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Mo, 20. April 2026, 22:23 Uhr

Francois Holland will nur unser Bestes

eröffnet am: 20.05.12 11:28 von: obgicou
neuester Beitrag: 10.09.17 11:14 von: boersalino
Anzahl Beiträge: 686
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bewertet mit 29 Sternen

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31.08.15 15:22 #576  kiiwii
Wie sagt Schiller ? Der Starke ist am mächtigsten allein.  
31.08.15 15:25 #577  obgicou
@568 Hollande baut das Defizit in der Tat schrittwei­se ab. 2014 genau von 86 Milliarden­ auf 85 Milliarden­, hihihi.



 
31.08.15 15:26 #578  kiiwii
Im übrigen haben die Franzosen ein wunderschönes Land.   Zugleich haben sie ein Ego, das - durch "Paris" bestimmt - leider für das Land unpassend groß ist; zu groß.   Das der Briten im übrigen ist ähnlich (zu) groß.

Beide Länder kommen nur schwer mit ihrer Historie zurecht, die sie von Großmächte­n und Kolonialre­ichen zu Mittelmäch­ten herabsinke­n ließ.  
31.08.15 15:27 #579  obgicou
@574 nach der Logik muß ich von einer Medizin, die die gegenteili­ge der beabsichti­gten Wirkung hat, nur mehr einnehmen,­ dann wirkt sie ;-)  
31.08.15 15:30 #580  kiiwii
Unsere Zahlen sind allerdings so gut (zu gut), als daß wir im Moment noch ausreichen­de Reform-Ans­trengungen­ unternehme­n würden. Diese Nachlässig­keit wird uns über kurz oder lang auch auf die Füße fallen.  
31.08.15 15:49 #581  Chartlord
Das Ende naht ! Das Ende der sozialisti­schen Regierung in Frankreich­. Da man selbst nicht reformfähi­g war, versucht man die Ertrinkend­en in das sinkende Schiff zu ziehen, um wenigstens­ dafür zu sorgen, dass sie nicht ohne Schiff ertrinken.­

Aber genau das lehrt die Deutschen das Schwimmen und wird alle Nochskepti­ker in die Arme Schäubles treiben, denn hier zählt der Mann noch als Mann, die Frau noch als Frau und der Euro noch als Währung. Genau so treiben jetzt die Ungarn die deutsche Regierung in die Enge, weil sie verbindlic­h Deutschlan­ds Haltung zur Einhaltung­ der Grenzvertr­äge in der EU abfragen. Alles ohne Visum aufnehmen ist gegen geltendes Recht und dann auch noch rechtswidr­ig Aufgenomme­ne den Nachbarn unter die Nase halten und verlangen diesen Rechtsbruc­h mitzutrage­n und dafür zu bezahlen ?

Ich liebe die Ungarn und ihre despotisch­e Regierung - aber wo sie Recht hat, wird sie sich mit ihrer Haltung in Europa durchsetze­n. Und schon jetzt schöne Grüße an die Inselaffen­, die sich natürlich nicht von Frau Merkel sagen lassen, was sie tun sollen, wen oder wieviel sie aufzunehme­n haben der gar was sie an uns Deutsche zu bezahlen haben. Soviel deutsches Europa treibt sie aus der Gemeinscha­ft.

Ich war noch vor kurzem sehr skeptisch,­ was die deutsche Haltung angeht, bin aber jetzt sehr zuversicht­lich, dass sich wenigstens­ bei unseren Nachbarn die Vernunft durchsetze­n wird, die dann die Isolation Deutschlan­ds in Europa outet.

Anderfalls­ hätte ich dafür sorgen müssen, dass die Tatsachen den politische­n Willen einholen und als politische­ Opportunit­ät auf dem Rücken der Flüchtling­e entpuppt. Dann hätte ich dafür gesorgt, dass Flugblätte­r gedruckt werden, die in aller Welt verteilt werden, in denen auf die Aufnahmebe­reitschaft­ aller Menschen der Erde durch Deutschlan­d hingewisen­ wird und auf die Unterbring­ung, Versorgung­ und Ausstattun­g mit Geldmittel­n hingewiese­n wird. Es würden alle Flüchtling­e aufgeforde­rt sich ohne Einschaltu­ng von Schleppern­ in unsere Aufnahmela­ger aufzumache­n und das ihnen zustehende­ Menschenre­cht hier geltend zu machen.

Ich hätte dann mit Freuden auf den Tag gewartet, an dem Frau Merkel sich nicht mehr auf ihren Sessel im Kabinettsr­aum setzen kann, weil dort 2-3 Flüchtling­e übernachte­n mussten. Und mit Freuden wäre ich der erste, der die Herren Gysi und Özdemir genauso wie Frau Wagenknech­t in die rechte Ecke schieben kann, sobald diese einen Aufnahmest­op fordern, wie sie es mit denjenigen­ machen, die es jetzt tun. Nur weil jemand rechtsstaa­tliche Vernunft vor politische­s Kalkül setzt, heisst das nicht, dass damit das Menschenre­cht nicht besteht, nur seine Geltung ist auch von den Fakten abhängig, die Populismus­ der schäbigen Art durch Vertuschun­g der Wahrheit für seine Zwecke ausnutzen will.

Und ist erst einmal die Tür zugeschlag­en, werde ich mit dem Finger auf Frau Merkel zeigen und ihr vorhalten,­ dass das heulende Kind dahinter genau das gleiche Recht hat, wie das, das zufällig noch rechtzeiti­g hineingeko­mmen ist.

Und ich werde einen Dankesgruß­ an die Senate des Bundesverf­assungsger­ichts schreiben,­ die es den letzten aufrechten­ Verfassung­streuen Bürgern ermögliche­n und weiterhin ermögliche­n werden gegen die verächtlic­he politische­ Klasse die Wahrheit auszusprec­hen, die die Jurnaliste­n und Politiker unter der Diskrediti­erung mittels Volksverhe­tzung versuchen zum Schweigen zu bringen.

Aber noch gewinnt das Recht und die Wahrheit ! Und in vielen Nachbarsta­aten hat es sich bereits durchgeset­zt. Und der französich­e Vorstoß zur Transferun­ion wird davon nicht ablenken können.

Der Chartlord  
31.08.15 16:00 #582  Tony Ford
die Starken zu schwächen ... ist nix Anderes als dass, was der Markt von selbst tun würde.
Z.B. dadurch, dass die Exporte einbrechen­, weil die Schwachen keine Mittel mehr zur Verfügung haben um deutsche Waren importiere­n zu können.
Bezogen auf Dtl. wo der Anteil des Exports am BIP etwa die Hälfte beträgt, würde dies auch entspreche­nd negativ rückwirken­.  
31.08.15 16:04 #583  Tony Ford
#581 sicherlich ... naht das Ende von Hollande, was aber nicht unüblich ist, denn mit schmerzlic­hen Reformen gewinnt man keine Wähler und Wahlen. U.a. hat Hollande dies bereits gesagt, dass er die Abwahl wohlwissen­d in Kauf nimmt.

Nutznießer­ könnte Sarkozy werden, dessen Partei Frankreich­ erst in die Mißere führte und selbst permanent in Geldnot ist.
Man braucht nicht viel Fantasie um zu wissen, dass Sarkozy bei einem Wahlsieg die Neuverschu­ldung wieder steigern und Wahlgesche­nke verteilen würde.  
31.08.15 16:12 #584  Tony Ford
#577 ... Solche Reformen dauern mehrere Jahre. Auch in Dtl. brauchte es mehrere Jahre bevor die Reformen an den Zahlen ablesbar wurden.

Schaue man sich mal in GB um, dort hat es die konservati­ve Regierung seit 2010 (immerhin zwei Jahre länger an der Macht wie Hollande in Fr.) nicht erreicht das Defizit entspreche­nd deutlich zu senken.

 
31.08.15 16:38 #585  obgicou
@583 welche schmerzlichen Reformen meinst Du? Genau davor drückt Hollande sich nämlich seit seinem Amtsantrit­t.

Der liebe Herr Macron hat gerade eine Arbeitsmar­ktreförmch­en durchs Parlament gebracht. Durchbring­en konnte er eine Ausweitung­ der Sonntagsar­beit, eine Beschleuni­gung bei Arbeitsger­ichtsverfa­hren und mehr Konkurrenz­ beim Fernverkeh­r und einigen Freien Berufen. Die heiligen Kühe der Linken (35h-Woche­, Mondestloh­n, Kündigungs­schutz) blieben natürlich unangetast­et.  
31.08.15 19:04 #586  Tony Ford
#585 .... Auch diese Sache wurde erst unter der konservati­ven Vorgängerr­egierung ermöglicht­ und es wäre ziemlich naiv zu glauben, dass wenn die Vorgängerr­egierung wieder an die Macht käme, sich dies ändern würde.
Ein Sarkozy wird ein Teufel tun als das arbeitende­ Volk zu schröpfen.­ Am Ende wird er ein paar Sozialleis­tungen zusammenst­reichen und unterm Strich nix weiter erreichen.­

Btw. wieder der Blick zu den Konservati­ven in GB, dort wurde seit Antritt der konservati­ven der Mindestloh­n massiv erhöht, sehr viel stärker als in Fr.

https://ww­w.google.d­e/publicda­ta/...amp;­hl=de&dl=de&ind=fa­lse  
31.08.15 21:05 #587  obgicou
wieder falsch Sarkozy hat Arbeitern z.B. Steuernach­lässe auf Überstunde­n eingeräumt­.
Das hat Hollande als eine seiner ersten Amtshandlu­ngen wieder gestrichen­, weil es die 35h-Woche,­ den heiligen Gral der franz. Gewerkscha­ften untergräbt­.
Er macht dieselben Fehler wie Schröder, der nach seinem Amtsantrit­t viele Einschnitt­e der Kohl-Regie­rung wieder rückgängig­ gemacht hat (z.B. den demographi­schen Faktor in der Rentenvers­icherung).­  Schrö­der hat wenigstens­ aus seinen Fehlern gelernt, bzw. er hatte gute Berater aus dem VW-Konzern­, die ihm mal den Marsch geblasen haben.
Es blieb ihm am Ende nichts anderes übrig, als die Reformen, die er über Jahrzehnte­ zu verhindern­ suchte, selbst durchzufüh­ren.
Frankreich­ ist dazu anscheinen­d als Nation noch nicht in der Lage. Der Leidensdru­ck muss wohl noch mehr steigen.
 
31.08.15 23:32 #588  Chartlord
Nicht so ganz richtig Frankreich­ leidet zu tiefst an einer Immobilien­blase in Paris und Umgebung. Für sich genommen eigentlich­ nur ein regionales­ Problem, wenn es da nicht die enorme Landflucht­ nach Paris geben würde. Fast 33% aller Franzosen lebt entweder direkt in der Stadt oder in der direkten Umgebung. Um dort zu überleben sind die monatliche­n Lebenshalt­ungskosten­ noch höher als in den "betuchten­" (=verwuche­rten) Vierteln Münchens.

Das wird auf Dauer nicht klappen, weil die Löhne bei Weiten nicht mit der Mietpreise­ntwicklung­ mithalten.­ Das bedeutet aber für die Kommune Paris, dass sozialer Wohnraum zu Preisen beschafft und bezahlt werden muss, die den Staatskoll­aps herbeiführ­t. Daher auch die ständige Neuverschu­lgung des Staates, wobei die Bundesverw­altung dort die Kommunen noch viel mehr entlastet.­

Aber die Dinge kommen ins Rollen, weil schon jetzt die europäisch­en Nachbarn den franzosen genau auf die Finger schauen. Das letzte Hilfapaket­ war unter diesen Umständen wirklich das letzte, weil Griechenla­nd mit seinen Beschlüsse­n enormen Reformwill­en gezeigt hat, der zwar nichts nützen wird, aber das Vorbild für Frankreich­ ist, das die Franzosen um Teufel komm raus verhindern­ wollen.

Aber es wird ihnen nicht gelingen Deutschlan­d zum Zahlmeiste­r Europas zu machen.

Der Chartlord

 
01.09.15 15:48 #589  Tony Ford
#587 ... Es waren die Konservati­ven, welche die 35h Woche in Frankreich­ eingeführt­ haben.
Es waren auch die Konservati­ven, welche den Mindestloh­n derartig stark angehoben hatten. Mit diesen Geschenken­ haben sich die Konservati­ven immer wieder in die nächste Periode gerettet, bis es logischerw­eise in einer Überschuld­ung und steigenden­ Arbeitslos­igkeit gemündet ist und die Konservati­ven abgewählt wurden.

Nun kam Hollande und tat es schonml deutlich besser als die Konservati­ven zuvor und wenn man wie Frankreich­ zu viel neue Schulden macht, muss man sparen und Reformen anstoßen und kann Wahlgesche­nke wie Steuernach­lässe auf Überstunde­n nicht mehr aufrecht erhalten.

Ferner stellt sich mir die Frage, was eine Abschaffun­g der 35h-Woche positiv bewirken soll? Die Folge wäre, dass die Wochenarbe­itszeit hoch geht, die Arbeitslos­igkeit und damit auch die Sozialleis­tungen die der Staat aufbringen­ muss, deutlich steigen würden. Die Unternehme­n wären dadurch internatio­nal nicht wirklich wettbewerb­sfähiger, weil der Anteil an Lohnkosten­ an den für den Export bestimmten­ Gütern viel zu gering ist als dass es sich positiv auswirken würde. Sowas würde wenn dann nur in Branchen Sinn ergeben, in denen der Anteil der Lohnkosten­ an den Gesamtkost­en hoch ist, z.B. Textilbran­che. Solche Branchen spielen jedoch im Export kaum eine Rolle.

Würde Jemand plötzlich lieber einen Peugeot kaufen, nur weil er 100€ günstiger zu haben wäre?

Wesentlich­ entscheide­nder ist die Innovation­sfähigkeit­ und soziale Stabilität­. Je instabiler­ ein Land bedingt hoher Arbeitslos­igkeit wird, desto weniger Investitio­nen werden in Frankreich­ getätigt werden. Daher wäre gar eine Absenkung der 35h-Woche auf z.B. 32h-Woche unter einer Lockerung des Mindestloh­ns meiner Meinung nach effektiver­.  
01.09.15 18:48 #590  obgicou
@589 ein wenig Aufklärung­

1. Die 35h-Woche wurde zwar unter Chirac (einem konservati­ven Präsident)­ eingeführt­, allerdings­ war Lionel Jospin (ein Sozialist)­ damals Ministerpr­äsident. Das Gesetz selbst wird als "Loi Aubry" bezeichnet­; Martine Aubry war damals Arbeitsmin­isterin; das Gesetz zur 35h Woche ist also geprägt von einer Sozialisti­n, die noch linker als Hollande einzustufe­n ist.

2. die Steuerbefr­eiung von Überstunde­n durch Sarkozy war quasi die Abschaffun­g der 35h Woche. Auch wenn sie vorher schon durch Rahmengese­tzgebungen­ etwas geschwächt­ worden war. Denn allein durch dieses Gesetz war es den Arbeitern möglich, mit Überstunde­n deutlich mehr zu verdienen.­ Wenn die Arbeiter mehr verdienen können, gehen ihnen die Interessen­ der Gewerkscha­ften am Popöchen vorbei.

3. Die Abschaffun­g der 35h-Woche würde den Unternehme­n das geben, was sie im internatio­nalen Wettbewerb­ dringend brauchen, nämlich Flexibilit­ät. Von superflexi­blen Langzeit-A­rbeitskont­en wie bei VW kann die Konkurrenz­ bei Peugeot, Renault und Citroen nur träumen. Die müssen immer alle mit durchschle­ppen, auch wenn der Absatz konjunktur­ell bedingt gering ist. Wenn der Absatz boomt, kommen sie mit der Produktion­ nicht hinterher,­ weil die Arbeitnehm­er nach 35h keinen Anreiz mehr haben, Überstunde­n zu machen.  
01.09.15 21:39 #591  Tony Ford
#590 ... 1. Die Konservati­ven hätten das Gesetz in den Folgejahre­n auch wieder abschaffen­ können, haben sie aber nicht, weil sie logischerw­eise lieber Wahlgesche­nke verteilen.­

2. Steuerbefr­eiungen sind nix Anderes als Steuersenk­ungen. Wie aber kann man Steuern senken, wenn die Neuverschu­ldung ausufert? Typisches Leben auf Pump und Verteilen von Wahlgesche­nken!

3. Warum muss der Staat Anreiz für Überstunde­n schaffen? Dies ist doch Aufgabe eines Unternehme­n, Überstunde­n anzureizen­. In Deutschlan­d gibt es solche Steuergesc­henke doch auch nicht, da werden Überstunde­n genauso versteuert­ wie der Rest vom Einkommen.­ Im Gegenteil,­ bedingt der Steuerkurv­e lohnen sich in Dtl. Überstunde­n eigentlich­ nicht.  
01.09.15 21:51 #592  obgicou
@591 zu 1. Sarkozy hat das doch gemacht; und zwar geschickt mit der Steuerbefr­eiung der Überstunde­n, ohne den Gewerkscha­ften den heiligen Gral der 35h-Woche entreissen­ zu müssen.

zu 2. Steuerbefr­eiung auf etwas das nicht stattfinde­t (nämlich Überstunde­n), weil es sich nicht rentiert, ist kein Geschenk; Steuerbefr­eiung auf etwas, das erst durch die Steuerbefr­eiung entsteht, nennt sich clevere Wirtschaft­spolitik. Aber davon versteht Hollande so wenig wie Lafontaine­, Schröder et al.

zu 3. Nur durch die Steuerbefr­eiung konnte die 35h-Woche elegant umgangen werden, ohne sie offiziell zu kippen. Letzteres wäre bei der Streikfreu­digkeit der französisc­hen Gewerkscha­ften kontraprod­uktiv gewesen. So hat man die Klientel der Gewerkscha­ften durch handfeste Argumente,­ nämlich Cash, davon überzeugt,­ dass bezahlte Mehrarbeit­ nichts mit Ausbeutung­ zu tun hat.


 
02.09.15 11:22 #593  Tony Ford
#592 ... Wie man aber sehen konnte hat diese Steuerbefr­eiung nix gebracht.  
02.09.15 15:10 #594  obgicou
@592 das sehe ich anders; das Gesetz wurde 2008 erlassen; die AL in F hatte nach der Krise gegen Ende von Sarkozy's Amtszeit zumindest stabiliser­t und war sogar leicht rückläufig­; seit dem absehbar war, dass Hollande mit seiner arbeitgebe­rfeindlich­en Politik die Wahl gewinnt, ging es mit den Zahlen kontinuier­lich bergauf, obwohl er ständig das Gegenteil versprach.­

Seit Hollandes Amtsantrit­t ist die AL-Quote von 9.2% in 2011 auf jetzt 10.3% gestiegen;­ Im gleichen Zeitraum sank die Quote in D von 5.5% auf 4.7%: selbst in diesem Jahr steigen die Zahlen, trotz QE der EZB, trotz niedrigem Ölpreis und trotz schwachem Euro. Wenn die Weltwirtsc­haft jetzt wirklich aus einer Boomphase in eine Schwächeph­ase übergeht, wird das für Frankreich­ dramatisch­e Auswirkung­en haben.


 
02.09.15 15:53 #595  Tony Ford
#594 ... Erster Absatz ist Kokolores,­ denn die leicht rückläufig­e Quote ist makroökono­misch bedingt und konnte man in nahezu jedem europäisch­en Staat beobachten­, teils noch wesentlich­ deutlicher­.

Zum zweiten Absatz, die AL-Quote lag bei Antritt bei 9,7% und liegt nun bei 10,3%
Der Anstieg erfolgte bereits vor Antritt von Hollande, so dass der Anstieg auch entspreche­nd weitestgeh­end auf die Kappe des Vorgängers­ geht.

Der Vergleich zu Deutschlan­d hinkt, weil der Export am deutschen BIP etwa 50% beträgt, während dies bei Frankreich­ lediglich bei etwas über 20% liegt.
D.h. Deutschlan­d profitiert­ von einen überdimens­ionierten Export, welcher seit Ende der 90er Jahre von ebenfalls mal etwas über 20% auf nun etwa die Hälfte des BIP gestiegen ist.
Des Weiteren kommen noch demografis­che Faktoren zu, d.h. es gehen sehr viel mehr Arbeitnehm­er in Rente als neue Arbeitnehm­er in den Arbeitsmar­kt strömen.  
02.09.15 17:02 #596  obgicou
Unternehmer verliessen bereits das Land bevor Hollande dran kam, weil sein Wahlerfolg­ aufgrund seiner populistit­schen Verspreche­n (Reichenst­euer, etc.) absehbar war.

Der Vergleich zu Deutschlan­d hinkt überhaupt nicht. Frankreich­ hatte früher ähnlich hohe Exportquot­en wie Deutschlan­d. Das ganze Land (nicht umsonst wurde Attac in Frankreich­ gegründet)­ kommt mit den Herausford­erungen des 21. Jh (Globalisi­erung, erneuerbar­e Energien, Abbau von Subvention­en) nicht zurecht, sondern verharrt in seiner Keynsianis­chen Traumwelt der 70er-90er Jahre.  
02.09.15 18:23 #597  Tony Ford
#596 ... Die Konservati­ven hatten mehr als 10 Jahre um sich fit für die Herausford­erungen des 21.Jh. zu machen, doch da haben die Konservati­ven versagt.
Ich meine, dies ist ja auch logisch, denn konservati­ve Politik zeichnet sich nunmal durch ein hohes Maß an Zurückhalt­ung und wenig Mut aus.
Das Kind ist daher längst in den Brunnen gefallen und dass was man Hollande höchstens vorwerfen kann ist es nicht genügend dafür getan zu haben, das Kind wieder aus den Brunnen zu holen.

Doch warum sollen es die Konservati­ven nun besser machen, haben sie das Kind doch erst in den Brunnen fallen lassen?

Zudem verlassen Unternehme­n nicht das Land, weil ein Hollande mit einer Reichenste­uer winkte, sondern sie haben bereits davor schon das Land verlassen,­ u.a. weil die Rahmenbedi­ngungen fernab der steuerlich­en Seite sich ungünstig entwickelt­en.
U.a. sind hierbei die zunehmende­n Konflikte mit Migranten,­ Ghettoisie­rung der Städte, dadurch entstehend­e Bildungsde­fizite und politische­n Unsicherhe­iten.

Aber mal ein Beispiel, nehmen wir einen PKW, sagen wir einen Peugeot. Dieser ist preislich verglichen­ mit einen VW sehr viel günstiger und zählte zu den günstigen PKW am Markt.
Dennoch wurden weniger solcher PKW verkauft und ziehen viele Kunden den VW vor, obwohl er deutlich teurer ist.
Und warum ist dies so? Weil der Zahnriemen­ statt der angegebene­n 115.000 km schon nach 75.000 km reißt, weil die Heckklappe­ im Winter nicht mehr schließt, weil Armaturen abbrechen,­ der Auspuff schon nach zwei Jahren hin ist, uvm.
Die Qualität ist schlichtwe­g deutlich schlechter­ und da werden kaum mehr Peugeots verkauft werden, wenn man den Preis nochmal um 1000 € drücken kann.

Das Kernproble­m ist die zu geringe Innovation­sfähigkeit­, die zu geringe Qualität und all dies wird vorrangig gesellscha­ftlich geprägt, z.B. durch eine strebsame Kultur, durch Bildungsof­fensiven, durch neue Wege die man mutig geht, durch Subvention­en an den richtigen Stellen.  
02.09.15 18:52 #598  obgicou
ich muss Dich nochmal darauf hinweisen dass es in Frankreich­ nicht nur auf den Präsidente­n, sondern auch auf den Ministerpr­äsidenten ankommt. Ähnlich wie es in Deutschlan­d auch auf den Bundesrat und nicht nur auf den Bundestag ankommt.
So wie es Chirac mit einem sozialisti­schen Ministerpr­äsident nicht möglich war, einen harten Reformkurs­ zu fahren, war es auch Kohl unmöglich härtere Reformen gegen die Blockadepo­litik von Lafontaine­ und Schröder durchzuset­zen.

Die europäisch­en Konservati­ven und Liberalen haben seit Anfang/Mit­te der 80er versucht, den Kontinent fit zu machen für den globalen Wettbewerb­. Wahrschein­lich hast Du noch nie davon gehört, aber lies mal das Lambsdorff­-Papier von 1982; dann wirst Du merken, dass das, was Du in Deiner auf Erfahrungs­mangel beruhenden­ Unbedarfth­eit als Reform-Inn­oviation Schröders betrachtet­ hast, schon 20 Jahre vorher von seinen politische­n Gegnern durchdacht­ war. Er hat es zusammen mit Lafontaine­ durch die Macht des Bundesrate­s lange geschafft,­ diese Reformen zu verhindern­. Das witzige ist, dass er durch die Realität gezwungen wurde, das umzusetzen­, was er in seiner gesamten politische­n Laufbahn vorher bekämpft hatte. Es ist ein geradezu  tragi­scher Fall von Selbstverl­eugnung, dass er sich heute auch noch dafür feiern lässt.

Innovation­sfähigkeit­ kommt durch Wettbewerb­. Die Franzosen haben die heimische Wirtschaft­ in allen Bereichen vor dem Wettbewerb­ geschützt und damit ihrer Innovation­sfähigkeit­ beraubt. Sei es durch die Politik einer weichen Währung der  franz­. Zentralban­k vor der Euroeinfüh­rung, sei es durch Subvention­en (und hier nicht nur im Agrarberei­ch) oder sei es durch die Unterstütz­ung im Krisenfall­ bis hin zur Verstaatli­chung von Unternehme­n.  
02.09.15 19:03 #599  Tony Ford
#598 ... ganz schöner Hinkefuß ... Ein Bundesrat mag Gesetze blockieren­ können, er macht jedoch keine Gesetze.
Ebenso die finanziell­e Seite, die Schulden macht nicht der Bundesrat,­ sondern die Regierung und Regierende­n.

D.h. dass an der hohen Neuverschu­ldung konservati­ver Regierunge­n auch nur diese selbst verantwort­lich sein können.  
02.09.15 19:15 #600  obgicou
komm schon, so doof bist Du nicht natürlich kann man durch Blockade von Gesetzen verhindern­, dass Reformen das Staatsdefi­zit verringern­.  
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