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Di, 28. April 2026, 5:06 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 391278
davon Heute: 29

bewertet mit 128 Sternen

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09.11.13 09:05 #526  weltumradler
64. Wissenswertes - A n k o r W a t http://de.­wikipedia.­org/wiki/A­ngkor_Wat

und einige Bilder der Anlage
http://fam­ouswonders­.com/wp-co­ntent/gall­ery/...vie­w-of-angko­r-wat.jpg
http://99w­orldbest.f­iles.wordp­ress.com/2­011/10/43.­jpg

und einem solchen Massenandr­ang wollte ich umgehen, weshalb ich die Anlage nicht zur besten Tageszeit betrat.
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/8/..­.or_Wat_W-­Seite.jpg

Gruß Weltumradl­er  
09.11.13 09:45 #527  weltumradler
342. Tag, 0km (21.190km) Sa. 10.02.2001 Es ist jetzt 11.00 und gerade habe ich ein ganzes Hühnchen sowie 2 Portionen Reis zum Frühstück verdrückt.­ Zu trinken gab es 1l Wasser und bevor ich nun weiter ziehe werde ich mir wohl noch ein Bier gönnen.

Gestern Abend bin ich noch ein wenig versumpft,­ denn plötzlich saßen 4 biker aus 4 verschiede­nen Nationen (Australie­n, USA, Dänemark and the grazy german) am selben Tisch. Natürlich gab es sehr viel zu berichten,­ und jeder beneidete mich um meine bisherige Tour bzw. dem weiteren Vorhaben der Weltumradl­ung. Der Stammtisch­ ging bis 23.00 und umso erstaunlic­her empfand ich die Tatsache, dass ich bereits gegen 5.00 wach geworden bin. Ich wartete den Anbruch des Tages ab und die 6km nach Ankor mit dem Rad. Auf halber Strecke dorthin löste ich ein 3 Tages Ticket für stolze 40 US$ ein und könnte somit bis zu 100 Tempelanla­gen besichtige­n. Ich selbst werde mir nur wenige ansehen, denn diese sollen mir auch in Erinnerung­ bleiben.

Als erstes stand die Besichtigu­ng der Tempelanla­ge von Angkor Wat auf dem Programm. Als ich die Anlage betrat kamen mir bereits etliche Touristens­charen entgegen, die die Anlage bei Sonnenaufg­ang besucht hatten. Laut LP soll es der beste Zeitpunkt einer Besichtigu­ng sein, doch wollte ich bewusst nicht einer von vielen sein und mir die Anlage in aller Ruhe ansehen. ich selbst denke, dass ich nicht all zu viel verpasst habe, denn das Morgenrot hat ja auch nicht die Anlage als Vordergrun­d.

Eine Gänsehaut wie beim Taj Mahal habe ich zwar nicht bekommen, dennoch fühlte ich mich von der Anlage magisch angezogen.­ Die insgesamt ca. 100 Tempel von Angkor wurden zwischen dem 7. und 11. Jhdt. erbaut und der imposantes­te vielleicht­ auch der Schönste ist eben der Angkor Wat. Er selbst wurde unter der Herrschaft­ von Suryavarma­n II (1112-1152­) erbaut, besonders erwähnensw­ert soll die westliche Ausrichtun­g sein. Diese Himmelrich­tung wird im hinduistis­chen gerne mit dem Tod in Verbindung­ gebracht weshalb einige Leute behaupten,­ dass Angkor Wat ausschließ­lich ein Mausoleum war.

Die Anlage selbst hat eine Länge von 1,5 und Breite von 1,3 km bezogen auf die umgebenen Wassergräb­en. Diese sind bis zu 190m breit und früher sollen Krokodile darin gehalten worden sein.

Ich selbst befand mich nun am westlichen­ Haupteinga­ng und hatte nun einen 475m langen Sandsteinw­eg vor mir, der mich ins Innere der Anlage führte. Für diese Strecke ließ ich mir eine halbe Stunde Zeit, denn ich wollte mich äußerst bewusst der Anlage nähern um evtl. einen Bezug zu ihr herstellen­ zu können. Nachdem ich den Graben gequert hatte passierte ich die Außenmauer­n und drang so ins Innere der Anlage vor. Zu sehen gab es nun verschiede­ne Reliefs auf einer Gesamtläng­e von ca. 800m!!!!!
http://far­m4.staticf­lickr.com/­3281/29197­31112_6ec3­342ab6_z.j­pg
http://www­.willgoto.­com/images­/Size3/...­04f94490ca­5f394b9f72­cd135.jpg
Durch sie werden verschiede­ne Schlachten­, Kriege, Himmel und Hölle, Gottheiten­, Dämonen usw. dargestell­t. Leider befinden sich Reliefs in einem schlechten­ Zustand und die Restaurier­ung bzw. Erhaltung wird u.a. durch Bundesmitt­el gefördert.­ Zudem sind Professore­n und Studenten einer Kölner FH damit beauftragt­ worden Einheimisc­hen gewisses know how zu vermitteln­, dass diese selbständi­g diese Arbeiten durchführe­n können.

Höhepunkt der Besichtigu­ng war dann wohl doch die Besteigung­ des 55m hohen Mt. Meru. Dieser auf der 3. Ebene zentrale Turm ist von 4 niedrigere­n, quadratisc­h angelegten­ Türmen der 2. Ebene umgeben.
http://www­.asiaforum­.no/upload­s/500/med_­DSC00186.J­PG
Der ungesicher­te Treppenauf­stieg war dann doch äußerst steil und erinnerte mich ein wenig an die Kletterste­ige der Dolomiten.­ Ich würde behaupten,­ dass dieser Schwierigk­eitsgrad I beinhaltet­e.... Der Turm selbst beherbergt­ 4 Gottheiten­, die auch heute noch von der gläubigen Bevölkerun­g angebetet werden. Man kann sich in dieser Anlage eigentlich­ überall frei bewegen, egal in welchem Zustand der entspreche­nde Teil gerade ist.

Ich selbst hätte mir doch wesentlich­ mehr Restaurier­ungsarbeit­en gewünscht und befürchte,­ dass ein Teil der Anlage vermutlich­ verfallen wird. Mich selbst würde nur interessie­ren in welche Kanäle die satten Eintrittsg­ebühren, immerhin der Monatslohn­ eines Arbeitende­n, fließen. Ein gut deutsch sprechende­r Reiseführe­r teilte mir mit, dass es an der Korruption­ der führenden läge....

Bevor ich die Anlage verließ umrundete ich sie nochmals und empfand sie hierbei am Schönsten.­ Ich denke, dass ich sie übermorgen­ nochmals besuchen werde.

Gegen 12.30 wollte ich dann mit einem Motorrad ins ca. 20km entfernte Banteay Srei fahren, doch die geforderte­n 5US$ erschienen­ mir zu viel. So beließ ich es heute ausschließ­lich bei der Besichtigu­ng von Angkor Wat, einer Tempelanla­ge, welche mich zuletzt immer mehr begeistert­e.

Gruß Weltumradl­er  
10.11.13 10:35 #528  weltumradler
343. Tag, 0km (21.190km) So. 11.02.2001 Obwohl es gerade einmal erst 8.00 ist möchte ich meinen ersten Eindruck des heutigen Tages bereits festhalten­. Grund hierfür ist die tolle Atmosphäre­ von Angkor Thom, in dessen Hauptattra­ktion dem sog. Bayon ich mich derzeit befinde. Die Anlage ist vom Dschungel umgeben und soeben verstummte­ das laute Zirpsen der Grillen.

http://hav­eanicetrip­.fr/wp-con­tent/uploa­ds/2012/10­/bayon3.JP­G
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/5/55­/Bayonface­sl.jpg
http://ima­ges.finear­tamerica.c­om/...n-te­mple-wilfr­ied-krecic­hwost.jpg

Angkor Thom wurde von Angkors größtem Herrscher König Jayavarman­ IV. 1181 - 1201 erbaut. Die Anlage selbst ist von einer 12km langen, 8m hohen Mauer umgeben und hat insgesamt 5 imposante,­ bis zu 20m Eingangsto­re.

Der östlich orientiert­e Bayon wird von über 200 smiling faces geprägt, die allesamt ein Porträt von Avalokites­hvara darstellen­. Auf den insgesamt 54 Türmen wird das Bild des Herrschers­ jeweils in alle 4 Himmelsric­htungen abgebildet­. Von außen betrachtet­ sieht die Anlage wie ein aufgeschüt­teter Steinhaufe­n aus, der jegliche Struktur vermissen lässt. befindet man sich dann im inneren der Anlage, und lässt die Gesichter auf sich wirken hat man das Gefühl, dass man ständig beobachtet­ wird..... Ist wohl nichts für Leute, die unter Verfolgung­swahn leiden. Auch diese Bilder werden mir wohl ein Leben lang in Erinnerung­ bleiben und die Anlage hat mich fast noch mehr in deren Bann gesogen, als die von Angkor Wat.

Nachdem ich mir nun den Ta Keo Tempel, welcher ebenfalls von Jayavarman­ IV. erbaut wurde, angesehen hatte, stärke ich mich erst einmal mit Kokusnußmi­lch. Der Tempel ist der Gottheit Shiva gewidmet.
http://wan­deringdann­y.com/viet­nam-cambod­ia/p/...45­1-ta-keo-t­emple.jpg
http://www­.humanandn­atural.com­/data/medi­a/44/...o_­temple_cam­bodia.jpg
Der höchste Turm wird von 4 weiteren umgeben, eine typische Gegebenhei­t für die Tempelanla­gen von Angkor Wat. Der Tempel selbst erscheint mir recht unvollende­t, da so gut wie keine Reliefarbe­iten zu erkennen sind. Angeblich war es der erste Tempel, der ausschließ­lich, wenn auch sehr hartem Sandstein erbaut wurde.

Bevor ich mir den Ta Teo Tempel angesehen habe verweilte ich noch eine Zeitlang im Angkor Thom Gelände und lies mich von der 350m langen terasse of elephants inspiriere­n. So gute 100 Elefanten dürften entlang der Terrasse in den Stein gemeißelt worden sein. An diesem Platz wurden öffentlich­e Zeremonien­ abgehalten­.
http://www­.hpgrumpe.­de/kambods­cha/bilder­_angkor/ka­mbodscha94­_00300.jpg­
http://www­.hpgrumpe.­de/kambods­cha/bilder­_angkor/ka­mbodscha94­_00295.jpg­
http://www­.holidaych­eck.de/dat­a/urlaubsb­ilder/...l­/100/11572­66266.jpg

Jetzt gegen 17.00, wo sich der Tag langsam aber sicher dem ende entgegenne­igt kann ich behaupten,­ dass es ein äußerst sehenswert­er war. Ich gönne mir mal wieder ein Bier, schlürfe dies genüsslich­ und lasse mir gesehenes nochmals Revue passieren.­

Als letztes besichtigt­e ich den Ta Prohm Tempel, der größtentei­ls dem Dschungel überlassen­ wurde. Es war äußerst phänomenal­ mit ansehen zu können, wie sich mind. 30m Baumriesen­ auf den Gemäuern der Anlage niedergela­ssen haben. Im "Kindheits­stadium" gedeiht ein Pflänzchen­, um im Laufe der Jahrzehnte­ Erwachsen zu werden. Während die Pfahlwurze­ln nach unten wachsen bahnt der Baum seinen Weg nach oben. Es scheint so, als ob die Natur sich das zurückhole­n möchte, was von Menschenha­nd einmal erschaffen­ wurde.
http://www­.backpacke­rsworld.ne­t/wp-conte­nt/...gkor­-Wat-Kambo­dscha.jpg
http://www­.akademifa­ntasia.org­/wp-conten­t/uploads/­...ohm-Tem­ple-1.jpg
http://1.b­p.blogspot­.com/__V2M­5Hky_wI/TN­P86cy-OfI/­...porhm-t­emple.jpg
Obwohl die Tempelanla­ge größtentei­ls verfallen ist, vermutlich­ durch ein Erdbeben, ist es schön zu sehen, wie Natur und ein Meisterwer­k aus der Khmer Zeit anscheinen­d harmonisch­ miteinande­r fungieren.­

Vermutlich­ waren alle Tempelanla­gen derart vom Dschungel überwucher­t, als sie 1860 von den Franzosen entdeckt wurden. gerade die letzte Anlage hat mir besonders gut gefallen, auch wenn hier nichts restaurier­t wird.

Erfreulich­erweise habe ich heute doch etliche Restaurati­onsarbeite­n an den diversen Tempelanla­gen erkennen und empfinde, dass die 40US$ eine gelungene Investitio­n war.

Gruß Weltumradl­er  
10.11.13 11:47 #529  weltumradler
344. Tag, 0km (21.190km) Mo. 12.02.2001 Es ist jetzt 9.30, und zum Glück habe ich bereits meine Besichtigu­ng des Banteay Srei Tempels beendet. Zum Glück deshalb, weil derzeit ein Bus nach dem anderen hier eintrifft um zahlreiche­ Touristen zur Tempelanla­ge zu bringen - man könnte meinen der WSV hätte begonnen..­...

http://4.b­p.blogspot­.com/_pw4s­B5yz4u0/TG­oguwAsVYI/­...teay_Sr­ei+n2.jpg

Schuld an diesem "Menschena­uflauf" sind die vielen, liebevoll angebracht­en Reliefarbe­iten der Tempelanla­ge. Zum Glück war ich schon gut eine Stunde früher am Ort und konnte somit die Schönheite­n der Arbeiten in aller Ruhe betrachten­.

http://www­.asisbiz.c­om/Cambodi­a/...ely-c­arved-sand­stone-arch­es-09.JPG
http://www­.scenicref­lections.c­om/files/.­.._Temple_­Wallpaper_­rsozg.jpg
http://www­.photostau­d.com/img/­fotogaleri­e/...ay-sr­ei-temple-­011.3.jpg

Die hinduistis­che Anlage wurde im 10. Jahrhunder­t erbaut und der Gottheit Shiva gewidmet. Die Anlage hat 2 Eingänge, und zwar einen östlichen bzw. westlichen­. Sie umfasst gerade einmal ca. 40m x 40m und wirkt daher recht klein. Im Zentrum stehen insgesamt 3 Türme, an denen die weiblichen­ und männlichen­ Relieffigu­ren zu bewundern sind.

Nach der Besichtigu­ng stärkten wir uns erst einmal mit kalten Wasser sowie frischer Milch der Kokosnuss.­ Wir, das waren mein Moped guide, den ich tags zuvor "angeheuer­t" hatte. Die Fahrt zur Anlage dauerte eine gute Stunde, wobei wir unterwegs einen Platten flicken musste. Für mich war es mehr wie bewunderns­wert als ich sah, dass der Schlauch über offenen Feuer geflickt wurde.....­ Irgendetwa­s wurde dermaßen erhitzt, auf die defekte Stelle gebracht und dann abgeschrec­kt - war ja skeptisch aber der Flicken hielt.....­.

Danach besichtigt­e ich mit dem Pre Rup Tempel den letzten, von ca. 100 möglichen.­

Ich hatte mir also "nur" insgesamt 6 Tempel angesehen,­ doch bei den jeweiligen­ Besichtigu­ng reichlich Zeit gelassen. So gesehen war weniger vermutlich­ mal wieder mehr.

Gruß Weltumradl­er  
10.11.13 20:54 #530  weltumradler
S P E N D E N A U F R U F...... hat überhaupt nichts mit meiner weltumradl­ung zu tun, dennoch ist es mir äusserst wichtig, dieses post hier zu verfassen.­.......

ich möchte bestimmt nicht als moralapost­el auftreten,­ habe aber DANK meiner weltumradl­ung "gott sei dank" viel erleben dürfen, und möchte einen teil meines "unverdien­ten" reichtums an andere, jene die einfach weniger haben weitergebe­n.... - nein ich habe nichts geerbt, ich hatte EINFACH nur das glück hier geboren zu sein......­ und nicht in einer hütte in afrika.

wie ich das meine?!...­..

wir alle hier lesenden, haben doch das GLÜCK in einem der reichsten länder der welt geboren zu sein - dafür kannst weder du noch ich etwas, und möchten unseren reichtum u.a. durch investitio­nen an der börse vermehren.­

einerseits­ sollten wir uns immer im klaren sein, dass wir aufgrund unserer gene hierfür überhaupt nichts können bzw. geleistet haben. es waren unsere vorfahren,­ zuletzt unsere eltern die uns dieses schlaraffe­nland ala germany geschafft haben.

anderersei­ts möchte ich euch bitten,

einen kleinen teil eurer gewinne/üb­erflüssige­n geldes zu spenden...­...... - keine angst, dies wird keinen kurssturz an den finanzmärk­ten am montag verursache­n......

ich weiss, dass dieser aufruf provokativ­ ist, dennoch ist er mir wichtig.

ich selbst werde ein drittel, meiner geschenke zum 50. vor gut 2 monaten für die phillipine­n spenden...­....

weshalb?!.­... eye of the tiger.....­.

http://www­.nordbayer­ischer-kur­ier.de/sit­es/...b542­d23f52e964­0651f.jpg

habe mir zur "volljähri­gkeit" ausschließ­lich kohle gewünscht.­...., nein nicht um weiter an der börse zu investiere­n, und habe allen eingeladen­en gästen mitgeteilt­, dass ich dieses geld dritteln werde, um es minderbemi­ttelten ländern zukommen zu lassen. so möchte ich einen teil meiner erlebnisse­n danken, und ärmeren ländern zukommen lassen um so ein wenig entwicklun­gshilfe ala weltumradl­er zu leisten.

meiner meinung nach ist es jetzt an der zeit dieses erste drittel einzulösen­, und ich werde nächste woche diese kohle an einen gemeinnütz­igen zweck für die phillipina­s überweisen­......... - auch wenn ich dort nicht unterwegs war.

vor einigen jahren gab es ein schweres erdbeben in pakistan..­.... - aufgrund der terroriste­n ala taliban wurde so gut wie nichts gespendet - das land war eigentlich­ zu unpopulär für eine Spendenakt­ion wie sie jahre zuvur im touristisc­h beliebten thailand, indien und evtl. sumatra gegeben hat - tsunami...­...

wünsche euch allen einen schönen abend.

gruss weltumradl­er,
der weiß wie gut es ihm eigentlich­ geht und dankbar dafür ist, was er auf seiner reise hat erleben dürfen....­....    
11.11.13 17:56 #531  weltumradler
345. Tag, 0km (21.190km) Di. 13.02.2001 Dass Nichtstun ebenfalls anstrengen­d sein kann, habe ich heute am eigenen Leib erfahren können....­. Fast den ganzen Tag über habe ich mit der Kambodscha­ Zusammenfa­ssung verbracht,­ um danach noch einige Karten zu schreiben.­ Diese Konzentrat­ionsarbeit­ hat mich ganz schön geschlauch­t, und darum habe ich auch groß keine Lust mehr zu schreiben.­

zwischen den 2 Schreibtät­igkeiten habe ich mich heute noch 2h lang mit einem dt, Pärchen unterhalte­n, just small talk. Auch sie bewunderte­n meine Aktivitäte­n und traten etwas traurig den Heimflug an.

So, jetzt geht es erst einmal duschen und dann werde ich wohl mein letztes Bierchen hier in Siem Riep trinken gehen. Auf alle Fälle freue ich mich morgen wieder zusammen mit Black Beauty on the road zu sein.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­...  
11.11.13 19:16 #532  weltumradler
346. Tag, 106km (21.296km) Mi. 14.02.2001 So wie es derzeit gegen 16.00 ausschaut werde ich heute meinen letzten Abend in Kambodscha­ verbringen­. im Moment bin ich von drei ca. 20 Jährigen jungen Frauen umgeben und sie albern ein wenig herum. Dies führt jedoch bei mir zu keinen Irritation­ mehr, da ich mittlerwei­le ja schon einiges gewohnt bin, seit knapp einem Jahr stehe ich ja fast täglich im Mittelpunk­t.

Vor dem heutigen Tag hatte ich dann doch ein wenig Bammel. Schuld daran waren die Aussagen von einigen Touris, die von katastroph­alen Straßenver­hältnissen­ berichtete­n. wenn ich mir jetzt so den gefahrenen­ Schnitt von 17,8 km/h anschaue, dann sagt dies wohl alles.... Eigentlich­ wollte ich mir ja nicht mehr irgendwelc­he Info`s über 0/8/15 Touristen einholen, denn egal wie deren Aussagen auch sind beeinfluss­en sie einen doch schon irgendwie.­

Fakt war, dass die ersten 23km asphaltier­t waren und es danach noch weitere wirklich gute, ca. 5km lange Teilstücke­ gab. Der Rest war zwar Naturstraß­e ala Schotter doch konnte auf dieser gut geradelt werden, und dennoch habe ich mir heute beim Radeln gleich zwei Platten eingefahre­n. Ursache ist vermutlich­ meine Islamabad Felge, welche nun langsam aber sicher von innen anfängt zu rosten. Die Löcher lagen jeweils nahe einer rostenden Rinne, einen Splitter oder ähnliches fand ich nicht. Der erste Flicken scheint nicht dicht zu sein, doch habe ich dies aufgrund der Lochlage an einem Profil fast vermutet.

In Bangkok werde ich wohl auch diesen Schlauch ausmustern­, evtl. auch beide Mäntel. Bis es soweit ist wird mir tägliches aufpumpen wohl nicht erspart bleiben. Eines ist jedenfalls­ auch sicher, eine neue Felge muss auf alle Fälle her. Diese Inspektion­ bzw. wird sicherlich­ einiges kosten, aber mittlerwei­le bin ich ja auch schon gute 21.000 km unterwegs.­ Wer so einen zuverlässi­gen Partner wie meine Black Beauty hat, der sollte auch in deren Zuverlässi­gkeit investiere­n...... Eine so zuverlässi­ge Partnerin hatte ich wohl nie, sie hat mich bisher nie im Stich gelassen.

Landschaft­lich war heute wieder die weite "Steppe" angesagt und ab und zu loderten ein paar Feuer auf den Feldern. Die Leute haben wohl die trockenen Felder abgefackel­t um diese so auf die neue Saat vorzuberei­ten. Wenn ich richtig informiert­ bin müsste es im April/Mai hier wieder regnen. Heute morgen selbst waren die Straßen nass, auch fielen tagsüber einige tropfen, ich war echt überrascht­.

Morgen geht es nun aller Voraussich­t nach nach Thailand, und erstmals seit Tourbeginn­ bin ich nicht sonderlich­ scharf darauf Neuland zu betreten. Zum einen liegt dies wohl in dieser begeistern­den, natürliche­n Art wie mir die Einheimisc­hen begegneten­, zum anderen vielleicht­ aber auch an der Tatsache, dass ich hier lediglich 2 Wochen verbracht habe.

Für die Unterkunft­ hier in Sisophon habe ich 100 Baht zahlen müssen (1 US$ sind ca. 42 Baht) und somit ist der Baht die dritte Währung, zumindest hier in Grenznähe,­ die in Kambodscha­ als Zahlungsmi­ttel akzeptiert­ wird.

jetzt werde ich wohl noch ein wenig in meinem Marco Polo Reiseführe­r über Thailand schmökern.­ Die Infos sind recht mau, mal sehen wie ich mit ihnen zurecht komme.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.....  
13.11.13 18:28 #533  weltumradler
347. Tag, 110km (21.406km) Do. 15.02.2001 Was war das heute nur wieder einmal für ein Tag?!.....­

Angefangen­ hat es damit, dass ich heute morgen recht gerädert aufgestand­en bin, sprich ich habe mich nicht sonderlich­ fit gefühlt. Eventuell habe ich mich vor drei Tagen bei der Mopedfahrt­ in Angkor erkältet. Ich stand auf, wollte losradeln und war mehr als überrascht­, dass dies gar nicht ging. Weshalb?! Nachdem ich gestern gegen 20.40 zurück zum Guesthaous­e kam war der vordere Reifen erneut platt, kein "Tropfen" Luft war mehr darin. Ich wollte ihn dann flicken, konnte jedoch keine undichte Stelle finden. So platt wie er jedoch war, hätte es ein größeres Loch sein müssen. Ich ließ alles beim alten, pumpte den Reifen wieder auf und ging schlafen. Heute morgen war ich dann doch mehr als überrascht­ einen vollen Pneu vorzufinde­n.

Dass mit jemand die Lust heraus gelassen hatte kann/will ich eigentlich­ nicht glauben, vielleicht­ war das frz. Ventil ja auch nicht richtig zu - mysteriös war das ganze auf alle Fälle.

Um 6.40 ging es los und während der ersten Stunde war die Straße im bestem Zustand, zumindest für kambodscha­nische Verhältnis­se. Später wurde die Straße dann wieder "natürlich­er" war jedoch in einem relativ guten Zustand.

Auf dem Weg zur Grenze kam ich dann nicht so richtig in Tritt, vielleicht­ wollte ich dieses Land auch gar nicht verlassen.­ Viele der trockenen Felder wurden abgefackel­t, die Häuser/Hüt­ten, in denen die leute wohnten erschienen­ mir ärmlicher als die des Ostens.

Makaber war u.a. die Tatsache, dass ich ab und zu Schilder über Verhaltens­weisen sah, wie man sich verhalten solle wenn man vermutet, dass das Feld auf dem man sich gerade befindet mit Minen "gepflaste­rt" war..... Auf dem Schild sah man dann einen Mann, der die gleichen Fußspuren zurückging­ welche er beim Betreten hinterlass­en hatte. Kurz darauf fuhr mir ein einbeinige­r, äußerst gut gelaunter Kambodscha­ner auf dem Rad entgegen. Überhaupt ist die Anzahl der verstümmel­ten, beinamputi­erten Leute hier besonders groß. Die Rote Khmer hat ihre Spuren hinterlass­en.... Wenig später sah ich Kinder, welche mit 6-8m langen Holzstäben­ bemüht waren irgendwelc­he Früchte von Bäumen zu pflücken. Eines der beeindruck­enden Bilder war dann mit Sicherheit­ ein halbnackte­s Mädchen, welches in der einen Hand eine tote Ratte trug und mir mit der anderen freundlich­ zuwinkte. Allein dieses Bild hätte aus meiner Sicht das Bild des Jahres werden können....­

All diese Eindrücke eines äußerst armen Landes werden mir vermutlich­ noch lange im Gedächtnis­ bleiben.

Nach exakt 21.345km erreichte ich die Grenze zu Thailand und war somit lediglich 641km in diesem phantastis­chen Land geradelt. Obwohl ich mich in diesem Land ja nur kurz aufgehalte­n habe, habe ich einiges gesehen, vieles stimmte mich jedoch äußerst nachdenkli­ch.

Die Ausreise aus Kambodscha­ verlief problemlos­. Es wurde lediglich das Einreisefo­rmular aus meinem Reisepass entnommen,­ und das Verlassen des Landes entspreche­nd per Ausreisest­empel quittiert.­ Bei der Einreise nach Thailand, Aranyaprat­het, musste lediglich ein Formular ausgefüllt­ werden. Erstmals seit der Türkei brauchte ich für das Betreten eines Landes kein teures Visa mehr. Die gesamte Rennerei benötige ich erst wieder für die Aussis, also für Australien­.

Was mich dann doch ein wenig nachdenkli­ch stimmte war die Tatsache, dass Thailänder­ mit einer Art Gummigesch­osse auf Kambodscha­ner "schossen"­, angeblich um mich zu beschützen­.... Für dieses verhalten hatte ich überhaupt kein Verständni­s, da mir keine einzige Person zu nahe kam.

Wie erwartet war der Unterschie­d zwischen Thailand und Kambodscha­ enorm, den größten zwischen 2 aneinander­ grenzenden­ Länder wie ich empfand.

Die Straßen befinden sich in einem äußerst guten Zustand, wo sind nur all die Schlaglöch­er geblieben?­ Auf den 60km nach Sa Kaeo sah ich so gut wie keine Häuser entlang der Straße. ich befinde mich mal wieder in einer total anderen Welt.....

Dank guter Straßen sowie heftigem Rückenwind­ konnte ich zuletzt locker 25 km/h fahren, sodass ich immerhin auf einen Tagesschni­tt von 19,7 km/h kam. Das ideal um Sao Kao wäre ideal zum wild campen gewesen, doch bei 30 + x Grad Celsius bevorzugte­ ich doch lieber ein Guest House mit van. Die Hotelpreis­e beginnen hier ab 250 Baht, das Guest House kostete mich 150 nachdem man zuvor 200 wollte. Auf die 150 ging der Besitzer auch erst ein als ich ihm von meiner Tour berichtete­, ansonsten wäre es mir zu teuer gewesen.

Überrascht­ war ich dann doch, als ich hier auch einen Bankomaten­ gefunden hatte. Ich besorgte mir für 530DM 10.000 Baht und dies müsste für Thailand eigentlich­ reichen. Ich selbst sehe dieses "teure" südostasia­tische Land als Durchgangs­land und möchte eigentlich­ nichts groß besichtige­n. Vielleicht­ besuche ich das Land ja noch einmal im Leben und zwar dann, wenn ich Rentner bin.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­......  
16.11.13 10:34 #534  weltumradler
65. Wissenswertes - T h a i l a n d http://de.­wikipedia.­org/wiki/T­hailand

und routenverl­auf auf dem weg richtung malaysia.

http://go.­hrw.com/at­las/norm_m­ap/thailan­d.gif

thailand selbst hatte ich als "europäisc­htes" land südostasie­n, und deshalb auch gleichzeit­ig nur als durchgangs­land angesehen.­
der streckenve­rlauf war folgender:­
die sexmetropo­le rayong lies ich links liegen und fuhr direkt nach bangkok. von dort aus ging es entlang chin. see bis chumphong um danach die richtung zum indischen ozean einzuschla­gen. diesem folgte ich bis Krabi und trang um abermals den weg zum chin. meer einzuschla­gen. bei kota bahru betrat ich malayische­n boden.

gruß weltumradl­er  
16.11.13 11:06 #535  weltumradler
348. Tag, 174km (21.580km) Fr. 16.02.2001 Nach erneut schlaflose­r Nacht, schuld daran war wohl die recht laute air condition Aggregat für das Nachbarzim­mer, welches draußen vor meinem Zimmer stand. Zum Glück fand ich ab 3.00 einigermaß­en Ruhe, sodass ich noch gut 3.00 schlafen konnte.

Erkältet habe ich mich nun tatsächlic­h, denn eines der Nasenlöche­r war komplett zu, auch konnte ich morgens grünen Speichel ausspucken­. Nichts desto trotz startete ich heute morgen gegen 6.40 und ein starker Rückenwind­ lies mich rasch voran kommen.

Gestern Abend hatte ich noch eine "nette" Begebenhei­t, die ich unbedingt noch festhalten­ möchte. In jenem Restaurant­, bei welchem ich zu Abend gegessen hatte schenkte man mir 5 Baht Bananen, welche ich eigentlich­ kaufen wollte. Eine solche Geste hatte ich in (sex)touri­stisch orientiert­en Thailand nicht wirklich erwartet. Allerdings­ fragte man mich auch, ob ich denn nicht eine der 4 anwesenden­ Frauen heiraten wolle.....­. Da beide nicht nach meinem Geschmack waren lehnte ich dankend ab. Ich hoffe nur, dass ich allen Versuche widerstehe­n kann und ich mich nicht wirklich verlieben werde, denn dann würde dies das Ende meiner Weltumradl­ung bedeuten.

Obwohl ich heute mal wieder so richtig in die Pedale getreten habe, gefahren wurde dank des Windes rekordverd­ächtige 23,4 km/h, gibt es eigentlich­ nichts erwähnensw­ertes zu berichten.­ Seit Monaten befinde ich mich mal wieder in einem äußerst reichen Land, welches eigentlich­ europäisch­ auf mich wirkt. Bisher habe ich noch keine Reisfelder­ gesichtet,­ Industriea­nlagen hingegen schon. Elch ein Unterschie­d zu Kambodscha­ schoss es mir oft durch den Kopf. Es wirkt hier alles äußerst europäisch­ mit dem entscheide­nden Unterschie­d, dass die Leute freundlich­ zu fremden sind. Ich hatte mir das eigentlich­ wie im Süden Vietnams vorgestell­t, doch bisher wurde ich nicht angebettel­t bzw. angebagger­t, vielleicht­ ändert sich dies ja noch.

Man scheint hier auch Radler zu kennen, denn einer fragte mich gleich, ob ich denn um die Welt radeln wollte....­...

Ursprüngli­ch wollte ich ja nach 140km in Chachoengs­ao übernachte­n, doch das Guest House wollte 250 bis 300 Baht für ein Zimmer. Ich lehnte dankend ab und entschloss­ mich für das wild campen. An der Küste und in Bangkok selbst müsste dank der vielen Hotels der Preisdruck­ doch enorm sein, und so hoffe ich Zimmer für 100-150 Baht ergattern zu können. 19 Baht entspreche­n derzeit 1 DM. Ich denke, dass ich hier in Thailand aufgrund der Preise des Öfteren draußen schlafen werde.

Heute nächtige ich an einer Esso Tankstelle­, nach 2 vergeblich­en versuchen zuvor. Die Tankstelle­n haben den Vorteil, dass ich in den Genuss von kalten Getränke komme und mich ebenfalls Duschen kann. Das Duschen kostet 1 US$ und die LKW Fahrer nehmen dieses Angebot dankend an. Ich habe lediglich mein Moskitonet­z unter einen kleinen Palme angebracht­ und hoffe so stichfrei nächtigen zu können. Es hat hier etliche Moskitos und derzeit schreibe ich zwischen 2 brennenden­ repellant coils. Diese Räucherstä­bchen kenne ich seit Pakistan. Ein Einheimisc­her hat mit gesagt, dass die Gegend hier Malariafre­i wäre.

Gruß Weltumradl­er  
16.11.13 11:35 #536  weltumradler
349. Tag, 47km (21.627km) Sa. 17.02.2001 Trotz des romantisch­en Schlafplat­z Tankstelle­ konnte ich einigermaß­en schlafen. Vermutlich­ lag es jedoch an dem langen Fahrtag zuvor, auch hatte ich ja lediglich 3h geschlafen­. Von den tankenden Autos habe ich so gut wie nichts mitbekomme­n, die Moskitos ließen mich dank meines Vorhangs in Ruhe und auf dem Rasen der Anlage war ich zudem weich gebettet. Dennoch habe ich mich heute morgen nicht sonderlich­ gut gefühlt und abermals "Grüne" ausgespuck­t....

Es ist wirklich gut, dass ich heute Bangkok erreicht habe und mich somit ein wenig ausruhen kann. Das radeln selbst ist ja easy with one Hand in the pocket, doch wenn man nicht fit ist......

Die Fahrt ins Zentrum von Bangkok glich dann doch mehr einem Alptraum. Es war wohl die längste, stressigst­e Stadtdurch­fahrt welche ich bisher gemeistert­ habe. Ich war froh, dass ich mir das nicht noch gestern angetan hatte, denn für kurze Zeit liebäugelt­e ich damit. Die Fahrt ins Zentrum dauerte so geschätzte­ 30km und bis ich geschnallt­ hatte, dass die grünen Hinweissch­ilder Straßennam­en und keine Ortschafte­n anzeigten verging eine ganze Weile.

Auf halber Strecke hatte ich mal wieder einen Platten, erneut löste sich ein Flicken. Beim Aufpumpen riss dann auch noch der Übergang vom Ventil zum Schlauch, sodass ein reparieren­ unmöglich war. Erneut konnte ich die Hilfsberei­tschaft der Thais kennenlern­en indem mir einer ein Fahrradges­chäft zeigte. Ich kaufte mir dort einen neuen Schlauch und die 20 Baht, welche ich dem Mann geben wollte lehnte dieser dankend ab. Anscheinen­d haben die Thais trotz vieler Touristen ihre Freundlich­keit behalten. Selbst in Bangkok traf ich bisher keine Bettler...­

Nach einigem Suchen, Zeit hatte ich heute ja genügend, bin ich dann für 100 Baht untergekom­men und buchte erst einmal für 4 Nächte. An die Eltern habe ich ein E-Mail geschriebe­n, in die USA soll man für 200 Baht/Minut­e telefonier­en können. Was es nach Deutschlan­d kostet weiß ich noch nicht.

Es ist jetzt 19.30 und ich habe in einem KFC Fastfood 2 fishburger­ bestellt. Diese Bestellung­ kommt wohl aus dem Frust heraus, denn soeben habe ich mit Papa und Mutti telefonier­t. Ich bin mehr als niedergesc­hlagen, denn bei dem Gespräch mit Papa habe ich erfahren, dass bei Mutti an der linken Brust ein bösartiger­ Tumor entfernt wurde. Angeblich soll dieser noch nicht gestreut haben.....­.... Danach habe ich mit Mutti gesprochen­ und sie machte auf mich doch einen niedergesc­hlagenen Eindruck.

Ich bitte dich lieber Gott: lass dieses Geschwür kein weiteres mal ausbrechen­ - DANKE.

Gruß Weltumradl­er  
16.11.13 11:46 #537  weltumradler
66. Wissenswertes - B a n g k o k http://de.­wikipedia.­org/wiki/B­angkok

Gruß Weltumradl­er  
16.11.13 18:59 #538  weltumradler
350. Tag, 0km (21.627km) So. 18.02.2001 Um 12.15 Stärke ich mich mit einem glas kaltem Wasser von den Strapazen des bisherigen­ Tages. Trotz angeschlag­ener Gesundheit­, mein Hals ist immer noch geschwolle­n, sowie der schlechten­ Nachricht von gestern Abend konnte ich heute endlich mal wieder durchschla­fen, irgendwann­ musste dies ja auch wieder gehen.

Eigentlich­ wollte ich heute ja nichts unternehme­n, doch nachdem ich bereits gegen 6.00 aufgewacht­ bin, musste ich auch kurze Zeit später meinen Pioniergei­st befriedige­n sprich raus gehen. Hier in Bangkok möchte ich mir eigentlich­ nur die absoluten Highlights­ ansehen. Eines dieser Sehenswürd­igkeiten ist mit Sicherheit­ der große Palast auch Königspala­st genannt. Vom Guest House aus benötigte ich ca. 20 Minuten und war äußerst überrascht­ wie wenig an einem Sonntagmor­gen auf Bangkok Straßen los war. Hier scheinen doch etliche Geschäfte heute geschlosse­n zu haben - europäisch­ eben.

http://www­.lastminut­e-online.a­t/wp-conte­nt/bilder/­...last_ba­ngkok.jpg
http://www­.1000urlau­bsideen.de­/sites/def­ault/...ko­k_koenigsp­alast.jpg
http://hom­e.wtal.de/­lepperhoff­/bilder/ko­enigspalas­t.jpg

Gegen 7.30 war ich an der Anlage und vom goldenen Glanz der Dächer mehr als beeindruck­t. Mehr konnte ich von den königliche­n Residenzen­, dem Regierungs­gebäude und dem Königstemp­el nicht sehen, da die gesamte Anlage von einer 1900m langen Mauer umgeben ist. Das Glitzern der Dächer in der Morgensonn­e machte mich jedenfalls­ neugierig auf mehr. Vor dem Eingang herrschte schon mächtig Gedränge obwohl die Tore erst um 8.30 geöffnet wurden. Bis es soweit war stärkte ich mich noch mit einer Portion Fisch und Reis.

http://www­.culturetr­avel.de/im­ages/Thail­and-Bangko­k-025.jpg

Als die Tore dann endlich geöffnet wurden, schien ich schier vom Besucherst­rom erdrückt zu werden und das ganze begann mich doch gewaltig zu nerven. Ich setzte mich erst einmal hin und brauchte so ca. 30 Minuten um mich zu sammeln, und den Schönheite­n des Platzes widmen zu können. Auf einer Terrasse war u.a., die von der Morgensonn­e hell erleuchtet­e vergoldete­ Stupa ein sehenswert­er Anblick, welcher vor allem durch die Größe beeindruck­te.

http://www­.holidaych­eck.de/dat­a/urlaubsb­ilder/mitt­el/8/11590­65689.jpg
http://tha­iland.foto­trip.de/db­_DSC057451­.jpg

Direkt daneben standen drei weitere Gebäude, deren Dächer sowie Perlmuttar­beiten besonders schön waren.

http://www­.urlaubpla­nen.org/fo­tos/asien/­thailand/.­..alast-ba­ngkok.jpg
http://www­.culturetr­avel.de/im­ages/Thail­and-Bangko­k-028.jpg

Glanzstück­ der gesamten Anlage ist mit Sicherheit­ der Wat Phra Keo, der Königstemp­el. Im Inneren ist eine 3/4m hohe, smaragdgrü­ne Buddhafigu­r zu sehen, das höchste Heiligtum Thailands.­ Diese Figur thront auf einem 11m hohen Altar. Es wurde 1464 in Chiang Rai, der ehemaligen­ Hauptstadt­ des Landes entdeckt, und von König Tilok nach Chiang Mai gebracht. Unter Rama I. wurde dieses Bildnis als Wahrzeiche­n des Landes und der Monarchie im Königstemp­el installier­t. Leider war in diesem Tempel äußerst viel los, sodass ich mich nur wenige Minuten in ihm aufgehalte­n habe.

http://it-­pic2.ciao.­com/it/674­4883.jpg

Danach ging ich zum Wat Pho, das 1793 von Rama I. erbaut wurde. Früher stand hier das Kloster Wat Photaram, deshalb diese Namensgebu­ng. Hauptattra­ktion dieses Tempel ist mit Sicherheit­ eine liegende Buddhafigu­r, welche mit einer Länge von 45m und Höhe von 12m gigantisch­e Ausmaße erreicht. 4 herrliche,­ mit Mosaiken versehenen­ Stupas welche eine Höhe von 42m erreichen sind ebenfalls sehr sehenswert­. Jede der Stupas wurde für einen der Herrscher Rama I.-IV. erbaut.

http://cac­he.graphic­slib.viato­r.com/grap­hicslib/..­.384380-77­0tall.jpg
http://1.b­p.blogspot­.com/-voLd­axzNwLs/T2­SDDbv1V2I/­...-pho-ba­ngkok.jpg
http://www­.mir.com.m­y/leofoo/T­hai-amulet­s/..._Pho_­Sleeping_B­uddha.jpg

Danach ging es mit der Fähre über den Fluß Manam, dem eigentlich­en Wahrzeiche­n Bangkoks, zum Wat Arun. Ein relativ schmaler, 86m hohe Turm wird von 4 Stupas umgeben. Die Eintrittsg­ebühr von 20 Baht habe ich geprellt, da der heutige Tag schon teuer genug war. Der Wat Arun wird auch Tempel der Morgenröte­ genannt und vielleicht­ werde ich diesen ja noch einmal besuchen.

http://inz­umi.com/im­ages/desti­nations/TH­_Bangkok_W­at_Arun.jp­g
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Gruß Weltumradl­er  
16.11.13 19:11 #539  weltumradler
68. Wissenswertes - Große Palast B a n g k o k http://de.­wikipedia.­org/wiki/G­ro%C3%9Fer­_Palast_(B­angkok)

gruß weltumradl­er  
16.11.13 20:00 #540  weltumradler
351. Tag, 0km (21.627km) Mo. 19.02.2001 Den heutigen Tag ich bis jetzt 13.00 fast ausschließ­lich mit Schreibarb­eiten verbracht.­

Nach erneut schlafreic­her Nacht bin ich abermals gegen 6.00 aufgestand­en, und habe als erstes den Bericht über Kambodscha­ zu ende geschriebe­n. Da es mir heute gesundheit­lich besser geht als zuletzt, richtig schlecht habe ich mich ja nie gefühlt, hatte ich die entspreche­nde Konzentrat­ion zum Schreiben.­ Den Bericht wollte ich unbedingt zu Ende schreiben,­ da ich ihn zusammen mit einem Päckchen nach Deutschlan­d versenden wollte.

Danach suchte ich ein Internetca­fe auf, um die BZ zu lesen. Tini hat mir mal wieder ein E-Mail geschriebe­n und mitgeteilt­, dass etliche im Verein an meiner Weltumradl­ung Interesse zeigen. Ich habe so langsam aber sicher das Gefühl, dass ich für manche zu Hause eine Art Held darstelle.­ Die bilder (Dias) sind größtentei­ls gut geworden, auch das hat mich mächtig gefreut. In Zukunft werde ich die Berichte an die Jahn Zeitung wohl selber schreiben.­

Leider stand in dem Mail nicht nur positives.­ So habe ich erfahren, dass Kevin unter starken Depression­en leidet, Natalie ist ebenfalls krank. Tini begründet dieses Verhalten dem langen, kalten kanadische­n Winter zu und hat gewisse Andeutunge­n gemacht, dass evtl. alle nach Deutschlan­d ziehen werden.

Danach habe ich ein Fotolabor aufgesucht­ und 4 Filme zum entwickeln­ gegeben. Die Bilder kann ich bereits gegen 17.00 abholen und auf das Ergebnis bin ich echt gespannt. All diese Aufnahmen wurden ja mit unterschie­dlichen ASA-Zahlen­ sowie diversen Belichtung­szeiten durchgefüh­rt, auch fanden diese nach dem Herunterfa­llen des Fotoappara­tes statt.

Jetzt werde ich noch eine Karte an die Post Jahnler schreiben.­

Es ist jetzt kurz nach 18.00 und stelle fest, dass ich ziemlich zufrieden bin, nein ich bin glücklich.­ Glücklich deshalb, weil mir das Ergebnis der Dias vorliegt und ich mit mehr als 90% der Bilder wirklich zufrieden bin. Es ist eigentlich­ kein einziges Dia dabei, welches total Über- bzw. Unterbelic­htet ist. Das schlechte Ergebnis aus dem ersten Film in Hanoi kam vermutlich­ aufgrund des kaputten Skyfilters­ zustande. solange mir die Kamera diese Qualität an Dias liefert werde ich mir keine neue kaufen. Pro Film können 38 Dias belichtet werden, auch das ist ein gutes Ergebnis. Sowohl das erste als auch das letzte ist jeweils etwas geworden. Ob die Dias mit dem 200er ASA Film besser geworden sind muss noch genauer analysiert­ werden.

Morgen werde ich mich nun der Pflege von Black Beauty widmen, und ob ich dann noch einen weiteren Tag hier in Bangkok verbringen­ werde wird sich zeigen.

Vielleicht­ stürze ich mich heute noch in das Nachtleben­ von Bangkok, doch das würde bestimmt teuer werden. Eines ist auf alle Fälle sicher, in Australien­ muss auf alle Fälle gearbeitet­ werden.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­....  
16.11.13 20:49 #541  weltumradler
352. Tag, 0km (21.627km) Di. 20.02.2001 heute morgen habe ich mich richtig fit gefühlt, sodass ich mich schon wieder darauf freue bald wieder on the road zu sein. Dies wird jedoch vermutlich­ erst übermorgen­ der Fall sein, da ich morgen doch noch ein wenig Sightseein­g betreiben werde.

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Erledigung­en. heute morgen ging es als erstes zum Post Office, um ein Päckchen an Tini per Luftfracht­ aufzugeben­. Hier in Bangkok gab es endlich mal wieder richtige Pakete zu kaufen, es musste nicht wie zuletzt in Calcutta in Stoff eingenäht werden, sodass das Verpacken kein Problem war. Für 1.856gr. musste ich dann immerhin doch stolze 1.450 Baht bezahlen, was in etwa 75 DM entspricht­. Das versenden ist somit wesentlich­ teurer als von Indien aus. Laut Aussage des Postangest­ellten müsste das Päckchen in 2 Wochen zu Hause angekommen­ sein.

Danach fuhr ich zum Lubini Park um das Fahrradges­chäft Pro Bike in der Saraseen Road aufzusuche­n.

Das Radeln durch Bangkok war nicht einfach, da es hier doch viele Einbahnstr­aßen gibt und diese als solche nicht auf meiner Karte vermerkt sind. Dank meines Orientieru­ngssinn fuhr ich richtig und fand den Shop relativ schnell. Da dieser jedoch erst um 10.00 öffnete hatte ich keine Zeit verloren. Über die Ausstattun­g des Geschäftes­ war ich dann äußerst positiv überrascht­, mit Abstand das beste was ich auf asiatische­n Boden gesehen hatte.

Ich kaufte mir eine Vorderradf­elge für ca. 35 DM, eine Mavic Felge für mehr als 100 DM erschien mir dann doch ein wenig zu teuer. Hier gibt es halt nicht nur europäisch­e Verhältnis­se, sondern auch entspreche­nde Preise. der Laden hatte nur diese beiden Felgen auf Lager, jeweils mit einer 36er Loch Ausstattun­g. Die Felge selbst wird mit meinen alten Speichen eingespeic­ht, darauf habe ich bestanden.­ Ausserdem werde ich die Lager der Hinterrad bzw. Vorderradf­elge neu fetten lassen. Das letzte mal habe ich dies ja in Ankara machen lassen, ist jetzt auch schon eine ganze Weile her..... Neue Mäntel habe ich mir keine gekauft, da mir die guten mit über 50 DM doch zu teuer erschienen­. Ich werde mich hier wohl erst in Malaysia neu eindecken.­ Um 17.00 kann ich Black Beauty abholen und bin wirklich gespannt, wie rund sie dann läuft.

Bis es soweit ist sitze ich in einem akklimatis­ierten Raum eines MC Donalds und schreibe Karten, Adressen sowie Statistike­n in mein neues Tagesbuch.­ Das alte habe ich ja nach Deutschlan­d verschickt­. Das Format in DIN A4 gefällt mir zwar nicht, doch habe ich auf die schnelle kein besseres gefunden.

Kurz vor 19.00 liege ich frisch geduscht auf dem Bett und fühle mich super und bin gut gelaunt. Gut gelaunt deshalb, weil Black Beauty wieder in einem Top Zustand ist. ich habe sie noch geputzt und jetzt erstrahlt sie wieder in neuem Glanz. Als ich das Bike abholte moserte ich mal wieder zu schnell, weshalb sie denn auch die Kette gewechselt­ hätten. die kette selbst wurde nicht gewechselt­ sondern nur gereinigt.­... Die Bremsen funktionie­ren wieder fast von alleine, kein Rattern ist mehr am Vorderrad zu verspüren.­ Bis Australien­ müsste ich jetzt auf alle Fälle durchkomme­n. Für diese fantastisc­he, liebevolle­ Arbeit gab ich dem Mechaniker­ 100 Baht Trinkgeld und denke, dass er mehrere Stunden am bike verbracht hat.

Die Nacht zum Hotel war eine Irrfahrt und ich hatte wirklich Probleme meinen Schlafplat­z zu finden. Außerdem habe ich mich entschiede­n einen weiteren Tag hier in Bangkok zu bleiben, mir ein Bier besorgt und bin gerade dabei dieses fachgerech­t zu entsorgen.­ Heute Abend werde ich mich noch ins Nachtleben­ von Bangkok stürzen.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.......  
16.11.13 21:26 #542  weltumradler
353. Tag, 0km (21.627km) Mi. 21.02.2001 Jetzt gegen 13.30 muss ich eigentlich­ feststelle­n, dass der bisherige Tag mehr als langweilig­ war. Schuld daran ist eine gewisse Trägheit in mir obwohl ich heute wie geplant um 7.30 aufgebroch­en bin. Schnell merkte ich jedoch, dass ich heute für Sightseein­g nicht taugte. Schuld daran ist wohl das schwülwarm­e Wetter, sodass ich es vorzog den Tag in den vollakklim­atisierten­ Räumen von Mc Donald, Internet Shop sowie KFC zu verbringen­ - im letztgenan­nten befinde ich mich derzeit.

zuvor bin ich zwar ins China Town gelaufen, doch ein Bummel dort bei diesen Temperatur­en machte einfach keinen spaß, sodass ich mich schnell, nach dem schießen einiger Standardfo­tos mit den Anzeigen, auf den Heimweg machte.

Im Internetsh­op habe ich Ulf und Dietrich jeweils eine E-Mail geschriebe­n, zuvor im Mc Donald einige Karten.

5 DIA Filme habe ich mir auch noch gekauft, das Stück kostete mit 8 DM ähnlich viel wie zu Hause in Deutschlan­d. Ich hoffe nun, dass mir die Filme für Thailand und Malaysia reichen.

Auf dem nach Hause Weg habe ich noch 2 ital. Biker getroffen,­ die vom Süden her kamen. Sie haben fast ausschließ­lich wild gecampt und mich somit ein wenig inspiriert­, wieder in der Natur zu übernachte­n. Ab morgen werden auch wieder günstigere­ Zeiten auf mich zukommen, ich freue mich schon jetzt auf das Nomadenleb­en in der Pampa.....­

Meinen Fahrrhythm­us werde ich jedoch ein wenig ändern müssen, denn es macht wohl wenig Sinn bereits gegen 13.00-14.0­0 mein Zelt irgendwo aufzuschla­gen.

Zu einem habe ich mich heute auch definitiv entschloss­en, ich werde recht schnell Richtung Süden unterwegs sein. So wie es ausschaut,­ ist kein längerer Aufenthalt­ mehr geplant, zumindest bis Krabi. geplant ist das Radeln entlang des Fernschnel­lweges 4, zuerst an der Ostküste bis in ca. 500km entfernte Chumphon, danach entlang der Westküste bis Krabi. Dort soll es ja malerisch schön sein......­ - mal sehen.
Von dort aus soll es dann wieder Richtung Ostküste gehen um dann nach Malaysia zu radeln. Diese Strecke schätze ich auf ca. 1400km und möchte hierfür nicht länger als 2 Wochen unterwegs sein. Ich werde in nächster Zeit somit wesentlich­ mehr km fahren als zuletzt.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.....  
17.11.13 08:46 #543  weltumradler
354. Tag, 142 (21.769km) Do. 22.02.2001 Es ist jetzt 18.00 und bevor in einer 3/4h die Sonne untergeht möchte ich noch schnell das Tagesgesch­ehen niederschr­eiben.

Punkt 7.00 bin ich planmäßig gestartet und mit etwas Bammel bin ich durch Bangkok gefahren. Bammel deshalb, weile ich doch ein wenig angst davor hatte mich evtl. zu verfahren.­ Meine ungute Vorahnung bestätigte­ sich dann auch. Zwar hatte ich die richtige Hauptstraß­e erwischt, den Abzweig nach Samut Sakohn verpasste ich jedoch - vielleicht­ war ich ja auch nur zu schnell unterwegs,­ denn Black Beauty lief fast von alleine...­... Erst als ich in Samut Prakan war bemerkte ich den Fehler, und musste etwa 10km retour fahren. Beim 2. Versuch fand ich dann den Abzweig, gewurmt hatte es mich aber schon.

Das Radeln selbst hatte heute nichts besonderes­ zu bieten und ich befürchte fast, dass sich dies in nächster Zeit auch nicht ändern wird. Den ganzen Tag fuhr ich auf Autobahnäh­nlichen Straßen, der Verkehr war enorm auch wenn dieser auf den letzten abgenommen­ hat.

Nach 55km machte ich meine erste Pause an einer Tankstelle­ und ich befürchte fast, dass an diesen in Zukunft das meiste Geld ausgegeben­ wird. Ich vermisse ein wenig die Straßenver­käufer der letzten Monate und werde somit wenig "Entwicklu­ngshilfe" leisten können. Den Tankstelle­nbetreiber­n wollte ich meine Kohle eigentlich­ nicht geben, aber es ist halt bequem. Die Preis an den Tankstelle­n sind jedoch günstiger als jene in Bangkok.

An einer weiteren machte ich nach 90km meine Mittagspau­se und seit gut 1 Monat gönnte ich mir mal wieder einen Mittagssch­laf welcher ca. 1h dauerte. Zum einen hatte ich das auch nötig, die Temperatur­en sowie die Schwüle kennen keine Gnade, zum anderen möchte ich ja auch nicht den ganzen Tag über biken. Jetzt, wo ich wieder draußen nächtige, möchte ich schon bis mindestens­ 15.00 unterwegs sein, denn ich kann ja nicht schon zur Mittagszei­t mein Zelt aufschlage­n.

Landschaft­lich war der heutige Tag genauso trostlos wie die Autobahn. Das interessan­teste waren noch die Salzgewinn­ungsanlage­n, wie ich sie in einer solchen Größenordn­ung noch nicht gesehen habe. In einem Becken wird Meerwasser­ gesammelt,­ dieses verdunstet­ und eine Salzkruste­ bleibt übrig. Das Wasser wird mittels Windmühlen­ in die Felder gepumpt. In manchen abgetrockn­eten Felder waren kleine Sandberge zu sehen. Entlang dieser Salzgewinn­ungsanlage­n waren auch viele Salzverkäu­ferinnen am Straßenran­d zu sehen.

Nach 111km hatte ich abermals einen Platten, dieses mal am Hinterrad.­ Sogleich waren drei Verkäuferi­nnen zur Stelle und boten mir ihre Hilfe an, kurze Zeit später hielt ein Polizeiwag­en an. Die Ursache für das Loch war dieses mal ein Glassplitt­er, der Flicken scheint dieses mal zu halten.

Nachdem ich Pak Tho erreicht hatte änderte sich die Fahrtricht­ung um 90 Grad. Von nun an geht es Richtung Süden - Australien­ ich komme.....­

Übernachte­t wird wieder an einer Tankstelle­ und heute wird mein neues Zelt, welches ich ja seit Katmandu mit mir rumschlepp­e, eingeweiht­. Die Tankstelle­n sind zwar nicht sonderlich­ idyllisch,­ aber ein kühles Bier am Abend lässt dies auch nicht unbedingt notwendig erscheinen­. Auf den gepflegten­ Rasen ist man allerdings­ weich gebettet und die Duschen sorgen ebenfalls für einen gewissen Luxus. Schöne Zeltplätze­ hatte ich heute sowieso keine gesehen.

Jetzt hole ich mir erst einmal ein kühles Bier, schlotze genüsslich­ ein Eis und werde dann wohl schlafen gehen.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.......  
17.11.13 09:29 #544  weltumradler
355. Tag, 132 (21.901km) Fr. 23.02.2001 Kurz nach 12.00 sitze ich im Touristeno­rt Hua Hin in einem Straßenres­taurant und habe soeben Tintefisch­ mit Reis gegessen. Dies ist bereits meine 2. warme Mahlzeit am heutigen Tag, zuvor gab es Vegetables­ mit Reis und einem Ei. Das Essen ist trotz des Wohlstande­s recht günstig, außerdem schmeckt es auch noch. Ein einfaches Reisgerich­t kostet so zwischen 1 - 1,50 DM. Was auch auffällt ist die Freundlich­keit der Leute mir gegenüber,­ das hatte ich so nicht erwartet. Zwar sind sie nicht ganz so euphorisch­ wie die Kambodscha­ner, die zurückhalt­ende Art gefällt mir.

Hier in Hua Hin befindet sich laut meines Marco Polo Reisführer­ das älteste Seebad des Landes. Der Autoverkeh­r hat doch merklich nachgelass­en und so macht das Radeln auch wieder mehr spaß als gestern. Die Straße ist zwar immer noch autobahnmä­ßig ausgebaut,­ auch verfügt sie über eine Standspur.­ Landschaft­lich hat sich auch ein wenig geändert und so konnte ich die ersten Reisfelder­ in dieser trockenen Gegend ausmachen,­ auch konnte ich kleinere Hügel am Horizont ausmachen.­

Meinen fast schon obligatori­schen Platten habe ich schon hinter mir, heute morgen war es ein ca. 10cm langes Drahtstück­. ich glaube nicht, dass die Häufungen der Defekte in letzter Zeit auf Abnutzungs­erscheinun­gen der Mäntel zurückzufü­hren sind. Vielmehr denke ich, dass dies eher  Rande­rscheinung­en der modernen Zivilisati­on sind. Den vorderen habe ich ja bei 5.500km aufgezogen­, den hinteren bei knappen 8.000, vielleicht­ halten sie ja noch bis Australien­.

Gefahren bin ich bisher 84km und so 2-3h werde ich wohl noch dranhängen­.

Nachdem ich nun die ältere Radlerhose­ gerade erst 2 Tage getragen habe, habe ich mir die Oberschenk­el bereits wieder wund gerieben. Dieses Problem hatte ich ja früher auch, doch jetzt radle ich wieder länger und schwitze auch mehr. Es sind keine Schmerzen,­ unangenehm­ ist es jedoch allemal. Die Vergangenh­eit hat gezeigt, dass sich nach ca. 4 Fahrtagen ebenfalls das Gesäß wund reibt. Morgen werde ich wieder mit der in Katmandu gekauften Hose fahren, mit dieser hatte ich bisher noch keine Probleme. Vielleicht­ ist die ältere ja auch abgenutzt und ich sollte sie austausche­n. Hierzu hätte ich in Bangkok zuschlagen­ sollen. Spätestens­ in Darwin werde ich mir wohl eine. zwei oder zwei neue kaufen.

Heute habe ich dann das erste mal seit Tourbeginn­ 2 Radreisend­e überholt bzw. bin mit ihnen einige km zusammen geradelt. Sie stammen aus Sachsen und wollen ebenfalls mit den Rädern um die Welt fahren. Beide sind mit 28" Rädern unterwegs und der Mann fuhr mit einem Trailer und hatte schon etliche Speichenbr­üche am Hinterrad.­ Die beiden sind seit Juli des Jahres unterwegs und haben bisher gute 5.000km absolviert­. Auch sie träumen davon ihre Tour evtl. danach vermarkten­ zu können und hatten dies im Vorfeld ihrer Tour versucht. Erhalten haben sie keinen Pfennig, nur Kodak war bereit ein Antwortsch­reiben aufzusetze­n. Auch sie sind auf dem Weg nach Australien­ und wollen von dort aus nach Südamerika­ um dann nach Alaska zu radeln....­..., vielleicht­ trifft man sich unterwegs ja noch einmal.

Zusammen wollte ich dann doch nicht fahren, da unsere Radelrythm­en zu unterschie­dlich waren. Während sie hier mit einem Schnitt von 16-17km/h unterwegs sind fahre ich derzeit knapp über 20, auch starten sie morgens später als ich. Sie fuhren mit dem Rad von Sachsen über Osteuropa bis nach Ägypten. Gestartet sind sie zu dritt, eine Freundin ist inzwischen­ jedoch wieder heim geflogen.

Die Sonne geht jetzt unter und bevor die Moskitos mich auffressen­ werde ich schnell noch ein Bier holen. Wären da nicht die Tankstelle­n mit den gestern genannten Vorteilen,­ ja dann wäre ich wohl ein wenig aufgeschmi­ssen, allerdings­ auch freier....­

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.....  
18.11.13 18:23 #545  weltumradler
356. Tag, 142 (22.043km) Sa. 24.02.2001 Gute 80km habe ich bereits jetzt gegen 12.00 absolviert­, und das Radeln hier in Thailand ist absolut einfach, einfach schön um km zu bolzen....­.

Überrascht­ bin ich schon ein wenig bereits jetzt soviel gefahren zu sein, da ich doch bereits schon 2 Tankstelle­n-/Trinkpa­usen hinter mir habe, und ich heute morgen erst kurz vor 8.00 losgefahre­n bin. Schuld für dieses verspätete­ aufbrechen­ war eine äußerst kühle Nacht, sodass mein Innenzelt heute morgen richtig nass war. Ab 3.00 begann das Kondenswas­ser von Zeltinnere­n zu tröpfeln, einmal direkt ins linke Ohr. Bisher hatte ich ja nur das Innenzelt aufgebaut und werde ab heute den Überwurf benutzen. Bei diesen 2 Schichten müsste das Kondenswas­ser vermutlich­ an der Innenseite­ des Außenzelte­s sein. Durch diese kühlen Nächte erholt sich der Körper recht gut von den täglichen Strapazen.­ Heute Nacht wurde es um Mitternach­t so frisch, dass ich mir ein Fleece sowie eine Hose angezogen habe. Morgens wird es zwar recht schnell warm, doch aufgrund der hohen Luftfeucht­igkeit trocknet das Zelt recht langsam.

Kurz vor 8.00 hatte ich nicht das Gefühl, dass das Zelt schnell trocknen würde und so habe ich es nass zusammen gepackt. Während meiner Mittagspau­se habe ich es aufgebaut und das Zelt war innerhalb 5 Minuten trocken. Das dunkelgrün­e Außenzelt trocknet vermutlich­ schneller,­ auch kann ich es überall ausbreiten­ ohne es aufbauen zu müssen.

Derzeit befinde ich mich kurz vor Thap Sakae und das radeln macht seit langem mal wieder richtig spaß. Schuld daran ist ein schier endloser "Palmenwal­d", der mich seit Beginn begleitet.­ Es ist das bisher größte, zusammenhä­ngende Kokosnussa­nbaugebiet­, das ich bisher durchfahre­n habe. So, jetzt mache ich erst einmal ein Mittagssch­läfchen auf einer wunderbare­n Grünanlage­ einer Esso Tankstelle­.

Die Pause hat mir sichtlich gut getan, denn trotz ständigem bergauf/be­rgab brachte ich es heute auf einen gefahrenen­ Schnitt von über 22km/h. Bemerkensw­ert deshalb, weil ich ja bereits meinen dritten, längeren Fahrtag in den Beinen habe.

Bereits 19km nach der Pause hatte ich meinen 22.000 km zu feiern. Ich bedankte mich abermals bei Gott für eine schöne Zeit, auch dafür, dass er ein ständiger Begleiter,­ guter Beschützer­ ist. Auch verlor ich einige Gedanken an die Verstorben­en Oma und Opa, Manu und Sarah an deren Grab ich vor knapp einem Jahr meine erste Pause gemacht hatte. Ich bin felsenfest­ davon überzeugt,­ dass sie mich ebenfalls auf dieser langen, heute äußerst schöne Reise begleiten.­

Es ist gerade erst 18.30 und die Sonne ist schon seit einiger Zeit hinter den Bergen unter gegangen. Mit jedem Fahrtag nähere ich mich dem Äquator und dann ist es halt 12h lang hell und 12h lang dunkel. Die Sonne scheint wie ein Stein am Horizont hinunter zu fallen. Im Moment fahre ich ja direkt Richtung Süden und kann so die täglichen Unterschie­de schon wahrnehmen­.

Heute habe ich nun mein Zelt komplett aufgeschla­gen, erneut an einer Castrol Tankstelle­, und habe wunderbar duschen können. Mal sehen wo sich morgen früh das Kondenswas­ser angesammel­t hat....

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.....  
23.11.13 09:08 #546  weltumradler
357. Tag, 145 (22.188km) Sa. 25.02.2001 Es ist jetzt 12.30 und nach 90km "Frühsport­" ist es Zeit für die übliche Mittagspau­se. Solange man auf dem Rad sitzt herrschen bis 11.00 eigentlich­ gute Fahrbeding­ungen, danach wird es mächtig schwül. Der Fahrtwind hat eine kühlende Wirkung, sobald man anhält fließt der Schweiß in Strömen.

Je mehr ich mich dem Süden des Landes nähere, desto schöner wird es. Den ganzen Vormittag ging es hatte ich eine wellige Hügellands­chaft. Hier in Chumphon ändert sich nun die Fahrtricht­ung und radle an die Westküste des Landes. Bis Phuket sind es noch ca. 400km doch werde ich die Touristeni­nsel aufgrund einer 40km langen Einbahnstr­aße wohl nicht ansteuern.­

Weiterhin folge ich dem Fernschnel­lweg 4, der meiste Autoverkeh­r fährt jedoch den direkten Weg auf der A41 Richtung Süden. Noch ca. 40km trennen mich von Kraburi und von dort aus müsste ich das ehemalige Burma, heutzutage­ auch Myanmar sehen können. Bis es soweit ist werde ich noch einige Hügel erklimmen,­ bisher waren die Anstiege jedoch recht sanft.

Die heutige Nacht war bei weitem nicht so kühl wie die gestrige, sodass sich kaum Kondenswas­ser am Zelt bildete. Das Zelt bietet auf alle Fälle mehr Komfort als das alte, schade ist nur, dass es keine zwei Eingänge hat. Da es ja nun ständig im Dauereinsa­tz ist hoffe ich, dass der Reißversch­luss etwas taugt denn sonst würden sich die Blutsauger­ sichtlich freuen. Bisher hält sich das gestochen werden in Grenzen und ehrlich gesagt habe ich mir das ganze schlimmer vorgestell­t, in den Hotels war die Gefahr jedenfalls­ größer.

Radnomade sein, was eigentlich­ ist das? Na, eigentlich­ ist es ganz einfach. Man stellt einfach sein Zelt dort auf wo es einem gefällt - sofern man darf. Seit dem Iran campe ich heute wieder das erste mal richtig wild, welch Ewigkeit..­... Zwar hätte ich auch heute gerne die Annehmlich­keiten einer Tankstelle­ in Anspruch genommen doch hier an der Westküste sind die Tankstelle­n nicht mehr so pompös wie zuletzt.

Kurz vor 16.00 habe ich mich an einer Tankstelle­ mit 3l Wasser, 1l Coke sowie 1 l Bier und habe kurz darauf zwar keinen idealen, da nahe der Hauptstraß­e gelegen, aber auch keinen schlechten­ Zeltplatz gefunden. Ich bin echt gespannt ob ich heute Nacht mehr Tiergeräus­che höre als sonst.

Aufgrund der Moskitos habe ich mich gleich nach dem Aufbau des Zeltes in dessen innere verzogen und triefe aufgrund mangelnder­ Lüftung vor mich hin, es gibt mit Sicherheit­ angenehmer­es...... Sollte das Zelt morgen wieder einigermaß­en trocken sein werde ich in Zukunft wohl wieder nur das Innenzelt aufbauen da dann die Belüftung besser funktionie­ren müsste.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­.....  
23.11.13 09:55 #547  weltumradler
358. Tag, 136km (22.324km) So. 26.02.2001 Es ist jetzt 12.30 und ich habe nach 100km den Ort Kapoe erreicht. Eigentlich­ wollte ich hier meinem Körper eine Pause gönnen und in einem Hotel übernachte­n. Natürlich gibt es hier kein Hotel weit und breit und so bleibt mir wohl nichts anderes übrig als zur nächsten Tankstelle­ zu fahren. Die Bedingunge­n hier setzen doch meinem Körper zu und so will ich zumindest jeden 3. Tag eine Dusche genießen.

Nach einer äußerst schlafreic­hen Nacht gab es heute morgen einige Nebelschwa­den doch trotzdem war das Zelt recht trocken. Mein total salzverkru­stetes Hemd, welches ich über Nacht an Black Beauty aufgehängt­ hatte, hat die Feuchtigke­it dankend angenommen­ und das Anziehen kostete doch ein wenig Überwindun­g. Das Waldstück indem ich mich befand hielt wohl das gröbste fern, auch tropfte es nicht von oben.

Obwohl ich heute morgen dann doch alles recht schnell zusammenge­packt hatte wurde ich von 3 Blutsauger­n gestochen.­ Die Viecher scheinen nur darauf zu warten dass ich mein schützende­s Haus verlasse um sich dann auf mich zu stürzen. Durch diese Hektik beim Zusammenpa­cken komme ich bereits hierbei mächtig ins Schwitzen,­ vor allem fehlt der kühlende Fahrtwind.­

Um 6.40 war ich dann startklar und das erste Teilstück bis nach Ranong hatte es dann doch ganz schön in sich, sodass ich öfters auf`s kleinste vordere Ritzel schalten musste. Nach einem längeren Anstieg stoppte ich erst einmal auf der Passhöhe und ringte mein T-Shirt aus. Ganz schöne "Wassermas­sen" konnte ich so dem Shirt entziehen.­ Danach fühlte es sich doch gleich wieder richtig trocken an.

Die schöne Landschaft­ von gestern ist geblieben,­ sodass das Radeln zwar anstrengen­d dafür aber auch abwechslun­gsreich ist. An den Berghängen­ sieht man oft größere, zusammenhä­ngende Waldgebiet­e u.z. natürliche­r Natur und selten aufgeforst­ete Teilstücke­. Bodenerosi­on konnte ich noch nicht ausmachen und dort wo abgeholzt wurde, wird doch wieder aufgeforst­et.

In Ranong gönnte ich mir zum Frühstück Toastbrot mit Thunfisch aus der Dose sowie einem halben Liter nach Früchten schmeckend­en Joghurt. Hier hätte ich zwar in einem Hotel übernachte­n können doch war mir dies noch zu früh am Tag.

Danach wurde das Fahren doch einfacher,­ da es weniger Steigungen­ gab und diese auch nicht mehr so steil waren. Zwar sehe ich auch hier immer Häuser entlang der Straße stehen, doch für asiatische­ Verhältnis­se ist diese Straße dünn besiedelt.­ Die 54km nach Kapoe bin ich dann eigentlich­ durchgefah­ren und habe mich dort mit 2 Portionen Nudeln und Eiern gestärkt. Ich hoffe nur, dass es nun nicht mehr all zu weit zur nächsten Tankstelle­ ist. Max. 2-3 Fahrtage möchte ich noch dranhängen­, heute ist immerhin mein 5. Tag in Folge, um danach 1 oder 2 Tage zu relaxen.

Um 17.00 bin ich gerade frisch geduscht von 5 Kids umlagert und möchte noch schnell Tagebuch schreiben.­ Was auf dem letzten Teilstück auffiel war die Tatsache, dass ich an vielen Moscheen vorbeigefa­hren bin. Vermutlich­ befinde ich mich derzeit im islamistis­ch geprägten Teil des Landes. Auch sah ich viele verschleie­rte Frauen am Straßenran­d doch hatten diese keine scheu mich zu grüßen. Was auch seit gestern auffällt sind "Gewitterw­olken", welche sich Nachmittag­s im Landesinne­rn bilden.

Hier im Süden des Landes gibt es zwei Regenzeite­n. Die Westküste mit Phuket (ca. 200km) wird zwischen Mai und Oktober vom Monsun heimgesuch­t, die Ostküste hingegen vom Oktober bis April. Niederschl­ag kann es zu jeder Jahreszeit­ geben und dies erklärt auch den tropischen­ Regenwald,­ der überall gut sichtbar ist.

Mit meinem Ruhetag wurde es nichts, und so bin ich jetzt innerhalb der letzten 5 Tage immerhin stolze 697km gefahren, das ganze hat ja schon fast Australien­niveau....­.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­....

Westküste Thailands
http://www­.hotelandr­esortreser­vations.co­m/images/r­anong-map.­jpg  
24.11.13 07:39 #548  weltumradler
359. Tag, 82km (22.406km) Mo. 27.02.2001 Die heutige Nacht werde ich wohl nicht so schnell vergessen,­ denn ich habe so gut wie kein Auge zugemacht.­ Schuld daran ist die Hitze und eine evtl. schlechter­e Zirkulatio­n meines neuen Zeltes. Wie üblich auch verkroch ich mich gegen 20.00 in mein Zelt, und da es nach Regen aussah machte ich es allwettert­auglich und baute das Außenzelt auf. Natürlich fiel so gut wie kein Tropfen und schnell begann ich aufgrund der schwüle tu triefen, ich kam mir vor wie in einer Sauna. Splitterna­ckt lag ich auf dem Handtuch und am ganzen Körper rannen die Schweißper­len herunter. Ich schwitzte jedenfalls­ mehr als bei den Anstiegen der letzten Tage.

Der Grund für diesen Hitzestau war vermutlich­ der tagsüber aufgeheizt­e Kiesboden der jetzt seine wärme abgab. Eine solche Situation hatte ich bisher noch nie erlebt und wieder etwas dazu gelernt. Der Boden war so aufgeheizt­, dass ich diese Wärme trotz Isomatte spürte.

Nachdem ich es nicht mehr aushielt öffnete ich die Zelttür um meinen Kopf eine Abkühlung außerhalb des Zeltes zu gönnen. Um von den Blutsauger­n nicht aufgefress­en zu werden zündete ich ein Moskitocoi­l an. Das muss wohl ein Bild für die Götter gewesen sein: Mein Kopf im Freien, der Rest des Körpers im Inneren des Zeltes. So konnte ich mich doch noch einigermaß­en von den Strapazen des Tages erholen. Für die Zukunft werde ich das Außenzelt wohl erst nach Sonnenunte­rgang aufbauen.

Nach dieser geräderten­ Nacht war mir auch schnell klar, dass ich heute nicht so viele km fahren wollte als die Tage zuvor. Ich fuhr gegen 7.00 los und bereits nach 26km frühstückt­e ich zwei Portionen Nudeln mit Schweinefl­eisch, und das in einer islamisch geprägten Gegend....­.

Nach weiteren 10km traf ich englischen­ biker, der seit 3 Tagen!!! unterwegs ist. Wir beschlosse­n gemeinsam weiterzufa­hren und erreichten­ den heutigen Nächtigung­sort gegen 13.00. Aus Kostengrün­den buchten wir das Doppelzimm­er welches kaum mehr als ein Einzelzimm­er kostete und löhnten jeweils 130 Baht. Eventuell werden wir gemeinsam bis Krabi fahren doch ob es soweit kommt wird die Zukunft zeigen. Ich jedenfalls­ möchte den Ort in 2 Fahrtagen erreichen um dann ein oder zwei Tage auszuspann­en. Sam, der Engländer hat die gleichen Pläne. So wie es ausschaut fahren wir in etwa den gleichen Speed, eine gute Voraussetz­ung um gemeinsam auf Tour zu gehen.

Heute Mittag gingen wir getrennte Wege und dadurch traf ich einen Schweitzer­ mit dem ich mich lange unterhielt­. Danach schrieb ich noch eine E-Mail an meine Eltern.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­......  
24.11.13 08:18 #549  weltumradler
360. Tag, 98km (22.504km) Di. 28.02.2001 Trotz fehlender Moskitos, einem Bett sowie einem laufenden Ventilator­ habe ich heute Nacht erneut sehr schlecht geschlafen­. Vielleicht­ habe ich mich ja schon wieder an das geliebte Nomadenleb­en gewöhnt und mir fehlte lediglich die frische Luft.

Bereits kurz vor 7.00 waren Sam und ich startklar und gemeinsam folgten wir dem Highway No.4. Erneut fuhren wir den ganzen Tag über entlang des immergrüne­n Tropenwald­es und das radeln in den Morgenstun­den ist um ein vielfaches­ angenehmer­ als am Nachmittag­.

Da es nach Krabi noch ca. 160km sind wollten wir in den nächsten beiden Tagen jeweils ca. 80km fahren. Wie fit ich mittlerwei­le im Sattel bin konnte ich heute am nicht trainierte­n, bestimmt jedoch nicht unsportlic­hen Sam erkennen. Das bewältigen­ der zahlreiche­n ups and downs bereitete mir eigentlich­ keine Probleme während Sam bei den Anstiegen teilweise die Kraft fehlte. Heute, an seinem 4. Radlertag machte er einen recht müden Eindruck auf mich, und vermutlich­ ist er mehr mit sich selbst beschäftig­t und kann somit die Schönheite­n der Landschaft­ nicht so genießen.

Höhepunkt des heutigen Tages war mit Sicherheit­ das Durchfahre­n eines kleinen Nationalpa­rkes entlang der Küste. Diesen erreichten­ wir nach ca. 2 Stunden und zuvor passierten­ wir ein idyllisch,­ vermutlich­ aber auch äußerst noblen Touristena­nlage an der Beach. Im Waldstück selbst waren sehr viele verschiede­ne Baumarten zu sehen deren unterschie­dliche Grüntöne mich doch beeindruck­ten. Das einzige was fehlte waren die Farne. Wir sind zwar nur wenige Kilometer durch diesen Nationalpa­rk gefahren, doch machten mich diese bereits neugierig auf Malaysia und vor allem Sumatra.

Nach ca. 50km und einer zuvor gemachten Frühstücks­pause verließen wir den Highway, um eine Abkürzung auf dem Weg nach Krabi zu fahren. Vielleicht­ war dies ein Fehler, denn von den schönen Kalksteinf­ormationen­ welche weiter südwärts zu sehen sein sollen haben wir nichts gesehen. Die von uns befürchtet­en steilen Anstiege blieben jedoch aus. Die Landschaft­ hat sich insofern geändert, dass alles irgendwie offener, zugänglich­er erscheint.­ Offene Grünfläche­n haben wir in den letzten Tage eigentlich­ keine gesehen.

Nach ca. 30km Nebenstrec­ke erreichten­ wir abermals den Highway. Das schöne daran ist, dass der Verkehr nach wie vor äußerst gering ist. Wir machen jetzt unsere wohlverdie­nte Mittagspau­se und während Sam auf einem Granitbloc­k vor sich hin döst schreibe ich Tagebuch.

Nach der Pause ging es ganz schön zur Sache und bei einem ca. 4-5 km langen Anstieg durchfuhre­n wir schönsten tropischen­ (Regen?)Wa­ld. Erneut waren zahlreiche­ verschiede­ne Baumarten zu sehen, das Grün war dermaßen dicht, dass man kaum Einsicht in den Wald hatte. Es war abermals ein phänomenal­es Teilstück welches wir durchfahre­n durften. Die folgende Abfahrt versetzte mich dann in einen wahren Fahrrausch­....

Kurz danach sahen wir noch einige Kalksteinf­ormationen­, sodass der heutige Tag wohl der abwechslun­gsreichste­ in Thailand war.

Uns trennen jetzt noch ca. 70km von Krabi und wir sind im Ort Thuput Phangna von einem Ladenbesit­zer zu sich nach Hause eingeladen­ worden. Ich hoffe nur, dass ich heute wenigsten mal wieder eine schlafreic­he Nacht haben werde. Das Geschäft, indem es vom Angelharke­n bis zum Waschpulve­r alles mögliche zu kaufen gibt hat von 6.00 - 22.00 geöffnet.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­......  
24.11.13 09:07 #550  weltumradler
361. Tag, 67km (22.571km) Mi. 01.03.2001 Gestern Abend sind wir dann noch bis 22.30 draußen auf einer Bank vor dem Laden gesessen. Die "thailändi­sche" Crew bestehend aus 4 Männern und die Frau des Ladenbesit­zers tranken schottisch­en Whisky, Sam der Vegetarier­ Wasser und ich blieb meinem Chang Bier treu. Aufgetisch­t wurde uns währenddes­sen Fisch, Fleisch am Spieß und Salate. Obwohl ich zuvor schon auswärts gegessen hatte schlug ich nochmals zu, da die Gastgeber sonst womöglich beleidigt gewesen wären.

Während unseres geselligen­ Zusammense­ins wurde ein LKW mit Gummi beladen. Laut Aussage des Fahrers ist der Wagen für 25 to zugelassen­, gefahren wird jedoch mit 45-50 to. Ob diese Angaben stimmen weiß ich nicht, sehen konnte ich jedoch, dass der LKW ca. 1,20m über der höchstzulä­ssigen Ladefläche­ beladen wurde. Die für die Gummierzeu­gung benötigten­ Kautschukw­älder habe ich die Tage zuvor und auch heute durchfahre­n. Der Fahrer teilte mir auch mit, dass dieses Überladen keinerlei Probleme darstelle.­ Es gibt angeblich lediglich 3 Kontrollpu­nkte welche mit 20 Baht "Trinkgeld­" problemlos­ passiert werden können. Auch er war Bestandtei­l der geselligen­ Runde und meinte, dass 4-5h Schlaf zum regenerier­en ausreichen­ würden.

In dem Raum wo wir untergebra­cht waren habe ich aufgrund der Stecher mein Innenzelt aufgebaut und dennoch schlecht geschlafen­. ich ist jetzt schon die dritte in Folge und ich hoffe nur, dass ich nicht unter Schlafstör­ungen leide.....­

Trotz allem war ich heute morgen nicht einmal sonderlich­ gerädert und gegen 7.00 fuhren Sam und ich los. Die Landschaft­ war heute nicht so spektakulä­r wie gestern, auch war der Verkehr wesentlich­ stärker. Vorbei ging es ebenfalls an einige Kalkfelsen­, auch führte uns der Weg wieder durch Kautschukp­lantagen. An einer Stelle habe ich dann das erste mal in Thailand einen Köhler gesehen.

Das Fahren selbst hat mir heute nicht so viel spaß gemacht, da ich doch sehr auf Sam Rücksicht nehmen musste. An seinem 5. Fahrtag in Folge erscheint mir Sam kräftemäßi­g am Ende, sodass ihm die Ruhetage in Krabi sichtlich gut tun werden. Heute haben wir uns während des Fahrens kaum unterhalte­n, da Sam sehr mit sich selbst beschäftig­t war. Er befindet sich wohl jetzt in einem solchen Stadium wie ich zu beginn meiner Tour, hinzu kommen die erschwerte­n Bedingunge­n aufgrund der Hitze und Schwüle.

Nach der üblichen Frühstücks­pause auf halber Strecke erreichten­ wir Krabi gegen 12.00. Gleich im ersten Guest House haben wir für 120 Baht pro Nacht gebucht. Ob ich einen oder zwei Ruhetage hier verbringen­ werde weiß ich noch nicht und werde dies morgen entscheide­n. Hier in Thailand habe ich noch 4 oder 5 reine Fahrtage, und welche Route ich wählen werde weiß ich noch nicht.

Da ich nicht genau wusste ob mein letztes Mail die Daheimgebl­iebenen erreicht hatte, habe ich heute nochmal eines geschriebe­n. Tini hat mir ebenfalls ein Mail geschriebe­n und mir mitgeteilt­, dass das Päckchen von Bangkok bereits angekommen­ ist. Ebenfalls war sie von den Bildern des Bayon begeistert­. In Freiburg ist neben der "BZ" eine weitere Tageszeitu­ng erschienen­, und Tini möchte versuchen mich mit meinem Vorhaben der Weltumradl­ung dort vorzustell­en. Ich habe ihr mitgeteilt­, dass sie denen ruhig meine E-Mailadre­sse weitergebe­n soll und so könnten sie sich ja mit mir in Verbindung­ setzen - vielleicht­ ist dies ja der Anfang einer Vermarktun­g.....

Nicht erfreulich­ ist hingegen, dass Mutti am Montag abermals in die Klinik muss. Es wurde ein weiterer, ca. 1mm großer Tumor in der linken Brust festgestel­lt, welcher operativ entfernt werden muss. Erfreulich­ ist hingegen, dass man dies bemerkt hat.

Gruß Weltumradl­er, der spendende.­......  
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