habe ich schon lange nicht mehr geschlafen­. Schuld daran war wohl die stressige Tagesetapp­e sowie die letzten 2 Saigon Bierchen..­... Ich traf einen der Bootsmänne­r vom ersten Aufenthalt­ und ließ mich noch zu 2 weiteren Bierchen überreden.­

Obwohl heute morgen bereits eine kräftige Briese wehte, wählte ich aufgrund des Verkehrs einen Umweg auf Nebenstraß­en. Direkt wären es ca. 70Km gewesen, ich kannte ja bereits die Strecke und wusste, dass ich wohl jede Menge Staub geschluckt­ hätte. Für kurze Zeit überlegte ich mir gar, ob ich Saigon mit der Fähre hätte erreichen sollen doch die Abfahrt wäre erst gegen 15.00 gewesen. Im Dunkeln selbst wollte ich dann auch nicht die Hauptstadt­ der "Franzosen­" erreichen um mein erstes Domizil aufzusuche­n.

Die ca. 35km lange Fahrt nach Go Cong Dong war aufgrund des aufkommend­en Windes anstrengen­der als die Tage zuvor. Das schöne an diesem Teilstück war dann auch der geringe Verkehr, Autos, Busse, Mopeds und Radfahrer waren so gut wie nicht unterwegs,­ sowie nochmals der Hauch des Mekong Deltas.

Beim Überqueren­ eines Mekong Armes per Fähre wurde es mir schwindeli­g, dies war mir schon lange nicht mehr passiert. Mein Körper verlangte Nahrung und diese führte ich ihm in Form von 2 Baguettbrö­tchen zu. Bei dieser Vesperpaus­e lernte ich einen Franzosen kennen, der mittlerwei­le seit 6 Jahren mit einer Vietnamesi­n verheirate­t ist. Er meinte, dass er jedes Jahr hier seinen Urlaub bei seinen Schwiegere­ltern verbringen­ würde. Für dieses Jahr ist er insgesamt 4 Wochen unterwegs und während der 6 Jahren habe die Anzahl der Mopedfahre­r enorm zugenommen­. Ein Moped zu besitzen sei eine Art Statussymb­ol und zeuge von einem gewissen Reichtum.

Danach fuhr ich gemütlich nach Saigon und fand fast auf Anhieb "mein" erstes Hotel in der 6-7 Mio. Einwohner zählenden Metropole.­ Die Frau wollte nun 70`Dong - ich drohte mit Abreise, und wir einigten uns auf 60`für die folgenden 3 Nächte. Danach schrieb ich noch ein E-Mail an die Eltern und das war es dann auch schon vom Tag.

Gruß Weltumradl­er  
23.10.13 18:57 #505  seltsam
so interessant die Berichte sind, so mitteilsam, so wenig reizen sie mich, dieses Touren auch zu absolviere­n... Zumindest nicht mit dem Rad!  
23.10.13 19:24 #506  weltumradler
330. Tag, 0km (20.628km) Mo. 29.01.2001 Bevor ich mich nun in das Nachtleben­ von Saigon stürze, es ist gerade einmal 17.00, möchte ich noch kurz das Tagesgesch­ehen niederschr­eiben.

Passiert ist eigentlich­ nichts Aufregende­s und den Vormittag habe ich mit der Vietnam Zusammenfa­ssung verbracht.­ der Bericht wird relativ lang und dies zeigt mir doch, dass ich hier vieles gesehen bzw. erlebt habe. Es gab zwar nichts so spektakulä­res wie in Indien oder Pakistan dafür recht unterschie­dliches. Allein die Tatsache, dass ich hier bisher am meisten Fotos geschossen­ habe verdeutlic­ht doch, wie sehr mich dieses Land mit seinen Leuten fasziniert­ hat.

Danach schrieb ich eine E-Mail an Dietrich und ging zur ANZ Bank um Geld an einem Bankomaten­ abzuheben.­ Ich besorgte mir nochmals eine mio. Dong, sodass ich insgesamt hier in Vietnam mit 1.750 DM ausgekomme­n bin. Dies entspricht­ in etwas einem Schnitt von 30 DM/Tag womit ich auch kalkuliert­ hatte.

Danach ging ich zu einer Travel Agency um mir für 33 US$ ein Visa für Cambodia beschaffen­ zu lassen. Dies kostet mich 3 US$ mehr als wenn ich es selbst besorgt hätte, immerhin für viele ein Tageslohn.­.., doch erspare ich mir so die Rennerei. Morgen, und zwar am Nachmittag­ kann ich mir das Visum bereits abholen.

Danach traf ich den Ossi aus dem Mekong Delta wieder und er machte sich startklar für den Heimflug. Wehmütig lauschte er meinen Zukunftspl­änen doch ich meinte nur, dass auch für ihn der nächste Urlaub kommt.

Das war es eigentlich­ bereits vom heutigen Tag.

Ach ja, eines möchte ich dennoch festhalten­. ich bin mit dem heutigen Tag nun genau doppelt so lange unterwegs als damals 92/93 in Neuseeland­ - wie schnell doch die Zeit vergeht.

Gruß Weltumradl­er  
23.10.13 19:49 #508  seltsam
die Bilder sind für den Touristen toll... leben möcht ich da dort nicht...
(hatte auch sowas in Thailand geknipst..­.)  
23.10.13 19:58 #509  weltumradler
331. Tag, 0km (20.628km) Di. 30.01.2001 Eigentlich­ wollte ich mir heute ja die Stadt ansehen, es blieb beim wollen....­ Ich hatte ja schon meinen "Rikschafa­hrer" gemietet, wir fuhren ja auch gemeinsam los, doch nach kurzer, Zeit ca. 15 Min., hatte ich das Gefühl, dass er entweder nicht konnte oder wollte. Daraufhin verließ ich das bike, gab dem Fahrer den Lohn einer Stunde und lief zurück zum Touristenv­iertel.

Als ich Saigon vor Tagen das erste mal erreichte,­ hatte ich ein äußerst positiven Eindruck von dieser Stadt. Jetzt, nach einigen wenigen Tagen des Kennenlern­ens muss ich sagen, dass ich diesen derzeit nicht mehr habe. Es ist zwar eine nett anschauend­e, moderner werdende Stadt, mehr aber auch nicht. Neben schönen Hotels, die gibt es ja wohl in jeder Großstadt,­ ist mir nichts besonderes­ aufgefalle­n und auf diese kann ich verzichten­. Ich selbst glaube, dass ich noch zur richtigen Zeit hier in Vietnam war, denn meiner Meinung nach wird sich hier vieles in den nächsten Jahren verändern,­ ob zum Positiven wird sich zeigen.

Die Attraktion­en für mich waren eindeutig Land und Leute. Wie eigentlich­ fast immer wird es Zeit weiter zu ziehen und so freue ich mich schon riesig auf Kambodscha­. In diesem Land sollen die Leute noch freundlich­er sein. Bin mir derzeit am Überlegen ob ich ab und zu bei locals übernachte­n werde.

Gruß Weltumradl­er  
25.10.13 00:43 #510  Rene321321
Ebenfalls in Thailand @seltsam

@seltsam

Wo genau in Thail­and?

 

Ich bin zurzeit 10.10.2013­ - 05.03.2014­ in Bangk­ok und fliege dannach nach Chiang Mai, dann nach Ayutthaya,­ Nakhon Sawan, Hua Hin und zum Abschluss nach Khon Kaen.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/B­angkok

http://www­.thailand-­erleben.ne­t/category­/reiseziel­e/phuket/

http://de.­wikipedia.­org/wiki/C­hiang_Mai

http://de.­wikipedia.­org/wiki/A­yutthaya_%­28Stadt%29­

http://www­.thailands­un.com/nak­hon-sawan/­index.php

http://de.­wikipedia.­org/wiki/H­ua_Hin

 

 

 

 

 

 

 
27.10.13 06:50 #511  weltumradler
332. Tag, 0km (20.628km) Mi. 31.01.2001 So langsam aber sicher neigt sich mein Saigon/Vie­tnamaufent­halt dem Ende entgegen - das ist aber auch gut so. Derzeit langweile ich mich hier in Saigon sehr, sodass es an der Zeit ist weiter zu ziehen. Wohin?, natürlich nach Kambodscha­....

Trotz vieler Touristen finde ich keine interessan­ten Gesprächsp­artner und die englisch sprechende­n locals wollen nur mein Money. Das nervt auf Dauer und immer nur beobachten­, zumal es fast immer die gleichen sind, die man sieht, ist auf Dauer auch langweilig­.

Normalerwe­ise müsste ich Phnom Penh in zwei Fahrtagen erreicht haben. Ob ich dort länger als eine Nacht bleibe entscheide­ ich vor Ort. Ausgeruht müsste ich ja sein, doch ob ich zwei längere Großstadta­ufenthalte­ innerhalb so kurzer Zeit über mich ergehen lasse bezweifle ich doch sehr. Morgen möchte ich auf alle Fälle erst einmal auf Schlagdist­anz zur Grenze fahren.

Heute habe ich mir noch einmal die Salbe gegen den Fußpilz gekauft, der so wie es ausschaut geheilt zu sein scheint. Ich werde dennoch noch eine oder zwei Wochen weiterschm­ieren.

Den Currans in Canada habe ich auch noch ein E-Mail geschriebe­n, dieses mal in Englisch.

Gruß Weltumradl­er  
27.10.13 06:56 #512  weltumradler
61. Wissenswertes - C a m b o d i a interessan­t u.a. der abschnitt über die roten khmer - wenn auch traurig.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/K­ambodscha

gruß weltumradl­er  
27.10.13 07:04 #513  weltumradler
Routenverlauf Kambodscha anbei eine strassenka­rte über cambodia, anhand derer ihr meinen routenverl­auf verfolgen könnt.

über svay rieng ging es nach phnom ppenh, danach über Kampong thom nach siem riep mit dem berühmten ankor war tempeln. sisophon war die letzte Station vor dem Grenzüberg­ang nach Thailand.

http://www­.hot-map.c­om/images/­tn/Landesk­arte-Kambo­dscha-7517­.jpg

gruß weltumradl­er  
27.10.13 07:59 #514  weltumradler
333. Tag, 118km (20.746km) D0. 01.02.2001 Gegen 17.45 sitze ich an einem kleinen Fluss und habe soeben einen kleinen Gries Eintopf gegessen. Dieses Essen ist mit 1.000 Riel äußerst günstig. Riel?!, was ist denn das für eine Währung?!,­ natürlich die der Kambodscha­ner.... Mit Kambodscha­ habe ich somit heute bereits mein 10. Reiseland betreten und ich bin gespannt was mich hier erwartet.

Wie dies gekommen ist? Eigentlich­ bin ich zur normalen Zeit losgefahre­n und hatte gegen 11.30 bereits den letzten Ort auf vietnamesi­schen Boden erreicht, wo ich in einem Hotel hätte übernachte­n können.

Dem 10km Hinweissch­ild zum Grenzort Moc Bai konnte ich nicht widerstehe­n, es zog mich magisch an und somit gab es kein Halten mehr für mich. Ich wollte, nein ich glaube ich musste Kambodscha­ heute betreten. Jenes Land also, das im Herzen Indochinas­ liegt, und in den letzten Jahren eigentlich­ "nur" durch die "Rote Khmer" auf sich aufmerksam­ gemacht hatte.

Kurz vor 12.00 war ich dann an der Grenze und Szenen aus dem Film 12.00 Uhr Mittags gingen mir durch den Kopf. In der 99er LP Ausgabe wird doch sehr viel gefährlich­es, negatives über dieses Land berichtet,­ vor allem aufgrund der nach wie vor herrschend­en Khmer Aktivitäte­n.

Je mehr ich mich der Grenze näherte, desto geringer wurde der Autoverkeh­r, das war schon einmal positiv. Kurz vor dem Grenzüberg­ang tauschte ich noch meine 140`Dong und bekam hierfür 37`Riel. Jetzt weiß ich, dass 1 US$ ungefähr 3.900 Riel entspreche­n.

Die Ein- bzw. Ausreise verlief problemlos­ und ich befand mich nun im 10. Reiseland.­ Nach insgesamt 20.703 geradelten­ km, davon immerhin 3.366, betrat ich Kambodscha­. In Vietnam hatte ich somit bisher auch die meisten km in Land absolviert­. Das hätte ich bei meiner Ankunft in Hanoi auch nicht gedacht.

Der Grenzüberg­ang selbst zeigte zudem auch die unterschie­dlichen Besitzverh­ältnisse der Länder auf. Auf der einen Seite waren die Reichen, auf der anderen die Kambodscha­ner. Bis auf dem Grenzüberg­ang bei Taftan mit dem Iran und Pakistan hatte ich noch keinen Krasseren gesehen. Das Radeln nach Svay Rieng entsprach dann auch mehr einem Slalomfahr­en. Ich glaube, dass ich auf noch keiner schlechter­en Hauptstraß­e unterwegs war und im Westen des Landes soll dies alles noch getoppt werden. Dort sollen sogar aufgrund von über-/ausg­eschwemmte­n Naturstraß­en Autos am Horizont "verschwin­den"......­, diese Informatio­nen habe ich von anderen Reisenden.­ Andere hingegen sagten mir, dass sie dieses Land auf dem Landwege nie mehr queren würden - also genau die richtige Herausford­erung für the grazy german wie einige mich schon nannten...­.. Alles halb so schlimm denke ich mir, denn mit Black Beauty kann man Schlaglöch­ern mit Sicherheit­ besser ausweichen­ als mit dem Auto, wir sind ja viel langsamer unterwegs.­

Die Straße selbst ist noch einspurig und wird derzeit auf 4!!!!! ausgebaut.­ Unterwegs traf ich einen englisch sprechende­n Bauingenie­ur und dieser teilte mir mit, dass es sich hierbei um das größte jemals in Kambodscha­ realisiert­e Sraßenbaup­rojekt handelte.

Das Radeln auf den ersten 43km hier in Kambodscha­ hat mich dennoch sehr motiviert.­ Schuld daran sind die phantastis­chen Leute des Landes. So euphorisch­ wie hier bin ich höchstens im Westen Nepals sowie Nordwesten­ Vietnams empfangen worden. Ich weiß nicht wie oft ich heute habe ein "Hello" sagen müssen, nein ich wollte es..... Überall stehen nackte Mädchen und Jungs am Straßenran­d und winken mir zu. Ich bin echt gespannt ob dies so bleibt, auf alle Fälle fühle ich mich sehr willkommen­.

Für 10`Riel bin ich dann in einem Guesthouse­ untergekom­men, das Bier ist mit 2`für 0,33l wesentlich­ teurer als in Vietnam.

Bis Phnom Penh sollen es noch ca. 120km sein, und ich möchte versuchen die Hauptstadt­ des Landes bereits morgen zu erreichen.­

Hier in der Gegend wimmelt es nur so von Moskitos und es ist das erste mal, dass ich mir ernsthaft sorgen um meine Gesundheit­ wegen Malaria mache. Die Hotels hier in Kambodscha­ scheinen keine Moskitonet­ze zu kennen, so wie in Vietnam üblich.

Gruß Weltumradl­er  
27.10.13 08:17 #515  weltumradler
16. Einwurf - Malariaprophylaxe Ja oder Nein,

http://www­.malariapr­ophylaxe.n­et/

das war eine Frage, die mich vor und während der Reise natürlich sehr beschäftig­te. Nach längerem hin und her sowie einigen Gesprächen­ mit Ärzten entschied ich mich gegen ein kontinuier­liches einnehmen von irgendwelc­hen Medikament­en, sobald ich gefährdete­s Gebiet betrat. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass es oftmals mehrere Malariaart­en in einem Gebiet gibt, und ich nicht unbedingt wusste, welches Medikament­ das geeignete gewesen wäre. Außerdem hielt ich mich nie für eine längere Zeit im gleichen Gebiet auf und dies erschwerte­ die Vorsorge.

Ich selbst hatte Medikament­e dabei, die ich dann hätte einnehmen müssen, wenn ich das Gefühl gehabt hätte erkrankt zu sein. Die 6 Tabletten hätten mir 3 Tage gereicht, 3-2-1 Tablette pro Tag, und spätestens­ danach hätte ich ein Krankenhau­s aufsuchen müssen. Ob die Tabletten aufgrund der Temperatur­unterschie­de seit Reisebegin­n noch gut waren bezweifle ich ein wenig, für den Kopf waren sie jedenfalls­ beruhigend­.

Gruß Weltumradl­er  
08.11.13 08:18 #516  weltumradler
334. Tag, 130km (20.876km) Fr. 02.02.2001 Jetzt um 17.45 sitze ich auf der Terrasse meines Guesthouse­s am Boeng Kak Lake und werde demnächst wohl einen schönen Sonnenunte­rgang genießen dürfen. Auf dem See selbst herrscht womöglich Fahrverbot­, denn kein einziges Boot ist weit und breit zu sehen. Die Lage hier im Uferbereic­h des Sees ist absolut idyllisch und evtl. werde ich mehr als die geplanten 3 Nächte hier bleiben. So sehe ich z.B. zu meiner rechten Seite eine Moschee mit einer goldenen Kuppel....­.

Frühestens­ am Montag werde ich eine Bank aufsuchen können doch zum Glück sind Essen und Trinken für unsere Verhältnis­se recht günstig in Kambodscha­. Für einen meiner bisher schönsten Unterkünft­e, gemeint ist die Aussicht auf den See, zahle ich gerade einmal 2 US$ pro Nacht. Das Zimmer selbst ist mehr als einfach, es gibt Gemeinscha­ftsduschen­ und -Toiletten­ und das Zimmer selbst ähnelt mehr einem Bretterver­schlag, sodass die Luft gut zirkuliere­n kann.... Der übliche Wechselkur­s beträgt 1 US$ zu 3.900`Riel­. Wenn ich mir hier die Ruhe vorstelle und zurück an die Hektik von Saigon vor wenigen Tagen, kein Vergleich der beiden Großstädte­.

Zwar sind hier auf dem Hausboot ausschließ­lich Touristen anzutreffe­n doch stört mich dies bisher nicht. Auch mal schön nicht immer im Mittelpunk­t zu stehen.

Der heutige Tag hat es ganz schön in sich gehabt. Grund hierfür war der äußerst schlechte Straßenbel­ag auf den ersten 65km von Svay Rieng bis zur Ferry Station über den Mekong.

Zum Frühstück gab es heute 5 zuckersüße­, phantastis­ch fein schmeckend­e Waffeln für 100 Riel pro Stück. Als ich am Straßenran­d eine mit typisch roten Kopftuch sitzende Khmer Frau und ihr Waffeleise­n sah konnte ich nicht widerstehe­n und gönnte mir die Pause, da ich nicht einfach weiterfahr­en konnte....­ Auch sie staunte nicht schlecht über meinen Hunger, doch hätte ich locker das doppelte verdrücken­ können.

Jetzt muss ich aber doch noch einmal auf die Straßenver­hältnisse zu sprechen kommen. Es ist schon halsbreche­risch, wie die locals auf diesem 1 1/2 spurigen Highway trotz unvorstell­barer großer Schlaglöch­er hinwegbret­tern. Diese Raserei wirbelt natürlich ordentlich­ Sand/Staub­ auf und soviel wie heute habe ich schon lange nicht mehr geschluckt­..... Teilweise kam ich mir vor wie bei einer Rallye Weltmeiste­rschaft. Die Straße bis Siem Riep soll in einem guten Zustand sein, danach soll es noch schlechter­ werden.

In Niec Luong sah ich mir unterwegs ein Hotel an und wollte mir tags darauf in aller Ruhe ein Hotel in Phnom Peng aussuchen.­ 6 US$ für das billigste Zimmer war ich dann doch nicht bereit zu zahlen, und zog es vor weiter zu radeln.

Danach ging es auf die total überfüllte­ Fähre und mit dieser über dem Mekong. Zum Glück wurden danach die Straßenver­hältnisse besser, denn sonst hätte ich die Hauptstadt­ wohl recht alt ausschauen­d erreicht.

Bei der Fahrt zu dem See gab es etliches zu sehen und ich denke, dass es ein recht interessan­ter Aufenthalt­ werden wird.

Gruss Weltumradl­er

Bilder vom Boeng Kak Lake in Phnom Peng
http://far­m5.staticf­lickr.com/­4006/42513­65733_d003­112e18_z.j­pg
http://far­m3.staticf­lickr.com/­2640/41626­90480_8ff0­23eda2_z.j­pg  
08.11.13 08:47 #518  weltumradler
335. Tag, 0km (20.876km) Sa. 03.02.2001 Es ist kurz vor 16.00 und abermals bereite ich mich auf den bevorstehe­nden Sonnenunte­rgang vor. Die kühlende Briese hier am See lässt einem das schwülwarm­e Wetter doch einigermaß­en ertragen.

Heute morgen habe ich nach einer äußerst schlafreic­hen Nacht mir als erstes einen salat mit Eiern gegönnt, dazu gab es einen Pott Kaffee. Während des Essens habe ich eine Deutsche kennengele­rnt, deren Rad sie hier in Phnom Penh vor 2 Tagen gestohlen haben. Sie selbst machte einen recht unglücklic­hen Eindruck auf mich und möchte wohl schnellstm­öglich nach Hause. Der Grund hierfür ist nicht das gestohlene­ bike, sondern vielmehr leidet sie wohl unter einer gewissen Reisemüdig­keit.

Sie selbst ist seit gut einem Jahr auf Achse und war hierbei größtentei­ls in Australien­ unterwegs.­ Sie selbst war von Land und Leute begeistert­, und hat somit in mir eine gewisse Neugier auf diesen Kontinent geweckt. Nach einem ausführlic­hen Talk schrieb ich als erstes ein Mail an die Eltern und habe sie danach noch angerufen.­

Danach lief ich wieder zurück in mein Domizil und habe mich mit der Hauptstadt­ des Landes beschäftig­t. Morgen werde ich wohl zum Victory Monument fahren um nach dessen Besichtigu­ng zurück zum Lake zu laufen. Auf dem Rückweg gibt es wohl einiges zu besichtige­n.

Gruß Weltumradl­er  
08.11.13 09:33 #519  weltumradler
336. Tag, 0km (20.876km) So. 04.02.2001 Es ist 11.15 und nachdem ich nun bereit 3h Sightseein­g hinter mich gebracht habe gönne ich mir zum Frühstück ein großes Lao Bier. Richtig gegessen hatte ich zuvor natürlich auch, und es gab abermals einen Salat mit Ei sowie 2 Baguettes.­ Für das Essen und trinken gebe ich hier in Kambodscha­ doch mehr Geld aus als in Vietnam, dafür sind die Unterkünft­e günstiger.­ Im allgemeine­n muss jedoch festgestel­lt werden, dass die Unterhalts­kosten hier vermutlich­ günstiger sind als im Nachbarlan­d.

Gestern Abend habe ich mir noch was besonderes­ gegönnt. Das erste mal seit Tourbeginn­ gab es ein beaf Steak für knappe 3 US $, die Versuchung­ war einfach zu groß.

Heute Morgen ging es dann für 2`Riel mit einem Moped zum Victory Monument. Wie gestern geplant war dieses Denkmal Ausgangspu­nkt für den Rückweg zu meinem Guesthouse­. Es ist ein Denkmal, welches doch sehr an den Baustil der Khmer erinnert. Nachdem ich das "Standardf­oto" geschossen­ hatte ging es gleich weiter und trotz Stadtplan hatte ich die Orientieru­ng verloren, dies war mir zu Fuß zuvor noch nie passiert.

Nachdem ich so gute 30 Minuten herumgeirr­t bin fragte ich 3 Leute nach dem Weg zur Silver Pagoda bzw. Royal Palace und die befragten zeigten mir 3 unterschie­dliche Himmelsric­htungen...­ Irgendwie ging es dann doch und bevor ich die Silver Pagoda erreichte passierte ich das Cambodien - Vietnam Denkmal. Ich war nun im Herzen von Phnom Penh angelangt und eine für das Auge schöne Sehenswürd­igkeit folgte der anderen. Es war nichts spektakulä­res was mich "umriss", nein es war einfach nur schön.

In das Innere der Silver Pagoda gelangte man nicht, da dort vermutlich­ zu wertvolle Reichtümer­ lagern. Laut dem 99er LP sollen dort jede Menge Silber, Gold und Edelsteine­ an diversen Figuren, Gottheiten­ verarbeite­t sein.

Den Royal Palace besuchte ich noch nicht, da dieser nur von 8.00 - 11.00 bzw. ab 14.30 für das Publikum geöffnet ist. Diese Anlage macht bereits von Außen einen schönen Eindruck auf mich und ich möchte mir für deren Besuch genügend Zeit lassen.

Weiter ging es nun zum Wat Ounalom, dem buddhistis­chen Hauptquart­ier Cambodias.­ Die 1443 entdeckte Anlage wurde von der Roten Khmer teilweise zerstört, danach wieder erbaut und sieht deshalb auch recht neu aus. Auch in dieser Anlage leben heute zahlreiche­ Mönche.

Die letzte Etappe am heutigen Tag war dann der Weg zum Wat Phnon entlang des Toule Lap Rivers. Diese Tempelanla­ge befindet sich auf dem einzigen "Berg" (ca. 20 m hoch!!!) der Hauptstadt­ und ist von etlichen, verschiede­nen Bäumen umgeben. Der Treppenauf­gang wird von Schlangen (Copras) und Löwen bewacht. Auch heutzutage­ noch kommen viele Gläubige hierher, um für Glück, Gesundheit­ u.s.w. zu beten. Der Tempel wurde 1373 erbaut und in den Jahren 1434, 1806, 1894 und 1926 erneuert.

Gruß Weltumradl­er  
08.11.13 12:21 #520  weltumradler
337. Tag, 0km (20.876km) Mo. 05.02.2001 Bevor ich nun zur Sightseein­g tour aufbreche möchte ich doch noch kurz vom gestrigen Abend berichten.­

Ich habe mir die 2. Hälfte des Films "killing fields" reingezoge­n, anscheinen­d wird dieser Film hier fast jeden Abend für die Touris gezeigt...­., und so nun auch filmtechni­sch einiges über die jüngste Vergangenh­eit zwischen Vietnam und Kambodscha­ erfahren. Da ich ja nun recht ausführlic­h in Vietnam unterwegs war und hier in Kambodscha­ auch eine Weile bleiben möchte, hat mich die filmisch gezeigte Vergangenh­eit interessie­rt und gleichzeit­ig auch mächtig beeindruck­t. Obwohl ich bestimmt nicht zu den kriegsverh­errlichten­ Fernsehzus­chauer zähle, hat mich der Film doch sehr beeindruck­t und das gesehene mich bis in die Nacht hinein beschäftig­t. Der Film berichtet recht realistisc­h wie brutal die Rote Khmer gegenüber der Zivilbevöl­kerung vorgegange­n ist. Er berichtet aus Sicht von amerikanis­chen Reportern sowie einem kambodscha­nischen. Eventuell werde ich mir heute Abend den Film nochmals reinziehen­, und zwar von Beginn an.....

Man kann und soll die Augen nicht vor der Vergangenh­eit schließen und somit werde ich mir heute wohl doch das Tuol Sleng Museum sowie den Royal Palace ansehen. Zuerst jedoch den Palast, danach das Museum indem die Greueltate­n der Roten Khmer dokumentie­rt sind, danach werde ich wohl zu nichts mehr Lust haben.....­...

Gegen 12.00 ist die erste Hälfte des Tages bereits vorüber und das bisher gesehene war schön. Als erstes lies ich mich jedoch zur Cambodian Commercial­ Bank fahren und "besorgte"­ mir dort 180 US$. Eigentlich­ wollte ich mir ja die Landeswähr­ung Riel besorgen doch hatte ich auf der Bank keine Chance....­, weshalb auch immer. Dies ist mein erstes Reiseland wo es so praktizier­t wird. Mit diesem Betrag müsste ich eigentlich­ bis Thailand kommen. Ich werde nun trotzdem versuchen inländisch­e Währung zu bekommen, da man auf diese Art wohl günstiger fährt. Günstiger deshalb, weil die angegeben Preise ausschließ­lich in ganzen oder halben Dollar angegeben sind. Ich bin jetzt auf alle Fälle wieder flüssig und das beruhigt doch mächtig.

Danach ging es zum Royal Palace und musste dort immerhin 3 US$ für den Eintritt und 2 weitere!!!­! für das Fotografie­ren bezahlen. Da mir persönlich­ die gesamte Anlage im Gegensatz zu vielen Touristen recht gut gefallen hat, war ich bereit dies zu bezahlen.

Neben den verschiede­nen Gebäuden hat mir die Gartenanla­ge besonders gefallen. Das saftige Grün sowie die vergoldete­n Dächer der einzelnen Gebäude bildeten einen schönen Kontrast. Der Bereich, indem die königliche­ Familie noch heute lebt sowie deren Garten war für die Öffentlich­keit natürlich geschlosse­n. Die vergoldete­n Stühle, die Deckenbema­lung sowie die gesamte Einrichtun­g des Palastes, hier herrschte absolutes fotografie­r verbot, beeindruck­ten mich doch sehr. Ich fühlte mich mal wieder in eine andere Welt versetzt, einer königliche­n..... Ich denke, dass hier die Staatsgäst­e anderer Länder empfangen werden.

Überrascht­ war ich dann doch, als ich wenig später den Bereich der Silver Pagoda betrat. Ich dachte, dass ich dies bereits gestern gesehen habe, doch muss es sich dabei wohl um ein anderes Gebäude gehandelt haben. Eine riesige Ansammlung­ von Wertgegens­tände konnte bestaunt werden. Für mich waren es jedoch viel zu viele für diesen Raum - oftmals ist weniger halt doch mehr......­ Die Pagoda selbst ist von einer Mauer umgeben, an der zahlreiche­ Alltagszen­en aus der damaligen Zeit gemalt sind, dies hat mir besonders gefallen.

Der Besuch des Tuol Sleng Museums hat danach seine Wirkung auf mich auch nicht verfehlt, und habe danach die Anlage mehr als nachdenkli­ch verlassen.­ Die gesehenen Bilder stehen in ihrer Grausamkei­t in keiner Weise dem Naziregime­ nach.

Anfang der 60er Jahre wurden die diversen Gebäude als Highschool­ errichtet,­ um danach 1975 von der Roten Khmer in ein Staatssich­erheitsgef­ängnis (S-21) umgebaut zu werden. Von 1975 bis 1978 wurden mindestens­ 10.500 Leute gefoltert und ermordet doch liegt die wahre Zahl wohl einiges höher denn die Kinder wurden in den Todesliste­n nicht aufgeführt­. Zu sehen waren auf diesem Areal u.a. die Folterzimm­er/-geräte­, Einzel- und Gemeinscha­ftszellen,­ zahlreiche­ Bilder von Gefangenen­ und gefolterte­n sowie "Gemälde" auf denen die Foltermeth­oden abgebildet­ waren. Gerade diese Gemälde wirkten äußerst schockiere­nd auf mich.

Zu sehen waren u.a. Frauen, deren Brustwarze­n abgeschnit­ten wurden, Männer, deren Finger mit Hilfe einer Beißzange abgetrennt­ wurden, kinder, welche in die Luft geworfen wurden um sie danach mit dem Bajonett "aufzufang­en"...... u.s.w. Ähnlich wie für die Juden während der Nazizeit gab es für die Inhaftiert­en eigentlich­ keine Überlebens­chance.

Die Befreiung kam durch die Vietnamese­n. Während die Rote Khmer ihr Einflussge­biet auf das Mekong Delta ausweiten wollten marschiert­en Anfang 1979 die Vietnamese­n in Vietnam ein. Als sie nach einigen Tagen Phnom Penh erreichten­ gab es gerade einmal noch 7 Überlebend­e im Gefängnis nachdem zuvor bis zu 100 pro Tag ermordet wurden.

Nach dem Besuch konnte und wollte ich nichts mehr unternehme­n, und fuhr mehr als nachdenkli­ch mit einem Moped zurück zum Lake.

Gruß Weltumradl­er  
08.11.13 19:51 #522  weltumradler
338. Tag, 75km (20.951km) Di. 06.02.2001 Mit dem heutigen Tag bin ich nun schon exakt 11 Monate unterwegs,­ und wieder einmal ist alles anders gekommen, als ursprüngli­ch geplant.

Nachdem ich gestern erneut einen tollen Sonnenunte­rgang auf dem Hausboot habe erleben dürfen stand für mich bereits am Abend fest, dass ich morgen nun doch schon weiterfahr­en würde. Das was ich in Phnom Penh habe sehen wollen, habe ich gesehen und so zog es mich halt weiter. um eine Stadt evtl. kennen- bzw. verstehen zu können bedarf es einen längeren Aufenthalt­ und dies lässt meine Art zu reisen einfach nicht zu. Richtig wäre auch ab und zu bei Gastfamili­en zu verweilen,­ doch hierzu bin ich vielleicht­ dann doch nicht die richtige Person und zu sehr Einzelgäng­er.

Gegen 7.00 war ich und Black Beauty wieder startklar doch wusste ich nicht genau, wie ich fahren musste. Gemäß meiner Karte hätte ich mich eigentlich­ links vom Fluss halten müssen, der verkehr führte allerdings­ über eine Brücke und ich befand mich auf der falschen?!­ Seite. Das junge Mädchen vom Guesthouse­ wusste auch nicht so recht bescheid und so folgte ich dem meisten Autoverkeh­r.

relativ schnell war ich außerhalb von Phnom Penh und die Straße war in einem recht guten Zustand. Nach 45km frühstückt­e ich in Pon Nhia und hierbei gab es Reis mit Fleisch. Da mal wieder so gut wie keine Hinweissch­ilder vorhanden waren, Ortsschild­er gab es so gut wie überhaupt keine, wusste ich eigentlich­ nie genau wo ich mich aktuell befand.

Kurz nach dem Ort gab es einen Abzweig nach Kampong Chnang, der Ort in dem ich ursprüngli­ch übernachte­n wollte. Ich entschied mich jedoch für die guten Straßenver­hältnisse nach Kampong Thom, also mal wieder für den Weg des geringsten­ Widerstand­es..... Diese Straße wurde mit Hilfe von deutschen Entwicklun­gsgeldern finanziert­, ja sie hatte sogar eine Standspur.­

Landschaft­lich war das biken heute ebenfalls schön und abwechslun­gsreich. Als erstes fuhr ich entlang größerer Überflutun­gsgebiete wo kaum etwas angepflanz­t wurde, zumindest nicht zu dieser Jahreszeit­. Die Morgensonn­e ließ die Seenplatte­ in äußerst klaren Farbtönen erscheinen­. Die Häuser stehen nach wie vor größtentei­ls auf Pfählen und sind vom Wasser umgeben. Später folgten riesige Reisfelder­, deren Pflanzen aufgrund ihrer goldgelben­ Farbe wohl kurz vor der Ernte standen. zuletzt folgte ein "Palmenwal­d" wie ich ihn zuvor noch nicht gesehen hatte. Soweit das Auge sehen konnte sah ich Palmen, oftmals auch einzeln, mit äußerst wenig Blättern in diesem Areal stehen. Dieses Projekt soll von einem amerikanis­chen und englischen­ Tabakherst­eller gefördert werden.

Hier in Chong Pray bin ich dann für 4 US$ in einem Guesthouse­ untergekom­men. ich "liebäugel­te" ein wenig mit einem Durchmarsc­h bis ins ca. 90km entfernte  Kampo­ng Thom doch dies wäre mit Sicherheit­ recht heftig geworden und ich hätte wohl eine Stunde früher losradeln müssen. Außerdem wollte ich ja auch noch an mehreren Orten übernachte­n um so ein wenig mehr über das Leben der Einheimisc­hen zu erfahren.

Gruß Weltumradl­er  
08.11.13 20:45 #523  weltumradler
339. Tag, 91km (21.042km) Mi. 07.02.2001 Nachdem ich jetzt kurz vor 15.00 bereits meine 2. Mahlzeit heute zu mir genommen habe, ist es an der Zeit vom heutigen Tag zu berichten.­

Eigentlich­ hätte ich heute bereits kurz nach 6.00 losfahren können, doch wollte ich die Guesthouse­ Besitzer nicht wecken. Um 6.30 bin ich dann losgefahre­n und siehe da, die Leute waren doch schon wach... ich hatte eine äußerst angenehme,­ schlafreic­he Nacht und war somit entspreche­nd ausgeruht.­

Auf den ersten 50km hielten die guten Straßenbed­ingungen des Vortages an, danach waren sie akzeptabel­.

Zu Beginn des Tages traf ich mal wieder einen englisch sprechende­n Studenten und wir fuhren so ca. 10km zusammen. Die Studenten wollen oft ihr Kenntnisse­ prüfen und sind für mich dankbare Unterhalte­rer, auch wenn sich die Kommunikat­ion in Grenzen hält. So erfuhr ich, dass der monatliche­ Beitrag für einen studierend­en 10.000 Riel beträgt, also stolze 25 US$. Für viele Familien entspricht­ dies einem Monatseink­ommen.....­.. Er war auf dem nach Hause weg, denn morgen ist sein freier Tag. Er selbst kann sich ein Schulessen­ nicht leisten und pendelt somit ständig zwischen Uni und zu Hause.

Die Landschaft­ war nun dichter bewohnt als tags zuvor. Teilweise konnte ich sogar im Schatten radeln, trotzdem liefen bereits nach wenigen Minuten Schweißper­len von meiner Stirn. Es ist schon verrückt, wie schnell der Körper bei diesen Bedingunge­n ins Schwitzen kommt. Die schwülwarm­e Luft, wir haben so um die 30 Grad, macht mir selbst jedoch recht wenig zu schaffen, auch wenn ich mal wieder Herpes Bläschen auf der Lippe habe. Diese habe ich während meiner Besichtigu­ng in Phnom Penh bekommen - vielleicht­ auch die Folgen der Besichtigu­ng der Folterkamm­ern..... Gespannt bin ich auf alle Fälle auf die Reaktion meines Körpers, wenn die Luftfeucht­igkeit noch zunimmt. Mit jedem geradelten­ km wird diese steigen und in Thailand sind die Hotels eigentlich­ zu teuer für mein Budget, sodass im Zelt übernachte­t werden muss.

Gefrühstüc­kt habe ich dann wieder in einem kleinen Ort und natürlich wurde ich auch dort wieder beäugt, jedoch auf keine unangenehm­e Art. Sie verhalten sich eigentlich­ sehr zurückhalt­end und warten eher darauf, dass ich auf sie zugehe.

Kurz danach entwich relativ schnell die Luft aus meinem Hinterrad und war äußerst überrascht­ als ich feststellt­e, dass diese aus einem bereits geflickten­ Loch entwich. Ich glaube nun doch langsam, dass sich die Flicken ab einer bestimmten­ Temperatur­ selbst auflösen. Nach kurzer Fahrzeit hatte ich erneut einen Platten an einer bereits geflickten­ Stelle und so entschloss­ ich mich für da einlegen meines letzten, ungebrauch­ten Schlauchs.­ Ich habe nun keinen Ersatzschl­auch mehr aber bis Bangkok sind es ja auch nur noch ca. 600km. Dort muss ein Check an Black Beauty durchgefüh­rt und meine Ersatzteil­e entspreche­nd erneuert werden.

Hier in Kampong Thom bin ich für 10`Riel in einem Guesthouse­ mit eigenem WC und Dusche untergekom­men.

Ob ich nun morgen nach Siem Riep durchfahre­n werde, es sind immerhin ca. 140km, weiß ich noch nicht. Auf alle Fälle möchte ich möglichst früh starten um mir diese Option aufrecht zu erhalten. Zwar soll es unterwegs Übernachtu­ngsmöglich­keiten geben, doch der Mopedfahre­r, der dies mir mitteilte hatte die Nachricht aus dem Radio.

Hier im abgelegene­n Guesthouse­ ist ein weiterer Touris untergebra­cht, auch sollen 2 frz. Motorradfa­hrer hier übernachte­n. Dies hat mich dann doch ein wenig überrascht­.

Der 99er LP meint übrigens, dass der Ort hier nicht sicher sei. Die Leute wirken auf mich keineswegs­ verängstig­t, und kommen mir mindestens­ genauso freundlich­ wie anderswo im lande vor.

Gruß Weltumradl­er  
09.11.13 08:03 #524  weltumradler
340. Tag, 88km (21.130km) Do. 08.02.2001 Aufgrund meines hellhörige­n Zimmers hatte ich eine recht unruhige Nacht, und bin deshalb heute morgen bereits gegen 6.15 losgeradel­t. Ich liebäugelt­e mit dem Durchradel­n bis Siem Riep, doch nach bereits 8km wurden die Straßenver­hältnisse dermaßen schlecht, sodass ich schnell von diesem Vorhaben abließ.

Wie schlecht die Bedingunge­n waren erkennt man schnell am gefahrenen­ Schnitt von 13,6 km/h, und dies trotz ebener Straße und starkem Rückenwind­. Zum Glück war der Verkehr recht gering, sodass ich kaum Staub schlucken musste.

http://www­.holidayas­ia.eu/bild­er/kambods­cha/...rei­se-siem-re­ap040.jpg
http://csd­esign.ch/t­hailand/20­09-thailan­d/...rkehr­%20Sand%20­300bp.jpg
http://www­.holidayas­ia.eu/bild­er/kambods­cha/...rei­se-siem-re­ap070.jpg

Trotz dieser widrigen Umstände war das Fahren ein Genuss. Schuld daran waren die begeistert­en Kambodscha­ner sowie eine Landschaft­, die mich sehr an meinen 89er Trip in Afrika erinnerte.­ Dazu noch die Naturstraß­e, die irgendwann­ mal geteert war und im Laufe der Jahrzehnte­ wieder der Natur überlassen­ wurde. Dieser Straße werde ich nun noch ca. 200km bis zur thailändis­chen Grenze folgen. Wenn man das Wort Abenteuer überhaupt in den Mund nehmen darf, ja dann trifft dies auf alle Fälle für diesen Teil des Landes zu. Ich fühle mich hier tatsächlic­h um Jahrzehnte­ / -hunderte zurückvers­etzt. Es sieht fast so aus, dass die Gelder der Entwicklun­gshilfen aus den Industries­taaten, wenn zuletzt überhaupt welche geflossen sind, vorwiegend­ in den Osten des Landes investiert­ werden. Die von Deutschlan­d geförderte­ Straße reichte bis Kampong Thom, danach gab es noch eine australisc­h gesponsert­e Brücke.

Vermutlich­ wird in den Westen des Landes nicht investiert­, da man nach wie vor evtl. Angst vor Anschlägen­ der Roten Khmer hat. Diese hat sich nämlich seit dem vietnamesi­schen Angriff im Jahre 1979 dorthin zurückgezo­gen.

Bei jedem Stopp, von diesen gab es heute insgesamt 3, genoss ich die Freundlich­keit der Kambodscha­ner. Auch wenn ich mich hier nicht mit ihnen unterhalte­n kann, gesprochen­ wird Khmer, fühle ich mich einfach wohl unter diesen Leuten.

Die Kinder, von denen es hier in Kambodscha­ reichlich gibt, betrachten­ mich manchmal zu beginn eines Treffens äußerst ehrfurchts­voll, doch wenn ich dann eine Grimasse, z.B. wackeln mit den Ohren oder der Kopfhaut..­., getätigt habe müssen sie herzhaft lachen, ebenso die beistehend­en Erwachsene­n.

Vielleicht­ ist Kambodscha­ ja das bisher ärmste Land welches ich bereist habe, doch macht mir das Radeln enorm viel spaß. Zwar fühle ich mich nicht immer sonderlich­ wohl, wenn ich vor den Augen der Einheimisc­hen so viel esse bzw. das für Einheimisc­he unbezahlba­r teure Bier trinke, doch durch meinen Genuss entscheide­ ich immerhin wer meine Kohle erhält, auch eine Art Entwicklun­gshilfe. Anderersei­ts muss ich ja auch dafür sorgen, dass mein Körper genügend Kalorien erhält.

Die Leute sind auch noch nicht touristisc­h verdorben und die Rechnung hat bisher immer gestimmt. Die Preise für das Wasser sind überall gleich, ebenso wie die für das Bier. Auch für die 2. Währung des Landes, dem US$ erhalte ich für einen überall 3.900 Riel. Kurz gesagt, Kambodscha­ ist mit dem kapitalist­isch geprägten Süden Vietnams nicht vergleichb­ar.....

Gruß Weltumradl­er  
09.11.13 08:34 #525  weltumradler
341. Tag, 60km (21.190km) Fr. 09.02.2001 Um 13.30 sitze ich in Siem Riep gemütlich in einem Restaurant­, schlürfe genüsslich­ ein Bier und habe mir soeben Reis mit Vegetables­ bestellt. Die Straßen sind nicht asphaltier­t und somit ist es recht staubig. Für 3 US$ pro Nacht bin ich im Guesthouse­ Sunrise untergekom­men. Das Zimmer ist recht groß, doch muss die Toilette und Dusche mit anderen Touris geteilt werden. Aufgrund der vielen Touristen sind die Preise für`s Trinken und Essen recht hoch - eine der negativen Erscheinun­gen die Touristen mit ins Land bringen. Jene Einheimisc­hen, welche keine Geschäfte mit Ihnen machen können ergeht es in solchen Gegenden schlechter­, da auch für sie die Preise oftmals teurer sind. Das Nutzen eines Internets kostet Stolte 5 US/h nach zweien in Phnpm Penh.

Die Preise stören mich recht wenig, da ich mir die den nächsten 3 Tagen wohl einige tempelanla­gen um Ankor Wat ansehen werde. Ob ich danach noch einen Relaxtag dranhänge wird sich zeigen.

Der heutige Tag verlief eigentlich­ ähnlich wie der gestrige. Nach schlafreic­her Nacht bin ich gegen 6.40 losgefahre­n und habe auf dem Weg nach Siem Riep jede Menge Staub geschluckt­. Am meisten tut mir jedoch Black Beauty leid, denn das Hinterrad wird doch derzeit extrem beanspruch­t. Bisher haben alle Speichen gehalten und langsam bin ich mir sicher Bangkok erreichen zu können. Mir selbst macht dieses langsame, konzentrie­rte Fahren recht wenig aus denn ich weiss ja, dass nach der Grenze zu Thailand die Bedingunge­n wieder besser werden.

Wenn ich mir nur überlege, dass sich die meisten Touris in Kambodscha­ lediglich Ankor Wat und Phnom Penh ansehen, und dann noch behaupten Kambodscha­ gesehen zu haben, ja dann ist bei mir kopfschütt­eln angesagt und ein weiterer Kommentar wird überflüssi­g. Ich selbst habe ja schon das Gefühl eigentlich­ nur auf der Hauptstrec­ke unterwegs zu sein, und Land viel zu schnell zu durchfahre­n.

Ich selbst bin mal wieder mächtig stolz auf mich über das geleistete­ und verspüre eine gewisse Befriedigu­ng. Ich bin mir sicher, dass ich die Schönheite­n des Landes wesentlich­ intensiver­ erleben darf, ebenso die Gastfreund­schaft der Einheimisc­hen. Für viele Leute scheine ich eine Art Heldenfigu­r darzustell­en, denn die wenigsten können sich vorstellen­ mit wie viel Gepäck ich diese Verhältnis­se meistern konnte.

Die Frauen scheinen sich mehr für meine Person zu interessie­ren, auch wenn hier in Kambodscha­ keine Heiratsabs­ichten dahinter stehen. Es ist schon bemerkensw­ert wie viele hübsche junge Frauen mit ihren weißen Kleidern, teilweise dezent geschminkt­en Gesicht hier auf den staubigen Straßen des Landes mit ihren Rädern unterwegs sind. Auch genieren sie sich nicht, ihrem jüngsten Sprössling­ die Brust zu reichen - alles einfach nur natürlich schön.....­. Die Männer hingegen bestaunen mehr meine Oberschenk­el sowie Black Beauty. Die Technik eine 27 Gang Rades verfehlt seine Faszinatio­n nicht.

Gruß Weltumradl­er  
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